Aus der Hauptstadt (#6)

Berlin

Hannes Heine vom „Tagesspiegel“ ist einigermaßen konsterniert über „die Linke“ in Berlin, die sich bei Nebensächlichkeiten auf’s Äußerste ereifern kann, aber zu Massenmorden schweigt (1).

Mein Tipp: Das ist ihr Sinn und Zweck. Die Bolschewisten haben keine Moral und keine Theorie mehr, sie sind Nihilisten und nurmehr Hilfstruppen der mohammedanistischen Invasion, und ihre Aufgabe ist es nun, von tatsächlichen Brennpunkten abzulenken, bis die Orks die Situation dort für sich entschieden haben.

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Wo ist die Linke in Berlin?

Proteste gegen Barbie-Haus, keine Unterstützung für die Kurden

Linke protestieren heute gern gegen Barbie-Häuser und Abtreibungskritiker – nicht aber gegen die islamistischen Massaker an den Kurden. Ein Kommentar.

Einige von ihnen gibt es auch in Berlin noch, einige Linke. Ein paar tausend von ihnen liefen in den vergangenen Jahren durch die Stadt und protestierten: gegen die Bebauung des Tempelhofer Feldes, gegen das Barbie-Haus am Alexanderplatz, zuletzt versammelten sie sich gegen einen Marsch von Abtreibungsgegnern.

Zugegeben, das Tempelhofer Feld kann eine Weile frei bleiben, der Senat jedenfalls hatte kein sinnvolles Baukonzept. Auch über das Barbie-Haus lässt sich streiten. Und ja, die rechtsesoterische Allianz der Abtreibungsgegner ist unangenehm.

Weshalb aber bewegen sich Linke dieser Tage nur für derlei Nebensächliches auf die Straße? Seit Wochen demonstrieren Kurden, aber auch linke Türken und christliche Syrer in deutschen Städten gegen den Terror der Islamisten. In Berlin gibt es täglich Kundgebungen im Zentrum der Stadt.

Doch während beispielsweise Gregor Gysi zu fast jedem Thema in fast jede Kamera spricht, scheint seine Partei intern kein Bedürfnis zu verspüren, ihre Mitglieder für Solidaritätsaktionen zu mobilisieren. Gleiches gilt selbstverständlich für Sozialdemokraten, Grüne und Gewerkschafter, letztlich für jeden Konservativen, für den Vernunft und Humanismus keine reinen Phrasen sind.

Bei allem Engagement der linken Reste: Ein leeres Feld, ein geschlossenes Barbie-Haus und ungestörte Abtreibungen sind kaum etwas, was draußen in der Welt mit dem Kampf für Fortschritt assoziiert wird. Das Verhindern von Massakern durch klerikalfaschistische Banden hingegen wäre es schon. Die Islamisten wurden zudem lange von den Öldespoten am Golf ausgerüstet, einer besonders brutalen Klasse, die beste Beziehungen zu Herrschern in aller Welt pflegt. Warum also geht die Linke nicht massenhaft auf die Straße?

In der Linkspartei, das sei erwähnt, wird seit einigen Wochen über den Kampf der Kurden debattiert. Die Pazifisten in der Partei stellen dabei fest (als bräuchte man dafür die Linke): Der Nahe Osten strotzt vor Waffen, neues Kriegsgerät in die blutige Region zu schicken, mache die Lage noch gefährlicher; deutsche Waffen könnten zudem in falsche Hände geraten.

Oberflächlich mag das stimmen. Nur erstens, im Nahen Osten haben brutale Despoten und blutrünstige Islamisten die Waffen, den Kurden in Syrien jedenfalls fehlen sie. Und zweitens hätte es dann nie Kampagnen geben dürfen wie: „Waffen für El Salvador!“ Hat es aber – und zwar mit großem Echo unter Linken weltweit. Der Befreiungskampf in Zentralamerika wäre ohne Waffen aus Europa wohl nie gewonnen worden.

