Counterjihad = Wahnsinn

… meint der „Spiegel“!

Am Ground Zero

Im aktuellen „Spiegel“ (#34) darf Marc Hujer alle Register flegelhaften Benehmens ziehen und Pamela Geller, die Republikaner und die Triumph-Moschee-Gegner, also die Mehrheit der Amerikaner, schmähen.

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Vernunft gegen Wahnsinn

Die Mehrheit der Amerikaner will den Bau eines islamischen Gemeindezentrums nahe Ground Zero verbieten. Der Präsident steht ängstlich und ratlos vor einem Land, das sich einst auf die Freiheit der Religionen gründete. Seine Umfragewerte sinken.

Eine der ersten Lügen (neben unzähligen weiteren, meint Hujer, T.), die Pamela Geller über Barack Obama verbreitete, war die Behauptung, er sei ein uneheliches Kind von Malcolm X. Sie sagt heute, sie habe es selbst nicht geglaubt, stellte es aber trotzdem auf ihren Blog Atlas Shrugs: Obama, der schwarze Terroristensohn, das war die Botschaft. Kaum jemand nahm sie damals ernst. Geller galt als Verrückte.

Nun sitzt sie im Fernsehstudio von CNN, dem großen amerikanischen Nachrichtenkanal. Sie sieht blendend aus, im schwarzen Top, mit schwerem Lidschatten („die teuflische Schlange“, T.), und darf einem Millionenpublikum erklären, warum es anmaßend sei, dass Muslime ein zwölfstöckiges Gemeindezentrum (Allgemein sprach man bisher von 15 Stockwerken (1), deren Nutzung sechser geheimnisvoll ist (2). T.) nur zwei Häuserblocks vom Ground Zero errichten wollen. Es gibt für sie eine Grenze zwischen Amerikanern und Muslimen, auch wenn diese Muslime US-Staatsbürger sind, es ist eine Grenze, die gezogen wurde am 11. September 2001. Eine Moschee am Ground Zero ist für sie eine Provokation. „Das ist islamischer Herrschaftsanspruch und Expansionismus“, sagt sie.

Als die Pläne vor einem Jahr publik wurden, störte sich niemand daran, nicht einmal der konservative Sender Fox News. Und niemand fand, dass dieses neue Gemeindezentrum Ground Zero entweihen könnte, ebenso wenig wie der Sexshop, die Peepshow und die Bars, die es hier zuhauf gibt. Auch zweifelte niemand am Imam, dem 62-jährigen Feisal Abdul Rauf, der seit 27 Jahren in New York predigt, in einer Moschee, die viele Häuserblocks vom Ground Zero entfernt ist. (Sexshop und Peepshow bleiben NIE unerwähnt, ihre Existenz soll die Bedeutung des Ground Zero als Denkmal herabsetzen. T.)

Das geplante Zentrum, Abdul Raufs Projekt Park51, ist ein nationales Thema geworden. Konservative Republikaner haben es gut zwei Monate vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress gerade noch rechtzeitig entdeckt. Und weil Geller die Erste war, die sich empörte, ist sie einer der Stars der Debatte (obwohl sie ja in Wirklichkeit „verrückt“ ist, T.).

„Mega-Moschee“ hat sie das Haus genannt (Unerhört, dabei soll sie doch nur 15 Stockwerke hoch werden, T.), „Monster-Moschee“, ein 100-Millionen-Dollar-Projekt, das eigentlich nur (Nur, 15 Stockwerke, nur 50 Meter hoch, T.) eine große islamische Begegnungsstätte werden soll, mit einem Schwimmbad, einem Fitnesscenter, einer Theaterbühne, Restaurants und einem Gebetsraum (Hujer läßt erkennen, dass er keine Ahnung von Moscheen hat, die nämlich in der Regel alles mögliche sind und eben auch Gebetsraum. T.). Ein Projekt der American Society for Muslim Advancement und ihres Ablegers, der Cordoba Initiative. Beide Organisationen haben sich den „positiven Dialog zwischen der muslimischen Welt und dem Westen“ zum Ziel gesetzt (angeblich, T.).

Wie Geller reden inzwischen fast alle, die bei den Konservativen etwas zu sagen haben (Die Führung der Republikaner ist also komplett durchgedreht, T.). Gellers Wahnsinn hat es in wenigen Wochen in den amerikanischen Mainstream geschafft. „Ist Amerika islamophob?“, fragt das Magazin „Time“ in dieser Woche auf dem Titel. Das Projekt Park51 sei zum Symbol geworden, zum „Lackmustest für religiöse Toleranz“. (O.k., wenn die Amerikaner es geschmacklos finden, dass eine Mega-Moschee in unmittelbarer Nähe an dem Ort errichtet wird, an dem 3.000 ihrer Mitbürger im Namen Allas abgeschlachtet wurden, ohne dass dies in der mohammedanistischen Welt erkennbar andere Reaktionen hervorgerufen hätte als Freude, Jubel und Triumphgeschrei, dann sind sie wahnsinnig. Dann sind sie religiös intolerant. T.)

Das große Trauma der Vereinigten Staaten, die Anschläge vom 11. September; die zunehmende Angst vor allem Fremden (Nicht vor „allem Fremden“, es geht um den Mohammedanismus, T.) und das Gründungsversprechen dieses Landes, dass es hier jeder schaffen kann, ungeachtet von Herkunft, Hautfarbe und Religion – all das findet Eingang in die absurde Diskussion um die Frage, wie viele Straßenblocks zwischen Ground Zero und einer Gebetsstätte für Muslime liegen müssten.

„Ihr könnt eine Moschee am Ground Zero bauen, wenn wir eine Synagoge in Mekka bauen dürfen“, stand auf Plakaten der Demonstrierenden in New York.

Lange schwieg Obama zu dem Thema, zu lange. Erst vor einer Woche sprach er sich eindeutig für das Recht der Muslime aus, das Projekt zu verwirklichen, und berief sich dabei auf die Verfassung. Kurz vor den Kongresswahlen hielten viele das für politischen Selbstmord, aber auch für standhaft. Schon am nächsten Tag korrigierte sich Obama: „Ich habe mich nicht geäußert und werde mich nicht äußern zur Frage, ob es weise ist, dort eine Moschee zu bauen.“

Wirkte er zunächst wie ein Präsident, der seine Pflicht tut und die Verfassung hochhält, auch wenn es unpopulär ist, erschien er tags darauf wie ein Zauderer. Der Komiker Jon Stewart schlug ihm deshalb in der „Daily Show“ einen neuen Wahlkampfslogan vor: „Yes, we can! … but should we?“

Bei Obamas Gefolgschaft nimmt die Enttäuschung über einen Präsidenten zu, den sie im Wahlkampf als brillanten Redner feierte, dessen Worte aber nun immer weniger ankommen. (Es gibt einfach keinen US-Präsidenten, der die Gnade des überwiegenden Teils der deutschen Journalistenmeute finden würde, T.)

In Amerika geben die Rechten wieder den Ton vor, und der ist harscher als unter George W Bush. Sarah Palin, die neue Wortführerin der Konservativen, warnt: „Das ist ein gefühlloser Plan der Muslime; es ist, als würden sie den Amerikanern, die noch immer den Schmerz spüren, kollektiv ins Herz stechen.“

Und Newt Gingrich, der ehemalige konservative Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus und möglicher Präsidentschaftsbewerber 2012, sagt: „Dort eine Moschee zu bauen wäre, als ob wir Nazis erlauben würden, Transparente vor dem Holocaust-Museum aufzustellen.“ Spätestens da war klar, dass in dieser Diskussion sehr viel durcheinandergerät.

Sie reden so im Bewusstsein, die Mehrheit der Amerikaner auf ihrer Seite zu wissen (Vielleicht aber reden sie auch so, weil sie von dem was sie sagen überzeugt sind? T.). Ausgerechnet das Land, das zu seinen Gründungsprinzipien die Religionsfreiheit zählt und das 2008 ein Signal der Offenheit an die Welt schickte, als es mit Obama einen Schwarzen (Obama ist ebenso schwarz wie weiß, ihn einen Schwarzen zu nennen, ist deshalb rassistisch. Dieser Aussage liegt die Einstellung zu Grunde, dass das geringste phänotypische Merkmal, welches auf afrikanischen Einfluss weist, den Menschen zu einem Schwarzen macht. T.) mit einem islamischen Mittelnamen zum Präsidenten wählte, ist sich plötzlich (nicht plötzlich, Lernen ist ein Prozess, T.) einig in der Intoleranz gegenüber Muslimen (Nein, die Amis sind sagenhaft tolerant gegenüber den Orks. Immer wieder drehen die durch, laufen Amok usw., aber die Amerikaner lassen sich nicht zu Hassverbrechen hinreißen. Wer hier intolerant ist, das sind die Mohammedanisten, die auf der Moschee an diesem Ort bestehen, obwohl sie das Unwohlsein der meisten ihrer Mitbürger zur Kenntnis nehmen mussten, aber deren Meinung und Gefühle sind ihnen eben völlig egal. T.).

Zwischen drei und sieben Millionen Muslime leben in den USA. Sie sind dort besser integriert als in anderen Ländern. Sie passen sich in der Regel schnell an, versuchen Musterbürger zu werden. Dazu brauchen sie kein Chinatown wie die Chinesen, kein Little Italy wie die Italiener, sie sind überall, aber fallen nicht weiter auf (So wie Nidal Hasan? Vergl.3, T.). Sie sind geräuschlos und fleißig. Ihren Kindern soll es einmal besser gehen, sie sollen Rechtsanwälte werden, Arzte oder Lehrer. 2oo6 wurde der erste Muslim ins Repräsentantenhaus gewählt.

Und jetzt haben sie Angst, das Ende des Fastenmonats Ramadan zu feiern, weil es in diesem Jahr kurz vor den 11. September fällt (Angst, dass rasende Nonnen ihnen die Kehlen durchschneiden, nehme ich an T.). Was ist nur passiert mit ihrem Amerika? (Es ist nicht IHR Amerika, T.)

Wurde nicht Obama gewählt in der Hoffnung, er könnte das Land wieder vereinen, die Grenzen aufheben von Rassen und Religionen? Seine Biografie war das Versprechen, dass es auch ein schwarzer Junge (Ein Niggerboy, meint der rassistische Hujer. T.) schaffen kann. Bei seiner Amtseinführung nannte er seinen vollen Namen, Barack Hussein Obama, und sein erstes großes Interview gab er dem arabischen Sender al-Dschasira. Umso unverständlicher wirkt sein Ringen um die richtige Haltung zum Bau der Moschee (Uuups, ein paar Zeilen zuvor war es doch „nur“ ein Begegnungszentrum! T.). Versteht Obama sein Land nicht? (Nein, SIE verstehen NIX, T.)

Als Präsidentschaftskandidat konnte er Emotionen wecken, nicht weil er besser auf die Menschen einging, nicht weil er Wut zeigte, wenn sie wütend waren, sondern weil er sie mit seiner eigenen Geschichte begeisterte und mit der Hoffnung auf einen grundlegenden Wandel. Aber das funktioniert nun nicht mehr. Als Präsident ist seine Strahlkraft verblasst.

Seine Berater haben sich häufig gewünscht, dass er auch mal einen wütenden Präsidenten gibt, bei dem Skandal um die Bankenboni und während der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Er wird nie laut, es gibt keinen Streit, auch keine Versöhnung. Seine Sitzungen sind nicht lang wie früher bei Bill Clinton, sondern kurz, es herrscht eine Atmosphäre, die Mitarbeiter als „kühl, aber nicht frostig“ bezeichnen. Obama versucht es lieber mit Vernunft, und das ist auch jetzt sein Problem.

Wo beginnt die angebliche Anmaßung der Muslime, wo endet sie? Bei fünf Häuserblocks Entfernung vom Ground Zero? Bei zehn? Im nächsten Viertel?

Der Paranoia der Rechten ist mit Argumenten nicht beizukommen (Wenn man denn mal welche von der Linken oder den Orks hören würde, die nicht auf dem Niveau der Verunglimpfung oder Bedrohung wären, T.). Der texanische Abgeordnete Louie Gohmert brüllt sich durch Talkshows mit der Unterstellung, Muslime würden inzwischen Schwangere nach Amerika schicken, damit sie dort „Terror-Babys“ zur Welt brächten, die in 20 Jahren Amerika von innen zerstören würden, getarnt als Bürger mit amerikanischem Pass. Es gibt keinerlei Belege für diesen Irrsinn, aber manche Leute glauben ihm – Ebenso wie schon ein Viertel aller Amerikaner ihren Präsidenten für einen Muslim hält.

