Drei Satanismen, von denen zwei leben

Francisco Goya

Francisco Goya: Saturn frisst eines seiner Kinder

Nazislahm (400 Mill. Opfer), Kommunismus (100 Mill. Opfer) und Nationalsozialismus (60 Mill. Opfer) sind die mörderischsten Ideologien, die die Menschheit hervorgebracht hat.

Zwischen allen dreien sehen weite Teile des Counterjihad wesentliche Übereinstimmungen (Führerkult, Terrorherrschaft, Verfolgung von Minderheiten, territoriales Expansionsverhalten usw.) und sie erklären vielfach das Wesen der beiden Verbrechercodices des 20. Jahrhunderts mit Anleihen aus dem Nazislahm.

Auf FAZ.net gibt es einen Beitrag von James Kirchick Er hatte bereits einen – unfreiwilligen 😉 – Auftritt in der MoT (1)). Darin plädiert er dafür, den Kommunismus nicht als „mystisches Relikt“ sondern als Unterdrückerideologie mit verheerenden Folgen zu sehen, als das eben, was er ist (2).

Während sich die Welt mit Ausnahme der nazislahmischen Sphäre über den verabscheuenspflichtigen Charakter des deutschen Nationalsozialismus einig ist, und an der Ächtung des Kommunismus gearbeitet wird, tut der gigantische Leichenberg, den der Mohammedanismus aufgetürmt hat, der Reputation dieses Satanismus bisher eher keinen Abbruch. Interessanterweise ist der Kommunismus, der sich einstmals als strikter Gegner des Religionsgedankens präsentierte, heutzutage einer der willfährigsten Lakaien des Nazislahm. Hierfür mag die Bewunderung der psychisch gestörten Anhänger bolschewistischer Gedanken für die noch despotischeren, grausameren und mordgierigeren Ideen des Kloran ein Grund sein. Die Bolschewisten haben jetzt ihren Meister erkannt.

Wie auch immer, die Dekonstruktion des Mohammedanismus wird Hand in Hand gehen mit der Dekonstruktion des Kommunismus, und was hier über den Kommunismus gesagt wird, das könnte man m.E. fast genauso über den Nazislahm sagen.

Wie auch immer, die Zukunft der Menschheit ist Freiheit!

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Die Opfer des Kommunismus verdienen ein Denkmal

Der Kommunismus ist die tödlichste Ideologie der Geschichte. Es ist an der Zeit, endlich mit dem linken Mythos aufzuräumen, er sei nur falsch verstanden worden – und könne nichts für die Millionen Toten, die er gefordert hat.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich das Denkmal für die Opfer des Kommunismus gegenüber einem Bekannten erwähnt. Es ist ein Bronzemodell der Statue, die chinesische Studenten 1989 auf dem Tiananmen-Platz errichteten, kurz bevor die Volksbefreiungsarmee dort tausende friedliche Demonstranten hinrichtete. Diese Statue steht auf einem kleinen Fleckchen in der Nähe der Union Station in Washington, D.C. Zahllose Menschen laufen jeden Tag daran vorbei. Wahrscheinlich nehmen sie das Denkmal aber gar nicht wahr oder wissen nicht, warum es dort steht. „Der Kommunismus war nicht für irgendjemandes Tod verantwortlich“, sagte mein Gesprächspartner. „Sondern die beknackten Anführer.“

Wie oft haben Sie diese Aussage schon in anderen Formulierungen gehört? „Der Kommunismus ist eine großartige Theorie, er funktioniert nur in der Praxis nicht.“ Ich wünschte, das wäre die einzige Meinung dazu, die mir noch aus Diskussionsrunden im Studentenwohnheim in Erinnerung ist. („Gut“, antwortete ich ungläubig, „wie viele Menschen müssen denn noch sterben, bevor wir das kapieren?“)

Weltweites Wiederaufleben des Marxismus

Die Auffassung, dass marxistisch-leninistische Ideologie nicht für die 100 Millionen Toten verantwortlich sei, die durch kommunistische Regime angeordnet wurden, gehörte unglücklicherweise lange zum guten Ton in breiten Teilen der intellektuellen Elite. Wie die Bemerkung meines Freundes und zahlreiche andere Beispiele beweisen, hält sich diese Weltanschauung auch unter den Millenials (den jungen Menschen, die zwischen dem Ende der 80er und den 2000er Jahren geboren wurden).

