Für eine antinazislahmische Regierung

Krimtataren

Die etwa zehnprozentige Minderheit der Krimtataren verleiht ihrer Ansicht Ausdruck, dass sie allein entscheidende Schritte der Krim – auch gegen den Willen einer 90%igen Mehrheit – bestimmen darf.

Gestern hatte ich Ihnen den Hetzartikel eines „taz“-Dimmies zum Thema „Krim“ vorgelegt (1). Heute brachte die Druckausgabe der FAZ einen Artikel von Michael Martens, der offenbar schon gestern online stand, und der das Verhältnis der Torkei zu ihren tatarischen „Blutsbrüdern“ beleuchtet (2). Gewisse Ungereimtheiten kommen dem Autoren seltsam vor, aber er hat sich offenbar auch noch nicht mit dem Konzept des globalen Jihad auseinandergesetzt.

Ich meine, bei zehn Prozent Orkbevölkerung besteht noch die Hoffnung, die Krim vor dem Bürgerkrieg, Jihad und der Einverleibung in die Orksphäre zu bewahren. Ich wünsche mir dort eine strenge antinazislahmistische, demokratische Regierung, die den Anteil der Mohammedanisten an der Bevölkerung auf Null drückt.

_____

Die Türkei und die Krimtataren

Hilflose Blutsbrüder

Rund 280.000 Tataren leben auf der nun russisch besetzten Halbinsel Krim. Die Türkei sieht sich als Schutzmacht der Krimtataren. Doch die Krise in der Ukraine zeigt, dass sie nicht in derselben Gewichtsklasse boxt wie Russland.

Aus Syrien hat die Türkei, nach Russland der zweitgrößte Schwarzmeeranrainer, schon mehrere hunderttausend Flüchtlinge aufgenommen. Sollte sich nach dem Blutvergießen dort nun auch die Krise in der Ukraine verschärfen, wäre ein weiterer Staat in der türkischen Nachbarschaft vom Zerfall bedroht. Schon wird gewarnt, bald sei womöglich die Errichtung neuer Flüchtlingslager nötig, diesmal für Krimtataren und andere Fliehende aus dem Norden.

Das erste Gebot Ankaras in dieser Lage lautet: sich nicht provozieren, sich nicht hineinziehen lassen. Fremde Mächte könnten bestrebt sein, „das Krim-Thema erst in eine tatarisch-russische und dann in eine türkisch-russische Krise zu verwandeln. Das werden wir nicht zulassen“, sagte Außenminister Ahmet Davutoglu nach einem Blitzbesuch bei der Kiewer Interimsregierung. Die Krimtataren in der Ukraine – nach Angaben des türkischen Außenministeriums sind es 280.000, von denen die meisten auf der Halbinsel selbst leben – dürften sich nicht in die „Falle“ eines Konflikts (mit Russland) ziehen lassen, sagte Davutoglu. Durch die Präsenz der Tataren und das kulturelle Erbe der Türkei auf der Halbinsel sei die Krim aber von großer Bedeutung für sein Land. „Die Türkei ruft alle Führer von ethnischen und religiösen Gruppen auf der Krim auf, zusammen für die Stabilität und den Frieden zu arbeiten“, sagte Davutoglu weiter.

Gute Beziehungen zu Kiew und Moskau

Das sind Aussagen, die ebenso unangreifbar wie hilflos wirken. Gewiss: Ankara sieht sich den Krimtataren gegenüber in der Pflicht. Es hat einst ihre Rückkehr in die angestammte Heimat unterstützt und setzt die Unterstützung heute fort, etwa durch Wohnungsbauprojekte. Als Brüder, gar „Blutsbrüder“ werden die Krimtataren in türkischen Medien, aber auch in offiziellen Stellungnahmen bezeichnet. Doch die Türkei muss auch ihre Interessen zwischen Kiew und Moskau zum Ausgleich bringen. Zwar ist man mit dem Kreml in syrischen Angelegenheiten über Kreuz, abgesehen davon aber sind die Beziehungen gut, vor allem wirtschaftlich. Weil Kiew kein Vetorecht im UN-Sicherheitsrat hat und auch sonst türkische Ambitionen nicht stört, gilt das für die Beziehungen zur Ukraine allemal.

Selbst die türkische Beteiligung an russischen Gasleitungsprojekten zur Umgehung der Ukraine („South Stream“) konnte den Beziehungen bisher nichts anhaben. Seit Anfang 2011 existiert zwischen der Ukraine und der Türkei ein „strategischer Kooperationsrat“, der eine immer engere Verzahnung der Interessen vorsieht. Als der damalige Präsident Viktor Janukowitsch, mit dem man gut auskam, im Dezember desselben Jahres von Ministerpräsident Tayyip Erdogan in der Türkei empfangen wurde, unterzeichnete man überdies ein Abkommen zur Aufhebung der Visumpflicht. Seit August 2012 ist es in Kraft. Über ein türkisch-ukrainisches Freihandelsabkommen wird verhandelt. Unstimmigkeiten über den Agrarexport verhinderten bisher einen Abschluss, aber zuletzt gaben sich die Delegationen zuversichtlich, dass eine Lösung möglich sei.

