Back to the Chain Gang

Kirsten Heisig (1) hatte u.a. die These aufgestellt, dass die kurdisch-libanesischen Mafiaclans, die dabei sind, die Kontrolle über den Berliner Stadtteil Neukölln zu erlangen, Kinder in palarabischen Flüchtlingslagern rekrutieren, um sie in Deutschland als Drogenhändler einzusetzen. Diese in ihren Überlegungen eher randständige These, die durch jüngste Ereignisse bestätigt zu werden scheint, rief umgehend den Widerspruch von Innensenator Ehrhart Körting from the Schariapartei Deutschlands (SPD) hervor, der eigentlich in allem den Analysen von Frau Heisig zustimmte, sich dann jedoch vehement auf die Frage der Kinderdealerei stürzte. Der „Tagesspiegel“ am 23. Juli (2):

„… Alle Bemühungen, kriminell gewordene Familien abzuschieben, seien gescheitert. Sowohl der Libanon als auch die Türkei weigerten sich, diese Menschen aufzunehmen. ‚Wir werden diese Leute nicht los‘, sagte Körting. ‚Deswegen müssen wir versuchen, wenigstens die Kinder zu retten.’…

Der elfjährige Palästinenser sei jedoch ‚ein absoluter Einzelfall‘, sagte Körting, und nach Erkenntnissen der Behörden über den Landweg nach Berlin gekommen. Das gelte auch für die insgesamt 160 unbegleiteten Minderjährigen, die 2009 nach Berlin kamen. (…)

Nicht illegal eingeschleuste Kinder seien das Problem beim Drogenhandel auf Berliner Straßen. Von den 26 Kindern (darunter der Elfjährige), die 2010 von der Polizei beim Drogenhandel festgenommen wurden, hätten vielmehr 20 die deutsche Staatsangehörigkeit und lebten bei ihren Eltern. (Ach so, Deutsche, äh…, T.) Diese seien ebenso libanesisch-kurdischer Abstammung wie die Eltern der anderen fünf Kinder, die keine deutsche Staatsangehörigkeit haben. Nach Körtings Angaben würden diese Kinder von Eltern mit dem Drogenhandel beauftragt. Dabei werde ihnen eingeschärft, falsche Altersangaben zu machen. Dagegen widersprach der Innensenator der Darstellung, wonach Kinder aus dem Ausland mit dem Flugzeug nach Deutschland geschickt würden, um hier als Strafunmündige mit Drogen zu handeln.“

Werden Sie schlau aus diesem Gefasel? Wenn nicht eingeschleuste Kinder das Problem sind, worin besteht es dann? Ach ja, in den Drogen. Warum ist der 11-Jährige ein „absoluter Einzelfall“, wenn außer ihm 160 einreisende Minderjährige erfasst wurden, wenn außer ihm 25 weitere Kinder beim Drogendealen ertappt wurden, wenn alle libanesisch-kurdisch sind, wenn alle von ihren Eltern damit beauftragt worden sind? Ach so, der eine war kein Libanon-Kurde, er war Pallie.

Ist es im übrigen so wahnsinnig wichtig, die Frage zu klären ob mehr Abschaum mit dem Flugzeug oder mehr auf dem Landweg kommt? Julia Schaaf jedenfalls geht dieser ablenkenden Pseudodiskussion in der heutigen FAZ auf den Leim. Nicht den Hauch eines Zweifel äußert sie zunächst auch an der Behauptung des angeblichen Selbstmordes der mutigen Richterin. Andererseits verweist sie (eigentlich unnötigerweise) auf den Anruf Frau Heisigs beim Herder-Verlag, durch den der Zweifel an der Selbstmordthese doch leicht aufscheint. Ein bißchen dafür, ein bißchen dagegen, das ist Z.Z. die Haltung von m.E. Deutschlands bester Zeitung zum Jihad, womit sie leider vom Counterjihad noch weit entfernt ist.

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Das Ende der Geduld?

Kinderdealer in Berlin zeigen, wie schwer die Behörden sich tun. Jetzt wird über geschlossene Heime diskutiert, wie sie die verstorbene Jugendrichterin Kirsten Heisig forderte.

