Deutschlands Rushdie

Hamed

Hamed Abdel-Samad war schon häufiger Gast in der MoT – ungefragt, versteht sich. Dass eine „Muslimbrüder“-Fraktion mit „mehr als einer Million Sympathisanten“ (1) zum Mord an dem sympathischen Mohammedanismuskritiker aufruft, ist eigentlich nichts Besonderes.

Denn Mordaufrufe sind dem Mohammedanismus bekanntlich ebenso fremd wie die „Muslimbrüder“, die sich ihren Namen nur gegeben haben, um den Mohammedanismus unter falschen Fahnen schlecht zu machen, und die in Wirklichkeit zur Hälfte Mossad-Agenten, zur anderen Hälfte von den USA bezahlte Söldner sind. Wahrhaftige Mohammedanisten hingegen verwerfen wie Hamed die Scharia und den Jihad, erkennen die Frauen als prinzipiell vollständig gleichberechtigte Mitbürger an, und sie verstehen, dass der Gewaltherrscher Klo H. Metzel seinerzeit die Saat für eine faschistische Ideologie gelegt hat, die mit den westlichen offenen Gesellschaften inkompatibel ist.

Es geht also darum, dass alle echten Mohammedanisten sich jetzt massenhaft gegen die Todesfatwa engagieren, es geht darum, dass die Ork-Kommissare des wahren Mohammedanismus im Westen von Kolat über Mazyek zu Idriss deutlich sagen: „Diese Fatwa ist verbrecherische Hetze! Wir lehnen sie aus ganzem Herzen ab! Hamed Abdel-Samad ist eine Stimme, die gehört werden muss!“

Wenn sie das nicht tun, zeigen sie dadurch, dass sie dem gefälschten Mohammedanismus der SA-lafisten und „Muslimbrüder“ anhängen, jenem, der falsch ist, weil er Mord und Blut fordert, jenem, der falsch ist, weil er Jihad nicht als Streben zu persönlicher Vollkommenheit sondern als Tötung von Nicht-Orks deutet, jenem, der in dem Sklavenjäger und Kindervergewaltiger Klo H. Metzel den „besten Menschen aller Zeiten“ sieht.

Haaallloooo, Herr Kooolat! Haaallloooo, Herr Mazyeeek! Haaallloooo, Herr Iiidriss!

Wenn sie sich nicht melden sollten, sollten ein paar Counter-Fatwas des Counterjihads gegen sie fällig werden!!!

Aber das ist heute gar nicht das wirklich Wichtige. Das das wirklich Wichtige ist heute, dass Issio Ehrich darüber in counterjihadischer Manier auf N-TV berichtete (2):

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Islamkritiker bangt um sein Leben

Salafist ruft Fatwa gegen Deutschen aus

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung rügt die Regierung in Kairo. Das Auswärtige Amt bestellt den Geschäftsführer der ägyptischen Botschaft ein. Was ist geschehen? Ein Islamist fordert Muslime zum Mord an einem deutschen Staatsbürger auf – einem ausgesprochen bekannten.

Für gewöhnlich steht Hamed Abdel-Samad im Rampenlicht. Der deutsch-ägyptische Publizist ist ein beliebter Gast in Talk-Runden. Und mit dem Journalisten Hendryk M. Broder produzierte er 2010 eine 14-teilige Satire-Serie für die Öffentlich-Rechtlichen. Jetzt ist Abdel-Samad untergetaucht. Der 41-Jährige fürchtet um sein Leben.

Laut Abdel-Samad hat die Fatwa auch eine politische Dimension. Sie soll Ägyptens Präsident Mursi nutzen.

Am Freitagabend hat der ägyptische Scheich Assem Abdel-Maged eine Fatwa gegen den Publizisten ausgerufen, eine Aufforderung an alle Muslime, den Schriftsteller umzubringen. Der salafistische Fernsehsender „Al-Hafez“ verbreitete das Todesurteil landesweit. Von Abdel-Samads Verlag heißt es: „Wir sind schockiert über die Verfolgung unseres Autors.“ Der Untergetauchte selbst war für Interviewanfragen zunächst nicht zu erreichen.

