Schafft 1 Mrd. Melillas

Melilla #1

An der nordafrikanischen Küste liegen die Städte Ceuta (1) und Melilla (2), wegen illegaler Immigrationsbedrohung von Stacheldraht umgebene Exklaven Spaniens. In der heutigen FAZ rätselt Leo Wieland über die immer tiefer gehenden „Nadelstiche“, die marokkanische „Nichtregierungsorganisationen“ – in einer Diktatur wie Marokko das Synonym für Tarn- bzw- Stellvertreterorganisationen der Regierung -Spanien versetzen.

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Der marokkanische Vetter

Spanien rätselt über die Nadelstiche gegen Melilla

Aus den Ferien auf Mallorca rief der spanische König in der vorigen Woche seinen „lieben Vetter“ in Marokko an. Es ging um die plötzliche Politik der Nadelstiche drüben gegen die spanische Besitzung Melilla. Viel genützt hat das Gespräch der Monarchen bislang augenscheinlich nicht. Zwar kamen Juan Carlos I. und Mohammed VI. (3) überein, dass „kleine Probleme und Missverständnisse“ die „ausgezeichneten Beziehungen“ der beiden Nachbarländer nicht stören sollten. Am Tag danach begannen jedoch prompt die Störmanöver vor der Enklave, die – ebenso wie das nahe Ceuta auf nordafrikanischem Boden – schon spanisch war, bevor es den Staat Marokko überhaupt gab. Auch am Mittwoch blockierten marokkanische Demonstranten den Grenzübergang nach Melilla und verhinderten den Transport von Fischen, Gemüse und anderen Lebensmitteln.

Der erste Stich war ein Boykott der Zulieferung von frischem Fisch, Gemüse und Obst aus Marokko für die Märkte und Läden Melillas. Die Blockade übernahmen zwei obskure Nichtregierungs-Organisationen, von denen die eine „Komitee für die Befreiung von Ceuta und Melilla“ heißt und die andere „Koordinatorin der Zivilgesellschaft von Nador“. Nador ist gewissermaßen die marokkanische Zwillingsstadt und „versorgt“ Melilla in symbiotischer Beziehung und auch zum eigenen Vorteil mit Arbeitskräften, Lebensmitteln, Baumaterial und Schmuggelgütern. Letztere gehen natürlich auch in die andere Richtung. Nach einer Wochenendpause kündigten die „Befreiungs“-Organisationen dann dosierte weitere Molesten an: keine Durchfahrt für Beton- und Ziegellaster, ein Tag ohne marokkanische Putzfrauen und schließlich noch einmal kein Gemüse. Weil in Marokko kein Blatt von einem Baum fällt, ohne dass die Polizei das merkt und es, wenn es wichtig genug ist, an den Palast weitermeldet, ist es unwahrscheinlich, dass die seltsamen Bürgerinitiativen nicht von oben ausdrücklich toleriert, wenn nicht gesteuert werden. Und tatsächlich sind die marokkanischen Grenzwächter, die sonst nicht für Untätigkeit bei Leuten mit abweichenden Meinungen bekannt sind, in diesem Fall stumm und reglos.

Was ist nun der Hintergrund der Auseinandersetzung? Die Marokkaner sagen, die spanischen Grenzer verhielten sich „rassistisch“ und hätten nicht nur Marokkaner, sondern auch schwarzafrikanische Migranten schlecht behandelt. Das Außenministerium in Rabat hat sich diese Vorwürfe zu eigen gemacht und im Lauf der letzten vier Wochen schon fünf Kommuniqués veröffentlicht, in denen Spanien derartiger Menschenrechtsverletzungen beschuldigt wurde.

Die Spanier, die zunächst um des lieben Friedens willen offiziell gar nicht reagierten, wurden inzwischen doch aus der Reserve gelockt. Die Polizei von Melilla sagte, sie behandle alle Nachbarn wie rohe Eier, und die Sache sei umgekehrt: Sie würden beschimpft, und vor allem weibliche Beamte würden von arabischen „Machos“ despektierlich attackiert. Zum Beleg können sie auf Plakate mit Fotomontagen hinweisen, auf denen gleich hinter der Grenze Bilder spanischer Polizistinnen mit blutigen Händen abgebildet sind.

