Daniels Sandkastenstrategien

AlNusra

Der renommierte Counterjihadi Daniel Pipes hat eine Menge guter Artikel abgeliefert. Er hat aber auch eine Menge abgeliefert, die sich durch übergroßen Zynismus oder unpraktikable Weltabgewandtheit auszeichnen.

In einem aktuellen Aufsatz (1) ruft er dazu auf, Al-Kaida zu unterstützen, weil die gegen den „verdorbenen“ Assad (und die Schiiten Nazirans und der Hisballa) kämpfen. Derlei Taktiererei hat aber besonders im Fall der Orks doch wohl noch nie hingehauen und war alles andere als nachhaltig.

Warum in aller Welt sollte man mit Waffen Mörderbanden versorgen, die massenhaft Zivilisten massakrieren? Warum sollte man Christenjägern helfen? Sicher sind beide Seiten keine Freunde der Amerikaner, aber das Assad-Regime ist im Vergleich zu den Al-Kaida-Sadisten zumindest halbwegs berechenbar.

Glaubt Daniel zynischerweise an ein fortgesetztes gegenseitiges Abmurksen beider Seiten mit uns als lachendem Dritten?

Ich habe den Eindruck, dass die Orkscharen nahezu unendlich sind, da die Geburtenzahlen so schamlos sind, und da sogar auch Kinder für den Jihad zugerichtet und in ihm eingesetzt werden. Ich habe auch den Eindruck, als ob die Gewalt in Syrien besonders Zivilisten und Minderheiten treffen würde, also die beliebten „weichen“ Ziele der Allaisten.

Ich bin dafür, die Zivilisten und Minderheiten zu schützen, z.B. indem die Orkländer die Mohammedanisten unter ihnen aufnehmen, Europa aber die Christen, Atheisten usw.

Mohammedanisten militärisch zu unterstützen aber ist immer kontraproduktiv gewesen und hat sich immer gegen uns gewandt.

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Ja, unterstützt die syrischen Rebellen

Im April 2013 veröffentlichte ich einen Artikel mit dem leicht ungenauen Titel „Assad unterstützen“. Es hätte besser heißen sollen „Unterstützt die Seite, die gerade im syrischen Bürgerkrieg verliert“. Damals schien es so, dass das Regime von Bashar Assad dem Untergang geweiht war; doch bereits einen Monat später war das nicht länger der Fall und acht Monate danach hat sich der Konsens ergeben, dass Assad sich langsam auf der Gewinnerstraße bewegt.

Jeffrey Write, Defense Fellow am Washington Institute for Near East Policy, schreibt z.B. in „The Syrian Regime’s Military Solution to the War“ (Die militärische Lösung des syrischen Regimes für den Krieg), dass der syrische Bürgerkrieg

„in der Tat einen militärischen Ausgang haben könnte; und angesichts der derzeitigen Trends könnte dieser Ausgang ein Sieg des Regimes sein. Die Umrisse einer Regimestrategie zum Sieg im Krieg sind sichtbar. Diese Strategie ist abhängig vom Durchhaltevermögen des Regimes und seiner Verbündeten, der Bildung von adäquaten Kräften, operativem Erfolg und fortgesetzter Spaltung innerhalb der Rebellenkräfte. Sie ist beträchtlichen Einschränkungen unterworfen, besonders Begrenzungen in der Größe und Effektivität der Streitkräfte des Regimes und ihm angeschlossener Kräfte; ,Game Changers’ könnten den Kurs ändern. Doch ein Regimesieg ist möglich – und das ist das, worauf das Regime zählt. (…) Außer im Fall eines plötzlichen Zusammenbruchs des bewaffneten Widerstands, der wegen des islamistischen Kerns unwahrscheinlich erscheint, wird das Regime die Rebellenkräfte nur langsam besiegen und Territorium zurückerobern. Doch das Regime ist unerbittlich und seine Verbündeten sind standhaft.“

Angesichts dieser Entwicklungen kommt es nicht überraschend, dass John Hudson berichtet: „USA erwägen engere Bande mit Hardline-Islamisten in Syrien“.

„Da das moderate Lager der syrischen Rebellion unter der Belastung grausamer innerer Kämpfe und abnehmender Ressourcen implodiert, blicken die Vereinigten Staaten bei ihren Bemühungen, im syrischen Bürgerkrieg einen Vorteil zu erringen, zunehmend auf Hardline-Islamisten. Die Entwicklung hat US-Beobachter alarmiert, die sich sorgen, dass die radikalen Salafisten US-Werte nicht teilen; und sie hat Unterstützer der Freien Syrischen Armee erschreckt, die glauben, dass den Moderaten eine Falle gestellt wurde, damit sie scheitern. Am Montag bestätigte das Außenministerium seine Offenheit dafür mit der Islamischen Front Kontakt aufzunehmen, nachdem diese Gruppe letzte Woche das Hauptquartier der Freien Syrischen Armee mit von den USA zur Verfügung gestellten Kleinwaffen und Lebensmitteln beschlagnahmt hatte. ,Wir wollen die Möglichkeit eines Treffens mit der Islamischen Front nicht ausschließen’, sagte Außenamtssprecherin Marie Harf am Montag. ,Wir können natürlich mit der Islamischen Front arbeiten, denn sie sind nicht als Terroristen gekennzeichnet. (…) Wir sind immer offen für ein Treffen mit einer großen Bandbreite an Oppositionsgruppen. Offensichtlich kann es Sinn machen das bald zu tun; und wenn wir etwas bekanntzugeben haben, werden wir das machen.“

Hudson vermerkt:

„Obwohl die Islamische Front von den USA nicht als Terrorgruppe gekennzeichnet ist, haben viele ihrer Mitglieder intensiv antiamerikanische Überzeugungen und haben keine Absicht eine säkulare Demokratie in Syrien zu etablieren.“

Nun, natürlich nicht. Aber das muss kein Problem sein, da keine der beiden Seiten proamerikanisch ist oder vor hat irgendeine Art von Demokratie zu etablieren. Und wir sollten keine Seite in der Hoffnung unterstützen, dass diese gewinnen wird, nur damit sie die andere nicht gewinnen lässt.

Unter diesem Gesichtspunkt schlucke ich schwer und befürworte die Unterstützung der Islamischen Front. Noch einmal: Keine Unterstützung, damit sie gewinnt, sondern weiter lebt und weiter gegen das verdorbene Regime Assad und seine iranischen und Hisbollah-Unterstützer kämpft.

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Time am 26. Dezember 2013

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1) http://de.danielpipes.org/blog/2013/12/unterstuetzt-syrischen-rebellen

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Eine Antwort to “Daniels Sandkastenstrategien”

  1. besucher Says:

    na, wenn die US-Politik solchen zynischen Leitlinien folgt dann brauchen sich die Atlantiker nicht wundern dass es wieder Wasser auf die Mühlen von Elsässer und co. geben wird.

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