„Muss plattgebombt werden“

Hamad

Einer der pointiertesten Mohammedanismuskritiker ist der Ex-Muslimbruder Hamad Abdel-Samad, und er wird immer besser (und er sieht außerdem gut aus 🙂 ). Lesen Sie ein Interview mit ihm, das m.E. in Bezug auf seine Deutlichkeit zu den klarsten und schärfsten counterjihadischen Texten der letzten Zeit gehört.

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Faschistischer Islam: „Herr über Leben und Tod“

Der muslimische Politologe Hamed Abdel-Samad über den Faschismus im Islam und warum es keinen moderaten Islam gibt. Hamed Abdel-Samad, Sohn eines ägyptischen Imams und deutsch-ägyptischer Politologe, hat sich mit Islam-kritischen Thesen eine Todes-Fatwa (Mordaufruf) eingehandelt. Sein Buch „Der islamische Faschismus“ sieht er bestätigt.

KURIER: Die Welt steht im Bann der Grausamkeiten des „IS“ – ist das der faschistische Islam?

Hamed Abdel-Samad: Der Inbegriff, absolut. Diese Ideologie entsteht, beim Faschismus wie beim Islamismus, indem man die Welt in Gut und Böse aufteilt und der Gegner entmenschlicht wird. Nach islamischen Riten werden auch die Tiere mit dem Ruf „Allahu akbar“ und dem Wegreißen des Kopfes geschlachtet.

Faschismus, wie wir ihn in Europa verstehen, hat doch andere Wurzeln und Ziele?

Der Faschismus war identitätsstiftend für Nationen, die sich von der Welt gekränkt fühlten. Die islamistischen Bewegungen entstanden fast zeitgleich mit dem deutschen und italienischen Faschismus aus dem gleichen Geist heraus: Der Zusammenbruch des osmanischen Reiches führte zur Identitätskrise und Kränkung und zum Traum der Wiederherstellung des Imperiums. Faschismus ist nicht nur Ideologie, sondern politische Religion – mit charismatischen Führern, heiligen Wahrheiten.

Streben die Islamisten nach Weltherrschaft?

Das ist ja die Attraktivität des IS. Die El Kaida begrenzte sich auf ein paar Selbstmordanschläge gegen die USA. Aber der IS bietet den jungen Muslimen ein attraktives Projekt des Mitmachens: Sie sollen nicht als Selbstmordattentäter, sondern als Welteroberer nach Syrien und in den Irak. Und sie können schon in diesem Leben durch den Sieg über die Ungläubigen das Paradies erlangen.

Die Weltkarte des IS reicht bis tief nach Europa: Ein Kalifat überall dort, wo Muslime leben.

Und gelebt haben. Das ist ein alter Traum: Das heilige Versprechen, dass der Islam am Ende siegt, weil er die letzte Religion ist, die letzte Botschaft, die Gott an die Menschen gerichtet hat.

Wieso ist der IS noch einmal brutaler, steinzeitlicher als alles, was man bisher kannte?

Es gibt die religiöse Dimension. Die beruft sich auf den Koran, die Eroberungsgeschichte und den Propheten. In Sure 48 steht, dass Mohammed und seine Anhänger untereinander barmherzig sind und gegenüber dem Ungläubigen hart. Der angebliche Befehl Gottes, wie mit den Ungläubigen umzugehen ist – „und schlagt auf ihre Hälse“ und „tötet sie, wo auch immer ihr sie findet“ –, darauf beziehen sich die IS-Leute.

Gibt es auch eine politische Erklärung der Brutalität?

Die ist: Sie müssen nicht überall kämpfen, sie handeln frei nach Mao: Töte einen, erziehe 100.

Sie meinen die Propaganda das Grauens?

Ja, sie enthaupten irakische Soldaten und veröffentlichen Videos davon – dann fliehen die Menschen aus dem nächsten Ort, ehe die IS-Männer einziehen. Das steht auch im Koran: Die Ungläubigen in Angst und Schrecken versetzen. Hätten sie die Tötungsmaschinerie wie andere faschistische Bewegungen früher, würden sie keine Minute zögern, auch die einzusetzen.

Sie schreiben, es droht eine Schlacht apokalyptischer Dimension.

Der IS wächst wie ein Schneeball, weil er einen Traum vieler perspektivloser Muslime repräsentiert, die in ihrer Heimat nichts gelten und im Irak und in Syrien Herr über Leben und Tod sind. Ein Viertel der IS-Kämpfer kommt aus dem Westen, der, der den US-Journalisten enthauptet hat, sprach perfekt britisches Englisch. Warum? Weil beim IS der politische und finanzielle Erfolg lockt – ein junger Ägypter warb um Kämpfer mit der Erzählung, dass beim IS durch die Eroberungen bis zu 5000 Dollar pro Tag zu verdienen sind.

Und die Schlacht?

Ich glaube nicht, dass wir bald große islamische Armeen vor Wien stehen haben. Aber die Gefahr liegt darin, dass sich diese Dschihad-Idee verselbstständigt …

… und die Kämpfer nach Europa zurückkommen.

Genau. Wenn die USA den IS bombardieren – und ich sehe dazu keine Alternative –, und die kommen zurück, enttäuscht, weil der Gottesstaat nicht erreicht ist, destabilisieren sie den Westen.

Was wäre denn das Rezept gegen den IS?

Leider kommt man mit der klassischen Demokratie, mit Meinungsfreiheit, Verfassung, gegen diese Leute nicht weiter. Man muss diese Gruppen in Europa verbieten – wieso sind Nazi-Symbole verboten und IS-Symbole nicht? Man muss die Moscheen in Europa streng kontrollieren – wenn für den Dschihad geworben wird, wird sie geschlossen, Ende der Freiheit!

Und wie stoppt man den IS im Nahen Osten?

Wir brauchen einen neuen Churchill. Einen, der eine klare Position zum Faschismus hat, der weiß, dass Dialog und Appeasement nur zu noch wilderen Auswüchsen führt. Man braucht eine gemeinsame Linie, die Bewegung muss plattgebombt werden, und die, die zurückkommen, müssen schon am Flughafen als Mitglieder einer terroristischen Organisation verhaftet werden.

Der moderate Islam, wie geht der mit dem IS um?

Es gibt keinen moderaten Islam. Das ist eine Erfindung westlicher Islamwissenschaftler. Es gibt die spirituelle Dimension des Islam, das ist die Mehrheit der Muslime – aber die ist für mich irrelevant, weil sie nichts tut. Und innerhalb der politischen Dimension des Islam gibt es keine moderate Bewegung. Vergleicht man die Reaktion der Muslime auf die Opfer in Gaza und auf jene der IS in Syrien und im Irak, dann sieht man die Heuchelei der ach so moderaten Muslime: In Scharen gehen sie gegen das Töten in Gaza auf die Straße, – aber warum empfinden die Muslime nicht die gleiche Empathie gegenüber den Opfern des IS? Weil für uns Muslime offenbar nicht das Opfer entscheidend ist, sondern der Täter – und wenn der muslimisch ist, dann nehmen wir das hin.

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Time am 25. August 2014

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1) http://kurier.at/politik/ausland/hamed-abdel-samad-faschistischer-islam-herr-ueber-leben-und-tod/81.207.850

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6 Antworten to “„Muss plattgebombt werden“”

  1. Silverstar Says:

    1)Ja, er wird immer besser-Hamed Abdel-Samad, da er als Ex-Muslimbruder versteht, was die Muslimbrüder wollen. Und inzwischen relativiert ja auch Leo Brux seine Ablehnung gegen den Begriff des Islamofaschismus auf Erdogan und andere Formen des Islamismus, wenn er neben der Umma auch den Begriff des Millet einführt.Hatten wir schon immer gesagt, inzwischen schwenkt er über.Das ist eben der moderne Islam: Zwischen Volk und Umma taktisch hin- und herspringen, wie es einem populitisch eben passt, aber eben ein neosomanisches Imperium mit den Muslimbrüderschaften von Nordafrika bis Nahen Osten und Zentralsaien herstellen zu wollen und sich dann auch noch an den autoritären SCO-Block annähern wollen gegen den Westen.