Die Realität ist nun, dass an einer Grenze, an der sich täglich im Durchschnitt mehr als dreißigtausend Menschen mit Bündeln, Autos und Lastwagen drängeln, es nicht immer voller christlich-muslimischer Nächstenliebe zugeht (diese Gleichsetzung ist inakzepzeptabel, denn es gibt keine „Nächstenliebe“ im Mohammedanismus, T.). Da gibt es Geschrei, Rempeleien und Beschwerden. Das alles ist jedoch nichts im Vergleich zu dem Ansturm von Tausenden illegaler Einwanderer aus Ländern südlich der Sahara vor wenigen Jahren, die Melilla zum Sprungbrett nach dem spanischen Festland benutzen wollten. Damals gab es Tote und Verletzte. Und schließlich stoppten Spanien und Marokko gemeinsam den Spuk. Melilla baute einen Dreifachzaun, und marokkanische Grenzer hielten die Afrikaner mit nicht immer besonders sanften Methoden zurück oder schoben viele nächtens über die algerische Grenze ab.

So wäre gegenwärtig eigentlich gar kein Anlass zum Ärger, zumal da auch die Auffanglager Melillas nicht mehr prall gefüllt sind. Die sozialistische Madrider Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero ist daher seit Wochen perplex und rätselt über die wahren Motive Marokkos. Gewiss, die „Befreiung“ der spanischen „Kolonien“, wie die autonomen Städte in Rabat genannt werden, ist ein Dauerbrenner der marokkanischen Politik. Mohammed VI. hat ihn bislang aber sogar dann auf kleiner Flamme gehalten, als – sehr zu seinem Ärger – erst Zapatero im Jahr 2006 und hernach „Vetter“ Juan Carlos im Jahr 2008 mit vielen Fahnen und patriotischem Aufwand die beiden Frontstädte besuchten.

Das Verhältnis der beiden Nachbarländer ist traditionell konflikt- und komplexbeladen. Es ist nicht so ausgezeichnet, wie es in Madrid gegenwärtig gern dargestellt wird, sondern eher, wie ein spanischer Kommentator sagte, „bestenfalls immer stabil schlecht“. Die wechselnden Auseinandersetzungen reichen von der Besetzung der ehemaligen Kolonie Westsahara durch König Hassan II. im Todesjahr des Diktators Franco 1975 bis zu dem fast kriegerischen Zwist im Jahr 2002 um die von Marokko annektierte Petersilien-Insel, auf der außer ein paar Ziegen niemand wohnte, zur Regierungszeit des konservativen Zapatero-Vorgängers José María Aznar.

Die Reconquista und der Konfrontationskurs Aznars haben den damals noch jungen König Mohammed VI. tief verletzt, obwohl er sich selbst in diese Bredouille gebracht hatte. Zapatero schwenkte dann im Jahr 2004 um und beschloss einen konsequenten politischen Schmusekurs gegenüber Marokko. Dieser trug Früchte, zumal da – außer dem jahrzehntelangen Gezerre um die Westsahara sowie Ceuta und Melilla – es plötzlich für beide Länder akute Probleme gemeinsam anzupacken galt: die Terrorismusbekämpfung nach den Attentaten von Casablanca und Madrid, die Bedrohung durch die aufgekommene Al Qaida im Maghreb, die Migrationswellen auf die Kanaren und das spanische Festland und schließlich auch die Eindämmung des Rauschgifthandels aus und durch Marokko nach Spanien – und damit nach Europa.