Lieber im Brüsseler Orbit

Kiew und Ankara haben sich schon vor Jahren gegenseitig zu „strategischen Partnern“ erklärt – aber wer täte das heutzutage nicht? Es wimmelt vor „strategischen Partnerschaften“, und im Vergleich zur Ukraine ist Russland fraglos der wichtigere strategische Partner für die Türkei, vor allem energie- und handelspolitisch. In der Ukraine hat Ankara daher zum Ausgleich gegen russischen Einfluss stets auf die westorientierten Kräfte gesetzt. Das behaupten türkische Diplomaten zumindest in Hintergrundgesprächen. Die Türkei hatte sich zuletzt zwar durch die von Erdogan und dessen Machtelite betriebene partielle Entdemokratisierung des Landes wieder von der EU entfernt, aber die Ukraine sähe Ankara eindeutig lieber im Brüsseler als im Moskauer Orbit.

Viel tun kann sie dafür allerdings nicht. Wie schon der Krieg in Syrien dokumentiert auch die Krise in der Ukraine, dass Russland und die Türkei nicht in derselben Gewichtsklasse boxen. Ankara kann warnen und mahnen, es könnte im Fall des Falles auch eine humanitäre Katastrophe abfedern, aber mehr nicht. Natürlich habe Russland „gewisse strategische Interessen auf der Krim und in der Ukraine, genau wie in Syrien, aber es ist nicht akzeptabel, dass die interne Balance eines Landes von den strategischen Interessen eines anderen Landes abhängt“, kommentiert Ahmet Davutoglu eine Entwicklung, die er nun schon seit Jahren nicht taten-, aber oft wirkungslos mit ansehen muss.

Ukrainischer Botschafter bat um militärische Hilfe

Die ukrainische Botschaft in Ankara veröffentlichte dieser Tage eine Stellungnahme, in der die Türkei aufgefordert wurde, eine aktive Rolle in dem Konflikt einzunehmen. Schließlich gehörten die Krimtataren, als deren Schutzmacht die Türkei auftritt, zu den „loyalsten Bürgern der Ukraine“. Der ukrainische Botschafter wurde in türkischen Medien gar mit der Aufforderung zitiert, angesichts der „großen Gefahr“ für die Krimtataren müsse die Türkei der Ukraine „politische, wirtschaftliche und wenn nötig militärische Hilfe“ zukommen lassen.

So heiß wird in Ankara jedoch nicht gegessen. Man strebe einen „Dialogprozess“ in der Ukraine an, teilte die türkische Regierung stattdessen mit. Als das türkische Außenministerium alle Beteiligten davor warnte, auf der Krim ein Fait accompli zu schaffen, und gleichzeitig verlangte, „Schritte zu vermeiden, die den Weg dazu bereiten werden, internationale Grenzen in Frage zu stellen“, zeichnete es damit nur das Geschehen nach. Davon, es mitzugestalten, ist die Türkei weit entfernt.

Abstimmung mit absehbarem Ergebnis

Immerhin fiel (bisher) nicht ein Schuss auf der Krim. Damit das so bleibe, dürften sich die Minderheiten auf der Krim nicht in den Konflikt hineinziehen lassen, sagt der krimtatarische Politiker Zafer Karatay: „Wir glauben, dass Russland versuchen wird, ethnische Gruppen in einen Konflikt zu ziehen, um auf der Krim intervenieren zu können. Aber wir Krimtataren werden nicht in diese Falle gehen und uns zurückhalten.“ Als Davutoglu am Montag mehrere Dutzend Abgesandte krimtatarischer Organisationen empfing, mahnte er sie ebenfalls, nicht den Anlass zu (weiteren) Konflikten zu geben. „Unsere krimtatarischen Brüder haben viel gelitten und diese Leiden stets ertragen“, sagte Erdogans Chefdiplomat. Nun gelte es, nicht durch unbesonnenes Handeln neue Leiden heraufzubeschwören, lautete die Schlussfolgerung.

Am 30. März, wenn Krimtataren und die anderen Bewohner des Gebietes in einem von den neuen regionalen Machthabern angesetzten Referendum über die Autonomie der Halbinsel abstimmen sollen, stimmen übrigens auf der anderen Seite des Schwarzen Meeres auch die Türken ab: in Lokalwahlen, wenn auch mit weniger absehbarem Ergebnis als auf der Krim.

_____

Time am 5. März 2013

_____

1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/03/04/taz-geschmeis/
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/die-tuerkei-und-die-krimtataren-hilflose-blutsbrueder-12831574.html

Schlagwörter: , , , ,

2 Antworten to “Für eine antinazislahmische Regierung”

  1. charlie Says:

    Lieber Time. Alleine schon der leidende Ton aller Kommentare bzgl. der Krimtataren in den MsM ist unerträglich.

  2. EvilEmpire Says:

    Merkst Du eigentlich nicht das die durchgeknallten Islamisten immer dort auftauchen wo auch ihr euren Stiefelabdruck hinterlassen habt? Afghanistan, Iran, Ägypten, Libyen, Syrien? Und jetzt kreischen die sogar schon auf der schönen, und hoffentlich bald wieder russischen ;-), Halbinsel Krim „Allahu Akbar !“?

    Darüber würde ich mal nachdenken!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: