Im Interview: Rüdiger Nehberg

Die gestrige FAZ brachte ein Interview von Jan Wiele mit dem Konditor, Survivalexperten und Schriftsteller Rüdiger Nehberg. Das Interview ist zweigeteilt. Im ersten Teil wird über Nehbergs Expeditionen gesprochen, der zweite Teil wendet sich Nehbergs Hilfsorganisation „Target“ zu. Hier ist er:

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Was steht im goldenen Buch des Lebens, Herr Nehberg?

FAZ: Was genau bedeutet „pharaonische Genitalverstümmelung“?

Nehberg: Es ist die schlimmste Form eines fünftausend Jahre alten Brauchs, eine unvorstellbare Qual, bei der Schamlippen und Klitoris vollständig entfernt werden, die Wunde wird zugenäht, oft mit Dornen, und es bleibt eine Öffnung von der Größe eines Reiskorns zum Urinieren. Alte Frauen führen diese Operation ohne Kenntnis der Anatomie und ohne Betäubung in dunklen Räumen aus, mit Rasierklingen, Glasscherben oder Dosendeckeln. Ein Drittel der Mädchen stirbt bei der Prozedur. Begründet wird sie fälschlich mit der Religion, neunzig Prozent der Opfer sind Muslimas. Die übrigen sind Christen und Andersgläubige. Schlimm wird es dann in der Hochzeitsnacht. Der Mann muss die Frau wieder öffnen, meist mit dem Messer! Lebenslängliche Wunden.

FAZ: Als Sie sich an Menschenrechtsorganisationen wandten, die den Brauch bekämpfen, war bald klar, dass sie etwas anderes und mehr wollten als diese.

Nehberg: Mich schockierten die Inkompetenz und Unkenntnis einiger Organisationen im Hinblick auf die Verhältnisse in Afrika. Besonders aber deren Ressentiment gegen den Islam. Der sei gar nicht dialogfähig, hieß es, man würde ihnen das Büro in die Luft jagen. Im Übrigen sei es Frauen- und nicht Männersache. Für uns stand dagegen von vornherein fest, dass es nur mit islamischen Partnern möglich sein würde, die Abschaffung der Verstümmelung zu erreichen. Deshalb habe ich mit meiner jetzigen Frau Annette und einigen Freunden vor zehn Jahren die Organisation „Target“ gegründet. Ich wollte meine Restlebenszeit nicht mit Bedenkenträgern vertrödeln.

FAZ: Was waren Ihre ersten Schritte?

Nehberg: Zunächst war es wichtig, Bildbeweise zu liefern: zur radikalen Aufklärung und gegen die Leugnung dieses Verbrechens. Wir gingen dafür nach Äthiopien, es war jedoch sehr schwer, an die Menschen heranzukommen, weil es ein Tabu ist, über die Verstünimelung zu sprechen. Mit den Bilddokumenten wollten wir dann die höchsten Geistlichen des Islam bitten, den Brauch zur Sünde zu erklären, weil er verheerende Konsequenzen hat, und weil seine Begründung ohnehin nicht auf den Koran selbst, sondern auf sogenannte ,Hadithe‘, also spätere Überlieferungen gestützt ist, obwohl die von den Gelehrten als unglaubwürdig bezeichnet wurden.

FAZ: Was für Frustrationen mussten Sie dabei in Kauf nehmen?

Nehberg: Das Schlimmste sind die Unbelehrbaren, die allen Ernstes die weibliche Verstümmelung mit der männlichen Beschneidung vergleichen. Das zeugt von unglaublicher Ahnungslosigkeit. Der Mann behält sein Lustgefühl, der Frau wird bis zur Seele alles zerstört, ihr wird die Würde geraubt.

FAZ: Und war der erste Erfolg?

Nehberg: Der stellte sich ein, als ein äthiopischer Sultan, dem die Danakilwüste untersteht, auf unser Bitten das Schweigegebot auffhob und uns gestattete, alle alle sechzig Clanführer zusammenzutrommeln. Sie kamen aus hunderten Kilometern Entfernung und mit ihnen noch tausend Frauen. Die höchsten Stammesgeistlichen bestätigten vor dieser Versammlung, dass von Verstümmelung nichts im Koran steht. Da brachen auf einmal die Dämme: Frauen rissen sich den Schleier ab, traten ins Mikrofon, und berichteten ihre grauenhaften Geschichten. Auch solche von Selbstmorden junger Mädchen infolge der physischen und physischen Folgen der Verstümmelung, die vertuscht oder bagatellisiert wurden. Die Männer saßen dabei, als hörten sie das alles zum ersten Mal. Schließlich wurde abgestimmt und ohne Gegenstimme der Brauch zur Sünde erklärt. Da wussten wir, das wir noch mehr erreichen konnten.