Diese Zusammenarbeit hat so gut funktioniert, dass der Migrantenstrom abgeebbt ist, das gegenseitige Vertrauen wuchs, die Polizei ihre Kräfte bündelte. Das lag und liegt im beiderseitigen Interesse, was für die Streitigkeiten um Melilla gewiss nicht gilt. Früher wäre die Erklärung gewesen, dass die marokkanische Regierung populistisch ein Ventil öffnet, um aus innenpolitischen Gründen zu punkten oder von etwas anderem abzulenken. Weder für das eine noch für das andere gibt es bislang einen plausiblen Anhaltspunkt. So erklären manche spanischen Beobachter das „Melilla-Syndrom“ damit, dass Mohammed VI. vergrätzt sei, weil spanische Militärhubschrauber aus der Enklave unlängst während seines Urlaubs das nahe gelegene königliche Feriendomizil überflogen hätten. Wenn das der Grund ist, dann ist der Boykott nicht nur zum wirtschaftlichen Schaden der marokkanischen Grenzgänger, sondern, wie es der Präsident von Melilla vielleicht etwas undiplomatisch ausdrückte, „ein Schuss in den eigenen Fuß“.

Damit die Dinge nicht weiter eskalieren, hat Zapatero nun Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba beauftragt, am kommenden Montag nach Rabat zu reisen. Dort soll er mit seinem marokkanischen Amtskollegen über alles reden, was beide angeht: Terrorismus, Rauschgift, Migration, Kooperation der Polizei und „anderes“. Vielleicht entpuppt sich das Melilla-Syndrom, das auch bloß ein Test in einer politischen Schwächephase Zapateros sein mag, dann als vorübergehendes Sommergewitter ohne größere Folgen. Das wäre vernünftig, denn Spanien (mit bald zwei Millionen eingewanderten Nachbarn) und Marokko sind nun einmal zu annehmbar guter Nachbarschaft verdammt – beide.

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Die beiden Städte waren einstmals orkische Gebiete, ebenso wie – in derselben Region – die Petersilieninseln (3). Damit liegt ein ähnliches Problem für die Mohammedanisten vor wie im Fall Israels. Dieses gilt zwar sogar, anders als die beanspruchten nordafrikanischen Territorien, vielen Mohammedanisten als besonders heiliges Gebiet, bzw. gilt Jerusalem, obwohl es nicht explizit im Kloran erwähnt wird, als heilige Stadt.

Das Entscheidende ist jedoch, dass sie allesamt nicht nur ehemals unter der Fuchtel der Orks standen und daraus befreit wurden, sie befinden sich (im Gegensatz zum Balkan) auch wie Inseln inmitten von Orkgebiet und machen dadurch den Verlust und damit die Schwäche Allas, dem territoriale Eroberungen doch über alles gehen, besonders deutlich. Für die schlichten und ungebildeten Orks, deren Glaube überwiegend extrem physisch, personalisiert und von Aberglauben und Vielgötterei durchsetzt ist, und die ihre erbärmliche Existenz nur dadurch aufwerten können, dass sie behaupten, das höchste Wesen verfolge jeden ihrer Schritte (um sie später für ihre Fehler ewig und grausamst zu bestrafen, es sei denn, sie sterben im Kampf), ist diese Situation nicht hinnehmbar. Millionen tote Pakis können die Strafe Allas sein, dass Alla aber erobertes Gebiet wieder verliert, ist für den nomadischen Geist der Orks eine unerträgliche Provokation. Ich bin daher sicher, wir werden in Zukunft mehr von Ceuta und Melilla hören.

Marokko ist wie alle Orkstaaten ein verrottetes, krankes Land. Gleichwohl erlaubt es sich immer wieder Aggressionen gegen Spanien. Wenn Marokko stark wäre, gäbe es kein Spanien.

Kewil hatte heute übrigens das gleiche Thema (4) und verlinkte auf einen Artikel der „Welt“ (5), der als einen Hauptauslöser der Jihad-Aktivitäten die weiblichen, spanischen Polizistinnen herausstellt.

Nun, der Jihad braucht keinen Auslöser, er ist das Wesen des Mohammedanismus und solange es diesen gibt, wird es jenen geben. Aber es ist doch interessant, was die Orks instinktiv als Hauptbedrohung empfinden: Die Gleichberechtigung der Frau – also die Gleichberechtigung der Menschen.

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Time am 19. August 2010

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Ceuta
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Melilla
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/04/14/wir-belohnen-unsere-feinde/
4) http://de.wikipedia.org/wiki/Petersilieninsel
5) http://fact-fiction.net/?p=4842
6) http://www.welt.de/politik/ausland/article9076932/Einsatz-weiblicher-Polizisten-empoert-Muslime.html

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