Sowohl als auch

Qantara

Ich bin der Ansicht, dass der Mohammedanismus in seinen wesentlichen Aspekten so monolithisch ist wie eines seiner bedeutendsten Wahrzeichen: die Kaaba. Dennoch finde ich es richtig, den mohammedanistischen „Reformtheologen“ Mouhanad Khorchide zu unterstützen, so wie die das Dimmi-Magazin „Qantara“ mit einem aktuellen Artikel vehement tut (1).

Anders als der Autor Arnfried Schenk, der offenbar in Unkenntnis des Kloran behauptet, Khorchide würde „keine Irrlehren“ verbreiten, bin ich der Ansicht, dass der Theologe eben dieses tut und grade deshalb eine wichtige Funktion erfüllt.

Der Mohammedanismus ist seinem Wesen nach monolithisch-faschistisch, und in seiner Beschränkung auf  Ritualismus und Gewalttätigkeit liegt seine große Kraft. Diese Verfasstheit ist nicht mit unserer offenen Gesellschaft kompatibel. Auf der einen Seite wird dies vom Counterjihad wieder und wieder herausgearbeitet. Auf der anderen Seite sind aber m.E. auch Versuche sinnvoll, die Homogenität des Mohammedanismus aufzubrechen und ihn zu zwingen, sich neuen Gedanken zu öffnen.

Hiermit sind die selbsternannten Mohammedanismusverbände in Deutschland, die sich nach wie vor beharrlich weigern, Mitgliederverzeichnisse vorzulegen, und die also eigentlich nur sich selbst vertreten, als Repräsentanten des immanenten diktatorischen Geistes des Mohammedanismus natürlich nicht einverstanden. Sie möchten keine neuen Gedanken. Sie möchten die Scharia, und sie wollen die Menschheit zur Zeit Klo H. Metzels zurückentwickeln, als die Araber noch keine Siebe und Straßen kannten und in der Moschee urinierten (2).

Sie fordern daher den Rücktritt von Khorchide. Und sie denunzieren seine Unterstützer aus dem mohammedanistischen Lager als wirre Freaks. Hier ein Link auf „islam.de“ zu einem Beitrag in der „Welt“. Das Bild stammt nicht von der „Welt“-Redaktion, das haben Mazyeks Adlaten hinzugefälscht.

Islam.de

Verunglimpfung ist zwar mohammedanistisch, aber als Argument sehr schwach. Auch andere Mohammedanisten rücken von dem starrköpfigen und totalitären Kurs der Orkverbände ab, so zum Beispiel die „Islamische Zeitung“ um RA Andreas Rieger (3):

„Nicht klar ist aber die weitere Strategie des Rates, der ja seinem Namen nach koordinieren will. Wieder einmal blockiert sich das Gremium selbst, das mit einem Vetorecht des größten Verbandes von Beginn an nicht demokratisch verfasst war. (…) Auf dieser gesicherten Basis kann dann auch in den deutschen Universitäten eine freie Debatte und eine freie Lehre nicht gegen den Willen der Muslime sein. Intellektuelle Vielfalt hat noch keinem geschadet; zumindest solange mit einer klaren Lehre in der Mitte, die Extreme abgegrenzt, unhaltbare Positionen im Vergleich für alle Studierenden sichtbar bleiben. (…) Einfacher gesagt, wir wissen nun, dass der Koordinationsrat gegen etwas ist. Jetzt muss deutlich werden, wofür er steht. (…)“

Wieder einmal das übliche Relativieren, das „Ja, aber…“. Dennoch, auch dies ist eine Position, die von der der Verbände abweicht, und die m.E. deshalb unterstützt werden muss.

Lesen Sie jetzt den angekündigten Beitrag von Arnfried Schenk:

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Islamische Theologie in Deutschland

Khorchide muss bleiben

Muslimische Verbände wollen den Theologieprofessor wegen angeblicher Irrlehren absetzen. Doch Khorchide ist kein Ketzer. Die Orthodoxen wollen einen Querdenker loswerden.

