Der Rattenkorridor wird verlängert

Falludscha

Am 12. Dezember vergangenen Jahres hatte ich Ihnen einen Bericht von Rainer Hermann aus der FAZ über den sogenannten „Rattenkorridor“ vorgelegt (1). Darin beschrieb er, wie die Truppen von Al-Kaida quasi staatliche Strukturen entlang des Euphrat aufgebaut haben. Inzwischen sind sie mit der Einnahme zweier irakischer Städte weit nach Osten vorgestoßen. Ich frage mich, wie lange unsere Regierungen dies vor unserer Haustür noch tolerieren wollen. Lesen Sie einen Bericht aus der FAZ (2) sowie einen Kommentar von R. Hermann zum Thema (3).

Karte

Islamistische Rebellen auf dem Vormarsch

Im Irak vergrößert sich die Macht der islamistischen Rebellen immer weiter. Die Städte Ramadi und Falludscha sind in Teilen in der Hand von mit Al Qaida verbündeten Milizen.

Islamistische Rebellen haben die Kontrolle über Teile der irakischen Städte Ramadi und Falludscha übernommen. Beobachter berichteten am Donnerstag, dutzende Lastwagen mit schwer bewaffneten Männern würden durch die Straßen im Osten Ramadis fahren und über Lautsprecher Lieder spielen, in denen die Extremistengruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL) verherrlicht werde. Sicherheitskräfte waren auf den Straßen der Stadt, in der am Montag gewaltsam ein Protestlager aufgelöst worden war, nicht zu sehen.

Laut einem Vertreter der Sicherheitskräfte brachten die Kämpfer der mit dem Terrornetzwerk Al Qaida verbündeten Gruppe auch die Hälfte von Falludscha unter ihre Kontrolle. Die andere Hälfte werde von bewaffneten Stammesangehörigen kontrolliert. Am Mittwoch hatten Aufständische in Falludscha vier Polizeiwachen in Brand gesetzt und hunderte Häftlinge befreit. Auch zwei Militärfahrzeuge wurden in Brand gesetzt und Waffen gestohlen.

In Ramadi hatte die Polizei am Montag ein Protestlager sunnitischer Regierungsgegner geräumt. Bei anschließenden Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Bewaffneten wurden mindestens 14 Menschen getötet. Aus Protest gegen die Räumung legten 44 irakische Parlamentarier ihre Mandate nieder. Ministerpräsident Nuri al Maliki hatte zuvor gesagt, das Protestlager an einer Autobahn nahe der Stadt im Westen von Bagdad sei von Al Qaida unterwandert worden.

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Bogen des Terrors

Ministerpräsident Maliki gibt den Sunniten zu verstehen, dass sie in seinem Irak keinen Platz haben. Dschihadisten ziehen aus dieser Spaltung des Landes Gewinn.

Die Eroberung der irakischen Städte Ramadi und Falludscha durch Krieger des „Islamischen Staats Irak und (Groß-)Syrien“ hätte verhindert werden können. Denn die Angreifer konnten die Entfremdung der sunnitischen Bewohner in der Provinz Anbar, die an Syrien grenzt, vom Zentralstaat und einer Regierung ausnutzen, die sich gebärdet, als stehe sie allein im Dienst der schiitischen Mehrheit.

Ministerpräsident Maliki polarisiert nicht nur; er gibt den Sunniten auch zu verstehen, dass sie in seinem Irak keinen Platz haben. Die sunnitischen Dschihadisten ziehen aus dieser Spaltung des Landes Gewinn und vertiefen sie noch. Schon einmal, 2006 und 2007, hatten sie auf irakischem Boden einen „Islamischen Staat“ ausgerufen.

Heute bildet die Herrschaft ihres Terrors einen „dschihadistischen Halbmond“, der von Anbar über das syrische Euphrattal und Aleppo bis in den Nordlibanon reicht. Der amerikanische Präsident Obama hat Maliki Waffen und Drohnen zugesagt, um den Terror zu bekämpfen. Solange die Regierung in Bagdad sich aber verhält, wie Maliki es tut, werden diese Waffen nichts ändern.

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Time am 3. Januar 2014

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/12/12/der-rattenkorridor/
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/irak-islamistische-rebellen-auf-dem-vormarsch-12734286.html
3) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/irak-bogen-des-terrors-12734888.html

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