Der andere Flügel der Linkspartei schielt auf die nächste Regierungsbeteiligung und biedert sich der SPD an, indem er signalisiert, dass man sich auch außenpolitisch arrangieren könne. Viel mehr bedeutet die aktuelle Rhetorik nicht, denn hätte es das Linken-Establishment ernst gemeint, dann hätte es schon vor Monaten, gar Jahren, die Chance gehabt, offensiv zu fordern: Waffen dorthin, wo sie gebraucht werden! Also zum kurdischen Widerstand in Syrien.

Die Kurden dort übrigens sind schon gegen Baschar al Assad aufgestanden, als der syrische Herrscher noch ein hofierter Partner der Bundesregierung war.

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Time am 10. Oktober 2014

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1) http://www.tagesspiegel.de/meinung/wo-ist-die-linke-in-berlin-proteste-gegen-barbie-haus-keine-unterstuetzung-fuer-die-kurden/10817484.html

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4 Antworten to “Aus der Hauptstadt (#6)”

  1. loewe Says:

    Wer oder was ist heute noch „links“. Die Partei „Die Linke“ ist ein Konstrukt, das mit dem alten Verständnis von Linken nichts mehr zu tun hat. Zum Beispiel die Rose-Luxemburg-Stiftung mit ihrem Organ „Die Rote Fahne“ grenzt sich gegen diese „neue“ Linke komplett ab. Diese besteht auf verschiedenen Gruppen, u.a. hat sich ihre Ausrichtung völlig geändert. Als ehemalige Anti-Imperialisten vertreten sie nun die Ideologie, dass Anti-Amerikanismus gleichgesetzt wird mit Anti-Semitismus. Als ehemalige Gegner des Kapitalismus wird nun die Kritik an der FED zu Anti-Semitismus usw. Ihre traditionell pro-palästinensische Haltung hat sich auch gewandelt.

    Vor 2 Tagen besetzte eine Gruppe von Kurden mit deutschen Unterstützern die CSU-Zentrale in München. Die deutschen Unterstützer, die auch den Wortführer (Kerem Schamberger) stellten, waren DKP-Mitglieder. Ihre Forderung war, mit hochrangigen Politikern zu sprechen und zwar über die Abschaffung des PKK-Verbots in Deutschland.
    Es geht also auch um ideologische Kämpfe, die mit Glauben überhaupt nichts zu tun haben.
    (Von der Presse nicht beachtet, besetzte eine ähnliche Gruppe auch die CDU-Zentrale in Dortmund.)

    Weiterhin stellt sich die Frage: Wer sind „die“ Kurden? Welche Kurden möchte man denn jetzt mit Waffen unterstützen? Die PKK? Die kurdischen Yeziden, die ja vor den kurdischen Muslimen mit Sonderrechten nach Deutschland (massenhaft) geflohen sind, sich aber hier mit den Strukturen der PKK mehr als identifizieren?
    Oder werden „die“ Kurden mit Waffen ausgerüstet, die der türkischen (kurdischen!) Hizbollah angehören und einen islamischen (sunnitischen) Gottesstaat nach dem Vorbild des Iran errichten wollen? Diese Kurden waren/sind auch schon in Syrien „tätig“ und sie sind 1000%ig Teil der sogenannten ISIS.

    >>>>Weshalb aber bewegen sich Linke dieser Tage nur für derlei Nebensächliches auf die Straße? Seit Wochen demonstrieren Kurden, aber auch linke Türken und christliche Syrer in deutschen Städten gegen den Terror der Islamisten. In Berlin gibt es täglich Kundgebungen im Zentrum der Stadt.<<<<<<
    Dass sich der LINKE Tagesspiegel nun für die Proteste der "linken Türken (vor allem Kurden) einsetzt, ist natürlich nicht verwunderlich. Dass aber die "linken Türken" in ihren Kulturvereinen und anderen Plattformen zu Kämpfen (in Deutschland!!!!) und auch sonstwo gegen Anhänger Erdogans aufrufen, wird nicht beachtet. Wir haben es hier mit so vielschichtigen Interessen und Problemen zu tun, dass das Pulverfass auch bei uns jeden Tag losgehen kann.

