Den Sabbath ehren

Netanjahu

Linke Propaganda gegen Bibi

Als beispielhaft für die gegenwärtigen Linken können die israelischen gelten, über die Dror Eydar in einem Essay bei „Israel HaYom“ berichtete, welcher auf deutsch auf Ulrich J. Beckers Blog „Aro 1“ erschienen ist (1).

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Die linken Prophezeiungen des Untergangs

Anfang der Woche sagte der Werbefachmann Udi Pridan, der maßgeblich am Wahlerfolg der neuen Kulanu Partei (10 Knesset-Sitze) beteiligt war, in einem Interview mit dem Finanzmagazin Globe, Premierminister Benjamin Netanyahu sei „der Teufel, ein schlechter Mensch, unehrlich, ein Kriegstreiber, ein Zwietracht verbreitender Mensch und ein Scharlatan“. Außerdem sagte Pridan, dass er die Stadt Tel Aviv niemals verlässt, weil sie der einzige erleuchtete Platz im Land Israel sei. Und er sagte: „Ohne Tel Aviv gäbe es kein Israel.“

Dieses Interview zeigt beispielhaft den Kollaps der alten israelischen Eliten. Wobei wichtig ist, dass diese Meinungen öffentlich geäußert werden, anstelle im Geheimen zu schwelen. Denn Pridan offenbart in dem Interview, was seine eigene Gedankenwelt prägt: Aggressivität, eine materialistische Einstellung, ein Denken voller Schlagwörter und Vorurteile.

Im Gegensatz zu extremen Denkern auf der Rechten wie Ben-Zion Gopstein und anderen, die eine Randexistenz fristen, stellen die extremen Linken keine Randgruppe dar, sondern geben die allgemeine Einstellung der Linken wieder.

Der angesehene Soziologe Pridan unterteilt die israelische Gesellschaft in zwei Gruppen: Diejenigen, die „sich vorwärts bewegen“ und diejenigen, die „anhalten und verharren“. Pridan ist der Meinung, dass der Netanyahus Wahlerfolg zustande kam, weil „Leute, die nicht den höchsten IQ und nicht das höchste Einkommen haben, und die nicht besonders fortentwickelt sind“, aus ihren Höhlen auftauchten, um zur Wahl zu gehen. Andere Persönlichkeiten auf der Linken stimmen seiner Charakterisierung der Rechten zu: Niedriges Einkommen, wenig Bildung und vor allen „nicht besonders fortentwickelt.“ Das entspricht dem, was Autorin Alona Kimhi unmittelbar nach den Wahlergebnissen sagte: „Trinkt Zyanid, ihr Neandertaler“.

Warum haben die nach Pridans Ansicht “Minder-Entwickelten” ihre Wahlentscheidung so getroffen, wie sie sie getroffen haben? „Weil das Haus in Gefahr war.“ Und damit meint Pridan nicht das nationale Haus Israel, das auf gar keinen Fall. Denn, wenn es nach Pridan geht, dann ist der israelische Staat kein bisschen bedroht, und der Nahe Osten ist so friedlich, wie man sich das überhaupt nur vorstellen kann. Nach Pridan wollten die Wähler vor allem und nur das „Haus Netanyahu“ bewahren.

Man gewinnt den Eindruck, dass Pridan allen Ernstes glaubt, die Wähler hätten nicht gemerkt, dass Pridan und seine Vorgänger seit 20 Jahren Frieden versprechen und im Gegenzug Autobomben und Raketen erhalten. Er scheint zu denken, die Wähler sehen nicht, dass der Nahe Osten völlig aus dem Gleis geraten ist, und dass ein islamischer Frühling der Geköpften stattfindet. Pridan denkt wohl, dass die Wähler nicht merken, wie er und seinesgleichen den internationalen Druck gegen Israel richtiggehend einladen und Netanyahus Kampagne zur Eindämmung der nuklearen Ambitionen des Iran unterminieren.

In fast jeder öffentlichen Aussage eines Vertreters der Linken hört man, das Handeln der Linken folge strikter Logik, während die Rechten nur gefühlsmäßig vorgehen. Aber eine objektive Analyse der Tatsachen ergibt das Gegenteil. Die Linke klammert sich an ihre politischen Theorien, obwohl sich die regionale und globale Realität seit den großen Debatten der 80er Jahre dramatisch verändert hat. Die Lösungsvorschläge, die damals vorgestellt wurden, sind heute nicht länger relevant.

Ein palästinensischer Staat auf den Bergen von Samaria wäre die Einleitung für eine islamistische Machtergreifung auf dem Weg zu einem islamischen Kalifat. Das ist keine Übertreibung. Man braucht sich nur bei unseren Nachbarn umzusehen.