Zwangsarbeit für die sozialistische Rekonstruktion Moskaus: Die Häftlinge des Lagers Dmitlag beim Bau des Moskau-Wolga-Kanals. Er war eines der größten Vorhaben im Fünfjahresplan 1932-1937. Das Lager Dmitlag war damals das größte innerhalb des Gulag.

Das Wiederaufleben des Marxismus ist schwer in Zahlen zu fassen. Dennoch kann man es deutlich sehen: an den populistischen Reaktionen auf die weltweite Finanzkrise, am Aufstieg der Parteien des äußeren linken Spektrums rund um den Globus (zum Beispiel die Entwicklung der Linken zur Oppositionspartei in Deutschland), und an der wachsenden Popularität einst obskurer Figuren wie Slavoj Zizek, einem marxistischen Kultur-Kritiker aus Slowenien. Im vergangenen Jahr schrieb die New York Times über eine Zeitschrift mit dem passenden Namen „Jacobin“: „ein Magazin, das sich der Aufgabe widmet, neomarxistisches Denken frei von Jargon unter die Massen zu bringen“. Im Januar veröffentlichte der Rolling Stone – herrlich ahnungslos gegenüber seiner eigenen Rolle in der Verbraucherwirtschaft – ein Stück, das überall diskutiert wurde. Darin wurde die Regierung aufgefordert, die Jobs für jedermann zu sichern, Privateigentum abzuschaffen und „das Land zurückzuerobern“. Das einzige, was in diesem Gesetzentwurf noch fehlte, war die Auslöschung der Bourgeoisie.

FAZ

Gedächtnisschwund einer ignoranten Gesellschaft

Die steigende Sorge über die Einkommensungleichheit in Amerika, die sich in Form von Occupy Wall Street und Präsident Barack Obamas Herumreiten auf diesem Thema ausdrückt, ist allein noch kein Anzeichen dafür, dass sich eine Generation nach dem Kommunismus sehnt. Trotzdem spielt sich all dies schon auf der Skala ab, die im Extremfall dazu führen kann, dass die Schrecken des Kommunismus vergessen werden. „Der Schlüssel dazu, die Wiedergeburt des Marxismus im Westen zu verstehen“, hieß es 2012 in einem Artikel des „Guardian“, liegt darin, dass er „für junge Menschen nicht mit den Assoziationen von Stalins Gulags befleckt ist“. Dieser rückblickende Gedächtnisschwund offenbart zum einen die Ignoranz einer Generation gegenüber der Ideologie und Natur des Kommunismus, zum anderen zeigt sie die Notwendigkeit, die Öffentlichkeit über dessen Schrecken zu unterrichten.

Genau das ist das Ziel der „Stiftung zum Gedenken an die Opfer des Kommunismus“(„Victims of Communism Memorial Foundation“). Sie will 2017, zum 100. Jahrestag der bolschewistischen Revolution, die Errichtung eines „Weltklasse“-Museums in der Nationalpromenade in Washington in die Wege leiten. Das Museum soll Zeugenaussagen, Exponate und interaktive Ausstellungen vereinen und so aufzeigen, welchen Tribut der Kommunismus in rund 40 Ländern seit seinem Bestehen gefordert hat. Ähnlich dem Holocaust-Gedenkmuseum der Vereinigten Staaten soll auch dieses Museum zukünftigen Generationen beibringen, in welchem Ausmaß die Menschheit zur Unmenschlichkeit fähig ist.

Tödlichste Ideologie der Geschichte

„Es ist vielleicht die größte Lüge, die in unserer Kultur heutzutage besteht, dass die tödlichste Ideologie der Geschichte nicht für die Regime verantwortlich ist, die sie hervorgebracht hat – geschweige denn für die Todesopfer“, sagt Marion Smith, die Geschäftsführerin der Stiftung. „Ideen haben Konsequenzen. Es gab bisher noch kein kommunistisches Regime, das nicht mit dem Ziel endete, das eigene Volk umzubringen.“

Smith hat recht. Von Stalins Gulags über die Schlachtfelder Kambodschas bis hin zu den Hungernöten unter Mao gab es nicht eine einzige kommunistische Regierung, die nicht sowohl tyrannisch gewesen wäre als auch Tod und fürchterliche Zerstörung mit sich gebracht hätte. Nach dem Schwarzbuch des Kommunismus sind die vom Marxismus-Leninismus inspirierten Regime verantwortlich für den Tod von rund 100 Millionen Menschen (diese Zahl ist noch nicht endgültig). Das macht den Kommunismus zur fatalsten Ideologie des 20. Jahrhunderts.

