„Der Islam an sich…“

Orkas

Vier Orkas protestieren gegen die Ermordung von Mohammedanisten im Nachbarschaftsstreit von Chapel Hill. Auf ihren Schrifttafeln heißt es: „Muslim Lives Matter“ – „Die Leben von Orks sind bedeutsam“. Aha, also sind die Leben von Nichtorks ihrer Ansicht nach nicht bedeutsam. Wussten wir schon, aber es ist doch bemerkenswert, mit welcher Dreistigkeit die Orks ihre Hassparolen demonstrieren.

In der linken Wochenzeitung „Jungle World“ prangert Horst Pankow gekonnt die strukturelle Unfähigkeit unserer politisch-medialen Eliten im Umgang mit dem europäischen Jihad an (1).

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Scharia konkret

Es war die gelassene Zufriedenheit von Leuten, die erledigt hatten, was ihnen notwendig und unaufschiebbar erschien: „Wir haben den Propheten gerächt“, bekannten die Brüder Cherif und Said Kouachi nach ihrem Massaker in den Redaktionsräumen von „Charlie Hebdo“ am 7. Januar. Eine deutliche, aber fast schon überflüssige Ansage. Schließlich wussten die Ungläubigen: Nach koranischem Recht kommt für das Verbrechen der Abbildung des Propheten nur die Todesstrafe in Frage. Spätestens seit dem rechtgläubigen Aufstand gegen blasphemische Zeichnungen in der dänischen Zeitung Jylands Posten Anfang 2006 waren die Ungläubigen gewarnt. Auch hätten ihre zahlreichen Islamexperten und Koranexegetinnen von der unmissverständlichen Klarstellung des 55. Verses der 8. Koran-Sure Mitteilung geben können, worin es heißt: „Siehe, schlimmer als das Vieh sind vor Allah die Ungläubigen, die nicht glauben wollen.“

Jedenfalls hatte sich Amedy Coulibaly, der am 9. Januar in Paris einen jüdischen Supermarkt stürmte und sofort vier dort Anwesende erschoss, weil sie Juden waren, in die Lektüre der 8. Sure, die den beredten Titel „Die Beute“ trägt, vertieft. Bevor zur gottgefälligen Tat schritt, hatte der Gefährte der Kouachi-Brüder ein Video erstellt und als „native child“ der „net-community“ für dessen weltweite Verbreitung gesorgt. Darin erläutert er sein Credo als Kämpfer und sein Motiv für die finale Aktion: „Ihr greift das Kalifat an, wir greifen euch an.“ Woraus dann in den Massenmedien einige die Parteinahme für das nahöstliche IS-Kalifat schlossen, andere eine rein metaphorische Bezugnahme einräumten. Zentral im Coulibaly-Video ist das schriftliche Zitat aus dem 60. Vers der 8. Sure: „So rüstet gegen sie, soviel ihr vermögt an Mann und Pferd, um Allahs Feinde abzuschrecken und eueren Feind und andere außer ihnen, die ihr nicht kennt, Allah aber kennt.“ Seltsam, dass bis jetzt (12. 01) kein deutscher Islam-Auskenner den nachfolgenden 61. Vers zitierte: „Sind sie aber zum Frieden geneigt, so sei auch du ihm geneigt.“

Deutsche aber brauchen kein Quellenstudium für Islam-Apologetik. „Terroranschläge haben nichts mit dem Islam zu tun“, doziert der Innenminister in der Süddeutschen. Am anderen Ende des affirmativen Spektrums sekundiert der Linken-„Innenexperte“: „Der Islam an sich (!) ist keine aggressive Religion.“ (taz) Weniger philosophisch fordert der Innenminister pragmatische Konsequenzen: Die Vorratsdatenspeicherung muss wieder her. Islam ist gut – Kontrolle ist besser!

Die Pariser Massaker zeigen wie jede islamistische Offensive eine groteske Welt aneinander vorbei Agierender: Die Mörder exekutieren die Scharia, verdeutlichen unmittelbar deren Wirkungsmacht. Die heftige Reaktion der Staatsgewalt, dokumentiert durch bizarre TV-Bilder martialisch wie für einen Bürgerkrieg armierter Polizisten lässt die rechtgläubigen Killer und ihre Gemeinde ebenso kalt wie der erwartbare Märtyrer-Tod im Kugelhagel. Ein halluzinierter Kampf für die Pressefreiheit, der mit den rostigen Keulen des Kalten Krieges – als gäbe es auf der „anderen Seite“ einen Souverän, der sich durch abweichende Meinungen oder gar Argumente verunsichern ließe – gefochten wird, ist nur lächerlich.

Zu fragen wäre vielmehr, was westliche Eliten und ihre bedürftigen Mitläufer zur Verharmlosung des postmodernen und postreligiösen Islam bewegt, welche sowohl das geopolitische Spiel der wechselnden Koalitionen mit verfeindeten innerislamischen Parteiungen (sunnitisch vs. schiitisch) als auch die innenpolitisch integrativ deklarierte Islamophilie motiviert. Wäre ja nicht schlecht, wenn solches Fragen vor dem nächsten Massaker, über dessen Geschehen sich ALLE einig sind, beginnen würde.

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Time am 27. Februar 2015

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1) http://jungle-world.com/jungleblog/3081/

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