Deutsche Islamkonferenz 2.0

Boykottiert die Islamkonferenz in der Tradition der beleidigten Klohamettwurst: Der „Zentralrat der Muslime in Deutschland“ (1). Rechts vorn Ayyub („Äk-sel“) Köhler, links Kaiman May-Zeck, in der Mitte (pc-geschminkt) der „religionspolitische“ Sprecher der SED, Raju Sharma (2).

Die Deutsche Islamkonferenz (DIK) hat nach längerer Pause gestern zum ersten Mal wieder getagt, was auf Seiten der mohammedanistisch-sozialistischen Opposition die vorhersehbaren geifernd-ablehnenden Reaktionen hervorrief.

Die FAZ berichtete heute: „Kritik an der Konferenz übten SPD und Linkspartei. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Wowereit sagte, von dem Treffen gehe kein Signal in die Zukunft aus. Es habe ‚eine dilettantische Vorbereitung‘ gegeben. Die Ausladung des Islamrats sei ’nicht zielführend‘. Auch bei dem ‚unwürdigen wochenlangen Gezeter‘ um die Teilnahme des Zentralrats der Muslime habe sich der Innenminister nicht als Brückenbauer gezeigt. Die Linkspartei sprach von einer ‚Polit-Show‘ der CDU und bemängelte, dass der Innenminister das Thema ‚Islamfeindlichkeit‘ nicht ins Zentrum der Konferenz gestellt habe.“

Für die Grünen wurde Cem Özdemir vom „Zentralrat der Muslime in Deutschland“ (ZMD) – der nur 15.000 bis 30.000 Mitglieder hat und sich dennoch Zentralrat nennt, was einmal mehr die typische mohammedanistisch-usurpatorisch-parasitäre Grundhaltung entlarvt – mit folgenden Worten zitiert (3): „Die Konferenz steht unter einem schlechten Stern, seit Thomas de Maizière das Innenministerium übernommen hat.“

Die ursprünglich strikt atheistische Linke (deren Übervater Charly Murx Religion – d.h. alle Religionen außer der kommunistischen Pseudoreligion – als Opium des Volkes denunzierte) entdeckt derselben Quelle zufolge ihre Liebe für die Religion (die mohammedanistische, versteht sich) und fordert wendehälsisch „die Anerkennung des Islams als Religionsgemeinschaft und ein gleichberechtigtes Zusammenleben der Religionen. DIE LINKE beschloss gestern auf ihrem Parteitag in Rostock, die Diskriminierung von Muslimen und wachsende Islamfeindlichkeit zu bekämpfen.“ Deren religionspolitischer (what’s that?) Sprecher Raju Sharma (indischer Herkunft!) erklärte (4): „Die Islamkonferenz ist ein von der Bundesregierung inszeniertes Schauspiel. An einem wirklichen Dialog auf Augenhöhe mit den in Deutschland lebenden Muslimen sind Merkel & Co. nicht interessiert… Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass der Zentralrat der Muslime an der Islamkonferenz nicht teilnehmen möchte. DIE LINKE teilt dessen Kritik: Wichtige islamische Verbände sind nicht eingeladen worden und das Thema Islamfeindlichkeit wird nicht angemessen behandelt, obwohl es dringend nötig wäre. Diskussionen über Burka– und Minarettverbote, Kampagnen gegen Moscheen und Studien zur Diskriminierung von Muslimen zeigen, dass es Vorbehalte gegen den Islam gibt.“

Ja sowas aber auch, Vorbehalte gegen den Vater aller Faschismen? Dabei kann die Burka doch sooo schick sein.

Übrigens, wenn ein Frosch verlangt, dass man mit ihm auf Augenhöhe diskutiert, muss man sich entweder auf die Erde werfen oder aber den Frosch gaaanz nach oben setzen.