FAZ: Später haben Sie sogar den Großmufti von Ägypten Ali Gom’a, dazu, bewegt, eine Fatwa gegen die Verstümmelung auszustellen. Die Nachricht ging um die Welt.

Nehberg: Ja, er gestattete uns im November 2006, unter seiner Schirmherrschaft eine Konferenz in der Azhar-Universität von Kairo durchzuführen. Die dort versammelten Koryphäen brachten die Größe auf, eine von ihnen lebenslang vertretene Meinung zu revidieren. Sie erklärten den Brauch zu einem Verbrechen, das gegen höchste Werte des Islam verstößt, nun kommt es einer Sünde gleich, Mädchen zu verstümmeln. Das muss nun bekannt werden.

FAZ: So kamen Sie auf die Idee des „Goldenen Buchs“, das sie bereits über hunderttausend Mal drucken ließen. Was steht in diesem Buch?

Nehberg: Es enthält die wichtigsten Bestandteile der Fatwa sowie die Aussagen der Geistlichen und Mediziner gegen die Verstümmellung. Sie wird darin als „haram“, als absolute Sünde erklärt. Für Analphabeten enthält das Buch auch Fotos und Zeichnungen. Und es ist so kostbar gestaltet, dass es würdig ist, neben dem  Koran zu stehen.Großmufti Gom’a hat das Buch sogar mit einem Vorwort geehrt.

FAZ: Ist „Target“ damit am Ziel?

Nehberg: Noch lange nicht. Die Bücher und die Botschaft müssen weiter verbreitet werden, bis in den letzten Winkel. Wir nennen das die „Karaiwane der Hoffnung“. Vier Millionen Bücber werden schätzungsweise gebraucht, und das Wichtige ist, dass die Distribution von der Bevölkerung selbst in die Hand genommen wird. Auch sonst gibt es noch viel zu tun. Wir betreiben in Äthiopien eine fahrende Krankenstation. Jetzt bauen wir außerdem eine Geburtshilfestation für die geschundenen Frauen.

FAZ: Man erzählt, die äthiopischen Imame hätten Ihnen einen Ehrennamen gegeben.

Nehberg: Ja, er lautet übersetzt soviel wie „Brücke des Islam“. Damit ich nicht Rüdiger heiße, das versteht dort ja keiner.

FAZ: Sie selbst werden bald fünfundsiebzig. Was haben sie noch vor?‘

Nehberg: Mein größter Traum ist es, zur Hauptpilgerzeit, gemeinsam mit dem saudischen König und den vier Millionen Pilgern, die historische Botschaft in Mekka zu verkünden.

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Ja Freunde, Herr Nehberg hat den wahren Charakter des Mohammedanismus nicht begriffen. Ja, er sympathisiert mit den Orks oder ist bereits einer von ihnen (Pilger in Mekka).

Dennoch, seine Idee verdient m.E. alle Unterstützung. Der Mohammedanismus ist in erster Linie eine Ideologie zur Unterdrückung des freien Geistes.

Wer aber hat Geist? Den entwickelsten Geist haben die Menschen, die Gott nach seinem Ebenbild als Mann und Frau schuf  (1. Mose 27). Die Hälfte des Menschen zu entwürdigen, zu unterdrücken und zu bevormunden bedeutet, die Hälfte des Geistes zu verachten. Die Unterdrückung der Hälfte bedeutet die Verachtung des Ganzen. Die Hälfte des Menschen zu verachten, bedeutet, die Hälfte Gottes zu verachten.

Das Leiden der Frauen ist unbeschreiblich, ein Drittel von ihnen wird in Orkistan einem blutdurstigen, nichtexistenten Götzen geopfert, ihr persönliches Leid verdient unsere Aufmerksamkeit (1).