Er war zwölf Jahre alt, ein libanesischer Junge. Er war in Berlin-Kreuzberg unterwegs, hatte größere Mengen Heroin bei sich und wurde an einem Julinachmittag von der Polizei gestellt. Anschließend lieferten die Ermittler ihn bei den Betreuern seines Wohnheims ab. Die Jugendrichterin Kirsten Heisig äußerte sich alarmiert und forderte mehr geschlossene Heime. Das war 2009.

Ein Jahr später sorgt ein Elfjähriger in der Hauptstadt täglich für Schlagzeilen, weil er mit Drogen dealt. Weil er sich noch keine drei Monate in Berlin aufhält und schon elfmal von der Polizei geschnappt wurde. Weil er mit Bauchschmerzen ins Krankenhaus gebracht wurde, dann aber spurlos verschwand. Kaum übergibt ihn die Polizei seinen Betreuern, wird der Asylbewerber wieder auf den U-Bahnhöfen der Stadt gesichtet. Längst geht man davon aus, dass er im Auftrag der organisierten Kriminalität unterwegs ist. Vermutlich ist der Junge auch älter, als er offiziell behauptet. Schließlich kommen in Deutschland erst Vierzehnjährige vor Gericht; Boulevard-Fotos des Nachwuchsdealers zeigen einen groß gewachsenen, sehnigen Kurzhaarigen. Aber solange jemand keine Papiere hat, fällt der Gegenbeweis schwer.

Deutschlands bekannteste Jugendrichterin unterdessen ist tot. Kirsten Heisig hat sich vor knapp vier Wochen das Leben genommen, aus ungeklärten, offenbar privaten Motiven. Ihre Thesen jedoch prägen die Aufregung über dealende Kinder umso nachdrücklicher. Plötzlich diskutiert die Stadt über geschlossene Heime. Morgen erscheint Heisigs Buch, „Das Ende der Geduld. Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter“ (Herder-Verlag). Noch am Tag vor ihrem Verschwinden telefonierte die Achtundvierzigjährige die letzten Korrekturen durch. Als „Der Spiegel“ vergangene Woche Auszüge druckte, titelte er: „Das Vermächtnis“.

In den schon bekannten Passagen geht es um kriminelle arabische Clans in Neukölln. Die Drogenmafia benutze für ihre Geschäfte strafunmündige Kinder, die sie gezielt aus palästinensischen Flüchtlingslagern einschleuse, schrieb die Richterin. Der Elfjährige, der womöglich gar keine elf mehr ist, wird da zum Prototyp. Als führe sein Fall die Unfähigkeit und Ohnmacht der Behörden vor, die Heisig anprangert. Den Triumph der Hintermänner mag man sich gar nicht ausmalen.

Einzelfälle, halten Fachleute aus der Flüchtlingsarbeit dagegen. Natürlich kennt man minderjährige arabische Dealer genauso wie vietnamesische Zigarettenhändler oder rumänische Klaukinder. „Das kommt vor, das will ich gar nicht bestreiten“, sagt Thomas Berthold, Referent vom BundesFACHverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge (Das gibt es bei uns, das ist ein bezahlter Posten! T.). Auch die wiederkehrenden Geschichten von gezielter Anwerbung entsprächen durchaus der Realität. „Aber eigentlich erleben wir meist das Gegenteil“, sagt Berthold: Das Gros der Flüchtlingskinder begreife Deutschland als Chance ihres Lebens (Wenn 50 dealen und 51 nicht, dann dealen die MEISTEN nicht, T.).

Die Zahlen der Polizei sind niedrig. Mit bisher neun Kinderdealern im Jahr 2010 verzeichnen die Berliner Ermittler einen leichten Anstieg (Im „Tagesspiegel“ ist von 26 Festnahmen die Rede, s.o., T.). Höchstens die Hälfte der Kinder sind Flüchtlinge: Von insgesamt 17 Festgenommenen seit Anfang 2009 besaßen immerhin sieben die deutsche Staatsangehörigkeit (Julia Schaaf: „17 geteilt durch zwei ist sieben!“ Ok, ok, sie schreibt auch im FAZ-Feuilleton, da braucht man keine Mattematiek, T.). Den Drogenfahndern des Bundeskriminalamts sind keine vergleichbaren Fälle aus anderen Städten bekannt.

