Warum dort? Warum dann?

An Christen ergeht m.E. nicht die Aufforderung, so zu sein wie Jesus, das ist unmöglich und die Behauptung vermessen. Es geht nach meiner Ansicht eher darum zu versuchen, ihn zu verstehen und sich seiner immer wieder als Maßstab zu vergewissern. Dies ist im Kleinen schon sehr schwer und im Großen meist fast unmöglich. Dass wir aber fast immer an unseren Ansprüchen scheitern, braucht uns nicht zu betrüben oder zu ängstigen, denn Jahwe ist vor allem dies: Er ist gütig und gnädig.

„… liebet Eure Feinde“, sagte Jesus (Matth.5/43,44 – Luk.6/27,35): Daran scheitere ich z.B. regelmäßig. Nur ganz selten hasse ich sie, und persönliche hatte ich auch nicht so arg viel in meinem Leben. Aber lieben? Nein, ehrlich gesagt, manchmal genieße ich sogar mein Scheitern an Jesu Forderung.

Heute z.B. ergriff mich gradezu wilde Freude an der tiefen Verzweiflung, die Orkagent Jordan Mejias in der FAZ spüren ließ. Denn in den USA formiert sich unter Führung von Pamela Geller der Widerstand gegen das abartige Ansinnen der Orks, am 11. 9. 2011 in Sichtweite des Ground Zero eine Triumph-Moschee einzuweihen, und damit der Widerstand gegen die zunehmende Unterwanderung dieser wunderbaren Nation durch den Mohammedanismus.

Erleben Sie einen wütend kläffenden und vor Angstschweiß förmlich stinkenden deutschen Dimmi-Journalisten beim Seelenstriptease.

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Im Namen der Hunde

Auch in Amerika kommt ein Moscheenstreit in Fahrt

Vorbeifahren werden eine Moschee und ein Flugzeug, das gleich ins brennende World Trade Center kracht. „Warum dort?“ wird das Plakat fragen, und jeder New Yorker, der es auf städtischen Bussen sieht und liest, wird wissen, dass damit die Moschee gemeint ist, die als Teil eines islamischen Kulturzentrums nahe Ground Zero gebaut werden soll. Alle Baugenehmigungen sind inzwischen erteilt. Aber der Streit geht weiter, und damit er nun endlich auch die New Yorker erfasst, die sich im Gegensatz zum Rest des Landes bisher nicht so recht darüber ereifern wollten, hat eine Organisation namens Freedom Defense Initiative, geleitet von der erzkonservativen Bloggerin Pamela Geller, die hetzerische Buskampagne gestartet.

Frau Geller wird in New York Meinungsfreiheit gewährt, so wie Bürgermeister Michael Bloomberg den Bau der islamischen Anlage mit dem Hinweis auf Religionsfreiheit und folglich auf die Fundamente Amerikas verteidigte. Die Frage „Warum dort?“ erlaubt den Gegnern der Moschee, zumindest vorzugeben, es gehe ihnen lediglich um den Bauplatz, zwei Straßenblocks von Ground Zero entfernt, einem für sie „heiligen Ort“. Woanders, sagen sie, soll ruhig gebaut werden dürfen. Ihr Widerstand ist so formuliert, dass die Religionsfreiheit nominell unangetastet bleibt.

Weit weg von New York gerät sie nun aber unverblümt in Bedrängnis. Von Sheboygan in Wisconsin bis Murfreesboro in Tennessee gibt es Krach um die Errichtung neuer Moscheen, auch wenn in diesen Regionen niemand „Warum dort?“ fragen kann. Der Schlachtruf müsste jetzt heißen: „Warum überhaupt?“ Und in anderen, viel drastischeren Worten wollen sie genau das wissen, die evangelikalen Christen und politischen Extremisten und opportunistischen Wahlkämpfer und selbsternannten Patrioten, die gegen den Moscheenbau derart lautstark Stimmung machen. „Moscheen sind Monumente des Terrorismus“, steht auf den Schildern, die sie am Straßenrand hochheben, und: „Stop Islam“.

Die Zeiten, als Verkehrsprobleme, der Mangel an Parkplätzen und die potentielle Störung der Stadt- und Vorstadtruhe zu den beliebten Einwänden gehörten, sind vorbei. Muslime werden offen angefeindet, ihnen wird vorgeworfen, Amerika zu unterwandern und in eine Nation verwandeln zu wollen, in der die Scharia die Verfassung außer Kraft setzt. Zahlenmäßig ist mit den Amerikanern, die bei solchen Protesten auftauchen, allerdings noch nicht viel Staat zu machen. Zwanzig, dreißig Demonstranten und ihre Hunde, die sie einfühlsam mitgebracht haben, weil Muslime in ihnen unsaubere Tiere sehen, mögen sich mit doppelt so vielen Gegendemonstranten vor allem Schreigefechte liefern. Aber allein dass es dazu kommt, ist für viele Amerikaner eine verstörende Erfahrung.

