Leserbrief-Counterjihad (#9)

Füllerspitze

In der heutigen FAZ geht Wolfgang Urban auf die (m.E. gezielten) Entgleisungen des Brandstifter-Orks (1) Kadri Ecvet Tezcan ein (2).

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Ohne ein Wort der Selbstkritik

Die Äußerungen des türkischen Diplomaten Kadri Ecvet Tezcan zur österreichischen Integrationspolitik belegen beispielhaft die Doppelzüngigkeit der Regierungspolitik in Ankara. Der türkische Botschafter in Österreich beklagt mit drastischen Worten die angebliche Benachteiligung seiner Landsleute in der Alpenrepublik. Zugleich fordert er von der Wiener Regierung eine positive Einstellung zu türkischen Einwanderern, die Garantie ihrer Minderheitenrechte sowie die volle Gleichstellung mit der einheimischen Bevölkerung. Mit einem Seitenhieb kritisiert Tezcan auch die Integrationspolitik der deutschen Bundeskanzlerin. Offenbar betrachtet er sich als Interessenvertreter aller Türken in Europa.

Ob Tezcans Vorwürfe an die Wiener Adresse im Kern berechtigt sind, kann hier offen bleiben, denn darüber muss die österreichische Politik befinden. Klar ist allerdings, dass der Ton des türkischen Diplomaten völlig überzogen ist. Nicht hinzunehmen ist zudem die Einseitigkeit, die aus seinen Worten spricht. Während Tezcan von den Europäern Liberalität und Gleichberechtigung einfordert, denkt die türkische Politik nach wie vor nicht ernsthaft daran, dieselben Maßstäbe im eigenen Staat durchzusetzen. Erst vor kurzem hat die Europäische Kommission Ankara abermals vorgeworfen, die Presse- und Meinungsfreiheit in der Türkei nicht genügend zu gewährleisten. Auch der Minderheitenschutz für Kurden oder Armenier sei nicht ausreichend. Wie schlecht es besonders im Inneren des islamischen Landes um die Religionsfreiheit zum Beispiel für die Christen bestellt ist, ist seit langem bekannt. Doch über kleine Korrekturen eher „kosmetischer Art“ ist Ankara bis heute nicht hinausgekommen.

All das weiß natürlich auch der türkische Botschafter in Wien, doch ein Wort der Selbstkritik kommt ihm nicht über die Lippen. Offenbar glauben türkische Politiker und Funktionäre immer noch, sie könnten im Ausland ständig Toleranz einfordern, ohne in ihrer Heimat Toleranz zu praktizieren. Die Europäer sollten ihnen diese skrupellose Doppelmoral nicht durchgehen lassen. Ein Staat, der nicht bereit ist, im eigenen Machtbereich die europäischen Grundrechte voll umzusetzen, kann schon deshalb nicht Mitglied der Europäischen Union werden.

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Über den türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu sind die Amerikaner laut „Wikileaks“ bzw. dem aktuellen „Spiegel“ (#48, S. 117) eigentlich voll im Bilde:

„Im Januar 2010 resümiert der US-Botschafter eine Davutoglu-Rede in Sarajevo. ‚Davutoglus These: Dem Balkan, dem Kaukasus und dem Nahen Osten (Israel, T.) sei es unter Kontrolle und Einfluss der Osmanen besser gegangen. Seitdem haben Teilung und Krieg verheerende Auswirkungen gehabt. Jetzt jedoch sei die Türkei zurück und bereit zu führen. Davutoglu: ‚Wir werden den osmanischen Balkan wiederherstellen.’“

Und den ehedem osmanischen Nahen Osten, versteht sich, ohne Israel, versteht sich. Herr Davutoglu macht so in überzeugender Weise klar, dass und warum die EU zur Türkei gehört.

Hallo! Haaalllooo!!!

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Time am 29. November 2010

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/11/02/der-grose-wolf/
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/11/11/bad-news-travels-fast/

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Soundtrack: „#9“ von den „Beatles“ unter
http://www.youtube.com/watch?v=HQal-lJrSLI

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Eine Antwort to “Leserbrief-Counterjihad (#9)”

  1. Patriot-Thor Says:

    Es ist ein typisches Verhalten der türkischen Minister, sowie der türkischen Verbände. Sie sind sich darin den Linken/Grünen sehr ähnlich.
    Beide Seiten sind nicht Demokratie-fähig, d.h. nicht in der Lage Mehrheitsbeschlüsse anzuerkennen, wenn sie zu Gunsten der Gegenseite ausfallen.
    Das wird jetzt wieder in der Schweiz beobachtet. Klarer Sieg für die Ausschaffungsinitiative. Aber die LINKEN demonstrieren und scheren sich einen Dreck um einen gewählten Beschluss.
    Zum Glück für die Demokratie haben die Linken mit ihren Demos nichts mehr zu sagen. Der Entscheid steht.

    Der türkische Minister………wie sagte der couragierte österreichische Minister in seiner Antwortrede: „Ab in den Flieger, ab nach Istanbul!“

    Dem gibt es wohl nichts mehr hinzuzufügen!!!

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