    2)wir haben eine Diskussion, wie die Enthauptungsvideos von ISIS einzuschätzen sind–volle Diskussion unter:

    http://exportabel.wordpress.com/2014/08/22/schneiden-sabeln-trennen-abtrennen/#comment-11936

    Ein Kommentar dazu:

    „Interessant ist auch die deutsche Vorgehensweise: Während des Ersten und Zweiten Weltkrieges wurden Partisanen und Kriegsgegner öffemtlich aufgehängt und erschossen zur Abschreckung–dies blieb aber nur lokal vor Ort und wurde auch in keiner Wochenschau gezeigt.Ebenso die Massenvernichtungen von Juden oder Kriegsgefangegenen–die ProSieben “Saw”-Voyeure würden sich ja wahrscheinlich lieber eine öffentlich-mediale Vergasung wünschen.Aber im Ersten und Zweiten Weltkrieg galt: Kriegsgräuel an der eigenen oder an der anderen Seite zeigte man nicht. Der Krieg war sauber, ästhetisch, heldenhaft und ohne Grausamkeit–nebst saubermässigen Heimatfilmen.Alles hatte seinen “Anstand”.Während des Vietnamkrieges wuirden ja mal ein paar weniger nette Bilder gezeigt, aber die stärkten nur die sensible Öffentlichkeit und die Protestbewegung in ihrem Widerstand. Den Vietcong, den der Poliezioffizier in Saigon erschoss und das Mädchen, das mit Napalm übergossen wurde, waren ja mehr die Produkte US-amerikanischer Kriegsreporter-Aasgeier als dass sich das Pentagon damit gebrüstet hätte. Aber ISIS tut dies.Sie brüsten sich mit der Erm,ordung ihrer Gegener, auch medial, was eben nicht einmal die Nazis, die alles unter der Glocke der Verschwiegenheit–selbst den Holocaust–behandelten oder die US-Army in Korea oder Vietnam.Ja selbst während der beiden Golfkriege versuchten uns die US-Streitkräfte immer ein Bild von virtuellen Videospielen oder embedded journalists–ohne jeglichen Kriegshorror- in die medialen Stuben zu bringen. ISIS m,öchte jedoch ganz zeilgerichtet den Horror ihrer Kriegsgräuel bringen–vielleicht aber auch weil sie meinen uns damit einschüchtern zu können. Aber die Reaktion wird nur ein noch konzertierterer Schlag eggen diese menschenverachtenden Bestien im Namen Muhammed des Propheten sein. Und mit diesen IS-Kriegern, die in Europa oder den USA zurückkehren wollen, wüder ich targeted killing und Entfüjrung in ein osteuropäisches schwarzes Gefängnis vorschlagen. Wenn dies der deutsche Rechtsstaat nicht machen kann,. dann möge dies der Mossad oder die CIA übernehmen.“

    Nachfolgenede Frage: Sollen wir ISIS nicht umgekehrt dafür dankbar sein, dass sie den „Anstand“des Krieges ad acta lässt, und ein realistisches Bild vom Krieg gibt und darüberhinaus auch eine realisistische Version, was es bedeutet, wenn man Mohammed und Abu Bakr nacheifert, aslo das Kalifat begründet, das Abu Bakr Al Baghdadi in Anlehnung an den Proheten realsisert. Ist das nicht mehr „back to the roots“ als uns der Leo Bruxsche Thomas-Bauer-ambugituäre Denkscheiss- oder Khorchidee-Islam, wonach Islam gleich Barmherzigkeit sei, oder Islam sei Haus des Friedens, näherbringen will?

  2. Sophist X Says:

    Hervorragender Text, bloß mit einem Kritikpunkt: Viele der Jungmänner, die jetzt in Scharen von der Aussicht auf gottgefällige Schlächterei nach Syrien gelockt werden, kommen von hier, wie der Text selbst sagt. Das heißt, die moslemische Armee wird längst hier herangezüchtet und wartet nur auf ihre Einsätze.

  3. charlie Says:

    Keine Sorge. Die Kopfabschneiderrückkehrer werden vom VS „beobachtet“. So wie jeder Radikalinski stets „beobachtet“ wird. Im Text kam wieder einmal die unsägliche Kombination „Islam“ + „Wissenschaft“ vor. Wissenschaft hat im und über den Islam soviel Aussagewert wie: Ameisen entwickeln Fusionsreaktor!

  4. Paul Says:

    ob grausam oder nicht im Endeffekt geht’s den radikalen Moslems darum die westliche imperialpolitik, die sie hinter Christen und Juden (paranoid oder nicht) vermuten, zu stoppen.

    und ja adrenalingeschwaengerte Jungmänner müssen sich halt austoben. egal ob als hools, Gangs oder Soldaten – weiß man doch

    btw. die Gewalt erinnert mich an die christlichen Kreuzzüge von Anne Dut.

  5. backbone Says:

    @Paul
    Dumm geboren und nichts dazu gelernt.
    Vom Christentum keine Ahnung vom Islam noch weniger.

  6. Paul Says:

    @backbone: wer jetzt du?;)

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