Bleibt Heisigs drastische Warnung vor mafiosen arabischen Parallelwelten in Neukölln (Das ist, anders als Frau Schaaf suggerieren möchte, tatsächlich das Hauptthema von Frau Heisig – nicht der eine oder andere Kinderdealer. T.). „Im Prinzip ist man ständig dabei, mit Sprühpflaster hinterherzulaufen“, sagt jemand, der sich in der Jugendhilfe auskennt. So viel Energie, Personal und Geld auch eingesetzt werde: „Das läuft alles unter dem Motto Schadensbegrenzung.“ Natürlich schränken Sozialarbeiter ein, nur ein kleiner Teil der arabischen Familien im Stadtteil sei kriminell. Auch innerhalb der schätzungsweise 20 bis 30 Großfamilien, die bis zu 500 Personen zählten, müsse man differenzieren, mahnt die Polizei. Die Ermittler wissen von Drogen- und Gewaltdelikten, von Rotlichtkriminalität und Verstößen gegen das Waffengesetz. Die meisten Clans stammen aus dem libanesischen Raum. Inzwischen besitzt man einen deutschen Pass und kauft hierzulande Grabstätten (Man investiert das Mafiageld auch in andere Immobilien und Unternehmen, T.). Das Wertesystem jedoch hat mit jenem der Mehrheitsgesellschaft wenig gemein. Wer im Gefängnis landet, gilt als Held. Heisig schrieb: „Die Kinder wachsen weitgehend unkontrolliert in diesen kriminellen Strukturen auf.“ Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat sich vergangene Woche dafür ausgesprochen, den Eltern von Kinderdealern das Sorgerecht zu entziehen. Wenn sonst nichts fruchte, müsse man die Kinder aus dem Milieu herausholen. Die Frage ist nur: Wie?

„Wir machen doch all diese Sachen“, sagt Vera Bethge. „An den Clanstrukturen ändert das nichts.“ Wer seit fast dreißig Jahren in Neukölln Sozialarbeiterin ist und die Jugendhilfe im Nordosten des Bezirks verantwortet, hat sich damit abgefunden, dass man nicht alle retten kann. Es gibt Fälle, da werden Jugendliche quasi direkt nach ihrem 14. Geburtstag zu langen Haftstrafen verurteilt, weil sich schon vorher so viele Taten gesammelt haben. Aber heißt das, das Jugendamt hat geschlafen? Bethge kann die ewigen Schuldzuweisungen nicht mehr hören. Ohnehin sei den schwierigsten Fällen nur gemeinsam beizukommen. Erst kürzlich, berichtet sie, hatten sie es mit zwei Brüdern zu tun, elf und zwölf Jahre alt, die ein Mädchen in der Nachbarschaft mitsamt Familie bedrohten. Also bestellten Polizei, Jugendamt und Schule die arabischen Eltern ins Bezirksrathaus, um mit maximaler Drohgebärde klare Vereinbarungen zu treffen: wie eine neue Schule gefunden werden kann. Dass die Söhne in den Sportverein geschickt werden. Bei einem Scheitern sei der Schritt zum Sorgerechtsentzug nicht weit: Mindestens 40 Fälle kenne sie im Jahr.

Aber auch das ist kein Selbstläufer. Wie holt man ein Kind aus einer Wohnung, wenn der Vater den Zutritt verwehrt? Was bringt es, wenn beim nächsten Anlauf die Polizei mitkommt? „Wenn Sie mit Gewalt vorgehen, haben Sie Krieg“, warnt Robert Schramm. Der Sechzigjährige, Bethges Stellvertreter, hat die Hälfte seines Lebens in Neukölln gearbeitet. Er erzählt von einem Sozialarbeiter, der bei einem Hausbesuch mit dem Messer bedroht wurde und den Dienst quittierte. Aber auch aus pädagogischer Sicht sei der Nutzen einer Heimunterbringung begrenzt, wenn die Kinder in Loyalitätskonflikte gerieten, sagt Schramm: „Gegen den Willen der Familie kommen die Kinder in der Einrichtung nicht an.“ Dann warte der große Bruder vor der Schule. Und spätestens wenn die Mutter ins Handy (Wieso muss ein Elfjähriger in einem geschlossenen Heim ein Handy haben? T.) weine, wollten die Kleinen heim.

