Der Bandwurm des Nazislahm

Bandwurm

12 Meter lang und gut aussehend:
Dieser Wurm lebt im Gedärm

Ein Artikel von Tilman Spreckelsen über die „Märchen aus 1001 Nacht“ auf „FAZ.NET“ (1) zeigt die erschreckende Blindheit der meisten deutschen Journalisten in Bezug auf das Thema „Mohammedanismus“, die dadurch hervorgerufen wird, dass sie ihre Köpfe tief in die Orkä*sche stecken, statt sie aufrecht zu halten.

Die Rahmenhandlung der mohammedanitischen Märchenhandlung ist zwar indisch inspiriert, inhaltlich jedoch rein mohammedanistisch bestimmt. Anders als einzelne Geschichten referiert sie auch nicht auf die Erwartungshaltung europäischer Leser – sie ist durch und durch mohammedanistisch.

Nun sollte es einem Kritiker schon auffallen, dass der Held der Rahmenhandlung ein eifersüchtiger, perverser und extrem grausamer Tyrann ist, der aus einem Gefühl des Beleidigtseins heraus (seine Frau hatte entgegen seiner Weisung ihr Gesicht im Schlossgarten entschleiert) 1095 Frauen nach vollzogener Vergewaltigung ermorden ließ – eine Masse unschuldiger Menschen, die jenseits jeder westlichen literarischen Größenordnung liegt, betrachte man nun die Brüder Grimm oder de Sade (2).

Natürlich heißt die edle Scherazade, die den Massenmord des blutgierigen Monsters stoppen will, bei Dimmi Spreckelsen nun anpasserisch-geschmäcklerisch „Śahrazăd“ – zwei Buchstaben hat er dafür (was weiß ich welchem) fremdländischen, orientalischen Alphabet entlehnt.

„Am Ende hat Śahrazăd ein Kind geboren und den König von seiner Blutgier geheilt“, schreibt Spreckelsen unreflektiert, und man spürt das „und sie lebten glücklich bis an ihr seeliges Ende“ oder das „wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“. Nette kleine bürgerliche Familie, möchte man meinen… uuups, da war doch was? Äh, ja! Da war ein 1095-facher Frauenmord. Ein Massenmord, der bei Spreckelsen unerkannt, ungeahndet, unwichtig bleibt.

Das aber ist genau der Kern des Mohammedanismus, um den unsere Eliten herumschleichen, und den sie nicht wahrhaben wollen, den sie verniedlichen und romantisieren. Das ist die schrankenlose Gewaltausübung der Starken gegenüber den Schwachen und vorzugsweise gegenüber Frauen und Kindern – die der Blutsäufergott Alla zur heiligen Handlung erklärt. 

Ein Happyend in dieser Geschichte der Ermordung 1095 junger liebenswerter und fröhlicher Frauen kann doch aus westlicher Sicht nur darin bestehen, dass der Blutsäufer-Tyrann zur Strecke gebracht wird, dass er keine Macht mehr ausüben kann, dass den Familien der ermordeten wundervollen Frauen Genugtuung gewährt wird. Nein, das Monster bleibt in Amt und Würden, braucht nicht die geringste Regung der Reue zu zeigen, leistet keine Wiedergutmachung.

Wenn Spreckelsen schreibt: „Es ist eine dieser Jungfrauen selbst, die den Drachen besiegt und von sich selbst erlöst. So gesehen war der Orient dem Okzident meilenweit voraus“, um damit ein frauengleichberechtigendes Prinzip im Mohammedanismus herbeizuhalluzinieren, ist das einfach nur noch erbärmlich (3).

Dieser Journalist ist zu einem Bandwurm des Mohammedanismus mutiert.

_____

Orientalistik

Als Europa den Orient erfand

Die Märchen aus 1001 Nacht sind aus der Weltliteratur nicht mehr wegzudenken. Ein Original hat es nie gegeben. Aber Tausend und einen Erzähler.

Die Not war groß, als der französische Orientalist Antoine Galland den syrischen Übersetzer Hanna Diyab traf. Galland hatte zuvor mit den ersten sieben Bänden von „1001 Nacht“ einen enormen Erfolg auf dem französischen Buchmarkt erzielt, indem er ein arabisches Manuskript aus dem 15. Jahrhundert übersetzte, das aber offenbar nur den Beginn eines größeren Werks locker miteinander verbundener Geschichten repräsentierte. Galland ergänzte es um Erzählungen aus anderen Quellen, vor allem um die Geschichten von „Sindbad, dem Seefahrer“. Nun aber fehlte es ihm an weiteren Märchen aus dem Orient. Zudem hatte sein Verleger drei Erzählungen aus einem anderen Werk ohne Gallands Wissen in den achten Band von „1001 Nacht“ eingefügt, was den Druck auf den Orientalisten weiter erhöhte.

Dann aber machte Galland im März 1709 die Bekanntschaft des in Aleppo geborenen, etwa 25-jährigen maronitischen Christen Hanna Diyab, der in Paris lebte. Diyab diktierte ihm insgesamt vierzehn Märchen, die der dankbare Galland bearbeitete und in sein Werk aufnahm – darunter „Ali Baba und die vierzig Räuber“, „Aladdin und die Wunderlampe“ oder „Die Geschichte vom Ebenholzpferd“. Auf diese Weise fanden Geschichten Eingang in „1001 Nacht“, die bis heute unser Bild dieser Sammlung prägen, und das vermutlich mehr als manche der Erzählungen, die sich tatsächlich in arabischen Handschriften finden.

Womit haben wir es bei „1001 Nacht“-Editionen also zu tun? Repräsentieren sie einen wie auch immer gearteten authentischen Text? Oder ist bei dieser Sammlung alles erlaubt, weil es kein Original gibt, an dem sich Editionen messen lassen müssen?

Anfänge in vorislamischer Zeit

Tatsächlich gab Gallands Verfahren einen Weg vor, auf dem ihm viele spätere Bearbeiter von „1001 Nacht“-Ausgaben folgen sollten. Das Jahr 1704, in dem der erste Band von „Les Mille et Une Nuits“ erschienen ist, markiert einen Wendepunkt in der Geschichte dieses Stoffes. Sie reicht weit zurück, wahrscheinlich bis zum frühen ersten Jahrtausend nach Christus, wenigstens was die Struktur der Sammlung betrifft, die wohl aus Indien stammt: Eine Rahmenhandlung enthält viele eingestreute Geschichten, die wiederum weitere Untergeschichten enthalten können, bevor sich der große Rahmen wieder schließt. Bezeugt ist im 10. Jahrhundert eine persische Fassung namens „Hasar Afsanah“, die wiederum unter dem Titel „Alf Layla“ ins Arabische übertragen worden sein soll.

Über ihren Inhalt heißt es in einem 987 entstandenen arabischen Text, es handele von einem König, der jede Frau, die er heirate, nach der Hochzeitsnacht töten lasse. „Dann heiratete er ein Mädchen aus königlichem Geblüt, eine, die Verstand und Wissen besaß, namens Śahrazăd. Als sie mit ihm zusammen war, begann sie, ihm Abenteuergeschichten zu erzählen, und die Geschichte war am Ende der Nacht so weit gekommen, dass es den König dazu brachte, sie am Leben zu lassen und in der nächsten Nacht die Vollendung der Geschichte zu verlangen.“ Das gehe so über tausend Nächte, in denen zweihundert Geschichten erzählt würden, heißt es in der Zusammenfassung. Am Ende hat Śahrazăd ein Kind geboren und den König von seiner Blutgier geheilt.

Śahrazăd muss weitererzählen

„Nach der Übersetzung ins Arabische“, schreibt der Göttinger Arabist Ulrich Marzolph in der „Enzyklopädie des Märchens“, sei das Werk „bis zur ,Entdeckung‘ durch Galland im wesentlichen in zwei Epochen im Irak der abbassidischen Epoche (bis 1258) und im Ägypten der Mamlükenzeit (Mitte 13. bis Anfang 16. Jahrhundert) erweitert“ worden. Vermutlich beginnt damit der interessanteste Teil der Stoffgeschichte. Der Rahmen, also die Śahrazăd-Geschichte, öffnet sich, um neue Texte in sich aufzunehmen, die sich entweder tatsächlich den Einfällen zeitgenössischer Erzähler verdanken oder auf Vorlagen zurückgehen, die für „1001 Nacht“ passend gemacht werden.

