Das Recht auf Ruhe

Die Berliner Schriftstellerin Monika Maron hat im aktuellen „Spiegel“ (#11) einen exzellenten Aufsatz (s.u.) veröffentlicht, in dem sie auf die Trennung von Staat und Religion eingeht. Besonders stark finde ich darin die Zeilen, die unser Recht auf Ruhe vor dem Mohammedanismus fordern: „Vor allem aber hat der Islam den in diesem Land üblichen Umgang mit der Religion außer Kraft gesetzt. Wir alle, Christen, Juden, Orthodoxe, Atheisten, sind gezwungen, fast täglich über den Islam zu sprechen und nachzudenken, wir sollen den Koran lesen und die Hadithen, damit wir den Islam verstehen lernen. Aber ist es nicht unser Recht, vom Islam nichts zu verstehen?“

Die meisten Christen haben kein Problem mit der Trennung von Staat und Religion, denn Jesus sagte: „So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist“ (Matth. 22/21) und „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Joh. 18/36). Die Mohammedanaken haben jedoch ein Riesenproblem damit, denn ihr angeblicher Gott „Alla“ findet es zwar schon o.k., wenn in die Moschee uriniert wird (1), es hat aber unbedingt auf eine bestimmte Art zu erfolgen (2), kurz, Alla will angeblich einfach allesallesalles regeln.

Und auch Paddel Pahners (3) hat ein Riesenproblem damit:

„Ein Christ müsste antworteten: Ja, ich bin zuerst Christ und dann Deutscher oder Türke. Denn als Christ bin ich um meine ewige Seligkeit besorgt, als Bürger kümmere ich mich um die vorletzten Dinge. Den Satz ‚Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen‘ kann er nicht preisgeben.“ (4)

Monika Maron meint, dieses Problem aus dem katholischen Milieu herleiten zu können, dem Panik-Paddel entstammt. Hier kann man da und dort vielleicht eine auf Unwissenheit, Denkfaulheit und Wunschdenken gegründete Sympathie zu den Mohammedanokokken feststellen, die als Schnittmenge „Frömmigkeit“ postuliert – dass in irgendeiner christlichen Gemeinschaft jedoch die Trennung von Staat und Religion in Frage gestellt würde, ist mir nicht bekannt. Paddels dramatische Parole „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ manifestiert sich in der Realität dem Christen nicht. Es gibt in den westlichen Demokratien einfach keinen Widerspruch zwischen Staat und Religion – den Mohammedanismus ausgenommen.

Paddel nimmt weiterhin für Fundamentalkatholiken vermutlich recht ungewöhnliche Positionen ein: „Bahners begrüßte z.B. die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu homosexuellen Lebenspartnerschaften und kritisierte die ablehnende Position des Vatikans zu dieser Frage.“ (5) Während er laizistische Mohammedanismuskritiker wie Necla Kelek durch Gleichsetzung mit den pro-nationalsozialistischen „Deutschen Christen“ (6) verunglimpft, hat er in Bezug auf die katholische Kirche entgegengesetzte Vorstellungen. „Er bekennt sich in seinem Beitrag zu einen Staatskirchentum, das sich unverhohlen in die inneren Verhältnisse der katholischen Kirche einmischt.“ (7)

Diese seltsamen Widersprüche finden zu einer sinnvollen Harmonie, wenn man sich Panik-Paddel als Ork-Konvertiten denkt. Ich bekräftige hiermit meine Vermutung, dass Paddel Pahners zum Mohammedanismus konvertiert und ggf. sogar ein warmer Muslimbrüter ist.

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Wie hast du’s mit der Religion

Die Idee des säkularen Staates ist es, dass uns die Religionen nicht behelligen – auch nicht der Islam.

Die Sache mit dem Islam wird immer verworrener. Gehört er nun zu Deutschland, oder gehört er nicht zu Deutschland? Es gibt ihn ja gar nicht, den Islam. Das sagen jedenfalls dieselben, die behaupten, dass der Islam zu Deutschland gehört.

