Die Scharfmacher

Lampedusa

Was für eine ungeheuerliche Unterstellung!

Wenn Menschen uneingeladen und heimlich ein fremdes Haus betreten, ist das Hausfriedensbruch oder Einbruch. Sehr viel anders ist es im Prinzip nicht, wenn sich Menschen verbinden, um in Scharen uneingeladen in ein fremdes Land einzusickern oder ihre Aufnahme zu erzwingen. Ich würde das „Invasion“ nennen.

Wenn Bakterien oder Viren einen Körper infizieren, geschieht dies zunächst auch ohne Kampf. Erst wenn sie sich drastisch vermehrt haben, gerät der Wirtskörper in Krise und schmerzhaften Kampf, und er kollabiert schließlich, oder er vernichtet die Eindringlinge. Unser Thema ist also eine Invasion, die gewaltlos aber gleichwohl eine Invasion ist.

Ertrinkende andererseits nicht zu retten, ist eine Schande und grenzt an Mord. Umsichtig und human ist es demgegenüber, die Möglichkeit des Ertrinkens zu verhindern. Verantwortliche Menschen im Westen reden genau darüber: „Wie können wir einerseits Unglücke wie in Lampedusa und andererseits eine Wanderungsbewegung von zwei Milliarden Menschen zu uns verhindern?“

Die Leute, die wandern, sind nicht automatisch gute oder intelligente Menschen. Es wurde von Menschenopfern und Vergewaltigungen auf dem Flüchtlingsschiff berichtet (1). Da sind bei einem sehr großen Teil der Menschen, die zu uns kommen, sicher mehrjährige Integrationskurse notwendig, um diese lebenden Bomben zu entschärfen. Diese Leute sehen unseren Reichtum und unsere Freiheit, aber sie verstehen nicht, dass sie nicht auf dem Recht des Stärkeren beruhen, sondern auf Rationalität, Toleranz und Gemeinsinn.

Das Problem ist vielschichtig und schwer zu lösen. Dennoch fangen die Orks und ihre linken Lakaien reflexartig an zu kläffen. Das „Orkazin“ (2):

„DIE SCHARFMACHER – Trauerbekundungen zu Lampedusa sind kein Sinneswandel, sondern Doppelmoral – Die europäische Abschottungspolitik ist, zynisch betrachtet, ein Erfolgsmodell. Und Innenminister Friedrich macht sich nicht einmal die Mühe, den Spagat zwischen Sicherheit und Moral zu verklausulieren“

Wer nicht die Grenzen (und Sozialsysteme) sofort für alle Menschen öffnet, die Interesse haben sich hier niederzulassen, ist, so das „Orkazin“, ein „Scharfmacher“, ein Demagoge, ein Hetzer.

Der Chef-Dimmie Bernd Riexinger von der SED hat unserem Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) laut FAZ folgendes vorgeworfen (3):

„Friedrich nutze die ,Tragödie von Lampedusa’ um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen, sagte Riexinger. So werde ,ein Klima erzeugt, das braune Banden ermutigt.’“

Unser Innenminister als Steigbügelhalter „brauner Banden“? Wie abgeschmackt ist denn so was? Wer sind hier die Hetzer und Demagogen, die Eiferer, die Scharfmacher? Und damit nicht genug:

„Der Vorsitzende der Linkspartei Bernd Riexinger hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) gegenüber der ,Mitteldeutschen Zeitung’ als einen ,Hassprediger’ bezeichnet, der eine Gefahr für die innere Sicherheit sei.“

Aha, für Riexinger ist jemand, der sich Gedanken über die Sicherheit der Grenzen unserer Heimat macht, ein „Hassprediger“ und „eine Gefahr für die innere Sicherheit“.

Riexinger

Ulla Jelpke (SED) ist auch so eine Fehlzündkerze. Die FAZ:

„Ulla Jelpke sagte, der Innenminister werfe ,Nebelkerzen, statt den Flüchtlingen zu helfen’. Friedrich wolle ,den schwarzen Peter für die Folgen der neokolonialen Ausbeutung Afrikas den betroffenen Staaten selbst zuschieben’, sagte die Innenpolitikerin.“

Ich möchte mal wissen, inwiefern die Ulla persönlich mal irgendwie halt irgendjemandem halt geholfen hat. Wieviele Afrikaner wohnen denn bei ihr? Wieviel spendet sie von ihren üppigen Diäten? Wie beliebt ist sie in ihrem Kiez? Hilft sie auch alten Omis über die Straße, oder ist ihre Hilfe rein virtuell? Weiß sie gar nicht, dass für den desolaten Zustand Afrikas in erster Linie die Mohammedanisten verantwortlich sind, die dort einen durch Sklavenjagd motivierten Leichenberg von 250 Millionen Menschen aufgetürmt haben (4)?

