Özkan-Watch, Number 4

Während die sozialistischen Netzwerke in der ehemaligen „DDR“ bei uns zu Recht abschätzig „Seilschaften“ genannt wurden, handelt es sich bei eben jenen im Fall der deutschen Mohammedanisten um „Talentschuppen“.

Interessant ist auch, dass die Bezeichnungen „türkischstämmige Deutsche“ und „Deutsche mit Migrationshintergrund“ scheinbar nunmehr Synonyma geworden sind, die entweder aus rein stilistischen Gründen abwechselnd gebraucht werden mögen oder aber im Wechsel bei gleichgesetzter Bedeutung die Aussage transportieren: Die türkischstämmigen, mohammedanistischen Immigranten sind die einzigen, die zählen.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist übrigens auch die sehr moderne Vokabel „Migranten“, die Ein- und Auswanderer zusammenzieht, verallgemeinert (sprich verschleiert) und jenes vermeidet auszusprechen, um was es geht, nämlich um die Einwanderer, die „Immigranten“ (ein Begriff, der, wie die Geschichte lehrt, im Fall der Mohammedanisten tatsächlich synonym gebraucht werden kann mit dem Begriff „Invasoren“).

Lesen Sie jetzt einen Bericht von Rüdiger Soldt aus der heutigen FAZ über ein weitverzweigtes türkisch-mohammedanistisches Netzwerk in Deutschland.

_____

Ein Schuppen für Talente

Förderung für Abgeordnete mit Migrationshintergrund

Der 19. April 2010 war für das „Netzwerk türkischstämmiger Mandatsträgerinnen“ ein ganz besonderer Tag: An diesem Tag gab Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) bekannt, dass er die Juristin Aygül Özkan zur Ministerin für Soziales und Integration in Niedersachsen machen werde. Frau Özkan ist Mitglied des „Netzwerks“, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Zahl türkischstämmiger Mandatsträger in Gemeinderäten, Landtagen und im Bundestag zu erhöhen und Einwanderer besser zu repräsentieren. „In gewisser Weise haben wir zu ihrem Aufstieg einen Beitrag geleistet“, sagt Ergun Can, Sprecher des „Netzwerks“ und selbst Mandatsträger für die SPD im Stuttgarter Gemeinderat.

Zur weiteren Professionalisierung der Arbeit eröffnete das schon 2004 mit Hilfe der Körber-Stiftung gegründete „Netzwerk“ im Stuttgarter Europahaus nun ein Büro. Der Erfahrungsaustausch der Abgeordneten mit Migrationserfahrung soll noch intensiver werden, politisch positionieren will sich die Organisation aber auch künftig nur zu Fragen der Integrationspolitik. Mittlerweile sind achtzig Mandatsträger Mitglied der Organisation, sechzig davon stammen aus Kommunalparlamenten. „Unsere Aufgabe ist es, vor allem die Strukturen der Parteien für potentielle Mandatsträger zu öffnen und als Lobbyisten bei Bundes-, Landes- und Kommunalpolitikern dafür zu werben, mehr türkischstämmige Migranten in die Parlamente zu schicken“, sagt Can. Das „Netzwerk“ versteht sich als „Talentschuppen“ für künftige Parlamentarier mit Migrationshintergrund. Sobald es in den Kommunen, in den Ländern oder im Bund um Integrationspolitik gehe, sei die Kompetenz von Abgeordneten mit Migrationshintergrund gefragt. Nach den Erfahrungen der Organisation haben es türkischstämmige Politiker, die für einen Landtag kandidieren wollen, besonders schwer, vor allem in den großen Flächenländern. In Baden-Württemberg und bislang auch in Nordrhein-Westfalen gab es keine türkischstämmigen Abgeordneten in den Landtagen. Bislang gelang es Deutschen mit Migrationshintergrund vor allem in den Stadtstaaten – in Bremen, Berlin und Hamburg -, in die Parlamente gewählt zu werden.

Angesichts der großen Zahl von türkischstämmigen Wählern in diesen Großstädten fällt es den Volksparteien auch leichter, Kandidaten mit einer Einwandererbiographie aufzustellen – der Erfolg am Wahlabend ist ihnen sicher. In den Flächenländern ist es sehr schwer, als türkischstämmiger Bewerber einen sicheren Listenplatz oder einen sicheren Wahlkreis zu bekommen. Die Kandidaten haben sich bis zum Landtagsmandat in der Regel über die Ochsentour hochgearbeitet und gehörten vor ihrem Einzug mindestens zehn Jahre einem Kommunalparlament an. Dieser Erfahrungsvorsprung fehlt vielen türkischstämmigen Parteimitgliedern, die sich um ein Landtagsmandat bewerben wollen. Hinzu kommt noch ein weiteres Handicap: „In den Landes- und Bundesverbänden der Parteien haben die Migranten so gut wie keine Hausmacht“, sagt Can. Der SPD-Gemeinderat aus Stuttgart muss es wissen, seine Bewerbung um einen der zwei Stuttgarter Bundestagswahlkreise zog er zurück, nominiert wurde schließlich die frühere SPD-Landesvorsitzende Ute Vogt.

_____

Die Forderung der Orks, die sich Herr Soldt – durch das Gejammer von Herrn Can offenbar zu Tränen gerührt – zu eigen macht, ist klar: Unverzögerter Aufstieg und direkte Ernennung in hohe Ämter ohne die Verpflichtung zur Basisarbeit in einer Partei und die Notwendigkeit, sich dort Respekt zu verschaffen und einen Freundeskreis aufzubauen. Das Muster liefert Özkan.

Wiki (1): „Aygül Özkan trat 2004 der CDU bei. Der damalige Hamburger CDU-Chef Dirk Fischer platzierte Özkan – mit einer sogenannten wild card jenseits der Hierarchien der Kreis- und Ortsverbände – auf dem sicheren 15. Platz der Landesliste zur Bürgerschaftswahl 2008. Im März 2008 wurde sie Fachsprecherin für Wirtschaft und Industrie ihrer Fraktion und saß im Sozial- und Gleichstellungsausschuss sowie im Wirtschaftsausschuss.“

Nur zwei Jahre später, schlappe sechs Jahre nach dem Parteieintritt, ist Frau Özkan dann schon Landesministerin: eine glänzende Karriere, ein fürwahr effektiver „Talentschuppen“.

_____

Time am 10. Mai 2010

_____

1) http://de.wikipedia.org/wiki/Aygül_Özkan

auch: http://www.freiewelt.net/blog-1841/wie-eine-muslimin-zur-christlichen-ministerin-mutierte.html

Schlagwörter: , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: