Özkan-Watch, Number 3

Am 26. April hatte Rainhard Bingener in der FAZ zum Thema Özkan geschrieben (1):

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Liberaler Laizismus?

Der Vorschlag der designierten Integrationsministerin in Niedersachsen, Aygül Özkan, Kruzifixe an Schulen zu entfernen und Schülerinnen das Kopftuch zu verbieten, löst die religiöse Frage, indem es sie verbannt. Dies offenbart ein repressives Verständnis der Religionsfreiheit.

Ministerpräsident Wulff muss seine künftige Integrationsministerin Aygül Özkan schon einfangen, noch ehe sie vereidigt worden ist. Die Ministerin fordert, aus niedersächsischen Schulen die Kreuze zu entfernen und Schülerinnen das Kopftuch zu verbieten. Das wirft die Frage auf, ob Wulff bei seinem „bundesweiten Screening“ für neue Mitglieder seines Kabinetts darüber hinausgekommen ist, nur die Oberflächen in Augenschein zu nehmen.

Denn die religionspolitischen Vorstellungen, in die Frau Özkan nun einen Einblick gewährt, künden von einem Laizismus, den man von CDU-Ministern in dieser Schärfe noch nicht vernommen hat. Es ist ein Denken, das die religiöse Frage löst, indem es sie verbannt.

Hierzu verfasste Dr. Siegfried Besslich einen Leserbrief für die heutige FAZ:

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Aggressiver Laizismus

Die Glosse zu den Äußerungen von Aygül Özkan bringt das Thema auf den Punkt: Hier liegt ein repressives Verständnis von Religionsfreiheit vor. Es geht in Wahrheit um Freiheit von der Religion, um Eliminierung religiöser Symbole (und damit auch der Inhalte) aus dem öffentlichen Leben. Dies ist der aggressive Laizismus, der in der kemalistischen Ideologie der Türkei den Vorwand liefert zur Unterdrückung und schließlichen Dezimierung der einst beachtlichen christlichen Bevölkerungsgruppe zu einer verschwindenden Minderheit.

Wenn „aufgeklärte“ Türken bei uns die Aufnahme der Türkei in die EU fordern, weil dadurch der Reformprozess in der Türkei angeblich vorangebracht wird, sind Zweifel angebracht. Vielmehr geht es in einer unheiligen Allianz mit dem autoritären Erdogan, der die EU als „Christenclub“ bezeichnet, beiden Seiten um die Entchristlichung Europas. Wobei sie Unterstützung finden in einem breiten Spektrum der deutschen politischen Klasse. Ich warte nur darauf, dass demnächst das Glockengeläut von christlichen Kirchen zuerst „problematisiert“ und dann verboten wird als unzumutbar für die nichtchristliche Bevölkerung, bestätigt natürlich letztinstanzlich durch ein entsprechendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts.

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Die einzigen, die tatsächlich unter dem angeblichen, türkischen Laizismus gelitten haben und nun völlig verdrängt worden sind, sind die Nicht-Mohammedanisten. Ein Schicksal, das den türkischen Orks auch für die christlichen Deutschen in Deutschland vorschwebt.

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Time am 4. Mai 2010

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1) http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E1B40C18644A04264B7BBCBA54F603D7D~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Özkan-Watch, Number 1: https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/04/20/die-0875-prozent-hurde/
Özkan-Watch, Number 2: https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/04/29/purer-jihad/

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2 Antworten to “Özkan-Watch, Number 3”

  1. Flash Says:

    Ich goutiere ausdrücklich die Art, wie der Begriff „Ork“ in allen Blogbeiträgen verwendet wird. Ich goutiere nicht, daß zur Heraushebung von Wörtern die Kapitale verwendet wird, weil das die Lesbarkeit beeinträchtigt (bezieht sich auf spätere Artikel).

  2. Time Says:

    Hallo Flash,

    danke für den Hinweis. Vielleicht findet sich eine andere Form der Hervorhebung.

    Andererseits ist es manchmal auch gar nicht schlecht, Texte bewusst verlangsamt zu lesen.

    Bleiben Sie mir gewogen,
    ich grüße Sie,

    Time

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