Zwanghafte Instrumentalisierung

Yozgat

Das Schlimmste, was meine Frau und ich sich vorstellen können, ist, dass wir eins unser Kinder überleben.

Gleichwohl kann ich persönlich nur wenig Mitgefühl zu Ismail Yozgat und Ayse Yozgat empfinden, die im NSU-Prozess die Ermordung ihres Sohnes zu einem dramatischen Auftritt im Sinne des politischen Mohammedanismus missbrauchten. Ich nehme bei ihnen eine zwanghafte Instrumentalisierung des Todes ihres Sohnes für die Interessen von AllaHundseingesandter wahr, nicht aber echtes Leid.

Yozgat hatte ein Plakat an seinem Platz befestigt, das seinen Sohn im Kindesalter zeigte – warum eigentlich? – und die Benennung einer Straße nach ihm forderte. Er hatte bereits mehrmals versucht, sich in der Verhandlung in Szene zu setzen und nutzte dann seine Redezeit laut „Spiegel“ für eine ebenso verstörende wie peinliche Show, die wirkte, als sei er volltrunken (1):

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Ismail Yozgat beginnt mit einer langen Vorrede. Sie ist wie ein Ritual, an das man sich im Augenblick klammern kann. Er erweist dem Gericht die Ehre. Noch hilft ihm dieses Ritual, einigermaßen Haltung zu bewahren. Denn mehrfach in den vergangenen Monaten hatte er vor Gericht zu Wort kommen wollen und war vom Vorsitzenden immer wieder, mal kalt, mal freundlich, vertröstet worden: Er werde schon noch angehört werden, er sei noch nicht an der Reihe, er müsse sich gedulden. Entsprechend heftig die Anspannung, die Aufregung. Die letzte Gelegenheit, dem toten Sohn eine Stimme zu geben.

„Ich bin Ismail Yozgat“, sagt der Vater am Dienstag im NSU-Prozess, er spricht als Zeuge. Ein kräftiger Mann mit breiter Brust, keiner, der sich drückt. (Woher wissen Sie das? T.) „Ich bin der Vater des 21-jährigen Halit, des Märtyrers („Märtyrers“? Für welche Sache? T.) , der am 6. April 2006 durch zwei Schüsse in den Kopf in meinen Armen gestorben ist.“ Es klingt wie eine biblische Anklage. (Wieso „biblisch“? Wieso nicht „kloranisch“? T.) „Wir befinden uns hier wegen der Gerichtsverhandlung gegen die Angeklagten, wegen des Todes unserer Söhne, Väter und der jungen Frau, der Polizeibeamtin.“

Der Vorsitzende unterbricht ihn, er möge doch bitte über das Beweisthema, nämlich den Tagesablauf damals und die Auffindesituation in dem Lokal in der Holländischen Straße berichten. „Ja, ich werde erzählen“, antwortet Yozgat.

Und dann schildert er, wie sein Sohn der Mutter nachmittags Geld gegeben habe für ein Geschenk zu seinem, des Vaters, Geburtstag am nächsten Tag. Wie er und seine Frau sodann in die Stadt gefahren seien, um einen Werkzeugkasten zu kaufen. Dass er nur ein paar Minuten zu spät zurückgekehrt sei, um den Sohn abzulösen, damit der rechtzeitig zur Abendschule komme. Es waren wenige Minuten, die dem oder den Tätern reichten zum Töten. „Als ich kam, sah ich meinen Sohn in vollem Blut.“ Bis zum Tod werde er nicht mehr Geburtstag feiern, sagt der Vater.

