Aus der Hauptstadt (#8)

Neukölln

Susanne Vieth-Entus berichtet aus der Hauptstadt, aus Neukölln, von einem sozialen Brennpunkt (1). Hauptakteure sind „männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund“, d.h. Mohammedanisten.

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Polizeieinsatz am Bücherregal

Drogenhandel in Neuköllner Bibliothek

Drogenhandel, Brandstiftung, Polizeieinsätze – was sich nach einem Schwerpunkt für Kriminalität anhört, ist nicht anderes als eine öffentliche Bibliothek in Berlin-Neukölln. Deren Mitarbeiter fordern nun einen Wachschutz

Die Liste der Zumutungen ist lang: Sex auf der Toilette, Brandstiftung, Beleidigungen und unflätiges Benehmen lassen die Neuköllner Helene-Nathan-Bibliothek zu einem schwer erträglichen Ort werden. Jetzt haben die 29 Mitarbeiter einen Wachschutz gefordert. Die zuständige Bildungsstadträtin Franziska Giffey (SPD) hat das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Bezirksamtssitzung am nächsten Dienstag gesetzt. „Wir werden prüfen, ob die Bibliothek einen Wachschutz bekommen kann“, kündigte Giffey an.

Die Probleme sind nicht neu, wurden zuletzt aber immer massiver. Als Giffey die Bibliothek diese Woche, wie berichtet, besuchte, um mit den Mitarbeitern die Lage zu erörtern, wurde klar, dass etwas geschehen muss. „Bereits mehrmals wurden Feuer in der Herrentoilette entzündet, die, weil zu spät bemerkt, einmal sogar zur Bibliotheksräumung mit Feuerwehreinsatz führten“, schreiben die Mitarbeiter in einer Auflistung der Vorkommnisse. Weiter heißt es: „Es wurden im Toilettenvorraum und innerhalb der Damentoilette Paare beim Geschlechtsverkehr angetroffen. Ebenso wurden in den Waschräumen Kondome gefunden“.

Mitarbeiter werden bedroht

Besonders relevant für das fehlende Sicherheitsgefühl in den Räumen der Bibliothek ist die Tatsache, dass sie als „Umschlagplatz für Drogen oder auch als Verabredungsplatz für Kuriere benutzt werden“, heißt es in dem Schreiben, mit dem die Bibliothekskräfte gegenüber dem Bezirksamt ihre Notlage erläutern. Zudem komme es immer wieder zu „sexistischen Beleidigungen weiblicher Mitarbeiter, vereinzelt auch zur Androhung von Tätlichkeiten oder sogar zu Rempeleien gegenüber den Mitarbeitern“. Da unter den 29 Mitarbeitern nur fünf Männer sind, kann der Einsatz angesichts des erforderlichen Schichtdienstes nicht so organisiert werden, dass immer ein Mann vor Ort ist. Die Situation sei aber bei Anwesenheit von nur weiblichen Mitarbeitern verschärft, „da insbesondere die männlichen Jugendlichen (mit Migrationshintergrund) sich von Frauen nicht in die Schranken weisen lassen“.

Mehrfach habe es Polizeieinsätze gegeben, zumal die Bibliothek außerdem „Schauplatz eines guerillaartigen Überfalls“ durch zwei rivalisierende Banden gewesen sei. Dabei hätten sich die Jugendlichen innerhalb der Bibliothek verteilt, alle Ausgänge blockiert und Mitarbeiter bedroht. Und sonst? „Kinder, die die Bibliothek als Sportplatz oder Spielplatz benutzen, geräuschvolle Wettrennen, lautstarkes Einkriege-Spiel, Klettern an der langen Treppe, Spielen mit dem Fahrstuhl, Auslösen der Alarmanlage durch Öffnen alarmgesicherter Türen. Klettern im Kinderbereich,“ heißt es weiter. Die Bibliothek befindet sich in den oberen Stockwerken der Neukölln Arcaden an der Karl-Marx-Straße.

Neukölln hat bereits langjährige Erfahrungen mit dem Wachschutz an öffentlichen Bildungseinrichtungen: an mehreren Schulen ist Wachschutz postiert. Gerade wurde er wieder neu ausgeschrieben.

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Time am 9. Februar 2015

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1) http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizeieinsatz-am-buecherregal-drogenhandel-in-neukoellner-bibliothek/11341912.html

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3 Antworten to “Aus der Hauptstadt (#8)”

  1. charlie Says:

    Wachschutz an Bibliotheken? Brutal! In Bibliotheken befindet sich in der Regel mehr als ein Buch. Manche munkeln von mehr als drei. Wozu mehr als einem neben dem einzig wahren Kinder…er…fic…er…elaborat? Unverständlich, steht doch dort alles, fürs Schlachterleben, nötige. Jedes weitere Buch verwirrt den Menschen.

  2. Sophist X Says:

    Ich erinner mich noch, wie hier das Internet-Surfen in der Bibliothek kostenlos war. Selbstredend wurden die Rechner nicht von Schülern und Studenten blockiert, sondern von Angehörigen bestimmer bunter Milieus, die dort ihr Deals abgewickelt haben. Der Gratis-Surfspaß war dann recht schnell vorbei. Nunja, im Vergleich harmlos.

  3. charlie Says:

    Mir ebenfalls bekannt. Zu doof einen fehlerfreien Satz zu artikulieren, aber Compies blockieren. D ist bunt.

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