Stark oder am Ende?

Bostonjihad

Daniel Pipes (1) ist ein Grande des Counterjihad. Ich sehe ihn in vieler Hinsicht kritisch, z.B. weil er immer noch grundsätzlich zwischen „Islam und Islamismus“ unterscheidet und das wahre Wesen des Mohammedanismus offensichtlich nicht wirklich begriffen hat. Dennoch legt er immer wieder äußerst pointierte und hellsichtige Aufsätze vor, so wie den vom 24. April (2), der die Frage, ob der Mohammedanismus stark oder am Ende ist, weiter beleuchtet.

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Erziehung durch Mord in Boston

Wie werden die langfristigen Auswirkungen des Anschlags auf den Boston-Marathon und der folgenden Verfolgungsjagd im Stile eines Actionfilms vom 15. bis 19. April aussehen, bei denen insgesamt vier Personen getötet und 265 verletzt wurden?

Beginnen wir mit dem, was nicht sein wird. Der Anschlag wird die amerikanische Meinung nicht zusammenbringen; auch wenn der Slogan „United We Stand“ nach dem 9/11 noch ein paar Monate andauerte, wird der Konsens nach Boston schwerer fassbar sein. Die Gewalt wird in den USA nicht zu Sicherheitsmaßnahmen nach Art Israels führen. Sie wird auch nicht zu einem stärkeren Vorbereitetsein führen, um mit tödlicher Gewalt durch das „plötzliche Jihad-Syndrom“ umzugehen. Sie wird den Disput über die Motive der wahllosen muslimischen Gewalt gegen Nichtmuslime nicht beenden. Und sie wird gewiss nicht helfen, die derzeitige Debatte über Einwanderung oder Waffen zu lösen.

Wofür die Gewalt sorgen wird, ist sehr bedeutsam: Sie wird etliche Westler zu dem Schluss kommen lassen, dass der Islamismus eine Bedrohung für ihre Lebensart ist. In der Tat rekrutiert jeder Aggressionsakt von Muslimen gegen Nichtmuslime, sei er gewalttätiger oder kultureller Art, weitere Aktivisten für die Sache gegen den Jihad, mehr Wähler für rebellische Parteien, mehr Demonstranten für Antieinwanderungs-Aktionen auf der Straße und mehr Spender für antiislamistische Anliegen.

2002 gab ich diesem Prozess den Namen Erziehung durch Mord. Wir, die in Demokratien leben, lernen am besten über den Islamismus, wenn in den Straßen Blut fließt. Muslime hatten anfangs einen Vorschuss an gutem Willen, weil zur westlichen DNA Verständnis für Ausländer, Minderheiten, die Armen und farbige Menschen gehört. Islamisten verschleudern diesen guten Willen, indem sie Gräueltaten begehen oder herrenmenschliche Gesinnungen zur Schau stellen. Terrorismus im Westen mit großer Öffentlichkeitswirkung – 9/11, Bali, Madrid, Beslan, London – verschiebt die Meinung mehr als alles andere.

Ich weiß das, weil ich diesen Prozess am eigenen Leib durchlief. Als ich 1990 in einem Restaurant in der Schweiz saß, umriss Bat Ye’or für mich ihre Befürchtungen bezüglich islamistischer Ambitionen in Europa, doch ich glaubte, sie sähe die Dinge zu schwarz. Steven Emerson rief mich 1994 an, um mir vom Council on American-Islamic Relations zu berichten, doch ich gab CAIR anfangs einen Vertrauensvorschuss. Wie andere auch brauchte ich Zeit, um gegenüber dem Ausmaß der islamistischen Bedrohung im Westen aufzuwachen.

Westler wachen in der Tat gegenüber dieser Bedrohung auf. Man kann ein lebhaftes Gefühl für diese Trends bekommen, wenn man sich Entwicklungen in Europa ansieht, das bei den Themen Einwanderung, Islam, Muslime, Islamismus und Scharia Nordamerika und Australien um etwa zwanzig Jahre voraus ist. Ein Zeichen der Veränderung ist das Wachsen politischer Parteien, die sich auf diese Fragen konzentrieren, darunter die U.K. Independence Party, die Front Nationale in Frankreich, die Volkspartei in der Schweiz, Geert Wilders Partij voor de Frijheid in den Niederlanden, die Fortschrittspartei in Norwegen und die Schwedischen Demokraten. Bei einer stark beachteten Nachwahl erzielte die UKIP den zweiten Platz; sie erhöhte ihren Stimmanteil von 4 auf 28 Prozent, womit sie für eine Krise bei den Konservativen sorgte.