Auslöser der Hatz war ein Vortrag, den Abdel-Samad in der vergangenen Woche in Kairo gehalten hat. Der Autor von Büchern wie „Mein Abschied vom Himmel“ und „Der Untergang der islamischen Welt“ vertrat darin eine scharfe These: Der religiöse Faschismus sei kein Phänomen einer verschrobenen Auslegung des Islam dieser Tage, der religiöse Faschismus sei im Islam selbst begründet und schon von Mohammed propagiert worden. Er erklärte, die Eroberung der Stadt Mekka durch die Anhänger des Propheten habe die Saat gelegt, aus der der „religiöse Faschismus“ aufkeimte.

Schon kurz nach dem Vortrag veröffentlichen Salafisten Bilder Abdel-Samads im Internet und versahen sie mit dem Titel: „Wanted Dead“. Offiziellen Charakter erhielt die Fatwa als Scheich Abdel-Maged, ein Führer der militanten islamistischen Bewegung „Dschamaa Islamiya“, sich im Fernsehen zu Wort meldete.

Abdel-Samad kam 1972 in Ägypten als Sohn eines sunnitischen Imams zur Welt. 1995 zog er im Alter von 23 Jahren nach Deutschland und nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an. Damals war er noch strikter Moslem, dachte, die Lösung für alle Probleme liege im Islam. Konfrontiert mit seinem neuen Umfeld, veränderte sich seine Haltung aber langsam. Er wurde, wie er es in seinem Buch „Mein Abschied vom Himmel“ beschreibt, auf Widersprüche in seinem Leben und in seiner Kultur aufmerksam. Heute forscht der frühere Antisemit am Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität München, ist Mitglied der deutschen Islamkonferenz. Seinen Glauben hat er bei seinem Wandel nicht abgelegt. Er setzt allerdings auf einen Islam ohne Scharia, Dschihad und Frauenverachtung.

Kurz nach dem Ausruf der Fatwa sagte Abdel-Samad „Spiegel Online“, dass es bei der Morddrohung nicht nur eine religiöse Motivation gebe. „Abdel-Maged versucht, die Vorwürfe gegen mich zu instrumentalisieren und meine Religionskritik als repräsentativ für alle Oppositionellen darzustellen.“ So wolle er Kritik an Ägyptens Präsident Mohammed Mursi diskreditieren. Mit Mursi hat in dem Land am Nil nach der Revolution ein Vertreter der Moslem-Brüder das Amt des Staatspräsidenten übernommen. Abdel-Samad sah dies stets kritisch.

Auch angesichts dieses möglichen politischen Motivs forderte Abdel-Samad als deutscher Staatsbürger, dass die Bundesregierung die Fatwa verurteilt und Präsident Mursi auffordert, gegen die Urheber vorzugehen.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Markus Löning (FDP) reagierte nur kurz danach und sagte: „Der öffentliche Mordaufruf gegen Herrn Abdel-Samad ist durch nichts zu rechtfertigen. Ich erwarte, dass sich die ägyptische Regierung deutlich und unmissverständlich davon distanziert. Ich fordere die ägyptische Regierung auf, Meinungs- und Religionsfreiheit zu garantieren und die Sicherheit von Herrn Samad zu gewährleisten.“

Aus Kreisen des Auswärtigen Amtes erfuhr n-tv.de, dass der Geschäftsführer der ägyptischen Botschaft einbestellt wurde. Vertreter der Bundesregierung forderten die ägyptischen Behörden in dem Gespräch demnach auf, die Veröffentlichung und Ausstrahlung von Mordaufrufen zu unterbinden.

Wie lange Abdel-Samad versteckt und in Sorge um seinen Kopf leben muss, ist völlig unklar. Der wohl bekannteste Autor, gegen den eine Fatwa ausgesprochen wurde, Salman Rushdie, blieb nach der Veröffentlichung seiner „Satanischen Verse“ 1988 fast zehn Jahre lang im Untergrund.