    Dieses ISIS-Problem ist keine Erscheinung, die plötzlich auftauchte. Ich behaupte sogar, dass sie von der US-Regierung gefördert wurde. Dazu kein Geringerer als Zbigniew Brzezinski
    :
    "In einem Interview mit der Zeitschrift The National Interest vom 24. Juni 2013 kritisierte Brzezinski die Syrien-Politik Obamas hart: "Ende 2011 brachen die Unruhen in Syrien aus; das war eine Folge der Dürre; zwei despotische Regierungen im Nahen Osten schürten diese Unruhen an, nämlich Saudi-Arabien und Katar. US-Präsident Obama unterstützte daraufhin die Unruhen und kündigte plötzlich an, dass Assad gehen müsse; dafür habe Obama offensichtlich keine Vorbereitungen getroffen….War das eine strategische Politik? Warum wurde plötzlich entschieden, Syrien zu destabilisieren und letztlich die Regierung dort zu stürzen? Wurde die US-amerikanische Bevölkerung darüber aufgeklärt?" Er kritisierte insbesondere den Einsatz der CIA und ihres Direktors David Petraeus"

    Die Saudis unterstützen die sunnitischen "Rebellen", Katar die sunnitischen Muslimbrüder (bis dahin in Syrien nach dem Massakervon Hama 1982 streng verboten – viele von ihnen leben in Deutschland, Bilal-Mosche und -Zentrum in Aachen ist ihre Kommandozentrale, auch vertreten durch unseren Freund Mazyek). Iran unterstützte Syrien nicht zuletzt schon ewig nicht zuletzt wegen dieser beiden sunnitischen Strömungen in Syrien.

    Wenn Brzezinski sagt, Obama unterstützte die Unruhen gegen Assad und weiterhin sagt, es wäre "ENTSCHIEDEN worden, Syrien zu destabilisieren", dann kann man dem Glauben. Er ist der Strippenzieher der Weltpolitik und kann sich so eine öffentliche Kritik am US-Präsidenten anscheinend leisten, weil jeder weiß, dass ER weiß, wovon er spricht.
    (Warum ausgerechnet der hochdekorierte Petraeus seinen Rücktritt wegen einer "außerehelichen Affäre" einreichte, braucht man wohl auch nicht zu kommentieren.)

    Aus diesem Grund (aber nicht nur) glaube ich inzwischen auch nicht mehr an diese ISIS als Phänomen, denn die wurde schon lange aufgebaut, zur Destabilisierung in Tunesien, Libyen, Syrien usw. gebraucht und jetzt eben im Irak bzw. in der autonomen Region Kurdistan. Dort geht es um Gas und Öl und nicht um Menschenrechte und die "armen Kurden". Die werden nur verheizt. Ein Grund um dort militärisch einzufallen – sonst nichts.

  2. loewe Says:

    Bitte auch noch diese Gruppe beachten:
    http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%B6deration_der_T%C3%BCrkisch-Demokratischen_Idealistenvereine_in_Deutschland#Internet-Aktivit.C3.A4ten
    und möglichst bis zu Ende lesen.

  3. loewe Says:

    Völlig unbehelligt können dieser Türken-Faschisten sich hier betätigen.

  4. loewe Says:

    Was kommt nach dem Deutschsein?
    Eine gemeinsame türkisch-deutsche Identität, also eine 3. Identität. Unglaublich!
    Gilt das dann auch für alle Nicht-Türken in Deutschland? Wie sieht es dann mit den „Identitäten“ in Schweden, Niederlande, Belgien usw. aus? Türkisieren sich diese Bevölkerungen alle? Ist das dann die Türkisierung Europas?
    http://dtj-online.de/tuerken-in-deutschland-assimilation-integration-wulff-sarrazin-38538
    Wohlgemerkt: DTJ ist ein Gülen-Organ.

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