Im Interview: Dr. Angelika Neuwirth

Neuwirth

Im Bild: die Orkhexe Neuwirth. Ebenso opulent wie ihre Kettchen sind die Nachschlageschinken im Hintergrund. Sie sollen Wissen und Belesenheit demonstrieren, aber sie demonstrieren lediglich, dass Frau Professor noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen ist. Orks faken stets, aber sie faken stets schlecht!

Dr. Angelika Neuwirth ist ein Kommissar und Undercover-Agent des Mohammedanismus im Sektor der Orientalistik. Dies wird aus einem Interview deutlich (1), das sie unlängst Alia Hübsch, der Tochter des Konvertiten und Amadija-Kommissars Hadayatullah Hübsch (2) sowie Anna Alvi gegeben hat. Ich füge meine Anmerkungen ein.

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“Die Behauptung, dem Islam fehle die Aufklärung (bitte Komma einfügen, T.) ist auch ein uraltes Klischee”
(=> Mohammedanismus = Christentum = Judentum, also: eigentlich sind wir alle Mohammedanisten – sagt sie, „auch“ sagt sie, und das soll nahelegen, das wir eigentlich nur in Klischees über den Mohammedanismus denken – im Gegensatz zu ihr, der Hohepriesterin. T.)

Der Koran, das heilige Buch der Muslime, ist für viele ein Buch der Gewalt und der Frauenunterdrückung. Ganz anders sieht die renommierte Arabistin Prof. Angelika Neuwirth den Koran – als revolutionär und ästhetisch, (bitte einfügen „als einen Text,“, T.) von dem jeder lernen kann. Anna Alvi und Alia Hübsch sprachen mit ihr.

(Leider geht Frau Neuwirth nicht im mindesten auf die Textpassagen des Klorans ein, die Mord, Raub, Sklaverei und Frauenerniedrigung anordnen, wie wir gleich lesen werden. T.)

Alvi & Hübsch: Frau Neuwirth, auf mehr als achthundert Seiten versuchen Sie in ihrem Werk über den „Koran als Text der Spätantike“ einen europäischen Zugang zum heiligen Buch der Muslime zu finden. Was genau meinen Sie mit dem „europäischen“ Blick auf den Koran?

Prof. Dr. Angelika Neuwirth: Das Buch selber (besser „selbst“, T.) legt das dar. Ich versuche zu zeigen, dass (bitte Komma einfügen, T.) wenn man den Koran historisch liest, man auf dieselben Traditionen stößt, die von Europäern als für ihre Kultur grundlegend in Anspruch genommen werden. Das ist einfach eine historische Lektüre des Korans, jetzt nicht wie üblich als Gründungsurkunde des Islam, sondern gewissermaßen dahinter zurück. Der Koran wird als eine Verkündigung, das heißt als Botschaft an Leute, die noch gar nicht Muslime waren, gelesen. Denn Muslime wurden sie ja erst durch die Verkündigung. Dieser Blick zeigt, dass damals dieselben Probleme auf der arabischen Halbinsel diskutiert wurden, wie in der umliegenden spätantiken Welt, die später dann gewissermaßen als Grundlage Europas wahrgenommen wurde. Das heißt, wir entstammen alle einem gemeinsamen Entstehungsszenario, ein Sachverhalt, der nur durch spätere historische Entwicklungen verunklärt worden ist.

(Was Neuwirth überhaupt kein bisschen anwendet, ist die historisch-kritische Methode. Sie setzt, wie man später im Text noch lesen wird, die tatsächliche Existenz einer Person Klo H. Metzel unhinterfragt voraus, ungeachtet der Tatsache, dass er erst ein paar Jahrhunderte nach seiner angeblichen Lebenszeit in Texten genannt wird (3). Sie setzt die kloranischen Texte eben grade nicht in Beziehung zu zeitgleichen aramäischen oder persischen Texten. Sie versteht unter „historisch“, dass sie den Kloran so liest, ALS OB ER EIN HISTORISCHER BERICHT wäre, was er tatsächlich nicht oder nur zu einem marginalen Teil ist. Neuwirth möchte dem Mohammedanismus dabei dienen, sich in die offene westliche Gesellschaft zu implementieren, und daher behauptet sie, wir seien ja schon immer eng mit ihm verbunden gewesen. Sie schreibt: „…dass damals dieselben Probleme auf der arabischen Halbinsel diskutiert wurden, wie in der umliegenden spätantiken Welt“, aber das ist eine Lüge. In der christlichen Sphäre ging es um die Aufrechterhaltung der Wirtschafts-, Wissens- und Gesellschaftssysteme der Tatsache zum Trotz, dass die Sklaverei als grundlegendes System nicht mehr moralisch zu rechtfertigen war. Im Mohammedanismus ging es hingegen um die Rechtfertigung blutiger Eroberungs- und Sklavenjägerkriege. Die Orkhexe schreibt: „Das heißt, wir entstammen alle einem gemeinsamen Entstehungsszenario“. Was für ein Unsinn. Zwischen Jesus und Klo H. Metzel liegen sechs (!) Jahrhunderte. Zwar liegen zwischen Jesus und der Entstehung des „Alten Testaments“ auch 500 – 1000 Jahre, das Christentum hat aber tatsächlich eine Gemeinsamkeit mit dem Judentum, indem es dessen Hauptwerk ohne Kritik oder Änderungen vollständig übernahm. Davon kann beim Mohammedanismus, der beiden vor ihm entstandenen Denkrichtungen todfeindlich gegenübersteht, keine Rede sein. T.)  

Alvi & Hübsch: Also, geht es ja eigentlich nicht um einen „europäischen“ Zugang, sondern um die verbindenden Elemente der Spätantike bzw. die Einflüsse der Antike. Und weder der sogenannte ‘Orient’ noch der ‘Okzident’ können diese Elemente als Eigenheit für sich beanspruchen, oder?

Neuwirth: Das tun sie allerdings faktisch. Sowohl im Orient, also in der konventionellen islamischen Selbstwahrnehmung, wird davon ausgegangen, dass der Islam sich bereits von seinen Anfängen her essentiell von der umgebenden Kultur unterscheidet, dass mit ihm etwas ganz Neues in die Welt gekommen ist. Davor gab es das Zeitalter der ‘Jahiliya’ (Zeit der Unwissenheit), eine gering geschätzte Epoche, die man nicht unbedingt zur Kenntnis nehmen muss. Und im Westen glaubt man, dass der Islam das ganz Andere ist, also etwas, was nicht zu der eigenen Kultur gehört. Es sind uralte Festschreibungen von Andersheit, die historisch nicht zu halten sind, die sich aber aufgrund von früheren Machtverlagerungen oder Machtverhältnissen eben so festgeschrieben haben.

(Tatsächlich ist durch den Mohammedanismus doch etwas „essentiell“ Neues in die Welt gekommen. Die Rechtfertigung von Mord, Raub und Sklaverei, so sie im Namen des Mohammedanismus geschieht. Das ist eine Einmaligkeit in der Menschheitsgeschichte. Und im Westen? Man „glaubt“ doch nicht, dass der Mohammedanismus „das ganz Andere ist“, man negiert die Sklaverei und also den Mohammedanismus, der sie bejaht. Das sind keine „uralten Festschreibungen“, das sind nüchterne Analysen. Man hat ein WISSEN über den Mohammedanismus. T.)

Alvi & Hübsch: Würden Sie dann auch die Auffassung verneinen, dass der Islam noch eine Aufklärung nötig hat bzw. das Vernunft und Wissenschaft im Koran in einem Spannungsverhältnis zum Glauben stehen?

Neuwirth: Die Behauptung, dem Islam fehle die Aufklärung (bitte Komma einfügen, T.) ist auch ein uraltes Klischee. Der Stolz auf die Aufklärung, wenn er sich inzwischen allerdings auch etwas gelegt hat (Hat er das? Bei wem? Wie belegen Sie diese Parole? T.), verleitet immer wieder dazu, der westlichen Kultur gegenüber dem Islam einen erheblichen Vorsprung zuzumessen (Hat er keinen? Auf welchem Gebiet hat er keinen? Ah ja, wir haben in der Tat weniger Sand! T.). In der islamischen Geschichte hat es zwar keine flächendeckende Säkularisierungsbewegung gegeben, dies aber deshalb nicht, weil Sakrales und Säkulares im Islam bereits nebeneinander existierten (Da hat der Mohammedanismus uns mal wieder angeblich von jeher etwas voraus gehabt. Aber das bleibt eine Parole, eine Behauptung, für die es kein Beleg gibt. T.). Auch war das Kräfteungleichgewicht keineswegs immer so wie wir es heute haben. Die islamische Wissenskultur war sehr lange Zeit der westlichen oder überhaupt der außerislamischen weit überlegen (Schnaaarch, T. ; 4). Das hat nicht zuletzt zu tun mit den medialen Vorsprüngen, die man hatte. Es gab in der islamischen Welt beispielsweise schon seit dem achten Jahrhundert die Herstellung von Papier. Diese ermöglichte wiederum, immense Massen von Texten zu verbreiten, wovon im gleichzeitigen Westen keine Rede sein konnte. Es ist sicher mehr als das Hundertfache des im Westen an Schriften Vorhandenen was da an arabischen Texten in Umlauf gebracht worden ist. Bis zum 15. Jahrhundert war man im Westen noch auf Pergament angewiesen, was sehr kostspielig und schwer zu bekommen war.

Alvi & Hübsch: Wenn wir uns die inhaltliche Ebene des Korans anschauen: Welches Frauen- und Menschenbild konstatiert der Koran?

Neuwirth: Natürlich ist der Koran kein Nachschlagwerk für soziales Verhalten. Weite Kreise gehen heute davon aus, dass man alle Normen des Islam bereits im Koran auffinden kann. So war der Koran aber nicht gedacht. Es wandte sich als Verkündigung an Leute, die andere Normen kannten und bereit waren, diese Normen infrage zu stellen. Der Koran bildet Verhandlungen über verschiedene Normen ab. Dass man die relativ wenigen rechtlich relevanten Anweisungen dann systematisiert hat und zu einem Teil des islamischen Normenkanons, der Scharia gemacht, ist eine andere Sache. Die spätere Rechtsliteratur reflektiert nicht dieselben Verhältnisse wie der Koran. Das zeigt sich besonders deutlich am Bild der Frau, das ja in der islamischen Rechtsliteratur ganz anders aussieht als im Koran. Gerade hier markiert der Koran einen revolutionären Fortschritt: Er stellt die Frau – zu seiner Zeit ist es einmalig! – vor Gott auf gleiche Ebene mit dem Mann. Beide Geschlechter werden im jüngsten Gericht auf dieselbe Weise beurteilt. Das klingt vor heute aus gesehen vielleicht irrelevant, aber das ist es nicht. In der damaligen Zeit war die Gleichstellung der Frau mit dem Mann noch ganz undenkbar – es gab sogar noch Diskussionen darüber, ob die Frau überhaupt eine Seele habe. Die Frau wurde sehr ambivalent beurteilt und ihr Rechtsstatus war in vielen vorislamischen Gesellschaften ausgesprochen ungünstig. Der Koran rückt die Frau auch in wichtigen weltlichen Dingen auf die gleiche Ebene mit dem Mann, sie besitzt Rechte und kann sogar erben, ist also keineswegs entmündigt.

(Frau Neuwirth behauptet verklausuliert, dass der Kloran nicht die Ungleichheit und natürliche Ungleichberechtigung der Geschlechter behauptet, die Scharia aber schon. Natürlich stimmt das nicht, und sie bringt auch keine Textstellen als Belege, aber wir nehmen es zur Kenntnis und formulieren: Die berühmte Mohammedanismuswissenschaftlerin Dr. Prof. Angelika Neuwirth lehnt die Unterdrückung der Frau in der Scharia und die Scharia ab. T.)

Alvi & Hübsch: Navid Kermani spricht in seinem Werk „Gott ist schön“ von der ästhetischen Dimension des Korans. Können Sie dazu näheres sagen?

Neuwirth: Ja, das ist sogar wichtig. Wenn man, wie viele Koranforscher es heute tun, den Koran als eine Art Informationsmedium liest, in dem bestimmte Informationen drin stehen, dann wird man der ganzen Sache nicht gerecht. Der Koran ist sehr stark poetisch geprägt und hat eine ganze Reihe von Botschaften, die er gar nicht explizit, gar nicht eindeutig auf der semantischen Ebene mitteilt, sondern eben durch poetische Strukturen vermittelt, sonst wäre er auch gar nicht so eindringlich. Wenn da bestimmte Informationen stünden, die hätte man vielleicht woanders auch haben können. Das Einzigartige am Koran ist eben seine Vielschichtigkeit, das er auf verschiedenen Ebenen spricht und das ist einerseits natürlich ästhetisch von großem Reiz, aber es ist auch, wenn man so will, rhetorisch oder überzeugungstechnisch von großem Reiz.

(„Poetisch“ wird hier benutzt im Sinne von „undeutbar“, „geheimnisvoll“, „nur Experten verständlich“ – das ist Sufi-Manier. Der Verweis auf Sprache ist ein Verweis auf die angeblich besondere Bedeutung der ekelhaften Sprache Arabisch zum Verständnis des sadistischen Irrsinns des Klorans, wiederum eine Mondäne der „Experten“ vom Schlage Neuwirths. T.)

Wie gesagt, die Aussagen des Korans ließen sich vielleicht in einem ganz kurzen Zeitungsresümee zusammenfassen, das hätte aber keinerlei Effekt gehabt. Es geht wirklich um diese Verzauberung durch Sprache. Sprache selbst wird im Koran auch gepriesen als die höchste Gabe, die der Mensch von Gott erhalten hat. Das hat natürlich zu tun mit Wissen. Sprache ist das Medium des Wissens. Deswegen sollte man auf gar keinen Fall der islamischen Kultur auch noch Wissensfeindlichkeit unterstellen. Also der ganze Koran ist im Grunde genommen ein Preis auf das Wissen. Das Wissen, das sich durch Sprache artikuliert.

(Muhaha, Wissen ohne Dialog? Wissen ohne Kritik? Wissen ohne Zweifel? Wissen ohne Heterogenität der Ansätze? Absurd! Das Wesen des Kloran ist absolute Zweifellosigkeit. Der Text verkündet den nackten Irrsinn als erstrebenswert. Er verdammt das Wissen, er verdammt den Zweifel, er verdammt die Forschung. Das Resultat sehen wir im traurigen Zustand der Orksphäre. T.)

Alvi & Hübsch: Welche Parallelen weist der Koran zu den religiösen Schriften der Juden und Christen auf? Was ist konkret die besondere Auszeichnung des Korans (bitte Komma einfügen, T.) bzw. was hat der Koran neues (bitte groß schreiben, T.) gebracht?

Neuwirth: Ja, was hat der Koran neues  (bitte groß schreiben, T.) gebracht? (Tja, da muss sie erstmal nachdenken, T.) Also, er muss ja Neues gebracht haben, wenn er so viele hundert Jahre nach der zuletzt vorher entstandenen heiligen Schrift in die Welt tritt (ca. 600 Jahre nach dem Neuen Testament) (Super Erklärung: Weil er 600 jahre jünger ist, MUSS er doch was Neues bringen, muhahaha, wie stumpf ist denn das? T.). Zum einen würde ich sagen (bitte Komma einfügen, T.) ist es sein Beharren darauf, dass Wissen einen ganz immens wichtigen Anteil am menschlichen Leben und auch am menschlichen religiösen Leben hat. Der Gedanke ist im Neuen Testament zum Beispiel nicht interessant. Das Neue Testament hebt auf andere Dinge ab, und die Thora, das Alte Testament, also die hebräische Bibel, ebenfalls (Textbelege? T.). Die Fokussierung auf das Wissen ist eindeutig eine Neuheit (Textbelege? T.), die es vorher nicht gegeben hat (Textbelege? T.). Das hängt zusammen mit der spätantiken Entstehung, damals war man einfach, auch durch die Philosophie, bereit, Wissen in den Vordergrund zu stellen. Außerdem lässt sich anführen, dass im Koran die Universalisierung der Botschaft, die sich nun an alle Menschen richtet, eine besondere Rolle spielt. Weder hat der Koran ein besonderes Verständnis für das Erwählungsverständnis der Juden. Eine solche Erwählung lehnt die koranische Stimme ab, an die Stelle einiger Erwählter treten die Menschen insgesamt. Auch die Erwählung der Christen, die sich an die Stelle der Juden gesetzt hatten, wird zurückgewiesen. Es gibt keine Erwählten, sondern es gibt die Menschen insgesamt, die bestimmten Vorbildern folgen, sich aber nicht auf irgendwelche Erwählungsprivilegien berufen können. Also weder, wie die Juden auf Abraham, oder wie die Christen auf Christus. Diese Berufungen helfen vor Gott gar nicht, sondern jeder ist allein verantwortlich und hat für sein Tun Rechenschaft abzulegen.

