Nummer sicher

RSUKr

Scheinbar verstärken westliche Regierungen ihre Bemühungen, bewaffnete Kräfte zu be­fähigen, Massen-Aufstände niederzuschlagen. Teilweise ein wenig arg spekulativ berichtete Michael Mannheimer (1), dass die US-amerikanische Heimatschutzbehörde DHS 1,6 Milliarden Geschosse bestellt hat (Zum Vergleich: Im Irak-Krieg hat die US-Army in keinem Monat mehr als 6 Millionen Geschosse verballert, 2). Mannheimers Kommentatoren sind sich unschlüssig, wie sie den Kauf bewerten sollen: Ist er gegen die Orks oder – angesichts eines mutmaßlich mohammedanistischen Präsidenten – gegen die Nicht-Orks gerichtet?

Klar ist die Ablehnung des Aufbaus „so genannter Regionaler Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSUKr)“ bei der Leserschaft der linken Wochezeitung „Der Freitag“. Dem Autoren „RLF“ ist es nicht zu peinlich, den sogenannten „Gender_Gap“ zu verwenden (3), und man kann im Internet folgenden Beitrag von ihm lesen (4):

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Bundeswehr rüstet sich für den Aufstand

Militärpolizei Wem es schon beim Anblick prügelnder Polizisten auf Demos eiskalt den Rücken herunterläuft und trotzdem weiterprotestieren will, muss sich künftig noch wärmer anziehen

Wem es schon beim Anblick prügelnder riot police-Einheiten auf Demonstrationen eiskalt den Rücken herunterläuft (…) und trotzdem das Protestieren nicht lassen kann, muss sich künftig noch wärmer anziehen. Seit dem 1. April diesen Jahres wurden im Rahmen des Umbaus der Bundeswehr von einer Verteidigungs- zur „Interventionsarmee” so genannte Regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSUKr) gebildet, die für den „Heimatschutz” zuständig sind und bundesweit aus 30 Einheiten bestehen.

Die RSUKr sind bereitwillige Helfer_innen nicht nur im Bereich des zivilen Katastrophenschutzes, also bei „Unglücks- und Katastrophenfällen”, sondern auch dann, wenn „kritische Infrastruktur” gefährdet ist, „organisierte und bewaffnete Aufstände” anstehen oder allzu „widerstrebende” Bevölkerungsteile die innere Ordnung bedrohen. Der Einsatz der Bundeswehr im Inneren war zwar traditionell und gemäß Grundgesetz daran geknüpft, dass eine 2/3-Mehrheit des Bundestags den „inneren Notstand” ausruft, aber unsere Politiker_innen, die wir alle 4 Jahre fleißig an die Macht wählen, haben schon immer Wege und Mittel gefunden, missliebige Gesetze zu umgehen. So wurden in der Vergangenheit Fußballspiele und der G8-Gipfel 2008 in Heiligendamm kurzerhand zu „Unglücks- und Katastrophenfällen” erklärt, um einen Militäreinsatz zurechtfertigen, bei dem neben Bodentruppen auch Awacs-Aufklärungsflugzeuge, Abfangjäger und Fuchs-Spürpanzer eingesetzt wurden. Die Aufweichung des Grundgesetzes durch eine Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichts im August 2012, wonach der bewaffnete Einsatz nun grundsätzlich erlaubt ist – gewiss: nur „in Ausnahmefällen”, nur als „Ultima Ratio” – tut ihr Übriges.

Wo und in welchen konkreten Alltagssituationen uns künftig militärisch beigestanden wird, bleibt abzuwarten. In einem „militärischen Vielseitigkeitswettbewerb” vor gut drei Wochen im brandenburgischen Lehnin bekamen die Reservisten einen ersten Eindruck davon, was Heimatschutz in unseren krisengeschüttelten Zeiten bedeutet. Neben den Schlüsselqualifikationen „Wach- und Sicherheitsaufgaben” sowie „Suchen und Retten”, lautete eine zentrale Komponente der Militärübung: „Schießen mit Handwaffen”.

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Time am 22. Oktober 2013

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1) http://michael-mannheimer.info/2013/10/21/bereiten-sich-die-usa-auf-einen-buergerkrieg-vor-heimatschutzbehoerde-ordert-16-milliarden-geschosse/
2) http://www.forbes.com/sites/ralphbenko/2013/03/11/1-6-billion-rounds-of-ammo-for-homeland-security-its-time-for-a-national-conversation/
3) http://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Gap_(Linguistik)
4) http://www.freitag.de/autoren/rlf/bundeswehr-ruestet-sich-fuer-den-aufstand

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2 Antworten to “Nummer sicher”

  1. loewe Says:

    Es wurde nicht ohne Grund die Wehrpflicht abgeschafft.
    In Sachsen-Anhalt wird eine richtige Stadt mit gesamter Infrastuktur, Schienen, Tunnel, 500 Gebäuden, Hochhäuser, Industriegebiet usw. erstellt als Übungsgelände für den Nah- und Häuserkampf.
    Es wurden in den letzten 3 Jahren 100 zusätzliche Wasserwerfer der Top-Generation angeschafft, Farbe und Ausrüstung der Polizei wurde europaweit vereinheitlicht, hochwirksame Schlagstöcke und Schlaghandschuhe incl.
    Nun sollen auch noch die Töne der Martinshörner vereinheitlicht werden – und zwar wie in Amerika.
    Wer verfolgen konnte, welche Aktionen am Rande von S21 abliefen, wundert sich nicht mehr. Es wurden mobile Gefängniszellen aufgebaut und in Stuttgarter Krankenhäuser nach Ärzten für bestimmten Zeiten nachgefragt (was leider bekannt wurde), die vor Ort in diesen Container-Gefängnissen Blut abnehmen sollten und die Haftfähigkeit feststellen sollten – das bei FRIEDLICHEN Demonstranten fast ausschließlich 50 plus. Da sind nachts ca. 20.000 hoch bewaffnete Polizisten aus allen Löchern gekrochen, sind in Zügen ohne Innenbeleuchtung in die Stadt transportiert wurden. ALLE Einfallstraßen wurden gleichzeitig abgeriegelt – das war unglaublich und eine Lachnummer für die paar Demonstranten. Das war eine Großübung!!!!

  2. loewe Says:

    Sorry, hier noch zu der Link zu der „Stadt“ in Sachsen-Anhalt. Man findet Videos und sehr viel dazu im Netz.
    http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/schnoeggersburg100.html

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