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Time am 11. Juni 2013
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1) http://www.pi-news.net/2013/06/agypten-mordaufruf-gegen-hamed-abdel-samad/
2) http://www.n-tv.de/politik/Salafist-ruft-Fatwa-gegen-Deutschen-aus-article10802466.html

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6 Antworten to “Deutschlands Rushdie”

  1. Loewe Says:

    Die atheistische TAZ wird ja immer, wenn es um den Islam geht, ganz besonders fromm, vor allem, wenn der Herr Bax die Feder in die Hand nimmt.
    http://www.taz.de/Islamkritiker-Hamed-Abdel-Samad/!117841/
    Alle Kommentatoren sind entsetzt über diesen unverschämten, zynischen Artikel. Als würde der Islamfreund Bax sich regelrecht über die Todesfatwa freuen, schreibt er:
    „In Deutschland gehört Abdel-Samad zur Riege jener „Islam-Kritiker“, die ihre Herkunftskultur mit dem vermeintlich authentischen Blick des angeblichen Insiders kritisieren. In seinem letzten Buch prophezeite er vollmundig gar den „Untergang der islamischen Welt“.

    Es gibt nicht wenige, die ihn deshalb für einen Wichtigtuer und Selbstdarsteller halten. Doch die Drohungen aus Ägypten sind real. Abdel-Samad sollte den Salafisten-Scheich Assem Abdel-Maged deshalb am besten verklagen. Denn Todesdrohungen per TV sind auch in Ägypten nicht legal.“
    Man denkt immer, die TAZ könnte sich nicht mehr unterbieten; es geht immer noch tiefer.

  2. Thomas Holm Says:

    HAS gehörte auch zu den wenigen, die vorhersahen, dass der absehbare politische Bankrott dieses Phänomens in heillosen inneren Zerwürfnissen und blutigen Konflikten untereinander enden könnte.

    Zum „Faschismus“ fehlten (für meine Begriffe) noch die pünktlichen Züge, aber wenn man in der Analogie verweilen wollte, so hätte man es mit dem wucherndem Syrien-Konflikt analog mit einem Zerfleischen von Mussolini und Hitler ca. 1934 über Österreich zu tun.

    Hier, aus meiner Sicht, eine Fortschreibung der angesprochenen Überlegung von HAS, wo sich dieser kosmisch-nihilistische Irrwahn zu einem

    http://www.gatestoneinstitute.org/3703/fourth-great-war

    ausgewachsen hat, bei dem es für den Westen und für den Rest der Menschheit keinen Blumentopf zu gewinnen gibt, anders als bei den GWs I./II. und dem Kalten Krieg, der Nr. III. in der Zählung.

  3. Thomas Holm Says:

    Im Rahmen einer Jihad-Freigabe für Syrien verlautbart es aus Mursis Büro düster-allgemein, dass man sich für Auslandshandlungen von Ägyptern eh nicht mehr so recht zuständig fühle:
    ““We are no longer a center for rendition, or punishing Egyptians for what they do in other countries,” he said.” Ist vielleicht für Juristen von Interesse. Quelle:

    http://www.washingtonpost.com/world/middle_east/egypts-presidency-says-it-citizens-free-to-fight-in-syria-as-sunni-clerics-call-for-jihad/2013/06/13/81056cec-d453-11e2-b3a2-3bf5eb37b9d0_story.html

  4. mathieu Says:

    HAS fürchtet, dass seine Facebook-Seite gelöscht werden könnte. Er schreibt: „…sollte Facebook meine Seite wegen Beleidigung religiöser Gefühle löschen , dann bitte bei Facebook protestieren und fragen, warum ein Mordaufruf gegen mich eine Woche lang durch Facebook ging, während einige harmlose islamkritische Posts nicht geduldet werden?“

  5. mathieu Says:

    Hamed Abdel-Samad via Facebook: „Der Terrorist Assem Abdel-Maged, der den Mordaufruf gegen mich machte, wurde verhaftet. Auch der salafistische Sender, den den Aufruf verbereitete wurde auf Befehl der Armee geschlossen. Jetzt holen wir unser Ägypten zurück!“

  6. KarlMartell Says:

    Sowas wie „Jetzt holen wir uns er Ägypten zurück“ lässt mich dann doch immer wieder an der Serösität von HAS zweifeln. Das ist infantil und kommt ja öfter vor bei ihm.

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