(Genau um die Ablegung der Rechenschaft für sein Tun geht es dem Juden- und Christentum, grade aber eben nicht dem Mohammedanismus. Für den ist es nämlich ok, wenn man mordet und vergewaltigt und versklavt, solange die Verbrechen keine Mohammedanisten treffen. Er stellt keine allgemeingültigen moralischen Kategorien auf, er mobilisiert nur zum Jihad, zum Krieg gegen alles Andersartige. T.)

Alvi & Hübsch: Das heißt, dass jeder Mensch eine individuelle Beziehung zu Gott aufbauen kann, ohne dass es dafür eine vermittelnde Instanz gibt?

Neuwirth: Ja, das kann man so sagen, wenngleich auch der Koran selber in gewisser Hinsicht eine vermittelnde Instanz ist, nämlich als ein Medium ist, durch das man leichter diesen Zustand erreichen kann. Durch die Erfüllung der rituellen Verpflichtung, vor allem durch das Gebet, durch die Rezitation des Korans, hat der Gläubige einen Zugang, der anderen nicht offen steht. Das ist aber eben ein verbaler Zugang, ein rituell-verbaler Zugang, aber keine auf eine Person gerichtete, auf einen Vorfahren oder eine Erlöserfigur gegründete Privilegierung.

(Es ist KEIN verbaler Zugang, kein geistiger Zugang, kein Zugang, der von Vernunft und Wissen geprägt ist. Es ist ein ritueller, animistischer, geistloser, andressierter Zugang. Er ist unabhängig von moralischen Kategorien oder Ästhetik, der Zugang entsteht durch das Ausführen erniedrigender Handlungen. T.)

Alvi & Hübsch: Welchen Rat würden Sie einem Menschen geben, der bisher keinen Zugang zur Religion des Islams hatte und sich den Koran zum ersten Mal lesen möchte?

Neuwirth: Das ist natürlich ein ganz unvorteilhafter Ausgangspunkt (lacht). Vielleicht hat er dann ja auch gar keinen Zugang zu den anderen heiligen Schriften. Es es ist ja leider so, dass man das Wissen, das die Hörer des Propheten (Hier wird deutlich, dass sie bar jeder wissenschaftlichen Erkenntnis die historische Person Klo H. Metzels vollständig annimmt. T.) hatten, normalerweise nicht mehr hat. Die Hörer des Propheten waren gebildet (nur ganz wenige von ihnen konnten lesen und schreiben, so berichten es die Hadithe und der Kloran, sie waren vielmehr arm und extrem rückständig T.), sie hatten eine Menge Bibelwissen und auch einiges philosophische Wissen der Zeit, das wir heute nicht haben. Was kann man da tun? Wenn man Muslim ist, tut man gut daran, einfach die Kommentare zu lesen, die enthalten ja die Erfahrungen der muslimischen Gemeinde mit dem Koran. Das ist auf jeden Fall hilfreich – auch wenn diese auch aus einer Zeit stammen, die nicht unsere ist, und es manchmal irritierend ist, was man da zu lesen bekommt. Wenn man Außenstehender ist (bitte Komma einfügen, T.) dann sollte man sich vielleicht damit begnügen, zunächst einmal den letzten Teil des Korans zu lesen, nach Möglichkeit auf Arabisch, wenn es geht (Klar geht das, Arabisch hab ich als 17. Sprache gelernt, ist doch selbstverständlich heutzutage, bin doch kein Nazi, T.), und dabei eine Koranrezitation zu hören. Dieses letzte Dreißigstel des Korans, das Dschuz’ ‘amm, wie es im Arabischen heißt, ist ein sehr schöner Zugang („schöner Zugang“, eine kloranische Diktion, T.). Wenn sich da in einem nichts öffnet, wird es auch nicht bei Sure Zwei nicht passieren (lacht). Ich würde unbedingt raten, sich Koranrezitation dazu zu gönnen, damit nicht der falsche Eindruck entsteht, hier würden religiöse Informationen herübergebracht.

(Mit anderen Worten: Mohammedanismus ist nichts ohne das obligatorische Gejaule, Geknurre und Gekläffe, ohne das hysterische und devote Niederwerfen, ohne das RITUAL. Aber: Das ist das Gegenteil von Denken, Forschen und Wissen. Das ist Das Glauben und Gehorchen. T.)

Alvi & Hübsch: Inwiefern gibt es eine andere Spiritualität im Islam, oder eine andere Vorstellung von Spiritualität im Islam, als jetzt im Judentum oder Christentum?

Neuwirth: Es ist jetzt schwer in einem Satz von drei Spiritualitäten zu handeln, aber auf jeden Fall lebt die islamische Spiritualität von der Koranrezitation. Erstmal reinszeniert man damit die Erfahrung des Propheten, was ja schon einmal eine ganz wichtige Rückbindung an ihn ist. Man steht in einer Tradition. Die Rezitation ist eingebettet in die Vorstellung, dass man durch das Sprechen bestimmter Formeln sich für einen Moment aus der Alltagswelt entfernen kann. Besonders im Gebet selber werden bestimmte Formeln gesprochen, am Anfang und wieder am Ende, die zeigen, dass man während dieser Zeit‚ abgemeldet ist aus dem Alltag. Das ist ein ganz erheblicher Vorteil gegenüber Leuten, die eine solche Möglichkeit nicht haben, sondern gewissermaßen 24 Stunden lang auf demselben Alltagsniveau sind. Es gibt inzwischen ja eine Menge Versuche, solche Auszeiten mithilfe künstlicher Religionen zu erreichen, aber im Islam ist diese Praxis – sehr genuin und außerordentlich gut geregelt – schon abrufbar. Das heißt, mit dieser Rezitation ist man eine Weile in einer anderen Welt.

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Was vom Mohammedanismus bleiben wird, sind die exzellente Küche und ein paar Aerobic-Übungen.

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Time am 21. November 2013
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1) http://www.migazin.de/2013/11/21/die-behauptung-islam-aufklaerung/
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Hadayatullah_Hübsch
3) http://michael-mannheimer.info/2013/11/20/die-historische-nachweisbarkeit-von-mohammed-aisha-und-wer-weiss-von-wem/
4) http://europenews.dk/de/node/74251

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7 Antworten to “Im Interview: Dr. Angelika Neuwirth”

  1. Tangsir Says:

    „Weder hat der Koran ein besonderes Verständnis für das Erwählungsverständnis der Juden. Eine solche Erwählung lehnt die koranische Stimme ab, an die Stelle einiger Erwählter treten die Menschen insgesamt. Auch die Erwählung der Christen, die sich an die Stelle der Juden gesetzt hatten, wird zurückgewiesen. Es gibt keine Erwählten, sondern es gibt die Menschen insgesamt, die bestimmten Vorbildern folgen, sich aber nicht auf irgendwelche Erwählungsprivilegien berufen können.“

    Im Koran wird von der arabischen Sprache als die göttliche Sprache gesprochen. Das hat unter anderem auch dazu geführt, dass in alle islamisierten Gesellschaften, die einheimischen Sprachen als minderwertig erachtet und durch das Arabische ersetzt worden sind.

