Doppelmoral: IHR Kennzeichen

„Hafis am Brunnen“,
gemalt von Anselm Feuerbach (1) 1866 (Ausschnitt)

Zwei Texte in der heutigen FAZ setzen sich mit der neuen Achse Ankara-Teheran auseinander. Christiane Hoffmann lässt dabei, auch wenn sie diese Ansicht als die „mancher“ bezeichnet, keinen Zweifel mehr an der tatsächlichen ideologischen Disposition from the Fuhregan, der „… aus seinem islamistischen Herzen nicht länger eine Mördergrube macht“.

Zur Zeit stimmen alle Kommentatoren darin überein, dass Israel durch die Gaza-Flotte eine schwere Niederlage erlitten habe. Diese Ansicht teile ich nicht (2). Ich meine, die IDF haben den Orks und ihren Freunden gezeigt, wo der Hammer hängt, und das war gut so!

Worin die in ihrem Titel angekündigte „Doppelmoral“ des Westens nun übrigens eigentlich bestehen soll, wird Frau Hoffmann den Lesern schuldig bleiben, wie Sie gleich sehen werden.

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In die Kerbe westlicher Doppelmoral

Ob Gaza-Blockade oder Iran-Sanktionen:
Die Türkei mischt überall kräftig mit

Der Preis mag hoch gewesen sein, aber ihr Ziel hat die Gaza-Solidaritätsflotte mehr als erreicht: Der Mehrwert an internationalem Mitgefühl und Aufmerksamkeit für Gaza, den die Aktion nach der blutigen Erstürmung durch die israelische Marine Ende Mai erzielte, dürfte die kühnsten Erwartungen der Organisatoren übertroffen haben. Noch dazu ist die Diskussion über Sinn und Unsinn der Gaza-Blockade neu entbrannt. Sogar Washington, das zuvor die Blockade nur äußert maßvoll kritisiert hatte, schlug schärfere Töne an. Von einer „unhaltbaren Lage“ für die Palästinenser sprach Präsident Barack Obama anlässlich eines Treffens mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Washington – gerade eine Woche nachdem der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seinen geplanten Versöhnungsbesuch bei Obama wegen der Flottenkrise hatte absagen müssen.

Angesichts der Welle internationaler Empörung sah Israel sich gezwungen, die Blockade zu lockern und einer Untersuchungskommission für die Vorfälle zuzustimmen, über deren Zusammensetzung und Zuständigkeit allerdings noch heftig gekämpft wird. Die herrschende Hamas ist in Gaza in einer komfortablen Lage: Wird die Blockade gelockert, wie es Ägypten mit der unbefristeten Öffnung des Grenzübergangs in Rafah bereits getan hat, wird das den Islamisten als Erfolg gutgeschrieben. Bleibt die Blockade bestehen, kann sich Hamas internationalen Mitgefühls sicher sein. Die Machtstellung der Islamisten hat die Blockade in den drei Jahren ihres Bestehens ohnehin nie gefährdet.

Die Führungsrolle bei der Israel-Schelte übernahm der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Die scharfe Kritik an Israel und die unverhohlene Sympathie für die Hamas sehen manche als Beleg dafür, dass Erdogan aus seinem islamistischen Herzen nicht länger eine Mördergrube macht. Tatsächlich ist er dabei, dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad seinen Rang als Liebling der arabischen Straße streitig zu machen. Erdogan schlägt, wenngleich mit geringerer demagogischer Verve und gedämpftem Sendungsbewusstsein, in genau dieselbe Kerbe westlicher Doppelmoral. Die Ankündigung Teherans, auch der iranische Rote Halbmond werde alsbald Hilfsschiffe gen Gaza senden, lässt auch eine Rivalität erkennen: Schließlich kann man den Türken dieses propagandistisch fruchtbare Feld nicht gänzlich überlassen.

Das lautstarke Auftreten Ankaras lieferte aber auch einen neuen Beitrag zur Frage, wer in der Region in jene Lücke vorstößt, die der beständig schwindende Einfluss Washingtons hinterlässt. Den illustrierten zuletzt die vergeblichen Bemühungen des amerikanischen Sondergesandten George Mitchell, die Friedensgespräche wieder in Gang zu bringen, die als Kollateralschaden des Flottenmanövers einen weiteren Rückschlag erlitten.

Die Türkei hat als Vermittlerin in den Konflikten der Region, als Militär- und als Handelsmacht, ihre Politik aktiviert und das erklärte Ziel des Außenministers Ahmet Davutoglu, das Verhältnis zu allen Nachbarstaaten zu verbessern, mit Nachdruck verfolgt, nicht nur mit Blick auf die Ukraine, den Balkan und sogar Armenien, sondern vor allem zu Syrien und Iran.

