Leserbrief-Counterjihad (#35)

Rollenoffsetdruck

Zum gestrigen MoT-Beitrag über Ägypten und zur Frage echter Demokratie lieferte Mathieu folgenden Kommentar (1):

„Bei den O-Tönen stelle ich folgendes Stimmungsbild fest: Die Ägypter sehnen sich nach Säkularität – und zwar auch gläubige Moslems. Sie bewerten die Gewaltexzesse als von den Muslimbrüdern ausgehend. Sie halten das Militär als ein für den Übergang notweniges Übel – nicht mehr und nicht weniger. Was mit Mubarak passiert interessiert keinen. Keiner will ihn zurück, aber auch keiner will ihn bestrafen. Ägypter scheinen in mancher Hinsicht weiter zu sein als die ,Demokratieverteidiger’ (kein Wunder haben sie erlebt, dass EINE Wahl nicht schon Freiheit, Säkularität garantiert). Ihnen scheint auch ziemlich egal zu sein, was der Westen denkt. Sie scheinen einen eigenen Weg zu gehen und für die westlichen Schubladendenker ist das nur schwer einzuordnen.“

Mathieus Ausführungen wurden in der heutigen FAZ von der Leserbriefschreiberin Sabine Pietrowski aus Hurghada, Ägypten, bestätigt:

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Die Muslimbrüder sind nicht die Opfer

Ich lebe seit sieben Jahren in Hurghada und bin echt entsetzt, zu lesen, wie die „Muslimbrüder“ als die Opfer dargestellt werden. Ich bin keine Ägypterin, sondern Deutsche, und auch nicht politisch aktiv, aber ich habe Augen und Ohren! Die Berichterstattung ist einseitig. Diese terroristische Bruderschaft hat die angeblich „demokratischen“ Präsidentenwahlen von A bis Z manipuliert. Mursi war niemals ein demokratisch gewählter Präsident. Er war von Anfang an die Marionette der Muslimbrüder. Den Analphabeten in Ägypten wurden Wahlzettel vorgelegt, in denen die Farben für „Ja“ und „Nein“ vertauscht wurden. Armen und kinderreichen Familien wurden 1000 ägyptische Pfund gezahlt, wenn sie für „Ja“ stimmen Leute wurden mit perfiden Drohungen daran gehindert, wählen zu gehen. Als feststand, dass Ahmad Shafiq die Wahl eigentlich gewonnen hätte, hat die feine Bruderschaft gedroht, das Land mit Terror zu überziehen, falls ihr Kandidat nicht Präsident würde.

Das ägyptische Volk wollte ihn von Anfang an nicht! Er überging nach seinem Amtseid die Entscheidung des Militärrats und setzte das eigentlich aufgelöste Parlament wieder ein. Er entließ Gefangene. Er erklärte im Alleingang die seine Position einschränkenden Verfassungszusätze für unwirksam. Er wollte den Generalstaatsanwalt entmachten, dies wurde nur durch Proteste der Bürger verhindert.

Als die Proteste gegen Mursi hier immer stärker wurden, ist den Muslimbrüder mehrfach angeboten worden, sich mit der Opposition an einen Tisch zu setzen, um eine Lösung zu finden – dies wurde von der Bruderschaft immer wieder abgelehnt (auch jetzt noch). Sämtliche Versuche, einen Dialog mit dieser terroristischen Gruppe herbeizuführen, wurde von ebendieser blockiert.

Im Juni 2013 wurden im Hafen von Port Said zwei Container mit Waffenlieferungen aus Syrien für die Muslimbrüder gefunden und konfisziert. Er hat einen Mörder, dessen Beteiligung an dem Attentat 1997 in Luxor nachgewiesen ist, als Gouverneur eingesetzt! Fakt ist aber, dass es sich hier nicht um eine Putsch gehandelt hat, wie immer gern behauptet wird, sondern um den Willen des Volkes. Die Massenproteste waren eine Reaktion auf seinen durch und durch autoritären Führungsstil durch die Muslimbrüder, die Absetzung durch das Militär eine (notwendige) Reaktion auf die Ablehnung zum Dialog. Diese Bruderschaft ist weder unbewaffnet noch harmlos. Die Waffenfunde sprechen für sich. Sie sind gewaltbereit und führen das auch aus und durch. Sie sind bestens organisiert, manipulativ, lehnen jede Art von Dialog ab und rufen weiterhin zu „friedvollen Demonstrationen“ auf, nur leider sind diese „friedvollen Demonstrationen“ eben nur oberflächlich betrachtet friedvoll.

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Time am 28. August 2013

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/08/27/welche-demokratie-ist-gemeint/#comment-5303

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