    Genauso auch gibt es im Islam das Kastensystem der Seyeds, also Nachfahren Mohammeds, die zahlreiche Privilegien geniessen und, die z.b. bei uns im Iran als Halbgötter behandelt werden (müssen).

    Leider ist der Link zu Europenews nicht besonders dazu geeignet die Frau Dr. Prof. zu widerlegen. Ich habe die ersten vier Teile gelesen und sie sind historisch-wissenschaftlich gesehen ziemlicher Humbug und versuchen all die dort aufgeführten Errungenschaften im Sinne des Westens umzuinterpretieren.

    Ein Beispiel aus dem verlinkten Teil: Khwarizmi wird als Al-Khwarizmi und Araber bezeichnet, obwohl er Perser war. Auch in den anderen Teilen wird der Beitrag der Perser systematisch geleugnet, was wiederum zeigt, dass es nie sinnvoll ist diese Themen aus dem christlich-religiösen Blickwinkel zu bewerten, und man gut darin tut sich an wissenschaftliche Standards zu halten.

  2. Tangsir Says:

    Zu Chwarizmi:

    Chwarizmi Al-Majusi (780-835/50) ist heute als großer Universalgelehrter bekannt, der die indische Ziffer Null in das Zahlenwerk einführte und auf dem die Algebra zurückgeht. Sein Beiname Majusi weist ihn und seine Eltern als Anhänger des Zoroatrismus aus, was das Leben dieses Mannes zu jener Zeit besonders schwer machte und ihn ständigen Verdächtigungen aussetze. Aus dem Grund hat er, wie andere Gelehrte vor ihm, sich im Vorwort seiner Werke als Muslim ausgegeben. Das allerdings konnte auch nicht vermeiden, dass sein Originalwerk über die Algebra vernichtet wurde und nur die lateinische Übersetzung überlebt hat. Ein weiterer Hinweis darauf, dass er kein Muslim war, ist dessen Werk über das jüdische Kalender, und das zu einer Zeit als Juden zu vogelfrei erklärt worden waren.

    http://tangsir2569.wordpress.com/2011/04/20/die-erste-wiedergeburt/

  3. besucher Says:

    Neuwirth beharrt aber auch nicht darauf dass der Koran einem Mohammed offenbart worden ist. Der Wink mit dem Zaunpfahl ist der Verweis auf die Spätantike. Der Grundstock des Koran mit seinem Beharren auf die Aneignung von Wissen steht durchaus in einer gnostischen Tradition (in der Frühzeit des Islams gab es ja auch genug gnostische Sekten die später von den Sunniten alle plattgemacht worden sind) die auch von nichtchristlichen Philosophen vertreten worden ist. Stellen wir uns einfach mal vor den Grundstock des Koran gab es schon fast 100 Jahre vor diesem Mohammed: Die antichristlichen Passagen könnten im Kontext der oft gewaltsamen Durchsetzung des nachnizäischen Christentums im ganzen Römerreich unter Justinian entstanden sein.

  4. Tobi Says:

    Was Neuwirth sonst noch so Fragwürdiges treibt, kann man erahnen, wenn man diesen Artikel hier liest (leider englisch):

    http://online.wsj.com/news/articles/SB120008793352784631

    Die ganze Geschichte ist eigentlich ein Riesenskandal, aber was die heute völlig verrottete Islamwissenschaft macht, wird ja völlig von unserem islamophilen Establishment gedeckt.

  5. Tobi Says:

    Hier noch ein deutscher Text zum gleichen Thema:

    „Das traurige Schicksal eines Archivs

    In diesem Zusammenhang müssen das sog. Gotthelf-Bergsträsser-Archiv und sein Schicksal erwähnt werden. Bergsträsser, ein Protégé Theodor Nöldekes, der Gründerfigur des deutschen Orientalistik, hatte in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts mit seiner Leica viele Koranhandschriften im Nahen Osten, Nordafrika und Europa fotografiert, um einen apparatus criticus des Korans zu erstellen. Als er bei einem Bergunfall starb, übernahm Otto Pretzl diese Sammlung und ergänzte sie mit Aufnahmen aus Marokko. Er kam als Geheimdienstoffizier der Nazis im Zweiten Weltkrieg um. Nun fiel das Fotoarchiv an Anton Spitaler, der nach einem Bombardement Münchens erklärte, das Archiv sei verbrannt.