Wie wird man einen unbequemen Theologen los? Man spricht ihm die Qualifikation ab und zieht seinen Glauben in Zweifel. Diese Methode wurde in der Geschichte der Religionen schon öfter erprobt und diesen Weg haben die islamischen Verbände nun in Deutschland gewählt, um einen Querdenker aus dem Weg zu räumen.

Es geht um Mouhanad Khorchide, Professor für islamische Religionspädagogik an der Universität Münster. In einem Gutachten werfen ihm die Islamverbände vor, seine Lehren seien nicht bekenntnisgebunden und fordern seinen Rücktritt. Über einen Beirat sind die Verbände in die Islamische Theologie eingebunden und haben – ähnlich wie die Kirchen – ein Wort mitzureden, wenn es um Inhalte und Lehrpersonal geht.

Kampf um die Deutungshoheit über den Islam

Im Jahr 2010, als Khorchide in Münster begann, hatten die Verbände noch kein Problem mit ihm. Warum heute? Er hat zwei populärwissenschaftliche Bücher geschrieben, zweifelte seinerseits die theologische Kompetenz der Verbandsfunktionäre an, wurde Liebling der Medien. Die Verbände waren dabei, die Deutungshoheit über den Islam in Deutschland zu verlieren.

Khorchide will den Islam von innen heraus erneuern, Vernunft und Mündigkeit sind ihm dabei wichtig. Muslime müssen seine Thesen nicht teilen. Sie können darüber streiten, in der Sache. Schließlich ist Khorchide nicht der einzige, der in Deutschland an Universitäten islamische Theologie betreibt. Auch in Frankfurt, Osnabrück, Tübingen und Nürnberg gibt es entsprechende Lehrstühle. Zwischen diesen Theologen hätte sich eine fruchtbare Debatte entwickeln können. Kein Glaubenskampf, wie ihn jetzt die Verbände entfacht haben.

Khorchide verbreitet keine Irrlehren

Natürlich muss man bei der Theologenausbildung die Verbände mit ins Boot holen. Nicht nur aus verfassungsrechtlichen Gründen. Sie bilden auch das Scharnier in die Praxis: Eine Gemeinde wird keinen Imam einstellen, der komplett an den Vorstellungen der Verbände vorbei ausgebildet wurde. Eltern werden ihre Kinder nicht in einen Religionsunterricht schicken, von dem sie glauben, die Lehrer seien studierte Ketzer. Aber das ist Khorchide nicht; er verbreitet in Münster keine Irrlehren.

Er ist weit von seinem Vorgänger Kalisch entfernt. Der hatte, kaum zum Professor ernannt, Zweifel an der Existenz des Propheten Muhammad geäußert. Die Verbände forderten seinen Rücktritt. Damals mit Recht und mit Erfolg: Kalisch hatte den Rahmen des für gläubige Muslime Erträglichen verlassen. Khorchide tut das nicht. Zwingen sie ihn zum Rücktritt, werden sie der gerade entstehenden Islamischen Theologie in Deutschland irreparablen Schaden zufügen.

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Time am 25. Dezember 2013

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1) http://de.qantara.de/inhalt/islamische-theologie-in-deutschland-khorchide-muss-bleiben
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/hadithe-3-aint-no-fun-waitin-round-to-be-a-millionaire/
3) http://www.islamische-zeitung.de/?id=17499

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3 Antworten to “Sowohl als auch”

  1. charlie Says:

    Hat es jemanden überrascht, dass Islamverbände, die Milliarden Muslime in D repräsentieren, den reinen Islam durchsetzen möchten?

  2. loewe Says:

    Die Mullahs veranstalten am 26. Januar in Hamburg eine Konferenz „Herausforderung zur Etabilierung einer islamischen Theologie in Deutschland“.
    U.a. sind Mazyek und Khorchide dabei:
    http://www.muslim-markt.de/einzelrubriken/muslim-veranstaltung.htm

  3. backbone Says:

    wen wundert dies. Ist Khorchide doch auch nur der Wolf im Schafspelz und betreibt taqqiya vom Feinsten.

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