Steine sind stumm

Palmyra

Warum eigentlich ereifern sich unsere MSM so über die Abtragung von ein paar Steinen, die vor ein paar hundert Jahren übereinandergeschichtet wurden?

Jeden Tag werden weltweit an die 300 Christen wegen ihres Glaubens ermordet (1), die meisten von ihnen von Mohammedanisten. Dennoch herrscht bei uns unter der Mehrheit der Bürger der Konsens, dass sie nicht besonders schutzbedürftig seien, beim Asyl nicht bevorzugt werden sollten, und dass statt ihrer vielmehr eine Million mohammedanistischer, jungmännlicher Wirtschaftsflüchtlinge und Jihadisten ohne Wenn und Aber bei uns aufgenommen werden sollen. Das Leben von mehr als Hunderttausend jährlich ermordeter anständiger Menschen ist völlig egal, aber ein paar umgestoßene Steine eines längst vergangenen heidnischen Kultes in einem syrischen Kaff namens Palmyra rühren zu Tränen?

Die Innenstadt von Würzburg ist im Krieg gegen den deutschen Nationalsozialismus zu 95% zerstört worden. Heute aber sieht sie schmuck aus wie eh und je. Es wäre kein Problem, all die Steine wieder kunstvoll übereinanderzuschichten, wenn der IS-IS zerschmettert würde. Da braucht es auch gar keine Science-Fiction-Lösung wie die von Lena Bopp von der „FAZ“, die „Mit 3-D-Druckern gegen das Vergessen“ kämpfen will (2). Das geht schon jetzt und ist nicht schwer, nur eben muss der IS-IS vernichtet werden – aber nicht unbegründeterweise vertritt z.B. der arabische Dichter und Counterjihadi Adonis die Ansicht, dass dieses widerwärtige Terrorregime vom Westen gewollt ist (3).

In der FAZ faselt Rainer Hermann ausgehend von den Zertörungen in Palmyra von der Inspiration der Moderne für den IS-IS. Nach 1.400 Jahren ununterbrochener mohammedanistischer Eroberungs- und Vernichtungskriege hat er die Borniertheit zu formulieren (4): „Der ,Islamische Staat‘ setzt in Palmyra sein Zerstörungswerk fort. Mit der Tradition des Islam hat das nichts zu tun. Es ist ein Produkt der Moderne.“

Tja, wenn man es sich auf einem Berg von 400 Millionen durch Mohammedanisten Ermordeter bequem gemacht hat, kann man leicht die Ausrottung der Christen und Juden in Arabien durch Mohammed, die Zerstörung der Weltbibliothek von Alexandria oder die Vernichtung der indischen Nation Sind (5) aus dem Blick verlieren.

„Sie haben da was missverstanden, Herr Hermann“, meint denn auch FAZ-Leser Albert Schultheis und schreibt:

„,Der ,Islamische Staat‘ setzt in Palmyra sein Zerstörungswerk fort. Mit der Tradition des Islam hat das nichts zu tun. Es ist ein Produkt der Moderne.‘ – Nein, die Moderne steht für ein Aufblühen der Kunst, der Literatur, der Freiheit des Geistes und des Körpers und sie stellt sich damit in die Tradition der Renaissance und der Aufklärung. Nichts könnte abwegiger sein, als die Halsabschneider der vormittelalterlichen Allah-Krieger in die Tradition der Moderne zu stellen, denn diese war zuallererst das Aufbegehren gegen die jahrhundertealte Abhängigkeit der Menschen von religiösen Dogmen und überlieferten Traditionen – übrigens egal ob christliche, jüdische oder islamische. Aber gerade auf diese Moderne haben die Allah-Krieger des IS ihre Zerstörungswut gerichtet, weil die Moderne und der säkulare Staat, der aus ihr hervorging, ihren primitiven Glaubensgrundsätzen diametral und unvereinbar gegenüberstehen. Das hindert sie freilich nicht, all die ,geilen‘ Produkte der Moderne zu nutzen.“

Was also soll das Gejammer um die Zerstörung der alten römisch-griechisch-syrischen Tempel?

Ich habe das Gefühl, dass hier Kritik am Mohammedanismus bequem und wohlfeil ist. Wie viele andere fanatische oder gekaufte Lakaien in den MSM ist Herr Hermann der Ansicht, dass es eine gute Sache ist, wenn der Nazislahm zur herrschenden Ordnung in Europa wird, aber ganz so deutlich traut man sich denn doch noch nicht zu sprechen.