Ein schönes Beispiel dafür ist eine Handschrift aus der Zeit um 1600, die die Orientalistin Claudia Ott in der Tübinger Universitätsbibliothek näher untersucht hat. Ott, die bereits 2004 die erste deutsche Übersetzung der Galland-Handschrift vorlegte, stellte fest, dass die Tübinger Handschrift in ihrer Zählung der Nächte exakt an Galland anschließt und inhaltlich den Stoff eines Versepos enthält, das im siebten und achten Jahrhundert spielt und um 1150 verfasst worden ist. Es behandelt die Kriege zwischen den Kalifen und dem Byzantinischen Kaiserreich, schildert aber außer den Kämpfen auch Liebesgeschichten und Abenteuer herumirrender Krieger.

Aufhören, wenn es am spannendsten ist

Indem nun dieser sogenannte Umar-Roman in das große Gefüge von „1001 Nacht“ überführt wurde, sagt Claudia Ott, erhielt er die Cliffhanger, die dort das Überleben der listigen Erzählerin sichern: „Das kommt aus der Welt des mündlichen Erzählens. Die Sitzung wird an der spannendsten Stelle abgebrochen, damit das Publikum am nächsten Tag wiederkommt – das funktioniert bis heute.“

Zu dieser Struktur kommen im Fall von „1001 Nacht“ drei verschiedene Sprachstile, die das Werk prägen, aber auch nicht leicht übersetzbar machen. Da ist zunächst der rasche, gerade nicht blumige Stil der eigentlichen Erzählung, der für die nötige Spannung sorgt. Da sind zweitens die Reimprosapassagen, sagt Ott, die „bei der Beschreibung schöner Menschen, Tageszeiten oder auch von Kampfhandlungen“ verwendet werden. Und schließlich die eingestreuten Gedichte, die in den Übersetzungen in europäische Sprachen gern weggelassen werden: „Sie unterteilen den Text, und der arabische Zuhörer wartet auf sie wie wir auf die Arien in einer Oper“, sagt Ott.

Richtig erbaulich bis ziemlich derb

Schon in den Zeiten, als die Rezeption von „1001 Nacht“ weitgehend auf den arabisch geprägten Raum beschränkt war, kam es also zu ständigen Neu- und Fortschreibungen der Märchensammlung. Integriert wurden Liebesgeschichten, Erbauliches, Krimis, Anekdoten oder auch mal derbe Witze. Ebenfalls Claudia Ott ist zu verdanken, dass ein mittelalterliches Parallelwerk namens „101 Nacht“ vor zwei Jahren ins Deutsche übertragen wurde. Auch diese Sammlung kennt den Rahmen mit dem eifersüchtigen, mordlüsternen Herrscher und der klugen Erzählerin, und die Geschichte vom fliegenden Zauberpferd findet sich auch hier.

Als Galland seine zwölfbändige Ausgabe herausbrachte, gab er damit den Anstoß zu einer literarischen Mode, die das 18. und 19. Jahrhundert über anhalten sollte: Europäische Forscher bereisten den Orient auf der Suche nach Handschriften von „1001 Nacht“. Und weil es diese Nachfrage gab, entstanden auch zahlreiche Schriften. Auch die traditionellen Erzähler waren eine beliebte Quelle, sofern ihre Geschichten nur so klangen wie von Galland her gewohnt.

Ein Orient nach europäischem Geschmack

Insofern setzten die Lieferanten dieser orientalischen Geschichten nur fort, was die früheren Bearbeiter von „1001 Nacht“-Manuskripten begonnen hatten. Der Unterschied ist aber der, dass diese Nachschöpfungen die Erwartungen eines europäischen Publikums erfüllen sollten, so wie schon Gallands Informant Hanna Diyab offenbar über eine profunde Kenntnis europäischer Sprachen und Erzählstoffe verfügt hatte – seine Märchen erzählte er dem Orientalisten Galland vermutlich auf Französisch.

Allerdings brachte es die Begeisterung um „1001 Nacht“ mit sich, dass ständig nach dem „Original“, einer „Urfassung“ oder einem „vollständigen Text“ gesucht wurde – eine Suche, die naturgemäß fruchtlos bleiben musste. Gleichzeitig entstanden Parallelwerke wie „Tausend und ein Tag“ durch Gallands Kollegen François Pétis de la Croix, die dasselbe Erzählschema mit Rahmenhandlung und Binnentexten verwendeten und auch stoffliche Ähnlichkeiten aufwiesen, sonst aber wenig mit „1001 Nacht“ zu tun hatten und vor allem nach Herzenslust alles hinzufügten, was passend erschien. In der jüngst erschienenen deutschen Ausgabe von „Tausend und ein Tag“ etwa wird der ursprüngliche Umfang der Sammlung vervierfacht. Und ein gewisser Johann Peter Lyser, befreundet mit Heinrich Heine, Mendelssohn und Schumann, stellte zwischen 1838 und 1840 eine „Abendländische 1001 Nacht“ zusammen, deren Rahmenhandlung auf einem finsteren Schloss am Ostseestrand spielt. Lyser füllte das umfangreiche Werk mit Märchen, Sagen und zeitgenössischen Novellen, aber auch mit nacherzählten Schauspielen wie „Hamlet“.

Fehlen nur die Ritter

Die Kohärenz von „1001 Nacht“ erreichte Lyser auf diesem Weg nicht, und tatsächlich wird man in vielen Fassungen dieses Werks einige Konstanten feststellen. Da ist zum einen der schwankende Grund, auf dem sich die Protagonisten befinden – wer heute Kalif ist, kann morgen Sultan sein und umgekehrt. Jeder steht unter der Gewalt des Höchsten, so kann man sich das deuten, und wer das vergisst, büßt dafür. So wenig in der Rahmenhandlung das Leben all der ermordeten Mädchen zählt, so bedenkenlos werden in den einzelnen Erzählungen Sklaven geopfert, wenn sie etwa Botschaften überbringen, die dem Empfänger nicht passen.

Und so erscheint der mörderische Sultan wie der Drache im europäischen Märchen, der als Tribut von seiner Stadt regelmäßig Jungfrauen verlangt. Nur dass „1001 Nacht“ hier ohne Ritter auskommt. Es ist eine dieser Jungfrauen selbst, die den Drachen besiegt und von sich selbst erlöst. So gesehen war der Orient dem Okzident meilenweit voraus.

_____

Time am 31. Oktober 2014

_____

1) http://www.faz.net/aktuell/wissen/mensch-gene/die-wundersame-entstehungsgeschichte-der-maerchen-aus-1001-nacht-13229802.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/29/1001-nacht/
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/29/mohammedanismus-gewalt-0/

Schlagwörter:

Eine Antwort to “Der Bandwurm des Nazislahm”

  1. Sophist X Says:

    Der Text ist im Ganzen nicht so übel, allerdings den mordenden König dem Symbol des Drachens gegenüberzustellen ist in der Tat nicht sehr treffsicher. Nach seiner Deutung hätte eine fortschrittliche abendländische Märchendichtung die Prinzessin zu Rüstung und Schwert greifen lassen müssen um sich selbst zu retten, denn einen Drachen hätte man schwerlich mit Geschichten hinhalten können.

    Er übergeht auch das Detail, dass ein massenmordender moslemische Herrscher sowohl im Morgen- als auch im Abendland bei keinem Zuhörer größere Verwunderung auslöste, wogegen ein geistesgestörter, frauenmordender christlicher König in der abendländischen Erzähltradition eine Undenkbarkeit ist.
    Wer da wem meilenweit voraus war, muss nicht näher ausgeführt werden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: