Marwa, die Märtyrerin?

Sherbini

Gestern jährte sich die Ermordung der ägyptischen Pharmazeutin Marwa El-Sherbini und ihres ungeborenen Kindes durch den Russlanddeutschen Alex Wiens zum vierten Mal. Das war ein willkommener Anlass für Mazyeks „islam.de“, mal wieder einen der üblichen Hetzartikel vom Stapel zu lassen (1). Er pupte: „Marwa hat ihr Eintreten für die uneingeschränkte Freiheit des Glaubens mit den Tod bezahlt.“

Aber darum ging es doch gar nicht. Es ging nicht um Religion. Es ging viel mehr um den Platz auf einer Schaukel, die sich auf einem Spielplatz befand, und auf der Herr Wiens Platz genommen hatte, was Frau El-Sherbini nicht gefiel. Ein Wort gab das andere, und Herr Wiens bezeichnete Frau El-Sherbini als „Terroristin“, „Schlampe“ und „Islamistin“ – in der Tat grauenhafte Beleidigungen! Die „taz“ vom 6. Juni 2009 (2):

„Marwa E. zeigte ihn an, kurze Zeit später wurde der russlanddeutsche Mann, der seit 2003 in Deutschland lebt, zu einer Geldstrafe verurteilt. Weil er arbeitslos war, fiel die Strafe mit 780 Euro gering aus. Während des Prozesses sagte W. nach Angaben der Staatsanwaltschaft, ‚solche Leute’ seien nicht beleidigungsfähig, da sie ‚keine richtigen Menschen’ seien. Die Staatsanwaltschaft hielt daraufhin eine Freiheitsstrafe für angemessen und ging in die Berufung.“

Die „taz“-Schreiber scheinen ja maßlos gut zu verdienen, wenn für sie 780 Euro „gering“ sind. Ich meine, dass für Herrn Wiens 780 Euro viel Geld waren. Ich denke auch, dass er über Deutschland maßlos enttäuscht war, das eine Frau in Schutz nahm, die letztlich eine Verfassungsfeindin war und dies auch noch stolz zur Schau stellte. Ich glaube auch, dass er sich durch die Berufung in die Ecke gedrängt fühlte, was seine Wahnsinnstat begünstigte. Auf „islam.de“ wird daraus jedoch eine lang geplante, „heimtückische“ Tat. Mazyek instrumentalisiert bedenkenlos:

„Marwa El-Sherbini ist für uns alle ein großes Vorbild an Zivilcourage und sie hat am Ende sogar mit ihrem Leben dafür bezahlt. Ihr Vermächtnis ist das Eintreten für die uneingeschränkte Freiheit des Glaubens, welche in unserem Grundgesetz verankert ist; dies gilt es zu verteidigen, gerade auch in diesen Tagen. Dazu zählt die Toleranz gegenüber dem Andersdenkenden, Andersaussehenden, uch (bitte a vor dem u einfügen, T.) das religiöse Tragen eines Kopftuches gehört dazu.“

Für Mazyek ist es also ein Zeichen von „Zivilcourage“, wenn eine Apothekerin einen Hartz-4-Empfänger mit der Staatsanwaltschaft im Rücken fertig macht. Das entspricht der mohammedanistischen Auffassung von Mut, der bei ihnen dann vorliegt, wenn zehn Orks einem Nichtork gemeinschaftlich den Schädel eintreten. Der „Antisemitismusforscher“ Peter Widmann indes hatte schon 2009 sogar eine antimohammedanistische Verschwörung ausgemacht, die bis in die Mitte der Bevölkerung reiche (3):

„’Dieser Anschlag wurde möglicherweise atmosphärisch durch eine Hassszene im Internet vorbereitet und durch problematische Tendenzen unter bestimmten Intellektuellen, die bis in die Mitte der Gesellschaft reichen’, sagte Wissenschaftler Widmann.“

Bei Wikipedia werden der Auslöser Schaukelstreit und die spätere Eskalation nicht genannt (4), und es heißt dort, eine dritte Person habe die Polizei gerufen. Die FAZ vom 28. Oktober 2009 hatte jedoch gemeldet:

“Er nannte sie ‘Islamistin’ und ‘Terroristin’. Andere griffen ein. Marwa al Scharbini rief mit dem Handy einer weiteren Frau die Polizei.”

Marwas Nachname wird in unzähligen Varianten wiedergegeben. Eine ulkige Reaktion zeigte damals übrigens Mammut Gardinenstange. Wiki:

„Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad bezeichnete die Tat als ‚vorprogrammiert’ und verlangte eine Sanktionierung Deutschlands durch die Vereinten Nationen.“

Immerhin bringt Wikipedia auch die Ansicht des marxistischen Soziologen und Erziehungswissenschaftlers Hartmut Krauss (5):

„Hartmut Krauss bezeichnete die mediale Darstellung des Sherbini-Mordes als realitätswidrig. Krauss berief sich auf die Informationen bezüglich des Tatmotivs, welche der ermittelnden Staatsanwaltschaft vorlagen, und postulierte, es habe sich bei der Tat um das Ergebnis eines ‚emotional hochgeschaukelten’ Streits gehandelt. Des Weiteren kritisierte er eine aus seiner Sicht eindeutige interessenpolitische Verwertung des Falles durch die Muslimverbände, die dieses Verbrechen als vermeintliches Resultat einer angeblich vorhandenen ‚Islamophobie’ ausbeuten würden.“

Entlarvend war die Reaktion der Familie, über die die FAZ am 30. Oktober berichtet hatte, dass sie „Schmerzensgeld vom Freistaat Sachsen“ für die Ermordete verlange, und die Ermordete also solchermaßen noch vergolden wollte, und dass sie einen Strafantrag gegen den vorsitzenden Richter gestellt hatte.

Frau El-Sherbini war das bedauernswerte Opfer eines psychopathischen Irren, aber eine „Märtyrerin“ ist sie nicht.

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Time am 2. Juli 2013

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1) http://www.islam.de/22506
2) http://www.taz.de/!37146/
3) http://www.taz.de/!37146/
4) http://de.wikipedia.org/wiki/Marwa_El-Sherbini
5) http://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_Krauss

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10 Antworten to “Marwa, die Märtyrerin?”

  1. KarlMartell Says:

    Apotheker sind approbierte Pharmazeuten, keine Leute, die einen Bachelor von der Universität Kairo haben. Frauen mit Bachelor von der Universität Kairo oder jeder anderen Hochschule dürfen sich auch nicht Apotheker nennen und man sollte sie auch nicht so nennen. Sie dürfen auch keine Apotheken führen (noch nicht mal in Brasilien) oder Arzneien zusammenmixen. Sie dürfen dem Apotheker das Geschirr spülen oder Fertigprodukte unter Aufsicht verkaufen, das ja.
    Allerbesten Gruss aus Maceió
    KM
    (alte Apothekerfamilie!)

  2. Isley Constantine Says:

    So funktioniert die Ork-Propaganda. Berechtigte Kritik gegen den Islam wird entweder von ihnen todgeschwiegen/ignoriert oder als Islamophobie umgedeutet. Dann wird alles mögliche zu ihrem Gunsten umgedeutet um sie möglichst als Opfer und arme, kleine, unterdrückte Minderheit aussehen zu lassen. Man denke auch an ihre Sprüche wie „Muslime sind die Juden von heute“. Einfach widerlich – widerlich auch die Leute die bei diesem Spiel auch noch mitmachen.

  3. Time Says:

    Hallo Karl,

    habe ich geändert! 😉

    Viele Grüße

    von Time

  4. Tangsir Says:

    Danke für diesen Artikel und danke für die wertvollen Kommentare

  5. Thomas Holm Says:

    Ein Muslimbruder (oder dessen Verwandter und Parteigänger) dem 15 Bodyguards verhaftet worden waren und der sich über Heimsuchungen in seinem Anwesen beklagt, hat auf seinem youtube-kanal den Auszug aus „The Naked Gun“, wo Khomeini, Gorbachev, Arafat, Gaddafi, Castro, und Idi Amin vom US-Helden verprügelt werden. Ab Min. 1.50

    Meine Schlussfolgerung: Es handelt sich psychologisch auch wesentlich um ein mutwillig prätentiöses Phänomen. Religion geht anders; Imperium aber auch. Nihilistische Trotz-Bälger sind sie eher.

  6. Thomas Holm Says:

    Über die Befallenen: „he does not accept or understand causality as we use the word. Takfiris assert that God recreates the universe in full each instant, so there is no need for causality, since that would imply a diminution of God’s power.

    He also does not accept the existence of an objective fact separate from how he feels about it, and if he should feel negatively disposed toward the fact, whatever it is, the fact can be made simply to disappear. And he usually cannot navigate even a simple syllogism.“

    http://blogs.the-american-interest.com/garfinkle/2013/07/01/note-to-clueless-msm-types-abdel-fattah-al-sisi-memorize-that-name/

    Sehr aufschlussreiche Ausführungen auch über das Herunterwirtschaften von Ländern bis zu einem Punkt, wo nur Leute etwas bringen können, die in Sandhurst, o.ä. waren.

  7. W. Caldonazzi Says:

    @Thomas Holm:

    Eine präpotente Muslima und ein russisch-deutscher Außenseiter mit psychopathologischen Zügen treffen auf einem Spielplatz aufeinander, und die deutsche Justiz lässt dieses vorerst verbale Geplänkel eskalieren. Erst die Berufung der Staatsanwaltschaft, die aus einer Lappalie eine mit Gefängnisstrafe zu ahndende Straftat zu konstruieren versuchte, hat die Basis für diese tödliche Eskalation geschaffen.

    Nicht die bekopftuchte Muslima ist schuld an der Eskalation, sondern die politisch weisungsgebundene Staatsanwaltschaft, die ihren politischen Direktiven entsprechend vorgeht.

    Dein verlinktes „The Naked Gun“ hat damit gar nichts zu tun. Auch dein Link zum Blog „the-american-interest“ verfehlt das Thema.

    Wir wissen, dass der Islam unsere Werteordnung untergräbt, und wir wissen, dass Muslime auf genau diese unsere Werteordnung pfeifen. Aber das ist ihr gutes Recht. Ich pfeife auch auf wen ich will.

    Was uns interessieren sollte, sind unsere eigenen Dhimmis in Legislative, Judikative und Exekutive, die sich von bei uns investierten Petrodollar kaufen lassen und alle Freiheiten über Bord werfen, für die unsere Vorfahren gekämpft haben und gestorben sind. Die 12 Jahre von 1933 bis 1945 gelten hier nicht. Wir haben eine Geschichte, die etwas mehr als 12 Jahre umfasst. Aber um die schert sich keiner.

    Ich habe deine Kommentare auf ARO1 gelesen, und die sind so kryptisch wie hier. Sprich zur Sache und bleib verständlich.
    Muslime tuen das, was ihre Gemeinschaft fördert. Das ist bei uns legitim. Vielleicht sollten wir uns an ihnen ein Beispiel nehmen und ihre Taktik übernehmen.

    Aber gibt es bei uns überhaupt eine Gemeinschaft? Ich fürchte, dass es keine gibt.

  8. Tangsir Says:

    Caldonazzi,

    Es gibt vielleicht nicht durchgehend eine Gemeinschaft, aber dafür ein gemeinsames Ziel, und das ist die Dekonstruktion des Allahismus. Dass es hierbei verschiedene Ansätze gibt und jeder einen anderen Weg bzw. Gangart bevorzugt, macht ja gerade die Stärke dieses Interessengemeinschaftes, was es ja letztlich auch ist. Aber ist die von Time, mir und anderen vorgegebenes Ziel tatsächlich ein Ziel auf das sich alle geeinigt haben?

    Weisst du Caldonazzi, Im Allgemeinen sind Menschen, die direkt von der Direktive der Allahisten mit dem Tod bedroht werden, ziemlich klar im Kopf. So einer ist Abdel-Samad. In einem seiner letzten Interviews hat er es auf den Punkt gebracht:

    „Die Islam-Debatte, die gerade in Deutschland geführt wird, wäre sinnlos, wenn sie nicht dazu führen würde, dass man auch mehr Säkularisierung wagte in Bezug auf die christlichen Kirchen. Die Lösung kann niemals sein, dass man den Islam mit den Kirchen gleichstellt, dass der Staat auch für die Muslime Steuern eintreibt und dass sie genau das gleiche Mitspracherecht in den Medien und im Gesundheitswesen haben. Die Muslime sollten nicht die gleichen Privilegien wie die Kirchen bekommen. Die Kirchen müssten auf einige Privilegien verzichten.“

    Und genau das ist der Knackpunkt schlechthin. Time als Christ bekennt sich immer wieder zum Säkularismus und versucht der Zielerfüllung treu zu sein. Viele halten diesen Blog ja für einen weiteren antisislamischen Blog, aber kaum jemand sieht die Disziplin Times, sich ganz auf das Ziel zu konzentrieren, und dabei keine Spaltung der „Gemeinschaft“ durch die Erörterung anderer politische Punkte zu riskieren. Mit dieser Einstellung versuche ich übrigens auch meine Arbeit zu tun, wobei meine Priorität klar beim Iranzamin liegt.

    Was wir aber in weiten Teilen der christlichen antiIslam-Fraktion erleben ist genau das Gegenteil davon. Energiepolitik wird zum Thema gemacht, gegen Säkularisierung, indem man sich hinter der institutionalisierten Kirche und ihre Pfründe stellt, gegen Homosexuelle- Trans usw. wird sich positioniert und nicht nur gegen das Adoptionsrecht, bei dem ich akzeptiere, dass jeder dabei eine eigene legitime und gegensätzliche Meinung vertritt.

    Es wird gegen Frauenaktivisten wie die Femen vorgegangen oder sogar gegen die Ägypterin und Heldin Aliaa Almahdi, die man als Asylbetrügerin diffamiert. Zum Teil sind viele nicht bereit ihren ewigen Kampf gegen Links aufzugeben.

    Dadurch können auch Abdel-Samad, die Giordano-Stiftung oder andere linke Kräfte sich nicht mit uns solidarisieren und mit uns gemeinsam als vereinte Kraft auftreten.

    Ich muss aber auch an deiner Position während der Beschneidungsdebatte Kritik üben Caldonazzi,

    Die Beschneidungsdebatte in Deutschland war legitim und die Deutschen hätten aus vielen erdenklichen Gründen die Beschneidung pauschal bei allen verbieten müssen. Die Juden haben immer noch ihre Heimstätte Israel, wo sie sich ihre eigenen Regeln machen können. Die Juden und Israelis wären die letzten, die ich, was das Thema Beschneidung angeht, an den Pranger stellen würde. Zu allererst müssen weibliche Genitalbeschneidungen bekämpft werden und dann die Beschneidung in der islamischen Welt. Ich fand es dennoch vollkommen inaktzeptabel, dass Dieter Graumann vom Zentralrat der Juden, im Fernsehen, zusammen mit einem Muslim gemeinsame Sache machte, um sich damit gegen die restliche Gesellschaft zu positionieren.

    Genauso wie die Israelis in ihrem eigenen Staat autark entscheiden dürfen was Recht und Unrecht ist, genauso sollte man es auch Deutschland erlauben. Im Übrigen solidarisiere ich mich mit den Israelis in Israel, die sich gegen Beschneidung einsetzen. Das zeigt aber auch wie reif die israelische Gesellschaft inzwischen ist solch ein Widerspruch zuzulassen. Eine Reife übrigens, die ich bei Dieter Graumann nicht entdecken konnte, als er sich gegen Necla Kelek wendete, die im Fernsehen die Aufgabe übernommen auf diese Fraktion innerhalb der israelischen Gesellschaft aufmerksam zu machen.

    Ich hoffe, du weisst, dass ich dich trotz der Kritik nachwievor sehr schätze.

  9. Hildesvin Says:

    Er hat die Schnepfe öffentlich vor Zeugen gekillt: Nach dem Alten Recht ist es daher Totschlag, und kein Mord. Gerade so, als wären keine Zeugen dabeigewesen, und er hätte sich bis zum Sonnenuntergang dazu bekannt.
    Das Wergeld für einen Sklaven dürfte bestenfalls den Wert dreier Kühe betragen.

  10. Time Says:

    Wisst Ihr was,

    95% männliche Kommentatoren der MoT?

    Zusammen zivilisieren wir den Mond!

    Zusammen gehen wir ganz weit hinaus!

    An das Ende von allem!

    Aber nicht ohne Frauen!

    Und nicht ohne Kinder!

    Es geht mir um die 5%.

    Und um die 100%.

    Um das Ganze!

    Um die Zauberei!

    Vielen Dank,

    Euer Time

    _____

    I’m still alive an‘ well

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