Im Interview: Murat Atajew

Atajew

Auf der „Achse des Guten“ hat Til Biermann sein Interview mit einem Ork-Kommissar des IS-IS veröffentlicht (1).

Wie soll unsere Zivilisation überleben, wenn sie solche widerwärtigen Scheusale unbelangt auf ihrem Territorium wirken lässt?

Lesen Sie auch die angefügten Leserbriefe.

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Ein Mitarbeiter des IS stellt sich vor

Murat Atajew (29) stammt aus der russischen Teilrepublik Dagestan, kam vor 14 Jahren nach Deutschland. Etwa 90 Prozent der Menschen in Dagestan sind Muslime. Atajew ist intelligent, spricht fließend Russisch, Arabisch und Türkisch. Er ist Imam in der Moabiter Hicret-Moschee, trägt den für strenge Muslime typischen Vollbart ohne Schnurrbart. Im Frühjahr, als es Razzien gegen den “Emir vom Wedding” gab, hatte er der B.Z. noch gesagt, er und seine Leute würden keine Sympathien für den IS hegen. Dann tauchte kürzlich ein Interview im Internet auf, das ein russischsprachiger Journalist mit Atajew geführt hatte. Hier sagte er auf einmal, die brutalen Morde der IS-Schergen, etwa die Verbrennung des jordanischen Piloten in einem Käfig, seien in Ordnung, da sie dem Prinzip “Auge um Auge, Zahn um Zahn” folgen würden. Ich habe Atajew in Moabit besucht, um herauszufinden, was denn nun stimmt und was er zu den neuesten Anschlägen in Tunesien, Frankreich und Kuwait sagt.

Was denken Sie über die Anschläge in Tunesien?

Ich denke, von menschlicher Seite ist das nicht gut. Die Zivilisten verantworten nicht, was ihre Regierung macht. Allerdings hat Abu Mohamad al-Adnani, der zweite Mann im Islamischen Staat, gesagt, dass Militär und Zivilisten legitime Ziele sind. Weil sich 60 Nationen gegen den Islamischen Staat verbündet haben und da auch Zivilisten bombardieren.

Was will der Islamische Staat mit so einem Anschlag in Tunesien bezwecken?

Ich habe einen IS-Mann gefragt, er sagte: Sie wollen die tunesische Wirtschaft kaputt machen, die auf Tourismus basiert. Dann wird der Staat destabilisiert und sie können das Volk gewinnen.

Warum der erneute Anschlag in Frankreich?

Frankreich hilft sehr aktiv im Irak und bombardiert auch Zivilisten im Islamischen Staat. In Deutschland passiert noch nichts, weil es eine vorsichtigere Politik betreibt. Deutschland hilft nur indirekt den Peschmerga, deshalb hat es eine Chance, dem zu entkommen.

Viele Imame sagen, das, was der IS macht, habe “nichts mit dem Islam zu tun”.

Normalerweise bietet der Koran Schutz. Aber es gibt Interpretationen, von einem Wort kann man zehn Bedeutungen nehmen. Verschiedene Imame interpretieren das von ihrer Seite. Aber wie gesagt: Ich persönlich finde das nicht gut, Zivilisten zu töten: Kinder, alte Leute, Frauen, sind nicht verantwortlich für ihre Regierung. Bei militärischen Gefangenen ist das anders.

Was finden Sie, dass im Islamischen Staat Ehebrecher und Homosexuelle brutal ermordet, dass Dieben die Hände abgeschlagen werden?

Ich glaube das, was im Koran und übrigens auch in der Bibel steht. Es steht im Koran, dass ein Mann sterben soll, der mit einem anderen Mann liegt. Was im Koran steht, finde ich richtig. Ich kann als Muslim nicht sagen: Nein, ich akzeptiere das nicht.

Planen Sie, dann auch in den Islamischen Staat auszuwandern?

Nein, für mich ist es besser in Deutschland. Hier bin ich ein freier Mann, da unten gibt es zu viel Zensur. Es ist da auch schwer für manche Menschen. Ein Mann hat 32 Jahre lang geraucht und soll plötzlich aufhören. Andererseits gibt es hier Leute, die zum Islam konvertieren und sich nicht frei fühlen. Die gehen dann runter, alleine aus Russland etwa 5000.

Woher kommen Ihre Kontakte zum Islamischen Staat?

Ich bin ein Informations-Aggregator für die. Die kontaktieren mich, weil ich immer alles objektiv weitergebe. Ich kann diese Leute direkt fragen und ihre Zitate etwa an Journalisten weitergeben.

Sie sagten, Sie schätzen es, ohne Zensur zu leben. Was sagen Sie zu dem Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo?Gehört Satire nicht auch zur Freiheit?

Die haben schlechte Sachen über den Propheten gesagt, sie hätten nicht provozieren sollen, das hat die Radikalen angestachelt. Zensur hin oder her, alles hat Grenzen.

Israel gilt als ein Hauptziel des Islamischen Staates. Glauben Sie, es kann da Frieden zwischen Arabern und Juden geben?

Es kann keinen Frieden geben, denn im Koran steht: Juden werden niemals Frieden über sich haben bis zum Jüngsten Gericht. Wenn der Islamische Staat an die Grenzen von Israel kommt, wird es ein Chaos geben. Der IS hat viele Unterstützer in Gaza. Die Mütter geben Milch an ihre Kinder mit Hass für Israel. Einen Juden zu töten, ist für die besser als alles andere. Der Islamische Staat will ihnen dabei helfen.

Glauben Sie, der Islamische Staat wird irgendwann zur Ruhe kommen?

Es wird jeden Tag Anschläge geben. Sie sind schon im Kaukasus, 36 Dschihadisten-Gruppen zählen dazu. Sie werden erst aufhören, wenn sie die ganze Welt beherrschen und Juden und Christen Schutzgeld bezahlen.

Freuen Sie sich über Siege der IS-Kämpfer?

Wenn es gegen den syrischen Diktator Assad geht, ja, ich hasse ihn. Die Sunniten können dort jetzt ruhig leben.

Auch Sie sind Sunnit. Aber was ist mit Schiiten, die jetzt dem Anschlag in Kuwait zum Opfer fielen?

Die Schiiten sind schlimmer, als die Zeichner von Charlie Hebdo. Sie sind keine Muslime, sie beleidigen die Mutter des Propheten.

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Kommentare

Clari Monde: “Mitarbeiter”? Seit wann nennen wir Bandenmitglieder “Mitarbeiter”? Man sollte das schon korrekt benennen: “Ein Mitglied der Mörderbande IS”

Tilo Schmalenberg: Warum nehmen wir das einfach hin? Was muss erst passieren?

Jochen Winter: Kann man diesen Typ nicht ausweisen? Wenn jemand sich so über den NSU äußern würde, würde er Probleme bekommen.

Jörg Schulze: Der Mann ist ein uauffälliger Nachbar, immer freundlich und sauber, er hat uns immer zurückgegrüßt. Warum er dem Mann den Kopf abgeschnitten hat, können wir uns nicht erklären, er war ja immer so ruhig, sonst.

Manfred Haferburg: Tolles Interview, ein Augenöffner. Ich wüßte gern noch eine weitere Sache: wovon lebt der Herr Imam in Deutschland?

Katharina Pissling: Jaja, unsere Fachkräfte. Der globale Opportunismus strömt auch bei diesem Mann aus allen Poren: Meinungsfreiheit, Konsumismus und Sozialhilfe gepaart mit der Sehnsucht nach Weltrettung, dem Jenseits und einem Schuss naivem Größenwahn. Man könnte ihn beinahe als Hipster bezeichnen. Nach Berlin passt er definitiv.

Florian Hillen: Ja, beim Geheimdienst sicher bekannt.

Lambert Matthes: Hallo Herr Biermann, gratuliere zu dem “Interview”. Die von Ihnen ermittelten Inhalte sind so grotesk und haarsträubend – vor allem, wenn man bedenkt, dass der Mann mitten in Berlin lebt und wirkt -, dass einem die Sprache verschlägt. Aber ehrlich gesagt, in diesem unseren Lande wundert mich nix mehr! Eine Frage hätte ich aber, ich finde es einfach einmalig, wie solche Geschichten über Zuwanderer fast immer beginnen: “Murat Atajew (29) stammt aus der russischen Teilrepublik Dagestan, KAM VOR 14 JAHREN NACH DEUTSCHLAND. “Wie sollte man sich das vorstellen? Also 2001 stieg er ins Flugzeug und flog ins gelobte Land, kam an und blieb, einfach so? Ich stelle mir gerade vor, ich möchte nach Kanada oder Australien, steige ins Flugzeug, lande und bleibe dort. Einfach so. Wäre das möglich? Oder bekam der Interviewpartner (als 15jähriger) vielleicht Asyl in DE? Wenn ja, Ihr Text wäre ein ‘schöner’ Beitrag zur Asyldebatte.

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Time am 1. Juli 2015

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1) http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ein_mitarbeiter_des_is_stellt_sich_vor

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Eine Antwort to “Im Interview: Murat Atajew”

  1. Wolfram Hüttermann Says:

    Ich hoffe, dass Murat Atajew noch zu Jesus kommt. Dann wird er das alles bereuen, was er gesagt hat.

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