Übrigens hat sich auch Claudia „Sonnemondundsterne“ Roth zu Wort gemeldet:

„Die Grünen-Politikerin Claudia Roth forderte eine festen Aufenthaltsstatus für ,Lampedusa-Flüchtlinge’ in Deutschland.“

Ich fordere einen festen Aufenthaltsstatus für Lampedusa-Flüchtlinge bei Claudia Roth.

Wohltuend hob sich von dieser rot-grünen Orkliebedienerei ein nachdenklicher Leitartikel von Klaus-Dieter Frankenberger aus der FAZ vom vierten Oktober ab, den ich Ihnen hiermit vorlege (5).

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Die große Wanderung

Zwischen Westafrika und Vorderasien warten nicht Zehn- oder Hunderttausende auf eine günstige Gelegenheit, endlich nach Europa aufzubrechen, weil dort Milch und Honig flössen – es sind Millionen.

Vor Lampedusa hat sich eine furchtbare Katastrophe ereignet; vermutlich sind mehr als dreihundert Frauen und Männer umgekommen, ertrunken. Sie haben ihr Leben verloren auf der Suche nach einer besseren Zukunft in Europa. In ihren Heimatländern haben sie keine Perspektive gesehen; dort herrschen vielfach Elend, Gewalt und Krieg.

Niemand kann es den Leuten verdenken, dass sie weg wollen, dabei Entbehrungen auf sich nehmen und sich in die Hände von Schleuserbanden begeben. Europa kann vermutlich mehr von ihnen legal aufnehmen und für einen menschenwürdigen Empfang sorgen. Muss es aber alle aufnehmen, die weg wollen?

Nach dem Unglück vom Donnerstag und wegen der vielen Menschen, die schon in den vergangenen Monaten die Überfahrt, vor allem nach Italien, nicht überlebt haben, ist die Empörung groß. Die europäische Flüchtlingspolitik sei verfehlt. Es sei eine Schande, dass Europa „die Schotten dicht“ mache. Es stimmt: Die europäische Politik hat vornehmlich das Ziel, illegale Einwanderer – und um solche handelt es sich – abzuwehren. Es stimmt auch, dass die europäischen Länder untereinander nicht hinreichend solidarisch sind; Italien beklagt sich darüber schon lange, zu Recht. Aber fairerweise muss man sagen, dass das Ausmaß selbst die vernünftigste Flüchtlingspolitik überfordern würde.

Zwischen Westafrika und Vorderasien warten nicht Zehn- oder Hunderttausende auf eine günstige Gelegenheit, endlich nach Europa aufzubrechen, weil dort Milch und Honig flössen; es sind Millionen. Die „solidarische Willkommenskultur“, die hierzulande nun gefordert wird, wäre faktisch eine Einladung zu einer gigantischen Wanderungsbewegung. Europa, wo das Thema Einwanderung ohnehin den Rechtspopulismus befeuert, ist nicht Amerika oder Australien – und selbst deren Bürger und Regierungen glauben, anders als durch barsche Abwehrmaßnahmen des Problems nicht mehr Herr zu werden.

Die Ehrlichkeit gebietet es, sich einzugestehen, dass dieses Problem allenfalls langfristig zu lösen ist, wenn überhaupt. Jenseits der europäischen Grenzen, im Süden und Südosten, herrschen oft „perfekte“ wirtschaftliche, soziale und politische Abwanderungsbedingungen. Dort muss europäische Politik ansetzen: beitragen, die Lage zu verbessern und Konflikte zu bewältigen. Kurzfristig wird das den Druck jedoch nicht mindern. Dafür ist das Nord-Süd-Gefälle einfach zu groß.

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Time am 10. Oktober 2013

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1) http://www.spiegel.de/panorama/opferritus-nigerianer-sollen-mitfluechtlinge-ueber-bord-geworfen-haben-a-761998.html
2) http://www.migazin.de/2013/10/09/trauerbekundungen-lampedusa-sinneswandel-doppelmoral/
3) http://www.faz.net/aktuell/politik/streit-ueber-fluechtlinge-riexinger-nennt-friedrich-einen-hassprediger-12610903.html
4) https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/07/30/400-millionen/
5) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/bootsunglueck-vor-lampedusa-die-grosse-wanderung-12603869.html

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9 Antworten to “Die Scharfmacher”

  1. Paul Potter Says:

    Brux schwadronierte bereits davon, man müsse mindestens 3 Mal so viele Flüchtlinge wie Italien aufnehmen. Deutschland könne das verkraften – mag sein, aber wie lange noch? Ich könnte nur noch kotzen, wenn ich die Texte von diesem linksdrehenden Klugscheißer lese.

  2. Sophist X Says:

    Bei Vitzli wurde darauf hingewiesen, dass der Artikel über Menschenopfer aus Der Spiegel von 2011 ist und ein anderes Flüchtlingsboot betraf.

    Seinerzeit waren es Nigerianer, die sich bei aller kolonialer Vergangenheit ihren urwüchsigen Ritualen noch sehr verbunden fühlten, was linksgrüne Politiker mit wohligem Kribbeln erfüllen dürfte.

    Beim aktuellen Vorfall waren wohl in erster Linien Eritreer betroffen, die aus ihrer von einem „marxistisch-maoistischen“ (Gudrun Eussner) Regime kontrollierten Heimat geflohen sind. Wer die Ursachen der Fluchtbewegungen sehen will, braucht wirklich keine Lupe.
    Natürlich ist auch hier der Westen schuld, denn dass die Afrikaner mit einem so fortschrittlichen Exportgut wie dem Marxismus-Maoismus nicht umgehen können, war absehbar.

  3. Tangsir Says:

    Wo wir schon dabei sind den netten Vitzli zu zitieren, sollte seine Meinung zu Israel und Netanyahu nicht fehlen, die er unter dem Pseudonym Karl Napp zum Besten gibt:

    “ Warum auch die FAZ

    diesem unverbesserlichen und tumben Hardliner (gemeint ist Netanyahu) noch ein Forum für seine kriegstreiberischen Sprüche bietet, ist verwunderlich.
    Seine kindische Vorstellung vor den UN war doch schon blamabel genug. “

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/netanjahu-im-f-a-z-gespraech-iran-ist-wie-fuenfzigmal-nordkorea-12612764.html

    Und hier kann man sich davon überzeugen, dass er genau dieselben Sprüche von sich gibt wie auf seinem Blog:

    http://www.faz.net/suche/?query=&BTyp=lesermeinungen&username=%22realist_5_vor_12%22

    Das wäre der Counterjihad, Wenn der Counterjihad ein Witz wäre.

  4. Mensch Says:

    „Dafür ist das Nord-Süd-Gefälle einfach zu groß.“
    Wie süß. Woran das wohl liegen mag, vielleicht am Wetter?

  5. besucher Says:

    Das Problem ist wenn wir z.B. 50.000 aufnehmen dann stehen in 6 Monaten 200.000 auf der Matte. Weil so etwas spricht sich ja rum.

  6. Leon Says:

    @Paul Potter

    In Italien landeten im letzten Jahr 15 000 Personen an – in Deutschland stellte 65 000 Personen einen Asylantrag.
    Die dreifache Zahl von Italien wäre also tatsächlich eine erhebliche Entlastung.
    Daran sieht man die Kompetenz von Brux – jetzt ist übrigens mit „Javed“ eine der letzten kritischen Stimmen in dessen Forum gesäubert worden…

  7. loewe Says:

    @Leon, in Deutschland stellten vom Jan.-Sept. 2013 bereits 85.000 einen Asylantrag. Hinzu kommen noch die Bulgaren, Rumänen und andere EU-Armutsflüchtlinge, z.B. aus dem ehem. Jugoslawien, Griechenland usw. Es gibt jede Menge Illegale oder solche, die via Internet heiratswillige Frauen einlullen oder solche, die via Heirat und Familienzusammenführung ihre Familien nachholen. All diese erscheinen in keiner Statistik und es sind viele.
    Jetzt gehen sie sogar schon behinderte Frauen an:
    http://www.berliner-kurier.de/polizei-justiz/behinderte-in-angst-die-toedliche-heiratsmasche,7169126,24569790.html
    Und in der Schweiz, in Belgien, Skandinavien ist es genauso und noch schlimmer.

  8. Paul Potter Says:

    Unser Land ist leider am A*sch. Schuld daran sind Leute wie Brux, zahlreiche Medienvertreter, rückgratlose Politiker und nicht zuletzt der dumme Wähler, der diesen Mist mehrheitlich demokratisch legitimiert. (Wie dumm “wir” sind, sieht man ja an den Fällen von deutschen Frauen, die tausendfach auf solche Bezness-Typen reinfallen.)

  9. Leon Says:

    Ja, der Familiennachzug ist das (verkannte) Hauptproblem.
    Das lässt sich am Familiennachzug während Gastarbeiterära gut demonstrieren.
    Mehr als 4 Millionen Gastarbeiter aus Italien waren hier von 1955 bis 1973 tätig.
    Daraus entwickelte sich eine „Kolonie“ von jetzt etwa 600 000 Personen.

    Mit Gastarbeitern aus der Türkei wurden von 1961 bis 1973 offiziell 330 000 Anwerbeverträge geschlossen.
    Daraus wurden, wie bekannt, 3 Millionen.

    Wie sich die Ketteneinwanderung bei afrikanischen Sozialstrukturen entwickeln würde, mag man sich kaum vorstellen…

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