Aus guten Gründen hatte vor einigen Jahren der Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE) die Islamkonferenz kritisiert, wie PI heute berichtete (5):

„Indem die über drei Millionen Zuwanderer aus islamisch geprägten Ländern regierungsamtlich als ethno-religiös einheitliche Gruppe zwangsharmonisiert und pauschal als orthodoxe Muslime angerufen und behandelt werden, behindert der deutsche Staat auf mehrfache Weise die Integration von Zuwanderern… Es ist somit als grotesk und kontraproduktiv festzuhalten, dass gerade die am schlechtesten integrierte Gruppe, nämlich orthodoxe und islamistische Muslime, vom Staat mit symbolpolitischer und kommunikativer Zuwendung auch noch belohnt und im Vergleich zu besser integrierten Gruppen privilegiert werden… Die Vorzugsbehandlung und Privilegierung des orthodoxen Islam und seiner verbandspolitischen Vertreter führt dazu, dass diese Kräfte milieuintern gestärkt und in die Lage versetzt werden, ihre Kontrollherrschaft im Rahmen der bestehenden „parallelgesellschaftlichen“ Strukturen noch weiter auszubauen…“

Regina Mönch und Wolfgang Günther Lerch sahen in der heutigen FAZ die DIK durchaus positiv bzw. befanden, dass die Kritik des ZdE aufgenommen worden sei. Lesen Sie zunächst den Beitrag von Herrn Lerch. Insbesondere der Schluss seiner Glosse hat es in sich und ist eine echte Überraschung:

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Zweite Runde

Die zweite Runde der Deutschen Islamkonferenz wird von manchen mit Skepsis betrachtet. Ist es noch sinnvoll, über ein besseres Zusammenleben von Christen, Nichtchristen und Muslimen in Deutschland reden zu wollen, wenn zwei der muslimischen Großorganisationen – obzwar aus unterschiedlichen Gründen – gar nicht teilnehmen? Die Frage ist berechtigt. Doch die Konferenz muss kein unverbindlicher Debattier-Klub werden, wie schon befürchtet wird. Nach dem Beginn der Konferenz unter Innenminister Schäuble, der hauptsächlich im Atmosphärischen seinen Wert hatte, sollen nun unter seinem Nachfolger de Maizière praktische Fragen stärker in den Vordergrund gerückt werden. Da ist vor allem der islamische Religionsunterricht – das heißt die Frage, wie man ihn künftig zu gestalten habe und wer ihn überhaupt erteilen dürfe – einer der zentralen, doch auch schwierigsten Punkte. Falls man dabei vorankäme, wäre dies wirksamer gegen die sogenannte Islamophobie als deren ausdrückliche Thematisierung, zumal dieser ohnehin schwammige Begriff gegen jedweden Kritiker missbraucht werden kann.

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Exzellent ist m.E. der Beitrag von Regina Mönch:

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Die anderen Muslime

Islamkonferenz: Eine neue Bürgerbewegung entsteht

Nach den Schlagzeilen der letzten Tage zu urteilen steht die zweite Islamkonferenz, die am Montag zum ersten Mal zusammenkam, unter keinem guten Stern. Eine „Islamkonferenz ohne Muslime“ wurde schon prophezeit, weil zwei der größeren Verbände nicht am Tisch sitzen. Dieser Alarmismus übersieht, dass sich mit dem Boykott des „Zentralrates der Muslime“ ein Dachverband verweigert, der – positiv geschätzt nach dessen eigenen Angaben – etwa dreißigtausend Mitglieder hat und dreihundert Moscheegemeinden vertritt. Er stünde damit allenfalls für zwei Prozent der deutschen Muslime. Unter seinem Dach sind auch Vereine, die der Verfassungsschutz mit gutem Grund im Visier hat: wegen intensiver Verbindungen zur Moslembruderschaft, wegen islamistischer Programmatik oder nationalistischer Prägung.

Man könnte also auch sagen, dass zwei der problematischsten Verbände nicht teilnehmen. Die etwas scheinheilige öffentliche Besorgnis übersieht, dass Innenminister Thomas de Maizière auch zehn Muslime ins Plenum der Konferenz geladen hat, die offiziell keinen Verband vertreten, aber zum Teil durchaus Mitglied in einem sind. Die Frankfurter Rechtsanwältin Gönül Halat-Mec beispielsweise gehört zu einer Fraueninitiative säkularer Musliminnen – qualifizierte, selbstbewusste berufstätige Frauen, die sich nicht reduzieren lassen wollen auf ihre Religion, die sie für eine Privatsache halten, oder ihre ethnische Herkunft. Fromme Musliminnen wiederum haben sich in Köln zu einem „Aktionsbündnis“ zusammengefunden, deren eher feministisches Koranverständnis sich doch sehr vom orthodoxen der ausgeschiedenen Verbände unterscheidet. Ein Mitglied dieser Initiative, die künftige Religionswissenschaftlerin Tuba Isik-Ygit, sitzt ebenfalls im Plenum – und mit dem Politikwissenschaftler und Autor brillanter Essays zur Krise des Islam, Hamed Abdel-Samad, auch ein Dissident.