Zwei Tage später brachte die Familie den Leichnam in die Türkei. „Mit meinen eigenen Händen habe ich meinen Sohn ins Grab gelegt.“ Der Vater kann die Tränen kaum noch unterdrücken, seine Stimme versagt, das Atmen wird ihm schwer. Er wendet sich zu den Angeklagten, mit jetzt lauter Stimme: „Warum haben Sie meinen Sohn getötet? Was hat er Ihnen getan? Wie können Sie uns unser Recht zurückgeben?“ Die letzte Frage des Vaters galt dem Gericht. „Ich hatte fünf Kinder. Nur vier sind mir geblieben.“

Zehn Tage hielt sich die Familie damals in der Türkei auf. In Deutschland blühten die Gerüchte, etwa, dass die Polizei im Zimmer Halits 40.000 Euro gefunden habe. „Fünfeinhalb Jahre haben wir uns nicht getraut hinauszugehen als Familie! Alle haben uns feindselig angeschaut, Deutsche wie Türken. Alle fragten: Warum haben sie deinen Sohn getötet – wegen Haschisch? Heroin? Wegen der Mafia?“ Yozgat hält kurz inne und sagt: „Warum haben Sie mein Lämmchen getötet?“

Er spricht weiter. Dass er einen Herzinfarkt erlitten habe. Dass man nicht einmal in der Türkei mehr mit ihm gesprochen habe. Dass er, als er den toten Sohn gefunden hatte, sofort aufs Polizeirevier mitgenommen worden sei und sich nicht um seine Familie habe kümmern können.

Der Vorsitzende bittet ihn, zur Sache zurückzukommen. Yozgat fasst sich wieder. „Ich sah zwei rote Tropfen auf dem Tisch und dachte, Halit hat wohl Farbe verschüttet.“ Dann habe er den Sohn liegen gesehen.

Jetzt springt er in höchster Erregung auf, rot im Gesicht, schwer atmend, und schreit und schreit als könne er nicht mehr aufhören damit. „Er gab keine Antwort! Er gab keine Antwort!“ Er schreit zu den Anklagten hinüber, zum Gericht, zu den anderen Opfern und den vielen Anwälten. Er schreit sich das Leid von der Seele. „Er hat nicht mehr geantwortet!“ Der Vorsitzende bemüht, ihn zu stoppen, ringt nach Worten: „Er soll sich bitte beruhigen! Ist ja auch in seinem Interesse!“

Wie soll sich ein Mann wie Ismail Yozgat beruhigen? Der Dolmetscher kann seinen Worten kaum folgen. Frau Yozgat, die bisher still hinter ihrem Mann saß, versucht, ihm beizustehen. Der Vater: „Ich habe ihn angeschaut. Und dann langsam zu Boden gelegt.“ Er habe um Hilfe telefonieren wollen, aber es sei ihm nicht gelungen. Er sei ins benachbarte Teehaus gelaufen. Und als dann Polizei und Krankenwagen kamen, „ließen sie mich nicht mehr in den Laden hinein. Sie brachten mich aufs Polizeirevier. Das ist alles.“

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Die FAZ brachte folgendes Detail zu Yozgats Auftritt, das der „Spiegel“ nicht – warum nicht? – erwähnt (2):

„Ismail Yozgat dreht sich weg von der Richterbank, legt sich vor der Anklagebank auf den Boden und drückt das Gesicht in den braunen Teppichboden des Gerichtssaals. Man hört seine Stimme nur noch gedämpft, doch der Dolmetscher übersetzt klar und deutlich: „So hat mein Sohn dagelegen.“

Ayse Yozgat hingegen hatte wohl das Hadith von Buhari im Ohr, das den Ehefrauen allahisch verordnete Schlaflosigkeit androht, wenn sie den Koitus verweigern (Buhari XXIX/35, Recl. S. 358), als sie vor Gericht laut „N-TV“ folgendermaßen auftrat (3):

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„Die Mutter des ermordeten Halit Yozgat hat die Hauptangeklagte Beate Zschäpe eindringlich darum gebeten, zur Aufklärung der Taten beizutragen. Ayse Yozgat wandte sich im Gerichtssaal direkt an Zschäpe: „Sie sind auch eine Dame. Ich spreche als Mutter von Halit Yozgat. Ich bitte Sie, dass Sie all diese Vorfälle aufklären. Weil Sie eine Frau sind, denke ich, dass die Frauen sich gegenseitig verstehen.“

Seit dem Mord an ihrem Sohn könne sie immer nur zwei Stunden lang schlafen. „Jeder kann Straftaten begehen, aber ich bitte Sie um Aufklärung.“ Ayse Yozgat sprach Türkisch, ein Dolmetscher übersetzte: „Befreien Sie mich bitte von diesen Gefühlen, denn ich fühle mich sehr stark beeinträchtigt. Denken Sie bitte immer an mich, wenn Sie sich ins Bett legen. Denken Sie daran, dass ich nicht schlafen kann.“

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Es sind genau diese Leute, die kein Problem damit haben, zehn ihrer zehn Söhne als Ich-Bomber dem Jihad zur Verfügung zu stellen. Sie sind schamlos, gefühllos und gnadenlos.