Vor allem der Türkei – und China – hat Teheran es zu verdanken, dass Iran es bislang verhindern konnte, zum international isolierten Paria-Staat zu werden – trotz der blutigen Niederschlagung der Oppositionsproteste bei der Präsidentenwahl vor genau einem Jahr und trotz des fortgesetzten Ausbaus seines Nuklearprogramms. Daran ändert auch die am Mittwoch nach monatelangem Tauziehen vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedete nunmehr vierte Sanktionsresolution gegen Iran nichts. Die Türkei und Brasilien, die im Mai eine Vereinbarung über den Austausch von angereichertem Uran gegen Brennstäbe mit Teheran ausgehandelt hatten, stimmten erwartungsgemäß gegen die Sanktionen. Und China, das die Resolution beständig verwässert hatte, um seine Energiegeschäfte mit Teheran nicht zu gefährden, empfing Ahmadineschad tags darauf bei der Expo in Schanghai – nachdem ihm Ankara Anfang der Woche auf einer Sicherheitskonferenz in Istanbul ein Forum geboten hatte.

Die größte Bedrohung fürchten die Machthaber in Teheran von innen. Vor dem Jahrestag der Präsidentenwahl nahm die Repression noch einmal massiv zu. Seit Tagen patrouillieren Spezialkräfte der Polizei auf Straßen und Plätzen der Hauptstadt. Dabei fürchtet die Opposition die Konfrontation auf der Straße: Ihre Führer sagten die für Samstag geplante Demonstration ab, nachdem sie von der Regierung nicht genehmigt worden war.

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Eine pointierte Glosse, die ahnen lässt, wie sehr die Verehrung des Dichters Hafis (3) durch das offizielle Iran seiner tatsächlichen Persönlichkeit und seinen Werken widerspricht, und die also einmal mehr die Verlogenheit des iranischen Regime und der mohammedanistischen Unkultur aufdeckt, lieferte Richard Wagner.

Doppelmoral, um auf Frau Hoffmann zurückzukommen, ist eines der entscheidenden Attribute mohammedanistischer Ideologie und im Westen eher bei denen anzutreffen, die den Westen hassen. Die z.B. Krokodilstränen über die vor Gaza getöteten Jihadisten vergießen, denen aber die vielen Christen, die täglich von den Mohammedanisten abgeschlachtet werden (4), völlig egal sind. Doppelunmoral übrigens sehen Sie auf dem Bild rechts.

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Wer aus schlichten Verhältnissen kommt

Wer aus schlichten Verhältnissen kommt, muss noch lange nicht so sprechen als käme er aus schlichten Verhältnissen, und so hätte der iranische sogenannte Präsident Mahmud Ahmadineschad seinen Unmut auf die ihm wieder einmal mit Sanktionen kommenden Vereinten Nationen nicht in derart garstige Worte verpacken müssen, wie er das in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe im Beisein tadschikischer sogenannter Eliten getan hat: „Für uns ist das wie eine lästige Schmeißfliege. Gegen uns sind nun Sanktionen erlassen worden. Für uns ist das wie eine Serviette, mit der man sich den Speichel abwischt und sie dann in den Müll wirft.“

Das mag ja nun auch alles so sein, wie er das auf seine stets unrasierte und schlecht gekleidete Art sagte, aber er hätte auch zurückgreifen können auf die Sprachakrobatik eines Hafis, dessen Gedichte zwar immer nach Rosenwasser, Moschus, Rotweinflecken und homoerotischen sogenannten Phantasien müffeln, der aber auch so manches wahre Wort gesprochen hat wie dieses: „Erbaue dich am Weine, Freund – / wirst du der Moderwelt zum Raube, / So backt sie Ziegelsteine, Freund, / nach deinem Tod aus deinem Staube“.

Und hätte er überdies die Aura des Ortes auf sich wirken lassen, dann wäre eine Besinnung auf Hafis überflüssig gewesen, weil sich in Tadschikistan jene sagenumwobenen filigranen Pfirsichbäumchen in den kornblumenblauesten Himmel recken, deren mit kaninchenfellweichem Flaum überzogene Früchte von einer Zartheit und Süße sind, dass sie jeden Sterblichen, der sie genießt, unweigerlich ins Verderben reißen – heißt es.

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Sonst durch seine verdrehte Ausdrucksweise bekannt und stets darauf bedacht, sich als Wissenschaftler darzustellen, verliert das räudige Zwergmammut jegliche Contenance und schimpft wie ein altes Fischweib – wenn das kein Zeichen dafür ist, dass die Sanktionen ihn maßlos ärgern und seine Gewaltherrschaft angreifen. Noch ein Hammer, und wir haben noch mehr!

Time am 13. Juni 2010

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Anselm_Feuerbach
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/06/01/daniel-pssst-wir-haben-gewonnen/
3) http://de.wikipedia.org/wiki/Hafis
4) http://www.kybeline.com/2010/06/13/philippinen-militante-muslime-ermorden-drei-christen/

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