Die Schweizer Wähler nahmen 2009 in einer Volksabstimmung das Verbot von Minaretten mit einer Quote von 58 zu 42 Prozent an; diese Abstimmung ist mehr durch ihre Quote als ihre politischen Folgen von Bedeutung, die quasi bei Null lagen. Umfragen zur öffentlichen Meinung fanden heraus, dass andere Europäer diese Ansichten im etwa gleichen Prozentsatz teilten. Umfragen zeigten auch eine ausgeprägte Verhärtung der Ansichten zu diesem Thema im Verlauf der Jahre. Hier einige der jüngsten Umfragen aus Frankreich:

• 67 Prozent sagen, islamische Werte seien unvereinbar mit denen der französischen Gesellschaft.
• 73 Prozent sehen den Islam negativ.
• 84 Prozent sind gegen den Hijab an Orten, die für die Öffentlichkeit geöffnet sind.
• 86 Prozent befürworten die Stärkung des Verbots der Burka.

Sören Kern stellt fest, dass ähnliche Ansichten zum Islam in Deutschland aufttreten. Ein Bericht neueren Datums des Instituts für Demoskopie Allensbach fragte, welche Eigenschaften Deutsche mit dem Islam verbinden:

• 56 Prozent: Streben nach politischem Einfluss
• 60 Prozent: Rache und Vergeltung
• 64 Prozent: Gewalt
• 68 Prozent: Intoleranz gegenüber anderen Religionen
• 70 Prozent: Fanatismus und Radikalismus
• 83 Prozent: Diskriminierung von Frauen

Im Gegensatz dazu verbinden nur 7 Prozent der Deutschen den Islam mit Offenheit, Toleranz oder Respekt für Menschenrechte.

Diese eindrucksvollen Mehrheiten liegen höher als früher; sie legen nahe, dass die Meinung in Europa sich verhärtet und im Lauf der Zeit dem Islamismus gegenüber noch feindseliger werden wird.

Auf diese Weise stellt die islamistische Aggression sicher, dass der Antiislamismus im Westen sein Rennen mit dem Islamismus gewinnen wird.

Muslimische Anschläge mit großer Öffentlichkeitswirkung wie der in Boston verschärfen diesen Trend. Das ist seine strategische Bedeutung.

Das erklärt meinen vorsichtigen Optimismus beim Zurückschlagen der islamistischen Bedrohung.

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Da der Mohammedanismus aber nichts anderes als Gewalt zu bieten hat und für jeden Nicht-Mohammedanisten mit Ausnahme gekaufter Dimmis und roter und grüner Verräter total unattraktiv ist, wird es ihm unmöglich sein, die Anerkennung der Menschheit zu gewinnen. Darauf wird er reflexhaft mit Gewalt antworten und wiederum nur Ablehnung hervorrufen, so lange, bis die Menschheit diesen widerwärtigen Irrglauben nicht mehr ertragen kann und ihn, mit welchen Mitteln auch immer, aus der öffentlichen Sphäre entfernen wird.

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Time am 13. Mai 2013

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1) http://de.danielpipes.org/
2) http://de.danielpipes.org/12795/mord-boston

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5 Antworten to “Stark oder am Ende?”

  1. Thomas Holm Says:

    Am Ende doch stark binnen-verkracht. Pipes empfiehlt Ausnutzung:
    http://de.danielpipes.org/12736/assad-unterstuetzen (14 Tage zuvor)

    shock waves of the religious war between the Sunnis and the Shias
    in Syria are being felt 14,000km away in the suburbs of Australia, bringt

    http://au.news.yahoo.com/today-tonight/lifestyle/article/-/17129164/troubled-suburbs/ meldet:

    In Kopie auf Feindkanal noch bei youtube; nach löschen von Original durch uploader nach wüsten einschlägigen Binnen-Beschimpfungen:

  2. Thomas Holm Says:

    „beim Zurückschlagen der islamistischen Bedrohung“

    Über eine Balkan-Borderline-WG auf dem selben Flur würde man möglicherweise nicht ganz so reden – wenn man von dort-nebenan Schüsse, Treffer-Schreie und Handgranaten über den Boden kollern hört.

    Oder ?

  3. Thomas Holm Says:

    Die Australische Ummah-Saga geht weiter – und hat eine Springflut losgetreten …

    Muslime über Muslime:

    „That’s our faith in the law now … They all should go back to where they …“ Muslims go mega-PI bis NSU – im infight.

    Police deny they are ignoring the assault on …

    Gerade die kritischsten Kritiker sollten den kritischen Zustand des Gegenstandes ihrer Kritik nicht verkennen. Früher gab es mal einen Begriff davon, dass etwas auch „unter aller Kritik“ sein könne, später dann „unter aller Kanone“. Wohl ein Wortspiel um gun & Kanon …

  4. Thomas Holm Says:

    Die Koryphäe der Pädagogik des gemäßigten Islam vermeldet soeben eine Abgangswelle der besonderen Art. Gemäßigter Islam scheint erst so richtig brastig zu machen.

    „Habe grad erfahren, dass mehrere Ex-Schüler von mir nach Syrien in den Dschihad gezogen sind…furchtbar!!!“

  5. Leon Says:

    Den Holm trifft man aber auch überall… 😉
    Vielleicht haben Kaddors ehemalige Schüler nur eine richtige Moschee vermisst.
    Die ungeheuer mächtige Strömung des liberalen Islam besitzt noch nicht einmal einen Gebetsraum.

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