Ein Beispiel, das Schule machen sollte

Matthew VanDyke

Lesen Sie den Bericht von Jonathan Krohn von „N-TV“ über ein privates Engagement von Christen für Christen gegen den IS-IS (1).

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Kampf gegen Dschihadisten

US-Unternehmer bildet Christen gegen IS aus

Seitdem der IS im Irak und in Syrien wütet, fühlen sich auch immer mehr Personen aus dem Westen zum Kampf gegen die Terrormiliz berufen. Einer von ihnen ist Matthew VanDyke. Der selbsternannte Revolutionär betreibt eine nicht unumstrittene Ausbildungsmission.

Nach Kämpfen an der Seite von Rebellen in Libyen und Syrien hat Matthew VanDyke seinen Kampfanzug gegen einen Dreiteiler getauscht. Der 35-jährige US-Bürger, der schon als Regisseur, Journalist und Guerillero in Erscheinung getreten ist, hat mit seinem neuen privaten Militärunternehmen gerade den ersten Auftrag absolviert: christliche Freiwillige im Kampf gegen die Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) ausbilden.

Gesponsert von christlichen Gruppen im Ausland, vor allem in den USA, soll die sogenannte Einheit zum Schutz der Ninive-Ebene (NPU) den Kampf gegen den IS aufnehmen. Dutzende Christen machen bereits mit. In dem immer komplexer werdenden Geflecht aus ausländischen Kämpfern, Organisationen und Sponsoren, die sich in einen privaten Krieg mit den Dschihadisten im Irak und in Syrien stürzen, ist VanDyke eine der bekanntesten – wenn auch umstrittensten – Figuren.

„Das ist eine Ausweitung meiner Arbeit als Revolutionär“, sagt der 35-Jährige bei einem Cappuccino in einem Café in der irakischen Kurdenstadt Erbil. „Was gibt jemandem das Recht, zu Hause zu sitzen und nichts zu tun?“, fragt VanDyke, dessen Film „Point and Shoot“ beim Tribeca Filmfestival in New York vergangenes Jahr zur besten Dokumentation gekürt wurde. Der Film erzählt VanDykes dreimonatige Odyssee per Motorrad nach Libyen, die er selbst als „Crashkurs in Männlichkeit“ beschreibt.

VanDykes Unternehmen hat nun einige hundert NPU-Freiwillige ausgebildet. Bei Ninive handelt es sich um eine Region im Nordirak, die die dortigen assyrischen Christen und andere Minderheiten als ihre angestammte Heimat ansehen. In Syrien verschleppte der IS zuletzt mehr als 220 assyrische Christen.

Finanziell unterstützt wird die NPU beispielsweise von der Amerikanischen Mesopotamischen Organisation (AMO), einer von assyrischen US-Bürgern gegründeten Gruppe in Kalifornien. Seit Dezember seien durch die Initiative Restore Ninive Now mehr als 250.000 Dollar (223.000 Euro) zusammengekommen, heißt es. In den aktiven Kampf ist die NPU bislang allerdings nicht eingetreten.

Viele Spenden kommen von Mitgliedern der assyrischen US-Gemeinde, wie Joseph Baba, einem in Kalifornien lebenden Autoverkäufer aus Teheran. „Ich bin der festen Überzeugung, dass der Nahe Osten diese Ur-Bevölkerung braucht“, sagt Baba, der knapp 10.000 Dollar spendete. Besorgt war er allerdings, ob es legal sei, eine Miliz zu unterstützen. Die NPU selbst lehnt diesen Begriff ab.

Tatsächlich ist die Ausbildung einer privaten Truppe auf ausländischem Boden hoch umstritten, und auch VanDykes Rolle sorgt für Diskussionen. Kürzlich teilte Restore Ninive Now mit, dass VanDyke in die Ausbildungsmission involviert gewesen sei, jedoch sein Vertrag gekündigt worden sei. Ihm wurde vorgeworfen, versucht zu haben, die NPU zur Selbstvermarktung zu missbrauchen.

VanDyke selbst gibt zu, dass sein Unternehmen im Nordirak „in einer Grauzone“ agiert. „Wir sind rechtlich als Unternehmen registriert“, sagt er. „Momentan sind wir als nichts anderes registriert.“ Nach Angaben des US-Außenministeriums wird für Verteidigungsdienste, darunter militärisches Training, eine Genehmigung benötigt. Solche Einwände schlägt VanDyke in den Wind: „Die Haltung der USA ist im Allgemeinen, dass ihnen alles egal ist, solange man in die richtige Richtung schießt.“

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Time am 2. März 2015

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1) http://www.n-tv.de/politik/US-Unternehmer-bildet-Christen-gegen-IS-aus-article14612191.html

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Eine Antwort to “Ein Beispiel, das Schule machen sollte”

  1. Sophist X Says:

    Von überall strömen moslemische Internationalisten in die Levante, um beim Beutezug nicht zu kurz zu kommen, aber für die Gegenseite gibt es selbstredend erhobene Zeigefinger.

    Was spielt es für eine Rolle, ob er die Geschichte hinterher vermarkten will. Ulysses S. Grant und Churchill haben das auch getan (weniger ging grad nicht, sorry). Er geht dafür im Unterschied zu den Laberbacken zuhause echte Risiken ein.

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