Im weiteren Verlauf des Interviews taucht mehr und mehr Tiefgründiges aus Pridans Denken auf. Zu den Wahlen sagt er: „Die Sache hätte folgendermaßen ablaufen sollen: Netanyahu hätte widerfahren sollen, was bereits 1999 geschehen ist, als die Leute seiner überdrüssig wurden, und wir die ,Israel-Wants-Change‘-Kampagne durchgeführt haben, und Ehud Barak gewonnen hat.“ Man sollte sich Zeit nehmen, diesen Satz zu studieren. „Hätte folgendermaßen ablaufen sollen.“ Auf diese Weise wurde bei den Linken diskutiert; das haben sie so geplant. Nur — die Realität hat sich geweigert, ihnen zu gehorchen.

Das ist ein altbekanntes Muster: Sie haben Yasser Arafat und seine Bande ins Land geholt und ihnen Waffen gegeben, aber diese gehorchten nicht. Der Nahe Osten hat sich ebenfalls geweigert, Shimon Perez’ Vision eines „Neuen Nahen Ostens“ zu realisieren. Und besonders Gaza hat sich geweigert, zu gehorchen, und anstelle, dass die Infrastruktur des evakuierten Gush Katif übernommen wurde und Gaza zum Singapore des Nahen Ostens wurde, ist ein iranisches Sparta an unserer Grenze entstanden.

Zuletzt wendet sich Pridan gegen die Vorstellung, dass „Tel Aviv in einer illusionären Seifenblase für sich lebt“. Er mag recht haben. Tel Aviv ist keine Seifenblase, sondern eher wie ein Helium Ballon, der sich jenseits der Stratosphäre verflogen und verirrt hat.

Tel Aviv würde es ohne Jerusalem nicht geben, weder gegenwärtig noch in der Zukunft. Ohne Zion, kein Zionismus. Selbst in Tel Aviv verstehen die Menschen, dass ohne jüdische Tradition kein Israel und kein jüdisches Volk bestehen kann. Nur Pridan und seine Anhänger verstehen das nicht.

Der Dichter Haim Nahman Bialik schrieb einst in einem Brief an einen Bewohner des Kibbutz Geva:

„Eretz Israel wird nicht ohne dem Schabbat aufgebaut werden. Ohne Schabbat wird es zerstört, und alle eure harte Arbeit wird umsonst gewesen sein. Das jüdische Volk wird niemals den Schabbat aufgeben, der nicht nur der Schlüssel zu Israels Existenz ist, sondern zur menschlichen Existenz überhaupt. Ohne Schabbat würde es keine Gottesfurcht und nichts, das der Humanität nahekommt, auf der Welt geben. Wenn es nur um Arbeit ginge, dann unterscheidet uns nichts von den wilden Tieren. Alle kultivierten Völker der Welt haben von Israel, in der einen oder anderen Form, einen Tag der Ruhe übernommen, der ihnen Menschlichkeit verleiht. Ohne Schabbat wäre jeder ein Wilder. Es ist der Schabbat, nicht der Anbau von Orangen oder Kartoffeln, der unser Volk durch alle unsere Verfolgungen und Trübsale hindurch hat bestehen lassen. Und nun, da wir zu unserem alten Heimatland zurückgekehrt sind, werden wir da den Schabbat verwerfen, als brauchten wir ihn nicht mehr?“

Sehen Sie, Mr. Pridan, der Schabbat ist eine globale Gewinner-Marke. Er übt große Anziehungskraft auf die Menschen weltweit aus. Die Touristen, die nach Israel kommen, möchten ihn erfahren, selbst um den Preis, dass sie an diesem einen Tag auf ihren Espresso verzichten müssen.

Wie wollen die Linken wieder an die Macht kommen? Indem sie über die entscheidende Kluft nachdenken, die zwischen ihnen und weiten Teilen des israelischen Volkes besteht? Oder vielleicht, indem sie ihre irrtümlichen politischen Theorien aufgeben und die Realität angemessen und richtig beurteilen? Das wollen sie offenbar auf gar keinen Fall. Denn als sein Hauptziel nannte Pridan gleich zu Beginn des Interviews: „Ich möchte der Führer einer Bewegung oder großen Partei werden, auch wenn es momentan noch nicht soweit ist.“ Nun denn — jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sein Führungsgeschick entdeckt wird.

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Time am 3. Mai 2015

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1) http://www.aro1.com/die-linken-prophezeiungen-des-untergangs/#more-29995

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