Aber etwas anderes ist auch sehr wichtig. Zwar ist der Mohammedanismus pervers, und er muss vernichtet werden, natürlich aber existieren neben ihm und inspiriert durch ihn (oder auch nicht) weit grauenhaftere Realitäten. Die Perversionsskala ist nach oben hin offen. Alles, was aber den Jihad, die Scharia, die Gewalt und die Unterdrückung (konkret) mindert, ist daher willkommen, ist Counterjihad.

Meinen counterjihadischen Freunden möchte ich sagen, dass, auch wenn Herr Nehberg den Orkismus ein wenig menschlicher macht (wobei ich finde, dass ein Ende der Mädchenbeschneidung den Mohammedanismus tatsächlich VIEL menschlicher machen würde), er diesen gleichwohl nicht retten kann. Seine Aktionen retten den Mohammedanismus nicht, sie restaurieren ihn nicht. Denn jedes Minus an Gewalt ist ein Minus an Mohammedanismus. Was er tut, ist gut, es ist gut für Frauen, und es ist deshalb schlecht für den Orkismus, und wir sollten ihm unbedingt helfen in Mekka zu sprechen.

Lasst ihn doch zum Orkismus übertreten, das ist ein bezahlbarer Preis. Wichtig ist, dass WIR den Überblick behalten. Rudy ist eine unserer menschlichen Heatseekerrockets. Mohammedanismus minus Mädchenbeschneidung gleich Moham. Minus – minus – minus. Und am Ende: Who the fuck is Alla? I can’t remember, but sounds bad…

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Time am 5. Dezember 2010

1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/29/mohammedanismus-gewalt-0/

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3 Antworten to “Im Interview: Rüdiger Nehberg”

  1. mathieu Says:

    In dem Interview lese ich nirgendwo, dass Nehberg zum Islam übertreten will oder anpreist. Wenn ich die Möglichkeit hätte, das beschriebene Leid zu mindern mit der Auflage mich zu verbiegen, dann würde ich mich verbiegen und meinetwegen auch nach Mekka pilgern. Nehberg könnte meinetwegen so islamfreunlich sein wie er will, das was er geschafft hat, ist bewundernswert.
    Darüber hinaus zeigt das Interview natürlich, dass Islam=Unterwerfung. Erst wenn die Unterwerfer sagen, was Sünde ist und was nicht, handeln die Unterworfenen entsprechend. Freier Wille kommt nicht vor.

  2. Time Says:

    Lieber Mathieu,

    ich stimme Ihnen voll und ganz zu.

    Ein weiterer Aspekt an Nehbergs Wirken ist m.E. zudem folgender: Er bringt die Mullas zur Entwertung der Hadithe bzw. da sie wertlos SIND, zur EINSICHT, dass sie wertlos, destruktiv und peinlich sind.

    Nur zu, diese Säule des Mohammedanismus muss vernichtet werden. Als nächstes ist die Scharia dran, und dann wird das ganze Ungetüm in sich zusammenbrechen. Und die Menschheit wird befreit und freudig lachen, wie sie nie zuvor gelacht hat!

    Ich grüße Sie,

    Time

  3. mathieu Says:

    So sehe ich das auch. Ich sehe da viele Parallelen zum Kommunismus. Einen großen Teil seines Wahnsinns „verdankt“ der Islam seinem Versuch, seinen Untergang zu verhindern. Wie alle Systeme, die dem Untergang geweiht sind, muss er mit Zwangsmaßnahmen, Bespitzelung und Gewalt operieren, um sich über Wasser zu halten. Gorbatschow war auch als Kommunist gekommen, machte das Türchen einen Spaltbreit auf und es dauerte nur ein paar Jahre, da waren alle kommunistischen Staaten in Osteuropa verschwunden. Okay, es es bleibt ein Bodensatz, aber man hat doch ordentlich aufgeräumt und selbst die Symbole wurden schnellestens dem Erdboden gleichgemacht.
    Sobald der Islam erlaubt, dass man ihn kritisiert oder sogar in Frage stellen darf, wird die Mauer geöffnet sein. Das beste was passieren könnte, wäre eine Art iranischer Gorbatschow, ein Reformer, der das Türchen öffnet. Der Rest geht dann seinen Gang. Wir werdens noch/bald erleben.

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