Psalm 83

Shabab6

Gebet gegen die Feinde Israels

Gott, schweige nicht; verstumme nicht und sei nicht stille, o Gott! Denn siehe, deine Feinde toben, und deine Hasser erheben das Haupt.

Wider dein Volk machen sie listige Anschläge, und beraten sich wider deine Geborgenen. Sie sprechen: Kommet und lasset uns sie vertilgen, dass sie keine Nation mehr seien, dass nicht mehr gedacht werde des Namens Israel!

Denn sie haben sich beraten mit einmütigem Herzen, sie haben einen Bund wider dich gemacht: Die Zelte Edoms und die Ismaeliter, Moab und die Hageriter, Gebal und Ammon und Amalek, Philistäa samt den Bewohnern von Tyrus; auch Assur hat sich ihnen angeschlossen; sie sind zu einem Arm geworden den Söhnen Lots. (…)

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Time am 2. Dezember 2013

Schlagwörter:

6 Antworten to “Psalm 83”

  1. Jakobiner Says:

    O weh, das ist ja wohl apokalyptischer Wahnsinn eines evangelikalen Zionisten.Wenn man die Bibel zum Leitfaden seines außenpolitischen Handels zur Herbeiführung des Armaggedons macht, wird es irrational und gemeingefährlich!!!

  2. Time Says:

    Nehmen Sie den Text doch als historisches Dokument…

    Ist es nicht erstaunlich (und traurig), dass er 3000 Jahre lang aktuell geblieben ist?

  3. Tangsir Says:

    Time,

    Ich stimme ja sonst nie mit Jakob überein, aber in dem Fall hat er schon Recht. Wenn wir allerdings auf die historischen Begebenheiten eingehen wollen, dann ist es angebracht zu erwähnen, dass die jüdische Religion, in seinem Fanatismus und Unbarmherzigkeit, sich nur deshalb so entwickelt hat, weil ihr Landstrich immerzu Objekt von Eroberungen und Gewalt gegen dessen Bevölkerung war.

    Wenn dieser Pslam also als historisches Dokument aufgefasst werden soll, dann in dieser Hinsicht. Was wir allerdings heute und seit 2000 Jahren erleben, ist der Hass und die Verfolgung der Juden, aufgrund ihres Glaubens.

  4. Jakobiner Says:

    Statt Psalm 83 einen Artikel als Lesetip:

    „Will ein nuklearer Iran Israel vernichten?

    In den USA ist nicht klar, ob man einen nuklearen Iran noch verhindern kann. Ob die Wirtschaftssanktionen wirken, ist fraglich. Ob ein regime change durch einen iranischen Frühling das Problem lösen kann auch. Ebenso umstritten ist die militärische Option, dass die USA und/oder Israel einen begrenzten Militärschlag gegen Irans Atomanlagen führen würden. US-Strategen oder etwa der ehemalige Mossadchef Meir Dagan weisen darauf hin, dass man damit das iranische Atomprogramm nur 2-3 Jahre verzögern könne—ansonsten müsste man wieder bombadieren. Hier ist noch die Diskussion gar nicht einbezogen, inwieweit ein solcher Militärschlag auch das Potential hätte zu eskalieren, sei es nun eine Sperrung der Strasse von Hormus, die in einem bewaffneten Konflikt, ja einem Krieg zwischen den USA und dem Iran gipfeln könnte, sei es die Frage der explodierenden Ölpreise, die die Weltwirtschaft in eine Rezession katapultieren können, sei es die Frage nach der iranischen Reakton und etwaigen Solidarisierungseffekten in der muslimischen Welt.Zumindestens ist den USA schon eine breite Diskussion im Gange, ob die USA einen nuklearen Iran eindämmen und abschrecken könnten.