Bisher hat Amerika immer recht mitleidig gen Europa geblickt, wo in einem Land nach dem anderen Konflikte um deren muslimische Bürger und Bewohner ausbrachen. Das waren Probleme, die in der prototypischen Einwanderernation mit ihrer jahrhundertelangen Erfahrung gar nicht erst zum Tragen kommen sollten. Von den neunzehnhundert Moscheen, die sich zwischen New York und Los Angeles verlieren, wagte es keine einzige, mit oder ohne Minarett aus dem Schatten der zahllosen Kirchen und Synagogen hervorzuragen. Jetzt aber sorgte selbst im kalifornischen Temecula, einem Ort, in dem Muslime seit zwölf Jahren ansässig sind und am Gemeindeleben, wie berichtet wird, geradezu vorbildlich teilnehmen, der Neubau einer Moschee für unschöne Debatten. Natürlich kämpfen Wissenschaftler auf verlorenem Posten, wenn sie mit Argumenten die Wogen glätten wollen, also etwa die Ergebnisse einer an der Duke University und der University of Carolina durchgeführten Studie vorlegen, nach denen die Gründung von Moscheen in Amerika als gezielte Schwächung des militanten Islam zu begreifen sei.

Nichts als Vermutungen gibt es dagegen über die Gründe der plötzlich aufflammenden Proteste. Ist die miserable Wirtschaftslage etwa daran schuld? Ja, vielleicht, sie dürfte eine Rolle spielen so , wie das immer der Fall ist, wenn sich die akute Existenzgefährdung als Aggression gegenüber noch schwächeren Bevölkerungsschichten maskiert und entlädt. Auch Einwanderern, die sich gewissenhaft an die Regeln ihres Traumlands halten, schlägt so leicht ein Hass entgegen, wie er, politisch instrumentalisiert, zu jenem Gesetz geführt hat, mit dem der Bundesstaat Arizona alle Menschen, die ihm nur fremd erscheinen, unter Generalverdacht stellt. Und dann mussten ja auch, historisch gesehen, die jeweils neuesten Einwanderergruppen im gelobten Land erst einmal die Hölle durchleiden. Dass jetzt in Amerika die Muslime an der Reihe sind, wäre die fast beruhigende, weil der Einwanderernation vertraute Erklärung. Ob es aber die richtige ist, wird auch von den amerikanischen Muslimen abhängen.

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Time am 12. August 2010

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http://atlasshrugs2000.typepad.com/atlas_shrugs/2010/08/mta-caves-ground-zero-bus-campaign-will-run.html

http://atlasshrugs2000.typepad.com/atlas_shrugs/2010/08/msnbc-pamela-geller-on-the-ground-zero-bus-ads.html

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4 Antworten to “Warum dort? Warum dann?”

  1. Sophist X Says:

    Sie kommen nicht in Frieden. Es steht für jeden, der es lesen will, deutlich in ihrer ‚heiligen‘ Schrift geschrieben. Ich wünsche den Amis, dass sie nicht alle Fehler der Europäer wiederholen.

  2. Sir Toby Says:

    „… liebet Eure Feinde“, sagte Jesus (Matth.5/43,44 – Luk.6/27,35): Daran scheitere ich z.B. regelmäßig. Nur ganz selten hasse ich sie, und persönliche hatte ich auch nicht so arg viel in meinem Leben. Aber lieben? Nein, ehrlich gesagt, manchmal genieße ich sogar mein Scheitern an Jesu Forderung.

    Daran (an Bibelstellen wie diesen) hatte ich auch oft zu knabbern. Speziell zu dieser Stelle kann ich zwei Kommentare aus einem ganz anderen Strang einer ganz anderen Seite beisteuern, die hoffentlich geeignet sind, die Sachlage etwas zu erhellen…

     Franz von Sickingen
    24. May 2010 at 21:48 | #238
    Reply | Quote
    Thoniz # 211
    Ihr Problem ist, dass das Deutsche nicht wie das Griechische oder Lateinische zwischen zwei unterschiedlichen Begriffen des Feindes unterscheidet.
    Es geht in der besagten Bibelstelle aber um den privaten, nicht um den öffentlichen Feind. Diese feine, aber notwendige Unterscheidung wird leider im Deutschen nicht gemacht. Es entsteht eine kognitive Dissonanz.
    1. Franz von Sickingen
    25. May 2010 at 12:40 | #276
    Reply | Quote
    Thoniz #223
    Zum besseren Verständnis der “Feindesliebe” hier einmal die lateinische Fassung (vulgata) aus Matthäus 5,43-44:
    43audistis quia dictum est diliges proximum tuum et odio habebis inimicum tuum
    44ego autem dico vobis diligite inimicos vestros benefacite his qui oderunt vos et orate pro persequentibus et calumniantibus vos
    Da steht also inimicus = nicht öffentlicher Feind und nicht hostis = Staatsfeind. Inimicus meint eher den persönlichen Feind.
    Verstehen Sie nun den feinen Unterschied?
    Einen öffentlichen Feind/Staatsfeind könnten Sie also auch nach der Bergpredigt mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Mittel bekämpfen. Und das hat die Kirche ja in den Jahrhunderten zuvor auch so praktiziert.
    Auch ist interessant, dass die Bergpredigt nicht an das Volk gerichtet ist, sondern an seine Jünger:
    „Da er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie (nicht „es“!) und sprach: …“