Da macht es sich gut, wenn man zur Tarnung der eigentlichen Agenda auch mal ein bißchen auf Extremformen des Mohammedanismus schimpfen kann und dicke Krokodilstränen über den Rückbau antiker Gebäude vergießt.

Das wirkt objektiv, tut niemand weh und weckt keinen Widerstand, denn:

Steine sind stumm.

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Palmyra

Der Kulturvandalismus der Islamisten

Der „Islamische Staat“ setzt in Palmyra sein Zerstörungswerk fort. Mit der Tradition des Islam hat das nichts zu tun. Es ist ein Produkt der Moderne.

Die Liste der vom „Islamischen Staat“ begangenen Zerstörungen wird immer länger: Sie beginnt im Irak mit dem Museum und der Stadtmauer von Mossul, setzt sich in Nimrud und Hatra fort und hat nun im syrischen Palmyra einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Neben vorislamischen antiken Stätten machen die Barbaren des 21. Jahrhunderts Moscheen und Grabmäler dem Erdboden gleich, Kirchen und Klöster. Mit diesem Kulturvandalismus und der Orgie der Gewalt will uns der IS provozieren, uns unsere Ohnmacht vor Augen führen und zeigen, wer in der Levante das Schwert führt.

Doch der Terror hat mit dem primitiven dualistischen Weltbild des IS auch eine theologische Dimension. Die Ideologen des IS verherrlichen einen idealisierten frühen Islam, und sie negieren damit die 1400 Jahre lange Geschichte ihrer Religion mit all den Traditionen, in denen sie sich manifestiert hat: den mystischen Islam ebenso wie den schiitischen, die Volksfrömmigkeit ebenso wie die Vielfalt der theologischen Lehrmeinungen. Der IS-Terror löscht diese Manifestationen des historischen Islams aus und liquidiert diejenigen, die diese Ausprägungen leben.

Zeitalter der Unwissenheit

Opfer des IS-Terrors sind daneben jene, die ihr Weltbild nicht (allein) mit dem Islam begründen. Denn der IS kennt nur zwei Zustände der Welt: das Ideal des frühen Islams und die sogenannte „Welt der Unwissenheit“. Die Muslime bezeichnen gewöhnlich die Zeit vor dem Islam als das „Zeitalter der Unwissenheit“. In der Moderne aber hat sich der Blick auf die Zeit vor dem Islam verändert. So führte gerade die vorislamische arabische Dichtung, die Tugenden wie Ehre, Tapferkeit und Milde gegenüber dem Feinde pries, zur Herausbildung eines nichtreligiösen arabischen Nationalstolzes – was nicht im Sinne des IS ist.

Kategorisch verwirft der IS auch die nationalen Identitäten der wenigen nahöstlichen Staaten mit stabilen Grenzen, die in vorislamischen Kulturen gründen: Das moderne Ägypten leitet seine Identität von der pharaonischen Kultur ab, das moderne Tunesien von Karthago, der Libanon von den Phöniziern, Iran von den Achämeniden in Persepolis. In diesen Ländern entwickelte sich ein Nationalbewusstsein, das nicht des Islams bedarf. Die Verherrlichung der vorislamischen Geschichte ist somit stets Merkmal eines säkular orientierten Nationalismus.

Nationalstolz jenseits der Religionen

Gerade die Oasenstadt Palmyra hat zur Entstehung eines arabischen Nationalstolzes jenseits der Religionen beigetragen. So hatte Zenobia, die legendäre arabische Herrscherin Palmyras, Rom herausgefordert und vorübergehend die Araber mächtig werden lassen. In ihrem Jahrhundert, dem dritten nach Christus, wurde in Rom ein Araber Kaiser, Palmyra war eine bedeutende arabische Handelsstadt – alles vor dem Islam. Erst Palmyras Niedergang leitete Mekkas Aufstieg ein und damit die Entstehung des Islams.

Die Islamisten, die als Identität nur die Gemeinschaft der Muslime akzeptieren, lehnen nationale und ethnische Referenzen kategorisch ab. Sie lassen keine andere Identität als ihre islamische zu. So haben die Saudis beim Export ihres puritanischen Islams stets alte Moscheen abgerissen, um damit lokale Traditionen zu zerstören. An ihrer Stelle bauten sie gleichförmige, angeblich moderne Moscheen, über die sie dann ihren extremistischen Islam verbreiten.

In vielen Ländern haben die lokalen Islamisten jedoch die historischen Kontinuitäten, die in vorislamische Zeiten zurückreichen, längst akzeptiert. In Ägypten stellt niemand die Pyramiden in Frage, in Tunesien niemand Karthago, in Iran niemand mehr die Residenzstadt Persepolis, nachdem zu Beginn der Revolution von 1979 die dortige Bevölkerung einige Bilderstürmer daran gehindert hatte, das Weltkulturerbe Persepolis einzuebnen. In Ländern, die sich über den Islam legitimieren, hat Archäologie aber stets einen schweren Stand. Denn sie zeigt ja, dass die Welt nicht erst mit dem Islam begonnen hat.

In der Tradition des Islams kann das radikale dualistische Weltbild des IS kaum an Vorbilder anknüpfen; es ist ein Produkt der Moderne. Erst der ägyptische Denker Sayyid Qutb, der 1966 hingerichtet wurde, machte die radikale Trennung von Islam und „Unwissenheit“ populär. Er erhob zur „islamischen Pflicht“, Krieg gegen alle zu führen, die, wie die Herrscher Ägyptens, in „Unwissenheit“ verharrten. Qutb hielt die Rückkehr der „Unwissenheit“ – darunter fiel bei ihm auch der säkulare NationaIismus – für das größte Problem des zeitgenössischen Islams. Dafür hatte er nur eine Lösung: Die Herrschaft des Islams müsse überall auf der Welt durchgesetzt werden, und sei es mit Gewalt.

Islamistische Eiferer lehnen selbst islamische Altertümer ab. So hatte Ibn Baz, der dem saudischen König Fahd als Religionsminister und Großmufti diente, die Restaurierung von Altertümern in Mekka und Medina mit dem Argument abgelehnt, sie führe nur dazu, dass die Muslime diese Bauten verehrten, was ein Zeichen von Götzendienst sei, und lenke von der Unterwerfung unter den Einen Gott ab. Ibn Baz predigte in seinem Kampf gegen die „Unwissenheit“ auch, dass sich die Sonne um die Erde drehe. Wenn der IS in einer Tradition steht, dann in dieser.

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Time am 5. September 2015

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1) http://www.katholisches.info/2011/06/09/alle-5-minuten-wird-ein-christ-ermordet-osze-vertreter-legt-zahlen-zur-christenverfolgung-vor/
2) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/mit-3d-ausdruck-gegen-die-zerstoerung-der-is-13782242.html
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/12/29/im-interview-nochmal-adonis/
4) http://www.faz.net/aktuell/politik/islamischer-staat-will-mit-palmyra-zerstoerung-provozieren-13778591.html
5) https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/09/15/naipaul-zur-vernichtung-von-sind/

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Eine Antwort to “Steine sind stumm”

  1. Sophist X Says:

    >Mit der Tradition des Islam hat das nichts zu tun. Es ist ein
    >Produkt der Moderne.

    Das ist darüber hinaus eine Nullaussage. Der Begriff ‚Tradition des Islam‘ ist nicht definiert und ist somit nicht erfassbar. Das Wort ‚Moderne‘ wird genauso bezugsfrei hingestellt. Die Beziehung zwischen beiden ist somit noch unzugänglicher als die Begriffe selbst: Nur heiße Luft.

    Man könnte auch sagen, Hermann meinte, es sei die Tradition des Islams gewesen, die Ruinen bisher verschont zuhaben. Das kann die Tatsache ihrer Existenz hinreichend belegen. Nun hat aber der moderne Islam mit dieser Tradition gebrochen und zerkloppt alles, was er bisher heil gelassen hat. Das hat Hermann wohl nicht gemeint, aber es funktioniert unter Verwendung seiner eigenen Propagandafloskeln.

    OT: Moslems sind erzürnt über einen US-Waffenhersteller (Spike’s Tactical), der Gewehre durch Bibelsprüche und Kreuze dschihad-untauglich macht:
    http://www.huffingtonpost.com/entry/crusader-assault-rifle_55e7ff20e4b0b7a9633bcb11

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