    Anstoss hierzu gab Frederick Kagan vom American Enterprise Institute mit einem von Carnegie gesponserten Beitrag „Deterence Misapplied—Challenges in Containing a Nuclear Iran“, der auch Diskussionsgrundlage vom Council on Foreign Relations wurde. Frederick Kagan kommt zu dem Schluss, dass aufgrund der intrasparenten und unberechenbaren Machtstrukturen im Iran es unmöglich sei, eine Strategie der Eindämmung und Abschreckung zu entwickeln:
    Deterrence Misapplied
    Challenges in Containing a Nuclear Iran

    Author: Frederick W. Kagan, Resident Scholar, American Enterprise Institute

    Given the nature and structure of its government, is it possible to contain an Iran with nuclear weapons? In this discussion paper, sponsored by the Carnegie Corporation of New York, Frederick W. Kagan explores the applicability of deterrence—from a historic and theoretical perspective—to the Iranian regime. Kagan concludes that for numerous structural and strategic reasons, it is impossible to assess with any confidence that the Islamic Republic with nuclear weapons could be contained or deterred.

    http://www.cfr.org/iran/deterrence-misapplied/p22291

    Das American Enterprise Institute griff diese Fragestellung auf und stellte auch einmal die Frage

    „Can a Nuclear Iran be contained or deterred?“.

    http://www.aei.org/article/foreign-and-defense-policy/regional/middle-east-and-north-africa/can-a-nuclear-iran-be-contained-or-deterred/

    Während in diesem Beitrag noch einige Skepsis mitklingt, hat sich das American Enterprise Institute nun in einem neueren Beitrag „Containing and deterring a nuclear Iran“optimistischer geäussert:

    http://www.aei.org/article/containing-and-deterring-a-nuclear-iran/

    Parallel dazu bejaht auch Kenneth Pollack beim Council on Foreign Relations die Frage, ob ein nuklearer Iran abgeschreckt werden könne und skiziiert in seinem Beitrag „Deterring Nuclear Iran“auch die konkreten Massnahmen hierfür.

    http://www.cfr.org/iran/deterring-nuclear-iran/p22292

    Kurz: In den wichtigsten Denkfabriken der USA ,selbst denen der Neocons eingeschlossen bereitet man sich schon gedanklich auf das Faktum eines nuklearen Irans vor und entwickelt dementsprechende Eindämmungs- und Abschreckungsstrategien.

    Eine wichtige und zentrale Frage hierbei ist, ob man von der Annahme ausgehen kann, dass es sich bei dem Iran um einen rationalen Akteur handelt.Frederick Kagan etwa stellt noch in seinem Beitrag die These auf, dass es möglich sei, dass es im Iran eine apokalytptische Fraktion gebe, die den eigenen Untergang des Landes und sich selber willentlich einkalkuliere—weswegen man es nicht mit rationalen Akteuren zu tun haben könnte–ergo: Abschreckung und Eindämmung nicht wirken könnten. Während Kagan noch davon ausgeht, dass der Oberste Geistliche Führer des Iran Ajatollah Khameini einen nuklearen Konflikt vermeiden würde, sieht er in solchen Leute wie Ahamdinedschad und Ajatollah Mesbah-Yaszdi eine apokalyptische Fraktion, die selbst in einem Atomkrieg ihr eigenes Leben bereit sein wären zu opfern, ja die gesamte Nation.Damit ist Kagan aber ein Aussenseiter. Die anderen Beiträge gehen davon aus, dass selbst Ahmadinedschad und Ajatollah Mesbah-Yaszdi rationale Akteure wären, die sich vor der Auslöschung ihres eigenen Lebens und ihres Machtapperates, ja auch der Nation fürchten und daher passende Objekte zu nuklearen Abschreckungsstratgien wären. Kurz: Die gängige Lehrmeinung in den USA ist, dass selbst Ahmadinedschad ein „Maulheld“ im Grassenschen Sinne wäre, wenn es zur Gefahr der nuklearen Auslöschung komme.Verwiesen wird auch auf die Erfahrungen mit der Sowjetunion im Kalten Krieg, wobei das dort abzuschreckende Atompotential noch eine viel grössere Dimension gehabt hätte.

    Motto: Wenn die Abschreckung gegen eine hochgerüstete Sowjetunion funktionierte, dann erst recht bei einem weit weniger gerüsteten Iran.

    Als Beweis für apokalyptische Anwandlungen Ahmadinedschads wird gerne das Zitat gebracht, wonach er im Oktober 2005 gesagt haben soll, dass man „Israel von der Landkarte löschen“solle.Dabei handelte es sich aber um eine falsche Übersetzung.

    (Näheres zu dem Zitatenstreit siehe: http://www.arbeiterfotografie.com/iran/index-iran-0034.html)

    Ahmadinedschad sprach davon, dass „Israel aus den Seiten der Geschichte verschwinden“ und sich auflösen würde, ganz so wie die Sowjetunion oder das Apartheidsregime in Südafrika.Ich glaube in diesem Zitat kommt mehr über die Stratgie Ahmadindeschads und des Irans zum Ausdruck, als die meisten Leute wahrnehmen wollen.Der Iran will Israel nicht nuklear auslöschen—er weiss zu gut, dass er dann bei einem Zweitschlag selbst ausgelöscht würde.Michael Wolfsohn hat in der Talkshow von Günther Jauch am 15.4.2012 im ARD die eigentliche Gefahr der iranischen Atomwaffe für Israel viel präziser formuliert:

    Wenn der Iran erst mal 1-3 Atombomben habe, könne Israel diesen auch nicht mehr angreifen. Die Abschreckung sei dann beiderseitig. Nicht nur Iran würde Israel nicht nuklear angreifen, sondern Israel könne auch Iran nicht nuklear mehr angreifen. Das würde aber bedeuten, dass konventonelle Kriege unterhalb der Atomschwelle wieder denkbar seien, zumal wenn Ägypten, Syrien, Jordanien unter die Herrschaft der Muslimbrüder komme und die Hamas und Hisbollah mit grösseren Waffen als ihren jetzigen Silvesterkrachern, den Kassamraketen, bestückt würden. Israel könnte dann in einen konventionellen Rüstungswettlauf gezwungen werden, den dieses Land ökonomisch nicht verkraften könnte. Zumal mit Anschlägen seitens Hamas und Hisbollah inklusive möglicher konventioneller Kriegsdrohung seitens der dann von den Muslimbrüdern beherrschten Nachbarstaaten, könnte Israel langsam ausbluten und viele Israelis auswandern, was dann den Staat Israel langsam auflösen liesse.Dies scheint eher die Strategie, die der Iran beabsichtigt, als Israel und dann sich selbst in einem nuklearen Inferno untergehen zu lassen.“

  5. loewe Says:

    Wenn Du den Zitaten-Streit schon anführst, dann solltest Du nicht unbedingt die Arbeiterfotographie anführen (oder Steinberg). Da könntest Du auch gleich Özoguz zitieren.
    Die beiden Linksaußen der Arbeiterfotographie waren im April 2011 Gäste des Iran in der Reisegruppe des Özoguz.
    Falsche Übersetzungen werden immer dann angeführt, wenn es darum geht, muslimische Tatsachen zu verschleiern, die man so nicht gerne in der Öffentlichkeit diskutiert sehen will. Der komplette Koran wird ja auch andauernd Mißverstanden oder ist falsch übersetzt.

  6. Jakobiner Says:

    Zu Loewe:

    Die Quellenkritik an der Arbeiterphotographie ist akzeptiert.Ich war auch nicht sonderlich glücklich, dass diese Passage auftaucht, zumal ich auch kein iranisch kann.Die Arbeiterphotographie halte ich auch für ein Organ antiimperialistischer, stalinistischer Sektierer–vom Niveau her wie Alles Schall und Rauch oder Infokrieg.Dennoch finde ich, dass der Artikel insgesamt die strategische Diskussion in den USA über einen nuklearen Iran und wie man mit ihm umgeht ganz gut nachzeichnet.

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