Psychologische Kriegsführung

Lügen

Ein Stall voller Nasen

Das Mille-Görüsch-Magazin „IslamiQ“ bringt aktuell einen Aufsatz eines angeblichen Samuel Ali (1). Ein junger Mann im Taliban-Outfit wird – böseböse Vorurteile – für einen Terroristen gehalten, dabei will er doch Lehramt studieren.

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AUS DEM ALLTAG

Ein Gespräch mit meinem Freund, dem Terroristen

Dank der in sekundenschnelle verbreiteten Bildern von mutmaßlichen Terroristen, sind Männer mit ähnlicher Erscheinung Rassismen ausgesetzt. Was denkt sich jemand, der vollgedröhnt mit diesen Bildern ist? Es folgt ein Versuch seine Gedankenwelt zu erörtern, denn diese Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten.

Ein Mann. Er sitzt auf dem Tisch, im Flur einer Universität und wartet offensichtlich auf die Vorlesung. In der Hand ein Buch, der Buchdeckel ist schwarz, der Titel nicht erkennbar. Kein ungewöhnliches Bild. Ein Student in den Gängen einer Hochschule vertieft in ein Buch.

Doch etwas stimmt mit diesem Mann nicht, er hat etwas Irritierendes, etwas Beängstigendes an sich. Seine Stirn liegt in Falten, die Augen fokussiert auf das handgroße Buch. Seine Haare unter einer Strickmütze versteckt, bei näherem Betrachten sind widerspenstige Locken erkennbar, dunkel und kraus. Die Mandelaugen umrahmt von dunklen, geschwungenen Wimpern. Die Augenbrauen bilden eine grobe Umrandung der kleinen Augen. Seine Lippen sind voll, an den blassen Bewegungen des Mundes erkennt man, dass er dem Gelesenen ganz leise nachahmt. Der Mund ist eingezäunt von einem wirren, dichten drei-Tage Bart. Die Kleidung, die er trägt ist sportlich, sein Oberteil ist weit geschnitten, man kann die sportliche Statur gerade noch erkennen. Die Beine geschlungen in einen Schneidersitz und der Rücken gekrümmt, belegt mit einem Rucksack, der voll zu sein scheint. Es ist als würde nichts in dieser Welt diesen Mann aus der Ruhe bringen, die Lektüre fesselt ihn und sein Anblick mich.

Ist es meine Angst oder meine Neugier, die mich fesselt. Ich weiß es nicht. Ich weiß aber, dass sein Anblick irritierend ist, er kommt mir nämlich bekannt vor. Er ist ein unbekannter Bekannter. Denn ich kenne ihn aus den Medien; da sitzt der Stereotyp des islamistischen Terroristen. Klar, sein Bart könnte länger sein, aber normalerweise sitzen die ja auch nicht in der Uni, also scheint er ein integrierter Terrorist zu sein. Vermutlich hegt er gefährliche Pläne, inspiriert von seiner Lektüre, vermutlich sind gefährliche Gegenstände in seinem vollen Rucksack drin. Ich habe die Vermutungen satt, ich bin ja auch kein Rassist, aber er sieht nun mal so terrorisierend aus. Alle schreien nach mehr Dialog, ich werde diesen Schreien nun nachkommen und ihn fragen.

Ich kann mir denken, dass es komisch rüberkommen könnte gefragt zu werden, ob man ein Terrorist sei, aber lieber spreche ich meine Gedanken aus, als sie in mir gedeihen zu lassen. Außerdem herrscht doch in Deutschland Meinungsfreiheit, ich werde dieses Recht wahrnehmen. Vermutlich hält er nichts von diesen Werten, eventuell könnte er handgreiflich werden, doch die Öffentlichkeit um mich herum gibt mir Mut.

Ich stehe auf und gehe direkt auf ihn zu: „Entschuldigung“, er antwortet nicht, es liegt womöglich an meiner leisen Stimme. Ich habe die Angst unterschätzt, dennoch kann ich mich nicht zurückhalten. Also lauter: „Entschuldigung“.

Er blickt mich an, die Augen im gleichen Dunkel der Haare: „Ja?“

„Kann ich Sie was fragen?“

„Klar doch!“, antwortet er irgendwie überhaupt nicht gefährlich.

Ich werde es jetzt aber knallhart durchziehen. „Ähmm… also verstehen Sie mich nicht falsch, aber ja irgendwie.. naja, sind Sie ein Terrorist?“ Erleichterung überrollt mich und die Spannung vor der Antwort ebenfalls.

Er schaut mich an ohne seine Mimik zu verziehen, dennoch überlegt er ungemütlich lange und lächelt letztendlich und antwortet ganz trocken: „Ja.“

Ich habe es gewusst und die Erwartungsbefriedigung gibt mir ein gutes Gefühl, also stimmt es was alle sagen, was die Medien berichten, ich habe Recht behalten. So beflügelt von meiner guten Menschenkenntnis vergesse ich, dass ich gerade vor einem Terroristen stehe und weiß nun nicht, was ich machen soll, ich habe jetzt meine Bestätigung, aber was jetzt? „Okay, ähm… schönen T.. – ja tschüss“

„Ja ebenfalls einen schönen Tag mein Freund.“

Ich bin nicht sein Freund, er ist ein Terrorist und ich bin ein ehrlicher und friedlicher Mann, der keinem Schaden zufügen möchte, nur weil er nicht so ist wie ich.