Eigentlich gibt es für Amerikas Bürger wichtigere Themen als die Moschee: die enorm hohe Arbeitslosigkeit, die Umsetzung der Gesundheitsreform, der Krieg in Afghanistan. Themen, die das Leben der Menschen berühren.

Doch die Moscheegegner treibt mehr als Islamfeindlichkeit und die Angst vor neuen Anschlägen. Die Protestbewegung offenbart die Angst der weißen, protestantischen Mittelschicht, die vom Abstieg bedroht ist und die bald nicht mehr die Mehrheit der Amerikaner stellen wird. Auch das ist ein Wandel, für den der erste afroamerikanische Präsident steht.

Obama wollte sich nie auf das Niveau seiner Gegner begeben. Weil der Populismus der Sarah Palin und der Tea Party ihn anwiderte, hat er ihnen das Feld überlassen. Noch hat er kein Rezept, die neuen rechten Kräfte zu bändigen.

„In einer Stimmung für populistischen Aufruhr hat er der Rechten erlaubt, die politische Diskussion zu beherrschen“, kritisiert John Judis im „New Republic“. „Wenn man in Situationen wie der jetzigen keine populistische Strategie entwickelt, nutzen deine Gegner Populismus, um dich als Volksfeind hinzustellen.“

Vor den Kongresswahlen im November ist Obamas Popularität dramatisch gesunken, 49 Prozent der Amerikaner sind inzwischen unzufrieden mit seiner Amtsführung. Den regierenden Demokraten drohen starke Verluste in beiden Kammern.

„Obamas Ara demokratischer Herrschaft ist vorbei“, schreibt William Galston von der liberalen Brookings Institution. In den kommenden zwei Jahren sind ihm die Hände gebunden, der Zwang zum Sparen und der Krieg in Afghanistan werden alles beherrschen.

Schwere Zeiten für Politiker, die sich Großes vorgenommen hatten.

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Oder eher schwere Zeiten für kommunistische und mohammedanistische Demagogen? Zwei Leserbriefe aus der FAZ vom 26. August sprechen mir aus der Seele. Lesen Sie zunächst den von Roland „Schizo“ Klose sowie sodann den von Jürgen „Psycho“ Mayer.

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Pietätlos

Präsident Obama rechtfertigt den Moscheebau am Ground Zero mit dem Menschenrecht auf Religionsfreiheit. Das ist sein gutes Recht, aber für den Rest der Welt ist seine Stellungnahme kaum nachvollziehbar. Waren es nicht islamistische Terroristen, die am 11. September 2001 mit zwei Flugzeugen das World Trade Center zerstörten und dabei skrupellos Tausende Menschenleben auslöschten? Deshalb ist es einfach pietätlos und provozierend zugleich, bereits neun Jahre danach an gleicher Stelle eine Moschee bauen zu wollen. Die Entrüstung der amerikanischen Bevölkerung kann ich durchaus verstehen. Was wäre, wenn zum Beispiel in Deutschland die NPD ihre Parteizentrale genau an der Stelle bauen wollte, wo in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 eine Synagoge gebrannt hatte, und unser Bundespräsident würde dies auch noch ausdrücklich befürworten? Das wäre ein Riesenskandal!

Selbstverhöhnung

Es braucht im Vorfeld gar nicht diskutiert zu werden, ob der Islam nun eine „Religion“ oder eine politische Ideologie ist. Zweifelsohne waren aber die Zugehörigkeit dazu und der Hass auf die offene Gesellschaft des Westens für die Täter des 11. September 2001 bestimmend für ihr Handeln und ihre Tat. Eine Moschee bei oder auf Ground Zero wäre ein Triumph für den Islam(ismus), eine Selbstverhöhnung und eine Verhöhnung der Opfer und der Hinterbliebenen. Aber auch ein Gradmesser für die Gleichgültigkeit, Vergesslichkeit, bestenfalls noch Naivität am Zielort des Terrors.

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Time am 28. August 2010

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1) http://www.welt.de/politik/ausland/article7719901/New-Yorks-Monster-Moschee-am-Ground-Zero.html
2) http://bigpeace.com/cbrim/2010/08/17/ground-zero-mosques-hidden-websites-follow-the-shariah/
3) http://www.pi-news.net/2009/12/rueckschau-nidal-hasans-amoklauf-in-fort-hood/

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