    Und das war es auch, was mich irgendwann an den ‚Deutschen Predigten und Traktaten‘ von Meister Eckehart so fesselte. Man spürte: Hier spricht einer, der weiß … weil er verstanden hat. Während man in den Kirchen bzw. früher im Religionsunterricht so etwas nie gehört hat, bzw. nie darauf hingewiesen/aufmerksam gemacht wurde. Da traf man höchstens auf freundliche (gab auch andere) ‚Religionsbeamte‘, die halt ihren Stiefel erzählten … und das wars. Auch einer der Gründe, warum das Christentum hierzulande heuer da steht wo es halt steht.

  3. Time Says:

    Hallo Toby, hallo Quer,

    vielen Dank für Ihre vielen fundierten und ausführlichen Kommentare. Vielen Dank ganz unabhängig davon, ob wir übereinstimmen.

    Leider kann ich, da anderweitig gefordert, z.Z. nicht angemessen darauf reagieren.

    Toby, nur kurz zur Feindesliebe, ich teile hier Ihre Auffassung. Ich bin kein Theologe, aber durch sein Wort „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Joh.18/36) scheint mir Jesus jeden politischen bzw. außerpersönlichen, außerindividuellen Bezug seines Denkens zurückzuweisen.

    Das Elend der „Religionsbeamten“, wie Sie sie treffend nennen, besteht m.E. in falschen Kriterien der Ausbildung und Auswahl. Menschen, die von der Schulbank auf die Kanzel wechselten, räsonnieren über das Leben und die allerletzten Dinge: Das ist doch absurd. Wenn sie von der Schulbank wenigstens ins „Laboratorium“ wechseln würden, könnte das sicher produktiv werden, aber Wissenschaft wird dort auch nicht betrieben, sondern wir sehen meist eine Mischung aus Schmierendarsteller und Sozialarbeiter.

    All das ist jedoch, da bin ich mir sicher, nur eine vorübergehende Erscheinung. Die 2000 Jahre christlicher Geschichte sind eine atemberaubende, unvergleichliche Erfolgsgeschichte, die wir fortschreiben werden.

    Ich grüße Sie beide herzlich,

    Time

  4. Sir Toby Says:

    Ich bin kein Theologe, aber durch sein Wort „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Joh.18/36) scheint mir Jesus jeden politischen bzw. außerpersönlichen, außerindividuellen Bezug seines Denkens zurückzuweisen.

    Ich bin ebenfalls kein Theologe – aber die Religion (letztlich) im Sinne der Frage nach dem Sinn, nach Grund, nach Halt … über den Horizont vn Lebensversicherungen und Bausparverträgen hinaus, hat mich umgetrieben. Ohne daß ich es gewollt hätte – es kam einfach. Und ich mußte reagieren – und nach Antworten suchen. Wenn ich in diesem Zusmmenhang eine kleine Buchempfehlung aussprechen darf: Pinchas Lapide – Ist die Bibel richtig übersetzt? … greift meiner Meinung nach ein zentrales Problem auf und belegt mit vielen Beispielen, daß das, was wir in deutschen Bibelübersetzungen lesen (und was dann irgendwann Grund für Widerstände gab, deren entartete Entwicklungen wir heute in den vielfältigen Formen von ‚links & gut‘ bewundern dürfen) eben oftmals völlig sinnentstellt übersetzt worden ist. Mit möglicherweise tatsächlich katastrophalen Folgen…

    Ansonsten möchte ich mir die Freiheit nehmen, allen diesbezüglich Suchenden einfach die ‚Engelbücher‘ der ‚Engeldolmetscherin‘ Alexa Kriele (Gattin des ehem. Verfassungsrichters Martin Kriele) zu empfehlen. Beginnend mit ‚Wie im Himmel – so auf Erden‘. Frau Kriele ’spricht‘ hier nicht selbst, sondern die Engel (verschedenste) sprechen durch sie. Für viele Menschen besteht da ja immer noch eine starke Hemmschwelle (Ich bin doch nicht verrückt! Esoterische Spinnereien!!), aber wer sich einmal auf die dort gesammelten Texte einläßt, wird sehr bald (denke ich) merken, daß hier ‚authentische‘ Information aus Quellen kommt, die menschliche Einsicht bei weitem übersteigen.

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