Geschlossene Einrichtungen, wie Kirsten Heisig sie schon lange gefordert hatte, wirken da wie eine einfache Lösung. In der Berliner Debatte hat sich vergangene Woche herausgeschält: Wegschließen bleibt tabu. Aber eine besonders intensive Betreuung, gerne auch fern der Großstadt, soll die Kinder halten. So wie in Frostenwalde in der Uckermark zum Beispiel, wo sich ein Heim speziell für delinquente Jugendliche befindet mit stark geregeltem Tagesablauf und engmaschiger Betreuung. 200 Euro kostet jeder Platz pro Tag, fast doppelt so viel wie die Unterbringung im Standardheim (D.h., dass ein Platz im „Standardheim“ 3.000 Euro im Monat kostet, T.). Trotzdem winkt Schramm ab. Er kennt genügend Jugendliche, die auch von dort weggelaufen sind. Er bleibt dabei: „Die geschlossene Unterbringung wird zurzeit als Allheilmittel propagiert. Aber das ist sie nicht.“ Auf lange Sicht seien die Rückfallraten ähnlich hoch wie beim Jugendknast. Alle Konsequenz, sagt Schramm, nutzt nichts, wenn es nicht gelinge, Vertrauen aufzubauen: „Es funktioniert nur über Beziehung. Und das ist teuer und langfristig.“

Wie die zuständige Jugendstadträtin am Freitag mitteilte, soll der schlagzeilenträchtige Elfjährige demnächst eine Einzelbetreuung erhalten. Da galt er allerdings längst wieder als vermisst.

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Natürlich weigern sich die Orkländer, ihre Kriminellen zurückzunehmen, haben sie davon doch mehr als genug. Überdies handelt es sich um Mohammedanisten, und für diese ist es religiöse Pflicht, Verbrechen gegen Nicht-Mohammedanisten zu begehen.

Aber wenn es nicht mit denen geht, sollte man vielleicht mit Russland oder China oder sonstwem entsprechende Joint Ventures machen. Ich sehe nicht ein, warum orkische Raptosaurier für 200 Euro täglich in der Uckermark bespaßt werden müssen, wenn sie beim Pipelinebau in Sibirien sogar noch Gewinn abwerfen könnten.

Dabei geht es nicht darum, ihnen à la Stalins Gulags die Menschenrechte vorzuenthalten, aber es geht darum, sie samt ihrer gewalttätigen und kriminellen Eltern hier wegzukriegen und kostengünstig in Gebieten zu verwalten, in denen sie anderen Menschen keinen Schaden zufügen können. Ich denke auch, dass zB. russisches Personal in den unteren Rängen erheblich robuster und also viel besser dazu geeignet ist, den Mohammedanisten zu zeigen, dass ihr Jihad zahnlos ist, als deutsche Sozialarbeiter in Birkenstocklatschen. Die pädagogischen Programme könnten ja durchaus von westlichem, akademischen Personal geleitet werden.

In den USA hat m.W. ein Viertel der Männer Erfahrung mit dem Strafvollzug, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Amis einen derartig hohen Betrag für die Straftäterprogramme aufbringen. Üblicherweise haben sich straffällige Amis in Chain Gangs (3), wie das obige Foto zeigt, im Straßen- und Schienenbau nützlich gemacht.

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Time am 25. Juli 2010

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/07/20/kirsten-heisigs-vermachtnis/
2) http://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-wird-dealer-familien-nicht-los/1889206.html
3) http://en.wikipedia.org/wiki/Chain_gang

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PS.: Eine ausgezeichnete Analyse zweier Comics von Iranern lesen Sie bei Tangsir unter
http://tangsir2569.wordpress.com/2010/07/25/antiiranische-comics-seziert/

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