Bad News Travels Fast

Kein vernünftiger Mensch würde dem Herrn auf oben stehendem Bild vertrauen – außer unseren Elite-Biedermännern natürlich.

Es ist schon seltsam: Aus der Türkei vernimmt man ausschließlich schlechte Nachrichten, und ein Skandal folgt dem nächsten, trotzdem ziehen unsere gewählten Vertreter einfach keine Konsequenzen.

Hier ein paar dieser Nachrichten, zunächst eine aus dem aktuellen „Spiegel“ (#45):

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Getrennte Schulklassen?

Empfehlungen des „Nationalen Bildungsrats“ zur Islamisierung der Schulen sorgen für Empörung unter Laizisten. Die regierungsnahe Kommission, die im Auftrag des Bildungsministeriums regelmäßig Vorschläge zur Schulreform erarbeitet, regt einen getrennten Unterricht von Jungen und Mädchen an. Religion soll es schon ab dem ersten Schuljahr geben und dazu einen Lehrplan, der die Schüler künftig stärker mit den „Werten“ des Islam vertraut macht. Das könne Kindern aus besonders konservativen Familien den Zugang zum Schulbesuch erleichtern. Man dürfe Jungen und Mädchen nicht zum gemeinsamen Unterricht zwingen, so ein Mitglied des Rats. Kritiker sehen hinter den Vorschlägen einen ernsten Vorstoß, den religiösen Einfluss im Bildungssystem massiv zu erhöhen. Die Ausbildung werde immer konservativer, sagt Güven Boga von der Lehrergewerkschaft Egitim-Sen. Geschlechtertrennung trage lediglich dazu bei, dass „die Mädchen stigmatisiert werden.“ Widerstand gegen die Pläne kommt auch von der Religionsgemeinschaft der Aleviten.

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Aha, der „Nationale Bildungsrat“ gibt Empfehlungen zur „Islamisierung“ des Landes. Sind nicht bereits 99,8 der Türken Mohammedanisten? „Das könne Kindern aus besonders konservativen Familien den Zugang zum Schulbesuch erleichtern“, heißt es, aber es wird doch wohl eine Schulpflicht geben und überhaupt, wieso muss der Schulbesuch für jeden und immer leicht sein? Geschlechterapartheid ab sechs und mehr Mohammedanismus im Unterricht sind ganz zweifellos eindeutige Zeichen dafür, dass sich die Türkei auf Europa zubewegt.

Aber es kommt noch schlimmer, „SPON“ am 9. November (1):

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„Dürfen in der Türkei bald nicht nur Studentinnen mit Kopftuch in die Uni, sondern auch verhüllte Mädchen in die Grundschule? Das türkische Präsidentenehepaar Gül ist dagegen. Dabei trägt Hayrünnisa Gül selbst stets Kopftuch. (…)“

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„Na das ist doch toll, Time, dass das Präsidentenpaar auf ihrer Seite ist…“

Oh no, die sind doch nicht auf meiner Seite. Ich finde es absolut indiskutabel, dass Anhänger und Sympathisanten einer faschistischen Ideologie in der Öffentlichkeit die Symbole und Zeichen ihrer Bewegung zur Schau stellen dürfen, und dass überhaupt darüber diskutiert wird, ob man sechsjährige Mädchen zwangsweise damit ausstaffiert. Die Diskussion dieser Frage, die bei uns eigentlich niemanden interessiert, haben die Güls ungefragt bei einem Auslandsbesuch in England angestoßen, ihre Ablehnung ist vorläufig und geheuchelt. Wichtig ist ihnen, dass wir mit der Vorstellung vertraut gemacht werden, es sei gaaanz normal, wenn sechsjährige Mädchen Kopftuch tragen – zunächst, später dann Burka.

Aus der heutigen FAZ stammt der nächste Artikel, PI hatte bereits gestern berichtet (2):

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Wien zürnt türkischem Botschafter

Faymann und Pröll:
Äußerungen zu Österreich inakzeptabel

Aussagen des türkischen Botschafters in Österreich (3) haben zu einer Verstimmung zwischen Wien und Ankara geführt. Bundeskanzler Faymann (SPÖ) nannte Äußerungen Kadri Ecvet Tezcans in einem am Mittwoch erschienenen Zeitungsinterview „unprofessionell und inakzeptabel“; er sei darob „empört“. Tezcan habe damit „nicht nur Menschen im Gastland, demokratische Institutionen, die internationalen Organisationen in Wien und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel beleidigt, sondern auch keinen Beitrag zum guten Zusammenleben geleistet“, äußerte Faymann. Über das weitere Vorgehen werde er nach Rücksprache mit Außenminister Spindelegger (ÖVP) entscheiden, der den Botschafter ins Ministerium einbestellen ließ.

Tezcan hatte in der Zeitung „Die Presse“ Kritik an der österreichischen Integrationspolitik sowie an den Österreichern selbst geübt. „Wenn Türken in Wien Wohnungen beantragen, werden sie immer in dieselbe Gegend geschickt, gleichzeitig wirft man ihnen vor, Gettos zu formen (Moooment mal, ich habe noch nie eine Wohnung beantragt, ich habe sie gemietet oder gekauft, T.). Und österreichische Familien schicken ihre Kinder nicht an Schulen, in denen ethnische Minderheiten die Mehrheit stellen (Richtig gemein ist das, dass die Orks sich neuerdings selbst gegenseitig verprügeln und „abziehen“ müssen, T.). So werden Türken in die Ecke gedrängt“, sagte Tezcan (Dabei steht ihnen doch die Herrenrolle zu, meint er. T.). Er kritisierte die österreichische Innenministerin Fekter (ÖVP) sowie die deutsche Bundeskanzlerin: Frau Fekter sei „Mitglied einer Volkspartei, die sich als liberal versteht. Oder bin ich falsch informiert? Was sie vertritt, entspricht nicht einer liberalen, offenen Geisteshaltung (Wer nicht für den Faschislahm ist, hat demnach keine freiheitliche Einstellung, T.). Das Gleiche gilt übrigens auch für Angela Merkel. Ich war so überrascht, als sie vor zwei Wochen sagte, Multikulturalismus habe versagt und Deutschland sei eine christliche Gesellschaft („Christliche Gesellschaft“? Das hat sie nicht gesagt, und es wäre ja angesichts eines Drittels atheistischer Mitbürger ja auch falsch. T.).“

Er, Tezcan, habe auch „noch nie eine sozialdemokratische Partei wie in diesem Land gesehen. Normalerweise verteidigen Sozialdemokraten die Rechte von Menschen, wo immer sie auch herkommen.“ (Nicht so die österreichischen Sozialdemokraten, die keine normalen Sozialdemokraten sind und die Rechte von Menschen (= Menschenrechte) nicht verteidigen. Und die „normalen“ Sozies, wo findet er die? In Syrien? Im Iran? Neinneinnein, natürlich in der Türkei, die ja bekanntermaßen die Wiege der Sozialdemokratie ist. Haaalllooo! Deutsche Sozialdemokraten! Auuufwachen! T.). Weiter sagte der Botschafter: „Die Leute wollen hier keine Frauen mit Kopftüchern sehen. Ist das denn gegen das Gesetz? Nein, ihr habt da nichts zu sagen (Irrtum, außerhalb Neuköllns haben wir – noch – eine Menge zu sagen. T.). Es steht jedem frei, was er auf dem Kopf trägt. Wenn es hier die Freiheit gibt, nackt zu baden, sollte es auch die Freiheit geben, Kopftücher zu tragen.“ In Wien ansässige internationale Organisationen wie UN, OSZE oder Opec forderte Tezcan indirekt dazu auf, Österreich zu verlassen, und sagte: „Wenn ihr keine Ausländer hier wollt, dann jagt sie doch fort. Es gibt viele Länder auf der Welt, in denen Ausländer willkommen sind. Ihr müsst lernen, mit anderen Leuten zusammenzuleben.“ (Vorbild Türkei: Christenanteil nur noch 0,2% der Bevölkerung, nach einer endlosen Kette von Pogromen – s. 4. T.)

Vizekanzler Pröll (ÖVP) befand, es sei „absolut unangemessen und inakzeptabel“, dass sich ein Diplomat in dieser Form über sein Gastland äußere und Regierungsmitglieder öffentlich derart abqualifiziere. Spindelegger verlangte in einem Telefonat mit dem türkischen Außenminister Davutoglu, bei dem er formell Protest einlegte, eine unverzügliche Klarstellung. Davutoglu habe ihm zugesichert, dass er ihn „über die weiteren Schritte informieren“ wolle, äußerte Spindelegger danach und wertete dies als Zeichen dafür, „dass Tezcan nicht im Auftrag von Ankara gehandelt“ habe.

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Natürlich, ein böserböser Botschafter hat ganz privat mal eine dicke Lippe riskiert, aber der Rest der Regierung würde so was natürlich nie tun, weshalb, wie bewiesen wurde, Europa eben doch als Mitglied der Türkei tauglich ist. Komisch ist nur, dass man eigentlich seit Jahren ausschließlich immer nur die gleichen Frechheiten, Unverschämtheiten, Lügen und Drohungen hört, und zwar von allen türkischen Regierungsmitgliedern und -Mitarbeitern. FAZ.net bringt heute ein weiteres Beispiel aus der Türkei, welches zeigt, dass der Entmohammedanisierungs- und Demokratisierungszug von der Brücke in die Schlucht gefallen ist. Der oberste türkische Religionswächter Ali Bardakoglu wurde soeben aus dem Amt gedrängt (5):

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„(…) Die Zeitung schrieb, Bardakoglu habe der Regierung im Kopftuch-Streit eine klare Position verweigert, indem er erklärte, das Kopftuch sei für muslimische Frauen keine religiöse Pflicht, sondern eine persönliche Entscheidung. Alkohol hatte er zwar als Sünde im religiösen Sinne bezeichnet, „egal ob am Steuer eines Autos oder in den Bergen“. Allerdings sei es eine politische Frage, in welchen Situationen der Genuss von Alkohol auch eine Straftat sei. (…)

Der türkische Staatsminister Faruk („Einmal Türke – ewig Türke“ (5), T.) Celik bestritt, dass Bardakoglu entlassen worden sei. Die Regierung habe ihn immer mit Respekt behandelt. Allerdings kündigte er dem Zeitungsbericht zufolge „radikale Veränderungen“ in der Behörde an. (…)

Die Zeitung schrieb, Bardakoglu habe der Regierung im Kopftuch-Streit eine klare Position verweigert, indem er erklärte, das Kopftuch sei für muslimische Frauen keine religiöse Pflicht, sondern eine persönliche Entscheidung. Alkohol hatte er zwar als Sünde im religiösen Sinne bezeichnet, „egal ob am Steuer eines Autos oder in den Bergen“. Allerdings sei es eine politische Frage, in welchen Situationen der Genuss von Alkohol auch eine Straftat sei. (…)

Der 2003 ernannte Bardakoglu hatte sich in den vergangenen Jahren durch die Geißelung von Zwangsheirat und Ehrenmorden einen Ruf als Reformer erarbeitet. Mehrere Zeitungen berichteten am Donnerstag, in jüngster Zeit habe Bardakoglu die Erdogan-Regierung jedoch verärgert. So lehnte er eine Schiedsrichterrolle seines Amtes im Streit um das islamische Kopftuch ab. (…)

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„Aber die Wirtschaft, Time, denken Sie an die Wirtschaft!“ Ja, die Wirtschaft brummt, und the Fuhrergan führt das Land wie ein schlechter Gastwirt seine schlechte Gastwirtschaft. Wie meinte sein Ziehvater und Aff-Affie-Freund Erbakan doch am 8. November in der „Welt“ (7):

„Von ihrer Gründung 1923 bis vor acht Jahren hat die Türkei 82 Milliarden Dollar Schulden gemacht. Erdogan in nur acht Jahren 580 Milliarden.“

Demnächst auch bei uns, demnächst hier in Europa…

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Time am 11. November 2010

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1) http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/0,1518,728194,00.html
2) http://www.pi-news.net/2010/11/tuerkischer-botschafter-in-wien-sorgt-fuer-eklat/
3) http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/608981/Tezcan_Warum-habt-ihr-110000-Tuerken-eingebuergert?_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/609016/index.do&direct=609016
4) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/11/09/sie-sind-nicht-wie-sie/
5) http://www.faz.net/s/RubC4DEC11C008142959199A04A6FD8EC44/Doc~E8CC3F0B6FA35460385AEF2A353E9BBDB~ATpl~Ecommon~Scontent.html
6) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/11/02/der-grose-wolf/
7) http://www.welt.de/politik/ausland/article10769062/Erdogan-ist-ein-Kassierer-des-Zionismus.html

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Ps, Soundtrack: „Bad News Travels Fast“ von Bachmann Turner Overdrive (leider nur Anfangsriff) unter
http://www.youtube.com/watch?v=O7VTWk4SAuk

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PS2: Die Show von Erbakan hat natürlich auch nur den Sinn, uns Sand in die Augen zu werfen. Er putzt the Fuhrergan runter, aber nur, damit wir glauben, der sei gar nicht so schlimm, es könne noch viel schlimmer sein. Er will das Erdoganferkel im Vergleich zu sich selbst als ganz normal erscheinen lassen. Das ist sein Job.

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Eine Antwort to “Bad News Travels Fast”

  1. Hammylein Says:

    Besucht jetzt den kostenlosen Forum und sammelt dort alle information ueber den Islam die wahr sind es werden auch die schlechten information aufgenommen so wie die Guten den jede Religion hat Gutes/Schlechtes mit sich gebracht nach der zeit.

    http://www.islamic-world.bplaced.net

    Es dankt herzlichst
    Hammylein

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