Plädoyer für die totale Dekonstruktion

SchwarzesLoch

Der definitiv beste Platz für den Mohammedanismus
ist ein gemütliches schwarzes Loch

Mouhanad Khorchide hat ein schmales Buch geschrieben, dessen Sinn es ist, dem Mohammedanismus und dem blutrünstigen Kloran positive Seiten abzugewinnen und solchermaßen die deutschen Bürger in Sicherheit zu wiegen und der einzig logischen Konsequenz, dem Counterjihad, abspenstig zu machen.

Seine Mit-Orks indessen dankten es ihm nicht und überzogen ihn mit wüsten Anfeindungen.

Ein ganz anderes Problem, nämlich das der verblüffenden intellektuellen Schlichtheit, hatte bei Khorchides Arbeit Hans-Thomas Tillschneider ausgemacht. Deutschlands beste Zeitung brachte seine Ausführungen am 7. Juni 2013. Dem sehr pointierten und intelligenten Text von Dr. Tillschneider entgegnete in der heutigen FAZ in gewohnt plumper und schäumender Dimmi-Pöbelmanier Prof. Dr. Marco Schöller.

Dass die Orks und ihre Freunde unglaublich dumm und primitiv sind, wie man nach der Lektüre des Leserbriefes unschwer feststellen kann, bedeutet leider nicht, dass sie keine (Zerstörungs-) Macht entfalten könnten. Und genau darum gibt es den Counterjihad.

Übrigens: Dieses Blog besteht zum überwiegenden Teil aus dem, was die Orks und ihre Freunde sagen und schreiben und tun und nur zu einem sehr kleinen Teil aus meinen Kommentaren und denen meiner KommentatorInnen. Mit anderen Worten: In der MoT wird der Mohammedanismus im Gegensatz zu Mazyeks „islam.de“ großgeschrieben.

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Fragwürdiges Plädoyer für eine infantile Theologie

Die islamischen Theologien sind von einer echten Auseinandersetzung mit moderner Theologie und Geisteswissenschaft noch weit entfernt.

Damit konfrontiert, dass seine Zeilen zur politischen Situation Irans viel Zustimmung von fragwürdiger Seite erfahren haben, antwortete Günther Grass: „Bloß keine Angst vor dem Beifall der falschen Seite! Wenn man dem folgt, dann verbietet man sich selbst das Maul.“ Ein wahres Wort, das auch in der Umkehrung gilt: Genauso wenig, wie Beifall von der falschen Seite schadet, genauso wenig nützt der Widerspruch, der von der falschen Seite kommt. Diese Einsicht wiederum drängt sich angesichts der aktuellen Debatte um das Buch „Islam ist Barmherzigkeit“ von Mouchanad Khorchide auf.

Mouchanad Khorchide, promovierter Soziologe palästinensischer Abstammung und seit 2010 Inhaber des Lehrstuhls für islamische Religionspädagogik an der Universität Münster, hat mit „Islam ist Barmherzigkeit“ Ende 2012 seine erste Monographie im Themenbereich der islamischen Theologie vorgelegt.

Das Werk hat kaum Reaktionen hervorgerufen, bis sein Inhalt orthodoxen Kreisen zu Ohren kam. Khorchide wurde vorgeworfen, er verletze elementare Prinzipien des islamischen Glaubens, und er wurde aufgefordert, „Reue“ zu zeigen. Sehr konkret war die Kritik nicht, was darauf hindeutet, dass die Diskussion sich nahe an neuralgischen Punkten bewegt. Es dürften Aussagen wie „Scharia als juristisches System steht im Widerspruch zum Islam selbst“ oder „Scharia ist ein menschliches Konstrukt“ gewesen sein, die Anstoß erregt haben.

Khorchides Absicht besteht kurz gesagt darin, den Islam von der Scharia zu befreien. Und genau darauf kommt es, wie ich meine, an. Um in unsere Gesellschaft integrierbar zu sein, muss der Islam sich von allen politisch-rechtlichen Ansprüchen trennen. Er muss sich gründlich säkularisieren, entpolitisieren und von den Teilen des islamischen Rechts, die mit unserem Recht kollidieren, lossagen, und zwar auch in der Theorie und Theologie. Dass diejenigen dagegen aufbegehren, die einen politischen Islam vertreten oder gar den Islam für politische Ziele einsetzen, versteht sich von selbst.

Mustafa Yoldas, der Vorsitzende eines starken Hamburger Islamverbandes und einer der Wortführer der Kritik, ermahnte Khorchide in einer am 8. März dieses Jahres vom ZDF ausgestrahlten Fernsehdiskussion, er dürfe sich nicht einmal dem Verdacht aussetzen, den Erwartungen der Mehrheitsgesellschaft entsprechen zu wollen. Das verursache der Basis der Verbände „Bauchschmerzen“. Yoldas selbst brachte damit auf den Punkt, wo das größte Integrationshindernis liegt.

Khorchide und die Verbandsvertreter einigten sich schließlich darauf, dass es möglich sein müsse, gleichzeitig Muslim und Deutscher zu sein. Die Frage, ob sich dafür Deutschland islamisieren oder der Islam reformieren muss, wurde ausgeklammert. Ohne eine Antwort darauf aber verkommt die Feststellung, man müsse gleichzeitig Muslim und Deutscher sein können, zu einer nichtssagenden Phrase mit sedierender Wirkung.

Außerdem wurde – und auch das ist symptomatisch – Khorchides Werk gerade für etwas, wofür es tatsächlich hätte kritisiert werden müssen, nicht kritisiert. Ungeachtet seiner guten Absichten ist dieses Werk in seinen intellektuellen Ansprüchen derart bescheiden, dass man sich wundert, seinen Autor auf einem theologischen Lehrstuhl zu sehen.

„Islam ist Barmherzigkeit“ besteht aus biographischen Anekdoten, etwas Proseminarwissen zur islamischen Theologie und Geschichte, Versatzstücken aus der Tradition des Reformislam, einem guten Schuss Esoterik und einem bunten Strauß Allerweltsansichten über Gott und die Religion. Spuren eines profilierten theologischen Denkens sind nicht erkennbar. Das Ganze ist eine Laienpredigt auf gut zweihundert nicht sehr dicht bedruckten Seiten. Wir erfahren beispielsweise, dass Khorchide seinen Kindern verbietet, am PC zu spielen, wenn sie ihre Schulaufgaben nicht gemacht haben, nicht etwa weil es ihm darum ginge, seine hausväterliche Gewalt zu demonstrieren, sondern weil er doch nur das Beste für seine Kinder will. Und genauso sei es mit Gott und mit uns.

Khorchide belehrt uns darüber, dass „die Idee des Teufels metaphorisch für das Böse“ stehe, und führt uns vor Augen, dass es immer noch einen Grad kitschiger geht, bis er schließlich bei der Erkenntnis ankommt: „Einen Menschen anzulächeln ist ebenso Gottesdienst, wie eine Pflanze zu gießen.“ Zwischendurch wiederholt er regelmäßig sein Mantra, der Mensch sei ein Medium von Gottes Liebe und Barmherzigkeit.

Seine These, dass ausnahmslos alle Menschen ins Paradies kommen und auch im Koran die Barmherzigkeit Gottes über allem steht, begründet Khorchide, indem er freundlich klingende Koranverse aus ihrem Zusammenhang reißt, unfreundliche übergeht und die Auslegungsgeschichte des Korans als eitel Menschenwerk ignoriert – im Prinzip keine andere Methode als die der vielgescholtenen Islamkritik, nur eben unter umgekehrtem Vorzeichen.

Wenig innovativ ist auch die Vorstellung, es komme darauf an, so etwas wie überzeitliche Intentionen aus dem Korantext herauszudestillieren. Wenn der Koran Frauen beim Erbrecht benachteiligt, sie aber vor dem Islam auf der arabischen Halbinsel überhaupt nicht erbberechtigt waren, dann bestehe, so Khorchide, die eigentliche Absicht doch darin, Frauen besserzustellen, was in heutiger Zeit natürlich andere Maßnahmen erfordere. Es handelt sich bei diesem etwas einfältigen Deutungsansatz um einen Ladenhüter des islamischen Reformdenkens, den vor Khorchide schon Fazlur Rahman (gestorben 1988), Nasr Hamid Abu Zaid (gestorben 2010) und eine ganze Schar weiterer Islamreformer bemüht haben, ohne dass die Idee jemals gezündet hätte.

Das wiederum liegt nicht nur daran, dass die islamische Orthodoxie verstockt an ihrem Traditionsbestand festhält, sondern stärker noch an der Undifferenziertheit dieses Denkmodells und an der billig auftrumpfenden Art, mit der es vorgetragen wird. Es ist weder in der islamischen Tradition verankert, noch zeugt es von einer echten Auseinandersetzung mit moderner Theologie und Geisteswissenschaft. Khorchide leistet überhaupt keine echte Denkarbeit, sondern definiert den Islam einfach nach seinem Geschmack um. Informationen über die islamische Theologiegeschichte werden gelegentlich herbeizitiert und spenden etwas Kolorit, mehr nicht. Dabei müsste Khorchide mit der islamischen Theologie ringen, so wie Bultmann mit der protestantischen Theologie gerungen hat, und stärker noch.

Bis zu Khorchide nämlich war der Islam, abgesehen von antinomistischen Strömungen innerhalb der Mystik, eine Gesetzesreligion, die den Gläubigen eine detailreich ausgearbeitete Lebensordnung vorgeschrieben hat. Und nun entpuppt er sich je nach Sichtweise als eine Rundum-Wohlfühl-Religion, ganz den Bedürfnissen des Menschen zugewandt, uninteressiert am Buchstaben, überströmend von Liebe, Barmherzigkeit und „billiger Gnade“ (Dietrich Bonhoeffer)?

Khorchide spricht nicht wie ein Theologe, sondern wie ein Prophet, der aufgrund höherer Autorisierung sagen kann, wie es ist, ohne sich mit Begründungen aufhalten oder an Denktraditionen Anschluss gewinnen zu müssen. Es ist ein Armutszeugnis für die Islamdebatte, dass die Kritik an Khorchides Absichten breit verhandelt wurde, er aber für das, wofür er alle Kritik verdient hätte, nämlich für die intellektuelle Dürftigkeit seines Entwurfs, keinerlei Kritik erfahren hat.

Das öffentliche Gespräch über den Islam wird auf verquere Weise geführt. Ein weiteres Beispiel dafür wäre Wolfgang Johann Bauers ebenfalls 2012 erschienene Monographie „Aishas Grundlagen der Islamrechtsergründung und Textinterpretation“. Bauer arbeitet als Postdoktorand am Institut für islamische Theologie der Universität Osnabrück. Sein Buch ist die überarbeitete Fassung seiner Dissertation und kann in doppelter Hinsicht als Komplementärstück zu Khorchides „Islam ist Barmherzigkeit“ gelten. Anders als Khorchide kennt Bauer die islamische Tradition einigermaßen, und anders als Khorchide gibt er nichts davon preis. Bauer verwirft die Traditionskritik der Orientalisten als unislamisch, besteht auf einem Scharia-Islam ohne Abstriche und plädiert innerhalb dieses Rahmens dafür, die Überlieferung von Aisha, der Frau des Propheten, stärker zu berücksichtigen.

Diese ultraorthodoxe Arbeit hat nicht die leiseste Kritik hervorgerufen, was sich nicht allein dem Umstand verdankt, dass sie in einem miserablen Deutsch abgefasst ist. Das, was Kritik hervorruft und was nicht, bemisst sich mittlerweile weniger nach dem gesunden Menschenverstand oder den Bedürfnissen der Mehrheitsgesellschaft, sondern folgt den Befindlichkeiten der Islamverbände, die aber bekanntlich nur eine Minderheit der in unserem Land lebenden Muslime repräsentieren. Was wir brauchten, wäre weder Khorchides süßliche Prosa noch Bauers hölzerner Fundamentalismus, sondern Khorchides Absichten mit einer Begründung, die an die Wurzeln von islamischer Tradition und moderner Theologie gleichermaßen geht.

