Söldner gegen Boko Haram

Executiveoutcomes

Thomas Scheen berichtet auf „FAZ.NET“, dass es mit Boko Haram nun allmählich auch deshalb bergab geht, weil neuerdings südafrikanische Söldner mitmischen (1). Die bolschewistische „Frankfurter Rundschau“ titelt zum gleichen Thema übrigens: „Die Rückkehr der weißen Teufel“ (2).

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Kampf gegen Boko Haram

Erfolge mit südafrikanischer Hilfe

Im Kampf gegen Boko Haram hat die nigerianische Armee erstaunlich an Kampfkraft hinzugewonnen. Das liegt auch an der Hilfe durch südafrikanische Söldner. Einige von ihnen haben eine zweifelhafte Vergangenheit.

Die nigerianische Armee hat die islamistische Terrormiliz Boko Haram eigenen Angaben nach aus dem Bundesstaat Adamawa vertrieben. Die letzte von den Terroristen gehaltene Ortschaft, Madagali, sei Ende vergangener Woche ohne eigene Verluste zurückerobert worden, hieß es in Abuja. Insgesamt seien seit Beginn der Offensive vor einer Woche, an der tschadische und nigrische Soldaten teilnehmen, 36 Ortschaften befreit worden. Unabhängige Bestätigungen für diese Behauptungen liegen allerdings nicht vor.

Abgesehen von der Offensive der Tschader und der Nigrer ist auffällig, wie sehr die nigerianische Armee in den vergangenen vier Wochen an Kampfkraft gewonnen hat. Beobachter in Nigeria führen das auf neues Material aus dem ehemaligen Ostblock und aus Südafrika zurück – darunter gepanzerte Truppentransporter – sowie auf offenbar mehr als 100 Söldner, die überwiegend aus Südafrika stammen sollen. Die nigerianische Armee bestreitet zwar die Anwesenheit von Söldnern. Präsident Goodluck Jonathan aber hatte vor wenigen Tagen in einem Interview mit dem Radiosender Voice of America die Präsenz ausländischer „Ausbilder und Techniker“ in Nigeria zugegeben. Anscheinend sind diese Ausländer direkt in die Kämpfe verwickelt.

Südafrikaner versehentlich getötet

Im Bundesstaat Borno, wo Boko Haram besonders stark ist, war nach übereinstimmenden Angaben aus Nigeria und Südafrika am vergangenen Mittwoch ein südafrikanischer Söldner getötet worden, als sein Fahrzeug irrtümlicherweise von einem nigerianischen Panzer beschossen worden war. Die afrikaanssprachige Tageszeitung „Beeld“ in Pretoria gab den Namen des Toten mit Leon Mare Lotz an. Lotz war ein ehemaliges Mitglied der paramilitärischen Polizeieinheit „Koevoet“, die in den achtziger Jahren in Namibia gegen die Befreiungsbewegung Swapo eingesetzt wurde. Die „Koevoet“ war auf das Aufspüren und „Eliminieren“ von Swapo-Mitgliedern spezialisiert und wurde zahlreicher Morde beschuldigt. Die Frau des Toten bestätigte gegenüber der Zeitung den Einsatz in Nigeria. Zuvor habe ihr Mann als Sicherheitsberater im Irak gearbeitet.

Nach Recherchen des südafrikanischen Online-Magazins „Daily Maverick“ arbeitete Lotz seit kurzer Zeit für eine nigerianische Sicherheitsfirma namens Pilgrim Africa Limited, als deren Besitzer ein gewisser Cobus Claassens auftritt. Claassens ist ein bekannter südafrikanischer Söldner, dessen militärische Karriere im Angolakrieg begann, wo er als Kommandeur einer Fallschirmjägereinheit eingesetzt war. Südafrika bekämpfte in den achtziger Jahren die von der Sowjetunion unterstützte angolanische Regierung sowie kubanische Truppen, die zu deren Verstärkung nach Angola verlegt worden waren.

Mitglied der ersten privaten Söldnerarmee

Später schloss sich Claassens der ersten privaten Söldnerarmee der Welt an: der südafrikanischen Firma Executive Outcomes. Executive Outcomes kämpfte sowohl in Angola, wo die Söldner die Ölfelder vor den Rebellen der Unita beschützten, als auch in Sierra Leone, wo die Söldner aus Südafrika die Rebellen der „Revolutionary United Front“ (RUF) aus zahlreichen Landstrichen vertrieben.

1998 aber wurde das Unternehmen auf Druck der südafrikanischen Regierung aufgelöst. Die Regierung war damals besorgt um das Ansehen Südafrikas und stellte die Teilnahme ihrer Staatsbürger an militärischen beziehungsweise paramilitärischen Operationen im Ausland unter Strafe. Doch sind die entsprechenden Strafen äußerst gering. Im Jahr 2004 beispielsweise wurde ein ehemaliger Hubschrauberpilot der südafrikanischen Armee zu einer Strafe von 3500 Dollar verurteilt, weil er im Krieg in der Elfenbeinküste für die ivorische Armee einen Kampfhubschrauber geflogen hatte. Die Geldstrafe entsprach ungefähr dem, was er in der Elfenbeinküste innerhalb von zwei Tagen verdient hatte.

In Somalia wiederum sind gegenwärtig zahlreiche ehemalige südafrikanische Soldaten als Berater und als Sicherheitspersonal beschäftigt, darunter Hundeführer, die auf das Aufspüren von Sprengstoff spezialisiert sind. Diese ehemaligen Soldaten versteuern sogar ihr Gehalt in Südafrika, ohne deswegen Ärger mit den Behörden zu bekommen.

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Time am 15. März 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/afrika/suedafrikanische-soeldner-helfen-der-nigerianischen-armee-13481302.html
2) http://www.fr-online.de/terror/boko-haram-die-rueckkehr-der-weissen-teufel,29500876,30120112.html

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2 Antworten to “Söldner gegen Boko Haram”

  1. Sophist X Says:

    Die Artikel bei der FR ist weniger schlimm als die Überschrift vermuten lässt. Die Schlagzeile wurde vermutlich von der Redaktion drübergeschmiert um keine Zweifel an der Gesinnung aufkommen zu lassen. Immerhin sind Söldner bei Journalisten und ihren Lesern eine der Hauptursachen für Panikattacken, und nicht etwa die Greuel der Rechtgläubigen.

    Marginalie:
    Eine Person, die in Südafrika die Bestrafung der Söldner fordert, ist Nosiviwe Mapisa-Nqakula. Und es ist ein Frau und sie hat einen Doppelnamen. Wie sich die Symptome gleichen.

  2. Barbarus ex Says:

    Gesicht zeigen. Hier, so geht gelebter Counterdschihad.
    Ich wünsche den tapferen Helden ein gutes Gelingen!

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