Aus der Hauptstadt (#10)

Torks

Der Jihad ist total, was u.a. bedeutet, dass er überall geführt wird. Er wird auf dem Schlachtfeld geführt, in der Schule und in der Sporthalle. In Berlin haben die Torks beim Basketball zugeschlagen, wie Lars Spannagel vom „Tagesspiegel“ berichtet (1).

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Randalierende Fans verzögern Spielbeginn um eine Stunde

Tritte, Schläge mit Holzlatten, Stühle als Wurfgeschosse, ein Böller am Spielfeldrand: Fans von Galatasaray Istanbul haben am Donnerstabend für einen bislang einzigartigen Skandal im deutschen Basketball gesorgt. Rund 50 junge Männer griffen sieben Minuten vor Beginn des Euroleague-Spiels bei Alba Berlin den Fanblock der Berliner an.

Zunächst war unklar, ob das Spiel abgesagt würde. Erst nach einer Dreiviertelstunde, in der sich Verantwortliche, Polizei und Schiedsrichter berieten, wurde entschieden, die Partie mit einstündiger Verspätung um 22 Uhr doch noch zu beginnen.

Das angesichts des Gewaltausbruchs fast schon nebensächliche Spiel endete schließlich mit 75:68 für die Gastgeber. Ob Zuschauer verletzt wurden, war am Abend noch unklar.

Auslöser des Tumults war wohl, dass Anhänger der Istanbuler ein Galatasaray-feindliches Plakat eines anderen türkischen Fans entdeckt hatten und diesen attackierten. Die Sicherheitskräfte in der Arena am Ostbahnhof waren von dem Angriff völlig überrascht und wirkten überfordert. Der Mob der Gästefans konnte unbehelligt die gesamte Längsseite des Feldes entlang bis zur Bank der Berliner Mannschaft marschieren. Dann flogen Fäuste und Stühle auch in Richtung des Alba-Blocks, die Angreifer entrissen den Berlinern ihre Banner.

Polizei hatte vor dem Spiel in ihrer
Gefahrenanalyse nichts Bedrohliches ermittelt

Mehrere Alba-Profis kletterten ins Publikum, um ihre Kinder in der unübersichtlichen und bedrohlichen Situation zu beschützen. Während die Galatasaray-Fans weiter um sich prügelten – anscheinend gab es auch Auseinandersetzungen innerhalb des Fanlagers – standen Albas Power Forward Jamel McLean und Co-Trainer Milenko Bogicevic ratlos mit Kindern auf dem Arm auf dem Spielfeld herum. Die beiden Jungs, die bei Spielunterbrechungen das Parkett mit Wischmobs reinigen, flüchteten sich weinend in den Kabinengang. Istanbuls Trainer Ergin Ataman schnappte sich das Hallenmikrofon und versuchte, die Situation mit Ansagen auf Türkisch zu beruhigen, beide Mannschaften verließen fluchtartig das Spielfeld. Es dauerte allerdings einige Zeit, bis sich die Angreifer zurückzogen beziehungsweise von den Sicherheitsleuten zurückgedrängt werden können.

Laut den Alba-Verantwortlichen hatte die Polizei in ihrer Gefahrenanalyse nichts Bedrohliches ermittelt, lediglich etwa zehn Beamte rückten kurz nach dem Vorfall vor den Galatasaray-Block. Erst nach etwa einer halben Stunde traf Verstärkung ein, die Sicherheit von Spielern und Zuschauern schien gewährleistet, das Spiel konnte beginnen. Diese Entscheidung wurde von vielen Berliner Zuschauern zunächst mit Pfiffen quittiert, im Spiel feuerten sie das Alba-Team aber wie gewohnt an.

Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass Galatasaray für negative Schlagzeilen sorgt. Vor dem Heimspiel gegen Roter Stern Belgrad war ein serbischer Fan im Herbst erstochen worden, die Euroleague verurteilte die Istanbuler wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen zu drei Geisterspielen. Nach dem gestrigen Vorfall muss Galatasaray wohl erneut mit einer Strafe rechnen. Auch das Berliner Sicherheitspersonal gab keine gute Figur ab – allerdings hat es einen solchen Gewaltausbruch im ansonsten weitestgehend friedlichen deutschen Basketball auch noch nie gegeben.

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Time am 20. März 2015

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1) http://www.tagesspiegel.de/sport/alba-berlin-galatasaray-istanbul-randalierende-fans-verzoegern-spielbeginn-um-eine-stunde/11531376.html

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