Treffer – versenkt!

Aus der heutigen FAZ lesen Sie hier einen Artikel über die Jihad-Piratenpest von Johannes Ritter.

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Die Pest der Meere

Der Angriff erfolgte am frühen Morgen des 5. April. Zehn Somalier kapern den Hamburger Frachter „Taipan“. Die Besatzung flüchtet in eine Sicherheitszelle. Wenig später geht eine holländische Marineeinheit an Bord und nimmt die Piraten fest. Die Seeräuber werden nach Deutschland überstellt, wo ihnen nun der Prozess gemacht wird. An diesem Montag beginnen die Verhandlungen vor dem Hamburger Landgericht.

Piraten – das klingt nach Abenteuer. Doch die Verbrechen auf hoher See sind von einem anderen Kaliber. Piraten sind gewaltbereite Kriminelle, die unbescholtene Seefahrer in Geiselhaft nehmen und Lösegeld erpressen. Für den Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, sind sie „die Pest der Meere“.

Die internationale Arbeitsteilung funktioniert nur mit Hilfe der Seefahrerei. 95 Prozent der Waren, die Jahr für Jahr rund um den Globus geschickt werden, reisen per Schiff. Als exportstarkes und zugleich rohstoffarmes Land ist Deutschland besonders auf eine weitgehend ungehinderte und sichere Nutzung der Seewege angewiesen. Daher ist die Piraterie für Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg „eine ernste Herausforderung unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit“.

Deutschland ist immer wieder betroffen von den brutalen Angriffen vor der Küste Somalias, wo derzeit 21 Schiffe mit insgesamt 500 Seeleuten in der Hand von Piraten sind. Deutsche Reeder betreiben die drittgrößte Handelsflotte der Welt (nach Japan und Griechenland) und die mit Abstand größte Containerschiffflotte. Die Strecke durch den Suezkanal und den Golf von Aden zählt zu den Hauptschlagadern des Welthandels.

Unter deutschen Reedern ist die Piratengefahr inzwischen zum beherrschenden Thema geworden. Zum einen weil sie sich Sorgen machen um Leib und Seele ihrer Besatzungen. Zum anderen weil die Seeräuberei ihre Kosten nach oben treibt. Oft müssen die Reeder ihren Seeleuten für Fahrten durch das Gefahrengebiet doppelte Heuer zahlen. Die Versicherungsprämien, die eigens für Passagen durch den Golf von Aden verlangt werden, sind rasant gestiegen. Viele Unternehmer sichern sich zusätzlich mit Lösegeldversicherungen gegen das finanzielle Risiko einer Geiselnahme ab. Hinzu kommen die erheblichen Kosten für Abwehr- und Schutzmaßnahmen an Bord der Schiffe. Nato-Draht rund um die Bordwand zu legen und den Maschinenkontrollraum zu einer Sicherheitszelle (Panikraum) umzurüsten, in dem die Mannschaft im Falle eines Angriffs Zuflucht finden und auf Rettung warten kann, gehören mittlerweile zum traurigen Standard-Repertoire.

Internationale Seestreitkräfte haben einen Transitkorridor im Golf von Aden angelegt, durch den die Schiffe im Konvoi fahren können. Auch das erhöht die Kosten für die Reeder, weil zuweilen Wartezeiten von zwei bis drei Tagen entstehen. Aber ohne militärischen Flankenschutz wären die Schiffe Freiwild, dann gäbe es noch mehr Überfälle. Denn die Piraten rüsten weiter auf. Sie reinvestieren die millionenschweren Lösegelder, kaufen bessere Waffen und schnellere Schiffe. Und je mehr Wohlstand sie nach ihren Beutezügen zur Schau tragen, umso mehr Anhänger und Nachahmer finden sie in Somalia.

5000 bis 15 000 Dollar kassiert ein einfaches Mitglied eines erfolgreichen Überfallkommandos. Das ist eine ungeheuer verlockende Summe in einem Land, in dem das jährliche Pro-Kopf-Einkommen unter 300 Dollar liegt. Die Piraterie ist ein blühender Wirtschaftszweig im bettelarmen Somalia. Ihn trockenzulegen, ist kaum möglich. Somalia ist ein rechtsfreier Raum, in dem die Piraten an Land unbehelligt ihren sonstigen Geschäften nachgehen und die gekaperten Schiffe in Sichtweite der Küste an die Leine legen. Eine Küstenwache gibt es nicht.

Solange das so ist, kann es nur darum gehen, vorzusorgen und die Schiffe besser zu schützen. Aber wie? Selbst Schiffe, die im Konvoi das Gefahrengebiet passieren, sind nicht vor Attacken gefeit. Außerdem greifen die Piraten mittlerweile auch weit draußen im Indischen Ozean an, indem sie Mutterschiffe einsetzen, die kleine Schnellboote im Schlepptau haben. Je größer der Radius der Piraten, umso schwieriger ist es, das gefährliche Seegebiet mit Hilfe von Militärschiffen wenigstens halbwegs abzusichern. Daher wünschen sich viele Reeder direkteren Schutz: Hoheitliche Sicherheitskräfte sollen an Bord ihrer Schiffe kommen. Länder wie Frankreich und Russland tun das schon. Doch aus Deutschland fehlt dazu bisher das Mandat.

Die mobilen Einsatztruppen der Deutschen Marine dürfen bisher nur auf Schiffen aktiv werden, die im Auftrag der Welthungerhilfe unterwegs sind. Wenn der Bundestag das direkte Schutzmandat auf Handelsschiffe erweiterte, müssten auch nicht alle Schiffe auf diese Art begleitet werden. Die Container-Riesen, die zum Beispiel für den Branchenprimus Hapag-Lloyd fahren, sind viel zu groß und zu schnell, um gekapert werden zu können. Gefährdet sind vor allem kleinere Schiffe sowie Tanker und Schwerguttransporter mit niedriger Bordwand und geringer Höchstgeschwindigkeit. Diese darf Deutschland in den piratenverseuchten Gewässern nicht ihrem Schicksal überlassen.