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Time am 4. Oktober 2013
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1) http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-prozess-ismail-yozgat-ueber-den-tod-seines-sohnes-halit-a-925642.html
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/nsu-prozess/nsu-prozess-der-mord-den-niemand-bemerkt-haben-will-12600102.html
3) http://www.n-tv.de/politik/Ayse-Yozgat-spricht-Zschaepe-direkt-an-article11479586.html

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Eine Antwort to “Zwanghafte Instrumentalisierung”

  1. Tangsir Says:

    Dein Fazit stimmt haargenau Time. Widerlich wie ihnen kein Mittel zu schade ist, um Mitleid zu erregen. Wie war es eigentlich als man die Armenier, Kurden, Aramäer und iranische Völkerschaften in Anatolien bestalisch umgebracht hat?

    Wie wurden denn ihre Leichen vorgefunden und wie können es diese Leute verantworten, dass sie die überlebenden Frauen vergewaltigt und mit Ketten als Sklaven in ihren Haushalten festgehalten haben?

    Wie war es als sie Kurden, die in Höhlen geflüchtet sind mit Giftgas umgebracht haben?

    Was war denn mit Daniel Siefert dem sie das Leben aus dem Leib “gef*ckt” haben?

    Wieviel Reue haben denn die Mörder von Jonny K. empfunden als sie vor Gericht standen und dabei scherzten und lachten?

    Nun werden diese Gestalten, die ihre Instruktionen von den arabisch-torkischen Verbänden erhalten, um diese Farce vor Gericht abzuziehen, die nächsten Türken sein, die man durch diese Republik jagt, um genauso wie die Möln- und Solingen-Torks ihre Leid in farbenfrohen Farben zu schildern.

    Aber was ist denn mit dem Leid der Armenier und den Millionen anderen Menschen, die durch Torkhände umgebracht worden sind?

    Ich hoffe nur, dass obige Gerichtsszenen jeden Deutschen nur darin ermutigen und bestärken diese Leute zu diskriminieren wo es nur geht.

    Denjenigen übrigens, die meinen die Deutschen wären unschuldig an obigen Szenen, muss ich widersprechen. Jeder, der so etwas unterstützt, egal ob Medienleute, Politiker oder einfache Menschen, tragen dazu bei den türkischen Faschismus zu unterstützen und ihr den Rücken zu stärken.

    Und auch wenn wir Iraner hier in Deutschland dazu verpflichtet sind uns hier anzupassen, bedeutet es noch lange nicht, dass wir uns dieser Gerichtsfarce beugen. Dieser Gerichtsprozess ist ein weiterer antiiranischer Akt und die Fortsetzung der Hilfe, die das deutsche Kaiserreich dem Osmanenreich beim Völkermord gegen die Armenier geleistet hat. Wie man also deutlich sieht, ist die Entnazifizierung Deutschlands noch lange nicht abgeschlossen, nur, dass diesmal unbestreitbar die Linken den modernen Faschismus in sich tragen und sie unterstützen. Die Rechte wiederum machen mit und schweigt sich dazu aus.

    Solange Deutschland die Türkei unterstützt, solange bleibt der Nationalsozialistischer Kern in dieser Republik unangetastet und insofern kann man von keinem Migranten glaubwürdig verlangen sich hier zu integrieren, denn wenn im Moment ein Integrationsprozess stattfindet, dann die Deutschlands in die Umma und in das dunkle faschistische Herz Turans.

    Im Übrigen sche*sse ich auf die komplette Yozgat-Familie und ihr Leid geht mir am A*sch vorbei. Sollen die doch aus diesem Land abhauen und ihr Leid anderen vortragen. Mich lässt es kalt.

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