Vielleicht kommen wir weiter, wenn wir die Frage anders stellen, wenn wir nicht wie Gretchen fragen: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ Sondern wenn wir wie Bürger eines aufgeklärten, demokratischen Staates im 21. Jahrhundert fragen: Gehört die Trennung von Staat und Religion zwingend zu Deutschland? Darauf müssten wir antworten: ja. Das gilt für Christen, Juden, Hindus, Muslime und alle anderen.

Und wenn wir fragen, steht das Grundgesetz, das die Religionsfreiheit garantiert, ausnahmslos über der Religionsfreiheit, lautet die Antwort ebenso: ja.

Und gelten die individuellen Freiheitsrechte für beide Geschlechter? Natürlich ja.

Diese Fragen können wir, die deutsche Gesellschaft, beantworten.

Aber ob der Islam zu Deutschland gehört, können weder Christen, Atheisten oder Agnostiker, sondern nur die Muslime selbst entscheiden.

Die islamischen Verbände und Organisationen, aber auch die einzelnen Muslime müssen sich fragen, ob ihr Islam – den Islam gibt es ja nicht – imstande und bereit ist, sich diesen nicht verhandelbaren, zu Deutschland unbedingt gehörigen Voraussetzungen anzupassen. Wenn sie dabei in Glaubenskonflikte geraten, müssen sie ihren Gott und den Koran befragen, welche Möglichkeiten sich bieten, mit der Gesellschaft, zu der sie gehören wollen, Übereinstimmung und Frieden zu finden.

Wenn das gelingt, haben wir kein Problem, dann ist der Islam eine nicht besonders auffällige Religion wie die anderen Religionen auch. Dann verzichtet er freiwillig auf Sonderrechte, auf Prozesse um Gebetsräume in Schulen und Universitäten, die Befreiung von bestimmten religionsunverträglichen Arbeiten wie die Berührung von Bierflaschen, dann werden Imame und Funktionäre ihre Gläubigen davon überzeugen, dass ihre Religion sie weder berechtigt, deutsche Gesetze zu brechen, noch die vereinbarten Regeln des Zusammenlebens in diesem Land zu missachten.

Die Frage heißt eben nicht: Gehört der Islam zu Deutschland? Sondern: Wollen wir, dass der Islam die Stellung der Religionen in Deutschland verändert? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Und die Grenze verläuft nicht zwischen Muslimen und Anders- oder Nichtgläubigen, wie schon Patrick Bahners mit seinem Buch „Die Panikmacher“ beweist, in dem er seine ganz christlichen Sehnsüchte auf die schamhafte Verhüllung muslimischer Frauen und deren religiös reglementierten Alltag richtet. Diese Grenze trennt zunächst jene, die in den Errungenschaften der Aufklärung die Voraussetzung für die religiöse und weltanschauliche Pluralität einer Gesellschaft sehen, von denen, deren religiöses Verständnis einen Gott über die von Menschen gemachten Gesetze stellt, und das nicht nur in ihrem persönlichen Verständnis von Moral.

Diese Grenze ist eigentlich klar und nachvollziehbar. Irreführend und unverständlich wird es, weil natürlich niemand der öffentlich Streitenden von sich behaupten würde, er sei ein Gegner aufklärerischen Gedankenguts.

Im Gegenteil, die glühendsten Verteidiger islamischer Sonderrechte berufen sich auf die Toleranz als oberstes Gebot der Aufklärung und erklären die Kritiker des Islam und seiner weltlichen Ansprüche für paranoid, phobisch oder aber, noch schlimmer, für fremdenfeindlich und rassistisch. Das Absurde ist, dass mit diesem Vorwurf auch islamkritische Türken, Iraner, Ägypter bedacht werden, die vom Verdacht der Fremdenfeindlichkeit und des Rassismus ja ausgeschlossen sein müssten, so dass allein ihre Kritik am Islam Anlass genug ist, sie öffentlich zu diskreditieren.

Nun kann man sich erklären, warum die Vertreter von Milli Görüs und der Ditib im Namen gläubiger Muslime ihre Anforderungen an die deutsche Gesellschaft lauthals vertreten. So verstehen sie ihre Aufgabe, auch wenn das dem Zusammenleben der Muslime mit allen anderen Bürgern des Landes nicht unbedingt zuträglich ist. Dagegen bleibt es ein Rätsel, warum die Grünen und die SPD, deren Mitglieder und Anhängerschaft des religiösen Fundamentalismus dieser oder jener Art kaum verdächtig sind, kleinstadtartige Riesenmoscheen und die Kopftuchpflicht für kleine Mädchen zu Zeichen aufklärerischer Toleranz erheben; warum der sich als links verstehende Journalismus eine geschlossene Kampffront bildet für das Eindringen einer vormodernen Religion mit ihrem reaktionären Frauenbild, ihrer Intoleranz gegenüber anderen Religionen und einem archaischen Rechtssystem. Warum stehen diese Wächter der richtigen Gesinnung nicht auf der Seite der Säkularen aller Konfessionen? Warum verteidigen sie islamische Rechte gegen europäische Werte und nicht umgekehrt?

Werden Muslime in diesem Land an der Ausübung ihres Glaubens gehindert? Verweigert man ihnen Schulen, Universitäten, bestimmte Berufe, bürgerliche Rechte? Wäre es so, gehörte ich ganz sicher zu denen, die den Muslimen im Kampf um ihre Rechte beistehen würden.

So ist es aber nicht. Stattdessen lässt sich die deutsche Gesellschaft, die längst nicht nur aus angestammten Deutschen christlichen Glaubens besteht, Vereinbarungen und sogar Gesetze abhandeln, weil einer zugezogenen Religion die allgemeine Religionsfreiheit nicht genügt und sie darum den Alltag aller Bewohner dieses Landes zu verändern sucht.

Den Schulen in Rheinland-Pfalz und Berlin wird empfohlen, den Spodunterricht nach Geschlechtern zu trennen, in vielen Schulen und Kindergärten steht kein Schweinefleisch mehr auf dem Speiseplan, von Krankenhäusern wird erwartet, dass ihr Personal in islamischen Essens-, Hygiene- und sonstigen Vorschriften geschult ist.

Vor allem aber hat der Islam den in diesem Land üblichen Umgang mit der Religion außer Kraft gesetzt. Wir alle, Christen, Juden, Orthodoxe, Atheisten, sind gezwungen, fast täglich über den Islam zu sprechen und nachzudenken, wir sollen den Koran lesen und die Hadithen, damit wir den Islam verstehen lernen. Aber ist es nicht unser Recht, vom Islam nichts zu verstehen und nur zu erwarten, dass wir von ihm nicht mehr behelligt werden als von allen anderen Religionen?

Wir leben in einem weitgehend säkularen Staat, der den Gläubigen das Recht auf ihre Religion garantiert und den Ungläubigen das Recht, frei zu sein von Religion. Es wird auch vom Islam nicht mehr erwartet, als dass er Andersgläubige und Atheisten verschont mit den eigenen Glaubensregeln.

Das ist keine Islamfeindschaft, keine Islamophobie, schon gar kein Fremdenhass. Es ist die Frage an die gläubigen Muslime und ihre offiziellen Vertreter, ob sie ihre Religion mit den Voraussetzungen einer säkularen, freiheitlichen Gesellschaft vereinbaren können und wollen, ohne sie in ihrem säkularen und freiheitlichen Selbstverständnis immer wieder herauszufordern. Von ihrer Antwort wird es abhängen, ob der Islam zu Deutschland gehören kann oder nicht.