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Was mir nicht ganz einleuchtet ist, dass man offenbar nicht in der Lage ist, jedes einzelne Boot in Somalia aufzuspüren und zu zerstören. Man sollte meinen, dass Boote an der Küste schwerer zu verstecken sind als A*schloch bin K*cken in den Schluchten Afghanistans. Ist es so schwer, die Häfen in Schutt und Asche zu legen und zu versiegeln? Die UNO erlaubt Einsätze an Land (1), warum nimmt sich kein Expeditionskorps der Sache an? Furchtbare und effektive Waffen stehen uns zur Verfügung (2), warum werden sie nicht so eingesetzt, dass es noch in 500 Jahren keinen Somalier gibt, der bei der Erwähnung des Meeres nicht aschfahl wird. Das Meer sollte für diese Jihadzombies ein Synonym für Selbstmord werden. Es ist unglaublich, dass diese fiesen Typen hier in unseren Gefängnissen fett gefüttert werden und sich nach kurzer Strafe irgendwelchen Orkbanden anschließen. Einzige Direktive sollte sein: Treffer – versenkt!

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Time am 20. November 2010

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1) http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,596888,00.html
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/04/05/piratenschatz/

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3 Antworten to “Treffer – versenkt!”

  1. Flash Says:

    Boote aufspüren? Ich denke, es geht einfacher. Jeder Frachter, der dort vorbeifährt, sollte einfach bewaffnet sein. Ich habe mich stets gewundert, warum diese Verteidigungsmaßnahme nicht ergriffen wird. Eine ordentliche Wache, die rund um die Uhr nach allen Richtungen sacheut, und zwei mann mit Maschinengewehr sollten schon reichen. dann kommen die Angreifer doch nie auf so ein Schiff.

    Übrigens scheint es eben doch eine Mentalitätsfrage zu sein. Die Russen verfahren ja ganz anders, wenn sie betroffen sind. Und zeigen auch stolz die Videos.

    Daß Frachtschiffe des Westens sich lieber kapern lassen als sich zu verteidigen, kann man zwiefach interpretieren: einmal als Festhalten an humanistischen Werten (niemanden einfach niedermetzeln, ordentliche Gerichtsverfahren), oder aber als Dekadenz, Selbstaufgabe gegenüber einer Bedrohung, die man nicht versteht (oder bewußt als Handeln aus Armut und Not heraus interpretiert) und meint, besänftigen zu können.

    Manfred hat m.E. mit dieser Dekadenzthese nicht unrecht, aber wie immer ergeben viele Steinchen des Mosaiks das Gesamtbild.

  2. Time Says:

    Hi Flash,

    machen wir doch beides: bewaffnete Mannschaften einerseits und Expeditionskorps gleichermaßen. Fairerweise könnten wir die zerstörten Boote und Häfen ja bezahlen, mit Getreide, Handys oder Pornos. Davon haben wir doch genug. Oder mit Mineralwasser.

    Jedenfalls sollten wir klarmachen und bestimmen, dass vor dem Befahren der See ein gewisser moralischer Reifegrad erreicht werden muss. Es geht nicht an, dass wir uns dem Diktat von Raubwanzen beugen. Auf deutschen Straßen darf ja auch nicht ohne Führerschein ein KFZ gelenkt werden.

    Das Problem bei Manfred (und seiner Truppe) ist, dass 95% seiner Energie gegen die bestehende Ordnung des Westens gerichtet sind und nur 5 % gegen die des Mohammedanismus (checken Sie doch mal schnell seine Artikelüberschriften), umgekehrt wäre das völlig i.O. Und wenn jemand mit dem Finger auf andere zeigt, und er sagt, „Du bist schuld – Du bist dekadent!“, woran denken Sie da, Flash?

    Das mit ihm assoziierte Blog „Counterjihad“ hat indes übrigens das tiefe und weit entfernte Tal des Rassismus offenbar momentan durchschritten und bewegt sich wieder ins Zentrum des Getümmels, bravo!

    Der Westen handelt so wie er handelt m.E. nicht nur (aber auch) aus humanistischen Motiven. Es ist ein großes Gesamtkunstwerk, welches wir alle gestalten, in dem Versicherungspolicen ebenso Berücksichtigung finden wie moralische Überlegungen. Wir wollen siegen, und zwar total! Aber anders als J. Fogerty von Creedence (1), der sagt 99,5% bringen es nicht (2), sage ich: Bei 99% machen wir Schluß. Wir werden einen 99%igen Sieg einfahren, aber das letzte Prozent offen halten, mag es sich holen wer will, das soll Jahwe bestimmen.

    Ich grüße Sie,

    Time
    ____

    1) http://de.wikipedia.org/wiki/John_Fogerty
    2) http://www.youtube.com/watch?v=kmN-zYGz_XU

  3. Besucher Says:

    Die Ordnung des Westens, Time, die zerlegt sich gerade selbst.

    Schauen Sie sich doch dieses Theater in der Finanzwelt an welches uns schon seit 5 Jahren in Bann hält.

    Ich empfehle Ihnen:

    http://www.amazon.de/Krankes-Geld-Therapie-globalen-Depression/dp/3935197942/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1313174260&sr=8-1

    PS: Ich hab es gelesen BEVOR Manfred es erwähnte…

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