Leserbrief-Counterjihad (#16)

In der Druckerei

In der heutigen FAZ lobt Cem Özdemir das Buch seines Kumpels Paddel Pahners, des Feuilletonchefs der FAZ und mutmaßlichen Ork-Konvertiten, über den grünen Klee (1). Er beantwortet nicht die Frage, warum so viele der unglaublich vielen neugebauten Moscheen (2) in Deutschland den Namen des perversen Türken-Hitlers und Christen-Schlächters „Fatih“ (Mehmet II.) tragen (3), und er macht den Brux, und beantwortet nicht die Frage, was denn nun am Kloran so wahnsinnig toll ist, dass Menschen von Geburt an diesem Text zugeordnet werden und ihm auch immer treu bleiben müssen, welche Textstelle ihn ganz persönlich denn nun angesprochen hat, und was eigentlich die Unterschiede zwischen „Mein Kampf“, „Die 120 Tage von Sodom“ und dem „Kloran“ sind, da doch die Gemeinsamkeiten so augenfällig sind. Die Reflexhaftigkeit seiner Reaktion beleuchtet den Charakter dieser Ideologie, der er anhängt, und deren Name lautet: „Unterwerfung“! Cem ist ihr ganzganz braver Kettenhund, „aus Cem, AUS!“

Zumindest die Mehrheit der FAZ-Online-Kommentatoren durchschaut Cems Gefasel und hat, anders als Prof. Dr.Dr.Dr.Dr.Dr.Dr. Bades „Erhebungen“ nahelegen, die Faxen dicke: Der Tenor ist eindeutig. Nicht nur sie: In der gestrigen FAZ-Druckausgabe gab es vier Zuschriften counterjihadischen Inhalts. Lesen Sie zunächst einen Text mit angenehm pragmatischer Ausrichtung von Dr. Ezhar Cezairli zum Thema Bildung und sodann drei kurze Briefe zur Causa „Kelek vs. Bade“ (4) von Professor Dr. Lorenz Fischer, Albrecht Wild und Wolfgang Stockhaus in eben dieser Reihenfolge.

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Unabhängig von Herkunft, Kultur und Religion

Zu „Neuer Integrationsbeirat tagt im Kanzleramt“ (F.A.Z. vom 21. Mai): Wozu brauchen wir noch einen „neuen Integrationsbeirat, der über Grundsatzfragen der Integration beraten soll“? Seit der „Deutschen Islamkonferenz“, die 2006 von dem damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble initiiert wurde und deren Mitglied ich war, gab es neben mehreren Integrationsgipfeln den nationalen Integrationsplan, Integrationsvereinbarungen auf lokaler Ebene, Integrationsbeiräte auf Landesebene, eine Vielzahl von Foren für interkulturellen und interreligiösen Dialog und vieles mehr.

Inzwischen sind sechs Jahre vergangen, ohne sich über klare und verbindliche Grundsätze geeinigt zu haben. Gerade deshalb sollten wir uns angesichts der Vielfalt unserer Bevölkerung und der demographischen Entwicklung mit einer steigenden Zahl von Menschen aus dem islamischen Kulturkreis endlich Gedanken darüber machen, was uns in Zukunft zusammenhalten soll und wie wir die Kinder und Jugendlichen, die hier aufwachsen, für unsere moderne freiheitlich-demokratische Gesellschaftsordnung gewinnen, ja begeistern können. Ebenso brauchen wir eine „Entkonfessionalisierung der Integrationsdebatte“, das heißt, wir sollten aufhören, über Integration – fast immer – im Zusammenhang mit dem Islam zu diskutieren. Die meisten „Migranten“ können das nicht mehr hören! Außerdem brauchen wir ehrliche Integrationsbemühungen und klare Vorgaben mit dem Ziel, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration zu schaffen. Diese sind unabhängig von Herkunft, Kultur oder Religionszugehörigkeit für alle gleich: Sprachkompetenz, gute Bildung und Berufsausbildung, Chancengerechtigkeit; aber auch: eigenes Engagement und aktives Nutzen von Chancen, Leistungsbereitschaft und Verantwortung für sich selbst und die Gesellschaft.

Wir dürfen kein Kind zurücklassen, keine Potentiale verschwenden, müssen Talente fördern und dafür sorgen, dass Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft vor der Einschulung möglichst die gleichen Startchancen haben. Das erreichen wir unter anderen Maßnahmen durch Kindergartenpflicht – nach einem Sprachtest – ab dem vierten Lebensjahr.