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Time am 18. März 2011

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/hadithe-3-aint-no-fun-waitin-round-to-be-a-millionaire/
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/hadithe-1-einleitung/
3) http://de.wikipedia.org/wiki/Patrick_Bahners
4) http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article12648071/Der-Leisetreter.html
5) http://www.muenster.de/~angergun/patrick-bahners.html
6) http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Christen
7) http://www.kath.net/detail.php?id=28627
auch:
https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/10/28/gott-sei-dank-sakular/

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6 Antworten to “Das Recht auf Ruhe”

  1. jack Says:

    „…Paddel Pahners zum Mohammedanismus konvertiert und ggf. sogar ein warmer Muslimbrüter ist.“
    🙂 Das denke ich auch, …“warmer Muslimbrüter“ 😆

    „Wollen wir, dass der Islam die Stellung der Religionen in Deutschland verändert?“
    … und somit die Gesellschaft und Geschichte und die Zukunft unserer Kinder, – NEIN DAS WILL ICH NICHT; DAS DARF NICHT SEIN !

    „Vor allem aber hat der Islam den in diesem Land üblichen Umgang mit der Religion außer Kraft gesetzt.“
    So ist es, der Gast zwingt dem Gastgeber seine Verhaltens- und Denkregeln auf und bestraft diesen.

    Widerlich diese Appeasedeutschen und ja …Vaterlandsverräter, nicht nur!

  2. L. Says:

    Ist ein „warmer Muslimbrüter“ so was wie ein warmer Bruder oder so was wie ein „Kernreaktor, der sowohl zur Energiegewinnung als auch zur Erzeugung weiteren spaltbaren Materials dient“ (Brutreaktor)?

    Angesichts aktueller Vorkommnisse denkt man ja eher an letzteres.
    Bahners ist ganz einfach ein Islamapologet und/oder ein Idiot. Oder auch nur ein Verräter.

    Zu viel der Ehre für ihn einen neuen Begriff zu schafffen.

  3. Flash Says:

    Die Zusammenhänge sind einfach: wenn es ein erkennbar „Gutes“ gibt, sagen wir zB die christliche Ordnung der Welt, dann sind alle, die diese Ordnung auf den Kpf stellen wollen, die Feinde und arbeiten dem Bösen in die Hände.

    Der Islam steht ganz offen dazu, die Gegenkultur des Christentums zu sein. Herr Bahners muß das nicht so offen sagen, muß sich auch nicht als Muslim bekennen, aber er wird dieselben Argumente verwenden, er wird dieselbe Wirkung erzielen wie echte Muslime, wenn er als überzeugter Anti-Christ denkt und schreibt. Er handelt im Geiste seiner Geschwister und deren Ideologie.

    Das Mäntelchen ist eigentlich egal – „wer nicht für mich ist, ist gegen mich“.

  4. Time Says:

    Hallo allerseits,

    im Fall Bahners liegt möglicherweise ein interessanter und taktisch wertvoller Beispielfall vor.

    Ich hatte ja schon mehrfach auf die durch Misogynie bedingte mutmaßlich weit verbreitete Homosexualität unter den Orks hingewiesen (1).

    Ein expansives Gewaltsystem wie der Mohammedanismus ist darauf angewiesen, dass unter noch den erbärmlichsten Orkkrieger jemand gesetzt ist, auf dem er herumtrampeln kann, dem er sich überlegen fühlen kann. Für diese Position bieten sich naturgemäß Frauen und Kinder an. Natürlich können sie, da sie so tief erniedrigt werden, nicht mehr Adressaten für echte, wahre Liebe sein. „Ein Freund, ein guter Freund, ist das Beste, was es gibt auf der Welt“, sangen die „Comedian Harmonists“, nicht in Betracht ziehend, dass der beste Freund des Mannes seine Ehefrau sein sollte bzw. umgekehrt.

    Bei Paddel Pahners haben wir sehr klare Aussagen gegen die Themen der klassischen Frauenemanzipation. Alice Schwarzer (2):