Bislang hat die islamische Theologie in Deutschland nichts dergleichen geleistet. Bülent Ucar, der Direktor des Instituts für islamische Theologie der Universität Osnabrück, hat in der Herder Korrespondenz Spezial (2/2009) geschrieben: „Ich halte es mit dem Propheten, der empfiehlt, dass der Glaube eines Muslims wie der einer alten Frau zu sein habe: so einfach, so rein, so klar, vielleicht auch kindlich. Hat eine in diesem Sinn infantile Theologie einen Platz im Wissenschaftsbetrieb und an staatlichen Hochschulen?“ Hört man dieses Plädoyer, schöpft man nicht sehr viel Hoffnung, dass die neu etablierte islamische Theologie jemals erwachsen wird. Was der islamischen Theologie fehlt, ist nämlich kein Recht auf Infantilität, sondern intellektuelle Reife und Mut zur Selbstkritik.

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Anmaßend und fehlgedeutet

Die Überheblichkeit, mit der Hans-Thomas Tillschneider nicht nur das 2012 erschienene Werk „Islam ist Barmherzigkeit“ von Mouhanad Khorchide, sondern auch andere Publikationen muslimischer Theologen in Deutschland aburteilt, hat nicht leicht Ihresgleichen. Besonders betrüblich ist zunächst, dass sich hier ein (noch recht junger) Islamwissenschaftler anmaßt, das Wirken der muslimischen Theologen zu be- und verurteilen, als besäße er wie selbstverständlich eine Deutungshoheit über deren Tun und Denken. Das ist natürlich abwegig, und ich muss die Islamwissenschaft, die ich selbst auch vertrete, vor diesem Anspruch in Schutz nehmen. Des Weiteren hängt Tillschneider offenbar dem irrigen (und im Übrigen von typisch islamwissenschaftlichen Vorurteilen geprägten) Glauben an, ein muslimischer Theologe betreibe nur dann Theologie, wenn er in scholastischer Manier und in abstrakter Begrifflichkeit über die Eigenschaften Gottes nachdenkt, wie man es im Islam über Jahrhunderte in elitärem Kreis getan hat. Demgegenüber hält Tillschneider ein Sprechen von und über Gott, das in einer allgemein verständlichen Sprache auch Laien und Jugendliche erreichen kann, für infantil und sieht Khorchide als nicht in der islamischen Tradition verankert. Nein, muss ich hier in aller Schärfe entgegnen, Khorchide schreibt diese Tradition soeben fort, ja er schreibt sie vielleicht auch neu, und dabei muss er sich nicht von einem Islamwissenschaftler sagen lassen, wie er das zu tun hat. Und dass Tillschneider das Buch von Khorchide, der darin ja nicht als akademischer Theologe, sondern als Glaubensmittler und Religionspädagoge spricht, zum Anlass nimmt, dessen Befähigung als Professor für Islamische Theologie in Frage zu stellen, ist unverschämt.

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Time am 12. Juni 2013

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3 Antworten to “Plädoyer für die totale Dekonstruktion”

  1. vitzli Says:

    im grunde ist der islam ein rein psychiatrisches problem.

    da laufen lauter herrenmenschen (m/w) herum, die ihre schwergewichtigen minderwertigkeitskomplexe an hunden abarbeiten. an ungläubigen hunden wie den normalen deutschen.

    damit man die wüsten wüsten-würstchen ernst nimmt, arbeiten sie mit brutalen todesdrohungen, wie aktuell mit der todesfatwa gegen unseren normalbürger abdel-samad. islam ist nämlich frieden.

    und wer das ekelhaft und abscheulich findet, ist in den augen der islamfreundlichen linken ein nazi.

    womit wir wieder im bereich des psychiatrischen wären …

  2. Fritz Says:

    Auch der süßeste Honig macht uraltes Brot darunter nicht besser!
    Der giftige Schimmelpilz darin ist durch Schönreden oder Übersehen nicht zu beseitigen.
    Auch nicht mit pädagogischer „Vermittlung“.

  3. Fredl Says:

    Wäre nett, wenn man die Autoren direkt oberhalb oder unterhalb des Artikels nennen würde. Dann muss ich nämlich kene Einleitungen lesen.

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