Wir sollten Kindergärten und Schulen (nicht Moschee-Vereine und Schülerwohnheime von islamischen Organisationen) als zentrale Orte der Bildung, der Entwicklung sozialer Kompetenzen, der Integration und der Vermittlung von Grundsätzen unserer Demokratie erkennen und diese sowohl strukturell als auch qualitativ verbessern. Eine gelungene Integration möglichst aller hier lebenden Menschen sollte das Ziel für eine gemeinsame Zukunft in unserer Gesellschaft sein und bedeutet nicht nur die Akzeptanz des Grundgesetzes, sondern: sich damit zu identifizieren und das auch zu leben.

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Forschergruppendenken

Zur Leserzuschrift „Necla Kelek kennt offenbar die Forschung nicht“ (F.A.Z. vom 16. Mai): Zweifellos ist Necla Keleks Darstellung der Arbeit des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration polemisch. Andererseits ist es in der Sozialforschung keine seltene Erscheinung, dass ein (gutgemeintes) Forschungsprogramm dem „Groupthink“ unterliegt und dabei in großen Teilen an der Realität vorbeiforscht. Wie dies zu vermeiden ist, kann aus dieser Theorie abgeleitet werden. Wenn der Kollege Ostendorf jedoch die Darstellungen von Thilo Sarrazin oder Frau Kelek als hysterische Schwarzweißmalerei pauschal zu diskreditieren versucht, drängt sich dem interessierten Beobachter im Umkehrschluss die Vermutung auf, dass Frau Kelek auch hier ins Schwarze getroffen haben könnte.

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Die Presse ist lästig

Als interessierter Leser der Veröffentlichungen von Necla Kelek (zuletzt ihres Buchs „Himmelsreise“) und Thilo Sarrazin bin ich entsetzt über die Zuschrift von Leser Professor Dr. Berndt Ostendorf „Necla Kelek kennt offenbar die Forschung nicht“ (F.A.Z. vom 16. Mai). Insbesondere die Schlussbemerkung, wonach für Ostendorf die Veröffentlichung des Artikels von Necla Kelek im Feuilleton Ihrer Ausgabe vom 9. Mai („Professor Bade gibt den Anti-Sarrazin“) nicht nachvollziehbar erscheint, lässt klar das gestörte Verhältnis zur Öffentlichkeit erkennen, das für ein elitäres Elfenbeinturmdenken charakteristisch ist. Offenbar weiß man sich nicht besser zu helfen, als schlussendlich die Presse zu maßregeln. Dies lässt tief blicken und erklärt anschaulich die Ausführungen von Necla Kelek. Ich für meinen Teil bedanke mich ausdrücklich für die Berichterstattung in Ihrer Zeitung.

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Migranten würden wieder gehen

Professor Dr. Dieter Oberndörfer (F.A.Z. vom 13. Mai) verwendet in seinem Leserbrief „Absurde Behauptungen zur Migrationsforschung“ zum Artikel von Necla Kelek über den „Sachverständigenrat“ der „Migrationsforscher“ (F.A.Z. vom 9. Mai) mehrfach den Begriff Wissenschaft, offensichtlich um die Leser damit zu beeindrucken und die nicht anzuzweifelnde Kompetenz des Rates zum Thema Immigration, also Einwanderung, zu begründen. Die Frage, ob die Wissenschaftler völlig falschliegen könnten, stellt sich somit nicht, da deren Auffassung als alternativlos hingestellt wird. Peinlich ist es, sich nach wie vor des Begriffs „Migration“ zu bedienen. Migranten sind Wanderer ohne festen Wohnsitz, also Nomaden. Um die geht es aber nicht. Diejenigen, die hier einwandern, wollen hier bleiben und sind Immigranten. Der Begriff „Migranten“ wurde von einer bestimmten politischen Richtung in den Sprachgebrauch eingeführt, um die Öffentlichkeit darüber zu täuschen, um wen es sich tatsächlich handelt. Grotesk wird die Bezeichnung derjenigen, die als Ausländer einwanderten, die deutsche Staatsbürgerschaft erwarben, mittlerweile in dritter Generation hier leben und nun als Bürger mit Migrationshintergrund bezeichnet werden.

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Time am 27. Mai 2011

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1) http://www.faz.net/artikel/C30297/integrationsdebatte-wir-sind-doch-keine-statistischen-ausreisser-30376659.html
2) http://www.kybeline.com/2011/05/26/petition-gegen-die-geplante-zentralmoschee-in-karlsruhe-mitmachen/
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/12/08/kennen-sie-die-hitlerkirche/
4) http://www.faz.net/s/Rub31A20177863E45B189A541403543256D/Doc~E3112174FCF3D4B698EFF251E5F66B9C3~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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