    „Doch als ich in der Frankfurter Allgemeine Zeitung – schon wieder die FAZ, was ist da eigentlich los? – aus der Feder des laut offiziellem Lebenslauf ehe- und kinderlosen 38-jährigen, Feuilleton-Chefs Patrick Bahners einen Jubelbericht las über den amerikanischen Gouverneur Rounds, da musste ich schon schlucken. Rounds hat gerade im Staate South Dakota ein Gesetz zum Verbot der Abtreibung erlassen, dass den Eingriff noch nicht einmal mehr bei Vergewaltigungen zulässt. Rounds Begründung: ‚Das Leben des Kindes (ist) nicht der Willkür der Mutter auszuliefern’, sondern unterstehe ‚dem Willen des Staatsvolkes’. Eine Auffassung, die Feuilleton-Chef Bahners flammend sekundiert: ‚Der amerikanische Kampf um die Abtreibung ist ein Streit über die Grenzen der Demokratie, und es sind nicht die Apologeten der Abtreibungsfreiheit, die für die demokratische Sache stehen.’“

    Bemerkenswert, wie Pahners, der Necla Kelek zwanghaft häufig als Fundamental-Laizistin denunziert, hier das Ureigenste weiblicher Mitbürger, nämlich ihren Körper, ganz selbstverständlich unter die Verfügungsgewalt des Staates stellen will, wobei er den Staat, die Demokratie, offenbar lediglich mit seinen männlichen Mitgliedern identifiziert. Was das mit Katholizismus zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht wirklich, aber auch Frau Schwarzer legt diese Spur, der Frau Maron gefolgt ist (s.o.):

    _____

    Für Herrn Bahners jedoch ist die Gleichsetzung von Islam und islamischen Fundamentalismus aufschlussreicherweise selbstverständlich. Liest man sein Buch plus seine Interviews zur Sache, so überrascht das nicht. Denn für Bahners scheint auch die Gleichsetzung von Christentum und christlichem Fundamentalismus naheliegend.

    So erklärte er in einem Streitgespräch mit Necla Kelek im Spiegel, den von ihm so genannten Panikmachern „missfällt der Gedanke, dass er (der Fundamentalismus, Anm. d. Aut.) Gottes Gesetz über jede weltliche Vereinbarung stellt. Doch auch in der Bibel steht der Satz, der Mensch müsse Gott mehr gehorchen als den Menschen. Und es gibt Christen, die diesen Satz nicht für obsolet halten.“ Zu diesen Christen, die im 21. Jahrhundert „Gottes Gesetz“, was immer das jeweils meinen mag, über das Grundgesetz stellen, zählt Bahners anscheinend auch selbst.

    Und dieses Recht, nämlich sich auf „Gottes Gesetz“ zu berufen, möchte er selbstverständlich auch der Bruder-Fraktion nicht verwehren. So antwortet der Feuilletonist auf die Frage des Spiegel nach den Veränderungen in der arabischen Welt: „Wenn sich die Menschen dort auf die Scharia berufen, kann es ja auch heißen, dass sie sich einen Staat wünschen, der in Übereinstimmung mit Gottes Geboten die Gesetze macht. Aber natürlich müssen diese Gesetze auf dem Wege politischer Willensbildung entstehen.“ Will sagen: Wenn die Mehrheit nur will, kann die Demokratie ruhig abgeschafft und der Gottesstaat eingeführt werden. So wie anno 1979 im Iran. Was die meisten IranerInnen heute bitter bereuen. Denn die Folgen sind bekannt.

    Bleibt nur anzumerken, dass der FAZ-Feuilleton-Chef dann sehr schnell zu der Minderheit gehören würde, die ebenfalls sehr schnell abgeschafft würde. Aber das scheint ihm nicht klar zu sein, denn er hat zwar die Bibel und ein paar weitere dicke Bücher ganz trefflich studiert – vom Leben aber hat dieser Mensch keine Ahnung. Vom Leben der Frauen schon gar nicht.

    _____

    „Bleibt nur anzumerken, dass der FAZ-Feuilleton-Chef dann sehr schnell zu der Minderheit gehören würde, die ebenfalls sehr schnell abgeschafft würde“, und „ vom Leben aber hat dieser Mensch keine Ahnung. Vom Leben der Frauen schon gar nicht“, diese Zeilen aus der Feder einer berühmten, erfahrenen, lesbischen Netzwerkerin lassen aufhorchen. Paddel hat seiner FAZ-Biografie ein „Verheiratet“ angefügt, nach 2006 (4). Um Verdächtigungen vorzubeugen? Die Frage ist doch, mit wem er „verheiratet“ ist, mit einer Frau oder einem Mann? Sein Interesse an der Legalisierung der Schwulenehe ist jedenfalls neben den Diensten für den Mohammedanismus seit langem ein weiterer Schwerpunkt in seiner journalistischen Arbeit (5), bei der er seine persönliche Betroffenheit durchscheinen lässt: „Flüchtige Beziehungen als Problem der Heterosexuellen: Die Umkehrung des Klischees ist eine listige Pointe des Urteils, der Fachausdruck der ‚queer studies’ für dieses Verfahren lautet Travestie.“ (6)

    Meine eigene Position ist die, dass mich die Sexualität meiner Mitbürger nicht wirklich interessiert. Sie soll zuhause gelebt werden und mich unbehelligt lassen. Ich bin aber als liebender Ehemann und Vater gegen jede Form von Herabsetzung und Einschränkung der Frauen, und dies ist ein wichtiges Motiv meiner strikten Ablehnung des Mohammedanismus. Bei Panik-Paddel sehe ich die klassische Verbindung von Frauenhass und Gewaltideologie gegeben. Seine vermutete Homosexualität, die vor der Hand vom Mohammedanismus abgelehnt, im Verborgenen von den Orks aber um so drastischer gelebt wird, zusammen mit seinem Status als Konvertit (und dem Verrat an Jahwe) machen aus ihm einen hochneurotischen, zwanghaften Krieger des Mohammedanismus. Ich bin sicher, man wird noch von ihm hören.

    Ich grüße Sie herzlich,

    Time

    _____

    1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/24/die-orks-sind-schwul/
    2) http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2006/maijuni-2006/editorial/
    3) http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/blog/?tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5BshowUid%5D=62&tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5Byear%5D=2011&tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5Bmonth%5D=02&tx_t3blog_pi1%5BblogList%5D%5Bday%5D=22&cHash=4d0b93adf4
    4) http://www.faz.net/s/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867/Doc~EFA5EF28DC4474AC883819BB9B623CED3~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    5)
    http://www.medizinisches-proteom-center.de/hbpp/Partitur_des_Gehirns_FAZ.pdf
    6) http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E6EBB09009FE746F9BE582D5CAFD561F2~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  5. L. Says:

    Time
    Vielen Dank für ihre schöne Ausarbeitung zu Bahners.

    Soweit Bahners ein christlicher Fundamentalist ist (wie paßt das zu seiner Schwulerei?), würde er sich ja als Dhimmi wohlfühlen. Endlich keine Abtreibungen mehr und nachts keine ekligen nackten Frauen auf Tele4 mehr.

  6. Time Says:

    Hallo,

    hier als weiteres Indiz eine „Freud’sche Fehlleistung“ von Paddel aus der gestrigen FAZ:

    Westerwelles Ehre

    Ob die Zukunft nach Guido Westerwelles Rücktritt die Wende bringt, ist fraglich. Ein Blick in das Jahr 2015 – und auf die zweite Jugend des Außenministers.

    Von Patrick Bahners

    04. April 2011

    Wir schreiben das Jahr 2015. Die grün-schwarz-gelbe Regierung unter Bundeskanzler Kretschmann kommt aus dem Trudeln nicht mehr heraus. Der bayerische Ministerpräsident Guttenberg hat einen Stromausfall auf seinem fränkischen Schloss genutzt, um den sofortigen Wiedereinstieg in die Atomenergienutzung zu fordern. Bundestagspräsidentin Claudia Roth befindet sich im Redestreik, weil der Papst auch bei seinem vierten Berlinbesuch keine Christophorusplaketten an die Prunkwagenfahrer vom Christopher-Street-Day ausgeben will. Alle schlagen um sich, und die FDP schlägt wie wild auf sich selbst ein. Man hat den Verlust des Außenamtes noch nicht verwunden, statt sich darüber zu…“

    Gruß,

    Time

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