Die Deutsche Islamkonferenz versteht sich ohnehin nicht als Vertretung aller Muslime, sondern als Dialogforum des Staates mit Muslimen. Der Versuch, möglichst vielen verschiedenen Stimmen dieser großen, sehr heterogenen, aus vielen Glaubensrichtungen zusammengesetzten Gruppe Gehör zu verschaffen, ist allemal spannender als die ewig gleichen Katz-und-Maus-Spielchen von Aiman Mazyek (Zentralrat der Muslime) oder Ali Kizilkaya (Islamrat/ Milli Görüs) zu verfolgen. Wesentlicher wäre zudem eine Antwort auf die Frage, ob sich viele oder nur wenige Muslime angesprochen fühlen von diesem ehrgeizigen Projekt. Natürlich gibt es auch dazu längst Umfragen, die in ihren Aussagen etwa so zuverlässig sind wie die Angaben der orthodoxen Verbände über Mitgliederzahlen. Immer wieder haben Kritiker darauf hingewiesen, dass säkulare Muslime über keine Vertretung verfügen, die den religionspolitischen Islamverbänden entspräche. Dass ihre Interessen – etwa den Scharia-Islam zu überwinden – und ihr Religionsverständnis unterzugehen drohen im Geschrei der geltungssüchtigen Verbände, dem sie skeptisch bis fassungslos gegenüberstehen. Dieser Hinweis zeigt jetzt endlich Wirkung.

Spätestens seit der ersten „Volkszählung“ durch das Bundesamt für Migration, nach der bis zu fünf Millionen Muslime in Deutschland leben, haben sich viele auf den beschwerlichen Weg gemacht, den orthodoxen Verbänden etwas Eigenes entgegenzusetzen. Man war überrascht, dass Deutschland, mangels einer dem Kirchenregister vergleichbaren Quelle, auf die Zählart islamischer Länder zurückgriff: Muslim ist man kraft Geburt. Wer aber nicht von der türkeiabhängigen Ditib, dem Zentralrat der Muslime und anderen ungefragt vereinnahmt werden will, muss selbst etwas tun: Das ist die Einsicht.

In Köln, Frankfurt, Duisburg, Münster, Aachen und anderen Städten haben sich darum Muslime entschlossen, sich zu organisieren. Fast ausnahmlsos sind es säkulare Muslime. Dezidiert nicht säkular will eigentlich nur die Lehrerin Lamya Kaddor sein, wobei nicht klar ist, wie sie das meint. Kaddor will jedenfalls keine Kulturmuslime in ihrem Verein. In Aachen hat sich Anfang Mai der „Verband Demokratisch-Europäischer Muslime“ (VDEM) gegründet, mit Islamwissenschaftlern wie Bassam Tibi und Reza Hajatpour. Sie versammeln emanzipierte Muslime, Intellektuelle, Wissenschaftler, Unternehmer, Ingenieure, Lehrer – Individualisten, die sonst eher Probleme mit einem Vereinsleben haben. Aber wie die anderen Neuen wollen sie wahrgenommen werden als Teil der europäischen Gesellschaft und nicht als Minderheit.

„Uns geht es um den säkularen Geist, um junge Muslime, die in Europa nach ihrer eigenen Identität suchen und sich nicht mehr auf die Kultur und Tradition des Herkunftslandes der Eltern beziehen wollen“, sagt Reza Hajatpour. Diese säkularen Muslime vertreten natürlich keine Mehrheit, aber es werden immer mehr. Und dies könnte die erstaunlichste, weil unerwartete Nebenwirkung der Deutschen Islamkonferenz werden: eine neue Bürgerbewegung.

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Time am 18. Mai 2010

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Zentralrat_der_Muslime_in_Deutschland
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Raju_Sharma
3) http://islam.de/15851.php
4) http://linksfraktion.de/pressemitteilung.php?artikel=1212869305
5) http://www.pi-news.net/2010/05/ex-muslime-fuer-aufloesung-der-islamkonferenz/#more-136559

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