Immer noch Trottel mit Che-Guevara-T-Shirts

Dennoch bleibt der Mythos bestehen, dass es von Natur aus nichts Böses an einer Ideologie gebe, die zum Diebstahl von Privateigentum aufruft und einen Einparteienstaat, die Diktatur des Proletariats und die wirtschaftliche Gleichheit aller Bürger erzwingen will (wobei diese Bürger, wie Smith sagt, eher als „Nebensächlichkeit beim Streben nach der ideologischen Mission“ gesehen werden). Diese Doppelmoral im Umgang mit dem Kommunismus zeigt sich auch in der großen Zahl von Universitätsprofessoren, die sich stolz das Etikett Marxist anheften. Professoren, die sich freiwillig als „Faschist“ bezeichnen, finden sich hingegen nicht. Man sieht es auch an den Trotteln, die Che-Guevara-T-Shirts tragen. Ihnen ist es entweder nicht bewusst oder aber gleichgültig, dass der Mann ein Soziopath war, der Massenmord beging (Er soll 500 Todesurteile eigenhändig vollstreckt haben, T.).

„Es wäre unentschuldbar zu sagen, (…) dass Faschismus als Idee nichts mit den Regimen zu tun hatte, die der Faschismus hervorgebracht hat“, merkt Smith an. „Trotzdem ist es eine akzeptierte Meinung, dass Marxismus nicht für die Sowjetunion oder Maos China verantwortlich ist.“

Es sollte überall Denkmäler für die Opfer des Kommunismus geben

Als Hauptstadt eines Landes, das den Kommunismus niemals erlebt hat, mag Washington als seltsamer Ort für ein Museum erscheinen, das sich mit der Geschichte des marxistisch-leninistischen Glaubensbekenntnisses beschäftigt. Dass so eine Institution dort aufgebaut wird, hat mit der amerikanischen Neigung zu tun, sich selbst als alleiniger „Bezwinger“ des Kommunismus zu sehen. Es hängt aber auch mit dem wenig triumphalen, sondern eher idealistischen Impuls zusammen, der Not der leidenden Menschen auf der Welt zu gedenken. Ein weiterer Grund für die amerikanischen Wurzeln dieses Museums lässt sich aus dem einzigartigen Status unseres Landes als Nation von Einwanderern erklären. Es waren Emigranten der früheren „gefangenen Nationen“, die den kommunistischen Panzertruppen entkamen und in den Vereinigten Staaten Zuflucht fanden. Ein Großteil des amerikanischen Selbstverständnisses – und seiner finanziellen Säulen – geht auf sie zurück.

Im Idealfall sollte es auf der ganzen Welt Denkmäler für die Opfer des Kommunismus geben, so wie es sie für den Holocaust gibt. Berlin, wo der Kampf zwischen kommunistischem Totalitarismus und liberaler Demokratie von Angesicht zu Angesicht stattfand, wäre ein idealer Ort für solch einen Gedenkplatz. Sicher, die Stadt brüstet sich bereits mit zwei hoch angesehenen Museen, die die Verwüstungen der Stasi aufzeigen (eines ist im ehemaligen Hauptquartier der Geheimpolizei eingerichtet worden, das andere im alten Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen). Außerdem gibt es das kitschige „DDR Museum“, das jedoch mehr Ostalgie-Gefühle hervorruft als Abscheu vor der Unterdrückung in Ostdeutschland. Doch diese kollektiven Bemühungen, an die DDR-Zeit zu erinnern, zeigen die Toten eher als Opfer einer Regierung – des SED-Regimes – denn als Opfer der kommunistischen Ideologie selbst. Die andauernde Unsicherheit gegenüber dem Erbe des Kommunismus zeigt sich auch darin, dass eine große Straße im ehemaligen Ostberlin noch immer den Namen von Karl Marx trägt. Straßen nach Hitler oder Goebbels zu benennen, ist hingegen illegal.

Kein Wettkampf um die Opfer

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wenn es darum geht, die Verbrechen des Kommunismus zu dokumentieren und seiner Opfer zu gedenken, darf niemals der Gedanke an einen Wettkampf zwischen den Opfern beider totalitärer Regime aufkommen. Auch sollte ein Denkmal nicht dazu dienen, den Holocaust zu „minimieren“ oder „verschleiern“, so wie es einige nationalistische, revisionistische Geschichtswissenschaftler und Politiker (meistens aus Zentral- und Osteuropa) versuchen, die die Untaten der Sowjetunion mit dem einmaligen Verbrechen gleichsetzen, das den Namen Endlösung trägt.