Ich dreh mich um und möchte gehen, doch der Mann ruft: „Mein Freund, warte“

Dann fängt er an zu erzählen:

„Du bist nicht friedlich mein Freund, du fügst mir Schaden zu und vor allem infizierst du dich mit Hass. Ich bin kein Terrorist, hab es aber satt, ich möchte nicht meine auswendig gelernte Rede, dass der Islam Friede bedeutet und dass ich aber diesen Terroristen, von denen man komischerweise immer ein Passfoto parat hat, nun mal ähnlich sehe, nicht immer erklären müssen. Ich bin müde von den Blicken, erschöpft von den Menschen, die sich wegsetzen, bedrückt von dieser Negativität die ich erfahre, nur weil ich so aussehe, wie ich aussehe.

In meinen Händen liegt das Buch ,Politea’ von Platon. Ich halte auch den Koran oft in der Hand, aber lese Liebe und die anderen schreiben mir Hass zu. Es ist für mich keine Selbstverständlichkeit, auf diesen Gängen zu sitzen. Ich landete auf der Hauptschule, ,da gehörst du ja auch hin’, sagte meine Lehrerin. Ich kämpfte um die Noten, kämpfte um das Weiterkommen, machte mein Abitur, jetzt studiere ich, ich möchte Kinder unterrichten. Ich möchte meine SchülerInnen nicht so behandeln, sondern sie motivieren, ihnen zeigen, dass sie es schaffen können. Ich habe es ja dann hoffentlich auch geschafft.

Falls ich nicht weiter von friedlichen Menschen terrorisiert werde, mein Freund.“

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Dazu gibt es drei Leserkommentare.

Marita sagt: Was zwingt diesen jungen Mann dazu, sein Äußeres dem der Terroristen und Extremisten gleichen zu lassen? Er tut so, als könne er nichts dafür, dass er den Islamisten ähnelt. Dabei hat er sich freiwillig entschieden, sich so harauszuputzen, dass er von einem Islamisten offenbar nicht zu unterscheiden ist. Das ruft dann nun einmal Ängste bei Nicht-Muslimen hervor, die den Islam nur durch die Medien kennen, wo er sich eben nicht friedlich, sondern gewalttätig und brutal präsentiert. Es wird immer so getan, als seien die bösen Medien daran schuld. Das ist aber nicht richtig, da die Medien den Terror von Islamisten und die Missachtung von Menschenrechten in muslimischen Staaten nicht erfinden, sondern lediglich darüber berichten.

Ellen sagt: @marita Soll er sich die Haare färben, weil schwarz gleich Schwarz gleich schwarz einen Terroristen aus einem macht…

Marita sagt: @Ellen Also mir ist kein Fall bekannt, in dem ein schwarzhaariger wegen seiner schwarzen Haare für ein Terrorist gehalten wurde. Ein mulmiges Gefühl kommt doch eher auf, wenn jemand seine Haare frisiert, wie dies Salafisten tun, den Bart wie sie trägt und sich so kleidet wie sie. Muslime können diese Sorgen ernst nehmen oder es lassen. Durch Ignoranz werden diese Sorgen allerdings nicht verschwinden. Und es ist schon eine Überlegung wert, weshalb jemand seine äußere Erscheinung an die der Anhänger von Al-Kaida, der Taliban oder des IS angleichen muss. Vor allem, wenn er weiß, dass er damit Ängste schüren kann.

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Der Text von „Samuel Ali“, einem Namen, der einen jüdischen Autoren nahelegen soll, entlarvt seine Haltung, die der Orks von Mille Görüsch und die der Mohammedanisten insgesamt.

Man begreift sich als eine zusammengehörige Gemeinschaft, und die „friedliche Mehrheit“ sieht es als ihre Aufgabe an, den Eliten (Planern) und Avantgarden (Mördern) des Nazislahm den Rücken freizuhalten. Der 1,5-milliardenköpfige Sympathisantensumpf ist das Wasser, in dem sich die Terroristen wie Fische bewegen können.

Der Taliban-Dresscode signalisiert Ergebenheit dem mörderischen Jihad gegenüber. Die Kritik daran wird als „vorurteilshaft“ verunglimpft und lächerlich gemacht. Die Verwischung der Grenzen zwischen Sympathisanten und Avantgarde („sieht aus wie ein Taliban, ist aber gar keiner“) hat das Ziel, die Avantgarde zu tarnen, als normales Phänomen zu beschreiben und sie so als selbstverständlich in die westliche Lebensrealität zu integrieren, ebenso, wie dies mit allen Zeichen und Handlungen des Nazislahm geschehen soll.

Der Titel „Mein Freund, der Terrorist“ soll eine ironische Wirkung haben. Tatsächlich offenbart er das nazislahmische Programm. Ein paar der Orks wüten mit beispielloser Grausamkeit, um das Wirtsvolk gefügig zu machen. Einige Terroristen sehen aus wie Taliban, einige nicht, und einige Orks, die wie Taliban aussehen, sind keine Terroristen – psychologische Kriegsführung der Verwirrung. Dass sie wirksam ist, sieht man an dem idiotischen Kommentar von „Ellen“ (s.o.)

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Time am 27. April 2015

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1) http://www.islamiq.de/2015/04/19/ein-gespraech-mit-meinem-freund-dem-terroristen/

Schlagwörter:

Eine Antwort to “Psychologische Kriegsführung”

  1. Sophist X Says:

    „Du bist nicht friedlich mein Freund, du fügst mir Schaden zu und vor allem infizierst du dich mit Hass. Ich bin kein Terrorist, hab es aber satt, ich möchte nicht meine auswendig gelernte Rede, dass der Islam Friede bedeutet und dass ich aber diesen Terroristen,…

    Der Stil dieser Schmonzette gleicht den Großen Worten großer Männer der Antike, die ihnen von gutmeinenden Autoren Jahrzehnte oder Jahrhunderte später in den Mund gelegt wurden. Wohlgesetzt, zu ausformuliert, zu konstruiert, zu schriftlich, zu radikal redigiert als dass ich solche Rede für voll nehmen könnte.

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