Moooment mal!

Chrislahmtag

„Kath.net“ berichtete am 5. Juni über zwei groteske Aspekte des just vergangenen Stuttgarter Kirchentages (1):

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Ex-Landesrabbiner:
Kirchentag ohne Proteste gegen Christenverfolgung?

Joel Berger kritisiert das Auftreten von „Israelhassern“ am Rand des evangelischen Kirchentages – Auch sei auffallend, dass es beim Kirchentag offenbar keine Veranstaltungen gebe zu den Christen, die im Nahen Osten getötet werden.

Der frühere Landesrabbiner in Baden-Württemberg, Joel Berger (Stuttgart), hat scharfe Kritik an den Kirchen geübt und den christlich-jüdischen Dialog infrage gestellt.

Anlass ist der Deutsche Evangelische Kirchentag vom 3. bis 7. Juni in Stuttgart. Berger beklagt sich in der Jüdischen Allgemeinen (Berlin), dass am Rande des Großereignisses Veranstaltungen durchgeführt werden zu Themen wie „Der palästinensische Befreiungskampf – eine Herausforderung für die Kirche“ oder „Die Stimme der palästinensischen Befreiungstheologie“. Diese Angebote richteten sich ausdrücklich an Besucher des Kirchentages und fänden im katholischen Rupert-Mayer-Haus statt – „gerade einmal drei Häuser von der Synagoge entfernt“.

Dabei treten laut Berger „bekannte Israelhasser auf, die gerne diese Bühne nutzen, um den jüdischen Staat zu delegitimieren“. Darauf angesprochen, höre man von offizieller kirchlicher Seite, diese Veranstaltungen gehörten nicht zum offiziellen Programm und wie sähe es denn aus, wenn man so etwas verböte.

Berger: „Wir sollten die verantwortlichen Kirchenvertreter daran erinnern, dass es christliche Organisationen sind, die hier zum Israel-Bashing einladen.“ Dazu zählten Gruppen wie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden-Württemberg und die katholische Organisation „Pax Christi“. Sie erweckten den Eindruck, dass ihre Veranstaltungen zum Kirchentag gehören.

Auffallend sei jedoch, „dass es beim Kirchentag offenbar keine Veranstaltungen – von Protesten oder Demonstrationen ganz zu schweigen – zu Christen gibt, die im Nahen Osten wegen ihres Glaubens getötet werden. Das Einzige, was Leidenschaft auszulösen vermag, ist, wenn es gegen Israel, wenn es um Juden geht“. Schon bei den Attacken gegen das Schächten und bei „der unseligen Beschneidungsdebatte“ hätten sich viele Christen gegen wesentliche Bestandteile des Judentums gewandt, ohne dass die offiziellen Kirchen eingeschritten seien. Daher müsse man fragen: „Was soll dann noch der viel beschworene christlich-jüdische Dialog noch? Er ist doch eine bloße Schönwetterveranstaltung.“

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Dem Bundesvorsitzenden des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, dem Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Rachel, und dem Beauftragten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Franz-Josef Jung, war das auch aufgefallen, wie „Kath.net“ am 8. Juni berichtete (2).

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Kirchentag vernachlässigte Christenverfolgung und Abtreibung

Ein gemischtes Fazit zog der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel, nach Beendigung des Evangelischen Kirchentages in Stuttgart. Der Kirchentag habe gezeigt, dass die politischen Diskussionen in den letzten Jahren „viel offener, entspannter und unideologischer“ geworden seien.

Er nannte es dennoch richtig und wichtig, mit Bundespräsident Joachim Gauck daran zu erinnern, dass es auf die hochkomplexen Fragen der Zeit unter Christen gerade auch bei den Forderungen an die Politik nicht zu Banalisierungen kommen dürfe. Als problematisch empfand es Rachel, dass neben den „klassischen“ Kirchentagsthemen wichtige andere wie etwa die massive weltweite Verfolgung und Diskriminierung von Christen „wieder einmal keine wahrnehmbare Rolle gespielt haben“.

Ähnlich äußerte sich der Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Franz-Josef Jung. Die Themen Religionsfreiheit und Christenverfolgung hätten „inhaltlich eine sehr untergeordnete Rolle“ gespielt: „Ich hätte mir hier deutliche thematische Akzente auf den Podien gewünscht, um dieses brisante Thema in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu tragen.“ Für Jung ist der Kirchentag „ein Signal, dass die Kirche sich nicht vereinnahmen lassen sollte von den vielfältigen Lebensentwürfen, individuellen Wünschen und Vorstellungen jedes Einzelnen.“ Sie sollte vielmehr „ein fester Orientierungspunkt sein, von dem aus sich christliches Leben in all seinen Facetten entfaltet“.

Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), kritisierte: Das Thema Abtreibung komme nicht vor: „Die schlimmste Menschenrechtskatastrophe in Deutschland, dass über 100.000 im Mutterleib getötet werden, ist dem Kirchentag nach wie vor kein Podium wert.“

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Moooment mal!

Heißt das Spektakel etwa „Christentag“?

Heißt es etwa „Judentag“?

Heißt es etwa „Ungeborener-Mensch-Tag“?

Nein, es heißt… KIRCHEN-Tag!

So what?

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Time am 11. Juni 2015

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1) http://www.kath.net/news/50820
2) http://www.kath.net/news/50846

Titel: https://www.kirchentag.de/aktuell_2015/freitag/tanzen_mit_dem_unterschied.html

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2 Antworten to “Moooment mal!”

  1. Kanalratte Says:

    „Muslime werden oft auf ihre Religion reduziert“

    …und im Bild sieht man dann eine Frau die ihre Religion bzw. Weltanschauung sogar auf dem Kopf trägt, nicht nur darin.

    Aber Nazis werden auch nur auf ihre Fremdenfeindlichkeit reduziert, menno wie gemein aber auch.

    Eine Runde Mitleid mit den Opfermuslimen.

  2. besucher Says:

    Die Kirche sollte dazu schon Stellung beziehen, auch wenn sie als Evangelen-Lover natürlich vor ihren eigenen Pali-Dritte-Welt-Gutmenschen beschützen willst.

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