Deutschland und besonders die deutschen Historiker haben solchen Trends bisher immer standgehalten, besonders im akademischen Bereich und in der Politik. Dennoch geht eine große Wachsamkeit für gewöhnlich damit einher, die Verbrechen der Sowjetunion herunterzuspielen. Solche Ansichten sind zum Teil für das große „Putin-Verständnis“ verantwortlich, das auf die Ukraine-Krise folgte.

Deutschland sollte seine historische Schuld wegen des Nationalsozialismus einer ehrlichen Bewertung der DDR nicht im Weg stehen lassen. Das würde den längst überholten ostdeutschen Ideologen einen späten Sieg verschaffen, die, immerhin, die antisemitische Natur der Nazi-Verbrechen ihrer eigenen Leute verschleierten, während sie für sich den Deckmantel des „Antifaschismus“ beanspruchten.

Kommunismus als mystisches Relikt

Wir Amerikaner, die sich selbst als Gewinner des Kalten Krieges sehen, tendieren wiederum dazu, den Kommunismus als vergangen zu betrachten; als mystisches Relikt des 20. Jahrhunderts, das die Menschheit längst auf der Müllhalde der Geschichte abgeladen hat – zusammen mit Magnettonbändern und Asbest. Nun ist der Kommunismus keine Gefahr mehr für den Weltfrieden wie noch zu Zeiten der Sowjetunion. Doch die modernen Vertreter seiner revolutionären Ideologie ziehen von Afghanistan bis Zimbabwe noch immer bewaffnet umher und machen so das Leben von rund 1,5 Milliarden Menschen elender. Noch immer regiert die Kommunistische Partei in China, dem bevölkerungsreichsten Land der Welt. Chinas fast marktorientierte Ökonomie kann nicht überdecken, welche Rolle die marxistischen Ideologie, die gegenüber den Rechten des Individuums gänzlich respektlos ist, in der Verwaltung der chinesischen Gesellschaft spielt. Nur 90 Meilen vor der amerikanischen Küste herrscht die Castro-Familie über die Gefängnisinsel Kuba und lässt sich dabei von kommunistischen Grundsätzen leiten. Und das kommunistische Nordkorea schließlich bleibt ein riesengroßes Gefängnislager.

„Es ist beschämend, dass wir nicht mehr dafür getan haben, die wichtige Rolle Amerikas bei der Überwindung des Kalten Krieges zu erkennen“, sagt Arch Puddington, der Vizepräsident der Forschungsabteilung von Freedom House. Er hat über die Geschichte von Radio Free Europe/ Radio Liberty geschrieben und eine Biographie über Lane Kirkland verfasst, den antikommunistischen Führer der AFL-CEO (American Federation of Labor and Congress of Industrial Organizations, der Gewerkschaftsdachverband der Vereinigten Staaten und Kanadas, Anm. des Übersetzers). Über Jahrzehnte war der Antikommunismus das Glaubensbekenntnis der zwei Parteien Amerikas. Er war das moralische Bindeglied zwischen ideologisch so unterschiedlichen Personen wie Kirkland und dem republikanischen Revolutionär Ronald Reagan. Trotz ihrer Differenzen erkannten beide, dass der Kommunismus die Rechte der Arbeiter erdrückt und unterstützten jeder für sich die polnische Gewerkschaft „Solidarnosc“.

Demokraten waren die größeren kalten Krieger

In den ersten Jahrzehnten des zwielichtigen Kampfes gegen die Sowjetunion waren die Demokraten die restriktiveren kalten Krieger. Es war der Demokrat Harry Truman, der erkannte, welche Gefahren der Kommunismus für die Zivilisation mit sich brachte. Das ließ ihn die Erschaffung der Nato überwachen und jene Doktrinen verfassen, die es ermöglichten, dass die Vereinigten Staaten die Freiheitskämpfer in Griechenland und in der Türkei mit Waffen für den Kampf gegen die kommunistische Zersetzung kämpften. Auch John F. Kennedy zog in seiner Außenpolitik noch rechts an Richard Nixon vorbei.

Umso mehr fällt beim Blick auf den Stiftungsrat und Beirat für ein Museum der Opfer des Kommunismus auf, dass fast ausschließlich konservative Menschen und Stiftungen ihre Kraft in die Kampagne stecken. Prominente Liberale oder Demokraten sucht man hingegen vergebens – und es bleibt unklar, ob das daran liegt, dass sich die Stiftung nicht genügend ins Zeug gelegt hat oder ob die Liberalen keine Lust haben, für ein Thema zu kämpfen, das man heutzutage für eine ausschließlich rechte Sache hält.

Selbst Carter erkannte spät die sowjetische Bedrohung

Vielleicht kann das Fehlen von Liberalen in der Debatte über ein Denkmal für die Opfer des Kommunismus aber auch dadurch erklärt werden, dass die Konservativen die Lorbeeren für den Sieg über den Kommunismus selbst einheimsen wollen. Nach dieser Lesart geht der ganze Ruhm an Reagan und die Zuarbeit der Demokraten wird vernachlässigt. Dabei hat selbst Jimmy Carter in seinem letzten Jahr als Präsident sein Bild von der sowjetischen Bedrohung revidiert, die er vorher als überbewertet abgetan hatte. Nach dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan erhöhte er seine Verteidigungsausgaben massiv, erhob ein Getreide-Embargo und ordnete den Boykott der Olympischen Spiele in Moskau 1980 an.

Auf der anderen Seite unterschätzten auch viele Republikaner lange die Sowjet-Macht oder hatten einfach keine Ahnung von ihr. Dafür muss man sich nur Gerald Fords unerklärlichen Fauxpas bei einer Debatte im Jahr 1976 in Erinnerung rufen. Damals bestand er darauf, dass es „in Osteuropa keine sowjetische Vorherrschaft“ gebe. Und das zu einer Zeit, als dort bereits Hunderttausende Sowjettruppen stationiert waren.

Einige der eloquentesten antikommunistischen Intellektuellen waren sozialistische Demokraten; sie waren die ersten, die in den kommunistischen Regimen vor das Erschießungskommando kamen. Auch ehemalige Kommunisten waren darunter; Männer und Frauen, die um die Arbeitsweisen und Rücksichtslosigkeit ihrer ehemaligen Kameraden wussten, aber nie völlig zum politischen Konservatismus übertragen. Jede Beschäftigung mit dem amerikanischen Antikommunismus muss diese Nuancen mit berücksichtigen.

Wo sind die Kämpfer gegen die kommunistische Unterdrückung?

Ob das fehlende liberale Engagement für ein Museum für die Opfer des Kommunismus nun Auftrag oder Unterlassung ist, bleibt derweil ungeklärt. Wo sind die Arbeiterführer, die die kommunistische Zersetzung zuhause und die kommunistische Unterdrückung im Ausland bekämpften? Wo sind die jüdischen Anführer, die eine ökumenische Kampagne für ein freies sowjetisches Judentum führten, die Menschen weltweit inspirierte? Wo sind die Autoren, die dabei halfen, Samisdat aus den Ländern des Eisernen Vorhangs hinaus zu schmuggeln?

„Die Mehrheit der Stifter des Museums hat eine Beziehung zu einem kommunistischem Regime“, sagt die Geschäftsführerin der Stiftung, Marion Smith. „Sie wünschen sich, ihr Heimatland hätte einen ähnlich gesunden politischen Diskurs wie wir in Amerika.“

Angesichts des Stillstands und des Gezänks in der Debatte um das Museum für die Opfer des Kommunismus verwundert diese Bewunderung für das amerikanische System. Es wäre eine Schande, wenn etwas so Monumentales, so durch und durch Amerikanisches wie die Erinnerung an den Widerstand gegen den kommunistischen Totalitarismus ein Opfer von politischer Parteinahme würde.

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Time am 16. September 2014

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/07/11/ein-unzuverlassiger-kantonist/
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/james-kirchick-die-opfer-des-kommunismus-verdienen-ein-denkmal-13147364.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

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Eine Antwort to “Drei Satanismen, von denen zwei leben”

  1. dentix07 Says:

    „Those who promise us paradise on earth never produced anything but hell“
    (Die uns das Paradies auf Erden versprechen, brachten nie etwas anderes hervor als die Hölle)
    Sir Karl Raimund Popper

    Dazu fast ein Lesemuss:
    Roland Baader
    Kreide für den Wolf
    Die tödliche Illusion vom besiegten Sozialismus
    E-Book-Ausgabe des Freiheitswerks vom 25. Juni 2014
    Erhältlich unter freiheitswerk.org
    (Kostenlos!)

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