    In Wirklichkeit hütete er nach dem Krieg die wertvollen Fotografien, ohne sie zu untersuchen, bis er schließlich in einer Schülerin (wir ahnen es, es ist Angelika Neuwirth) eine Person fand, der er zutraute, die Dokumente so zu verwenden, dass damit das islamische Dogma von einer fehlerlosen Überlieferung des Korans nicht infrage gestellt würde. Für diese Annahme sprechen neben der Wahrscheinlichkeit, dass Spitaler selbst das Archiv aus Angst vor unbequemen Resultaten nicht nutzte, weitere Indizien: Spitaler hatte schon den brillanten, aber antitraditionalistischen Arabisten Günter Lüling von der Universität gemobbt, weil der behauptete, essenzielle Teile des Koran hätten bereits als christliche Hymnen- und Strophendichtungen vor dem Wirken eines islamischen Propheten existiert. Dass das Gotthelf-Bergsträsser-Archiv nun von Corpus Coranicum digitalisiert wird, heißt gar nichts. Wer die Editionsgeschichte der Werke Friedrich Hölderlins kennt, weiß, dass sich die Editionen von Hellingrath, Beißner und Sattler gewaltig unterscheiden, obwohl sie alle ein und dieselben Handschriften zur Grundlage hatten. Das Schicksal des Bergsträsser-Archivs zeigt, wie Seilschaften in den Islamwissenschaften moderne Forschung verhindern. Aber genau diese Seilschaften und diese Scheinforschung werden politisch unterstützt.

    Typische Auftragsforschung

    Corpus Coranicum ist ein gutes Beispiel für verdeckte Auftragsforschung. Natürlich gibt es keinen konkreten Auftrag. Man will politisch ein gutes Zusammenleben mit den Muslimen, wogegen ja niemand etwas hat. Dafür wird aber nun mit viel Geld nur dasjenige Forschungsprojekt gefördert, das in den politischen Zeitgeist passt. Ziel ist es, den muslimischen iranischen, arabischen und türkischen Gelehrten soweit entgegenzukommen, dass ein Konsens möglich wird.

    Dieser Konsens ist faul, denn er wird durch Opferung wissenschaftlicher Standards erreicht. Ziel ist ferner, den Islam auch theoretisch in Europa zu integrieren. Dafür soll mittels eines prestigeträchtigen Unternehmens wie Corpus Coranicum die Deutungshoheit errungen werden. Wirklich kritischer Forschung, die modernen philologischen Standards genügt, aber politisch nicht opportun ist, wird finanziell der Hahn abgedreht.

    Alternativen werden bekämpft, die Medien sind wie gleichgeschaltet

    Denn freie und ergebnisoffene Versuche, den tatsächlichen Abläufen bei der Entstehung des Korans und des Islams nahezukommen, nämlich anhand zeitgenössischer und überprüfbarer Quellen sowie einer kritischen philologischen Arbeit, gibt es sehr wohl. Diese Forschungen unter dem Namen INÂRAH (Aufklärung) sind in Teilen auf einer Webseite (www.inarah.de) nachlesbar; die bisherigen Ergebnisse wurden in bislang fünf Sammelbänden beim Hans Schiler Verlag, Berlin, publiziert. Es war zu erwarten, dass diese, mittlerweile auf große internationale Resonanz stoßenden Unternehmungen von der (nicht nur) deutschen traditionellen Islamwissenschaft, deren Mittelpunkt natürlich Frau Neuwirth ist, bekämpft werden, allerdings, ebenfalls nicht unerwartet, ohne sachliche Argumente.“

  6. besucher Says:

    @Tobi

    http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_L%C3%BCling

    Dass wikipedia immer noch nicht erwähnt warum Lüling aus dem Hochschuldienst entlassen worden ist… ts ts

  7. charlie Says:

    Vielleicht sollte Frau Neuwirth den Koran neu chronologisch lesen.
    Derweilen gehe ich, ob ihrer Äußerungen, die Keramik umarmen.

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