Am Pranger

Pranger

Am Pranger: Continental und RWE

Für „FAZ.NET“ hat gestern Anna Steiner jene Großunternehmen an den Pranger gestellt, die sich ihrer Meinung für die Mohammedanisierung des Westens bzw. der Betriebe nur ungenügend einsetzen (1).

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Welche Konzerne Flüchtlingen helfen – und wer nichts macht

Sind die Flüchtlinge die gefragten Arbeitnehmer von morgen? Viele Dax-Konzerne sehen das so und engagieren sich kräftig. Andere tun gar nichts, zeigt unsere FAZ.NET-Umfrage. Wer positioniert sich wie?

Die Angst der Deutschen vor den vielen Flüchtlingen, die ins Land kommen, wächst. Werden dadurch die deutschen Sozialsysteme belastet? Kollabieren die Kommunen unter dem Andrang? Und was ist mit den Arbeitsplätzen? Während im September noch Bilder der Willkommensgrüße für Ankömmlinge am Münchner Hauptbahnhof um die Welt gehen, regt sich inzwischen Unmut – auch am Verhalten der Kanzlerin in der Krise. Umfragen bestätigen den Eindruck, dass die Stimmung langsam kippt.

Dabei können Zuwanderer laut verschiedenen Arbeitsmarktexperten die Wirtschaft auch ankurbeln und wie ein kleines Konjunkturprogramm wirken. Fast alle Dax-Unternehmen haben das erkannt und setzen auf konzerninterne und -externe Strategien zur Integration der Flüchtlinge. Doch nicht jeder Konzern im selben Maß.

„Langfristig geht es darum, den Menschen, die auf Dauer hier bleiben, nicht nur eine neue Heimat, sondern auch ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Arbeit ist hierfür eine entscheidende Grundlage“, sagt Oliver Burkhard, Personalvorstand und Arbeitsdirektor bei Thyssen-Krupp. Nahe der Konzernzentrale in Essen unterstützen mehr als 100 Mitarbeiter des Stahl- und Technologieunternehmens eine Flüchtlingsunterkunft. Sie basteln mit den Kindern, betreuen Sportangebote und geben Deutschkurse. Das Unternehmen schafft zudem 150 zusätzliche Ausbildungs- und 230 zusätzliche Praktikumsplätze für 2016. Auch in der Vergangenheit wurden bereits Flüchtlinge im Unternehmen beschäftigt.

Die Telekom bleibt bei ihrer Branchen-Expertise und versorgt Erstaufnahmeeinrichtungen mit kostenfreiem Internet. „Die Versorgung mit W-Lan spielt in den Flüchtlingsunterkünften eine wichtige Rolle, häufig ist die Verbindung über E-Mail oder Messenger-Dienste die einzige Möglichkeit für Flüchtlinge, mit Verwandten in Kontakt zu treten“, sagt Telekom-Personalchef Christian P. Illek. Daher wolle das Unternehmen die öffentliche Hand beim Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur unterstützen.

Sprache als Sprungbrett in den Arbeitsmarkt

Sprachliche Schwierigkeiten gelten neben dem schwierigen Nachweis einer entsprechenden Qualifikation als Haupthindernis bei der Integration der Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt. Der Pharma-Konzern Bayer startete Ende Oktober einen Aufbaukurs zur Berufsvorbereitung für junge Flüchtlinge im firmeneigenen Leverkusener Ausbildungszentrum. 20 Flüchtlinge – darunter sechs junge Frauen – aus insgesamt elf Ländern sollen hier innerhalb von vier Monaten ihre Deutschkenntnisse auf ein Niveau verbessern, das ihnen realistische Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt eröffnet. Die meisten der ersten Staffel sind Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien. Neben der Vermittlung von Deutsch und einer ersten Berufsorientierung sieht der Kurs auch eine vierwöchige Praxisphase im Unternehmen in Leverkusen vor.

Dass die wenigsten der Ankömmlinge Deutsch sprechen, ist aber nicht nur für ihren Einstieg in den Arbeitsmarkt ein Problem. Auch in Erstaufnahmelagern und Unterkünften hapert es oft an der Kommunikation. Viele Kommunen und Hilfsorganisationen suchen händeringend nach Dolmetschern, die Pashto oder Dari sprechen und mit afghanischen und pakistanischen Flüchtlingen kommunizieren können.

Grund genug für die Lufthansa, einen Aufruf unter ihren Mitarbeitern zu starten. In der Fluggesellschaft arbeiten Menschen aus insgesamt 140 Nationen. Es meldeten sich 50 Kollegen, die ehrenamtlich als Dolmetscher aushelfen können. Die Sprachvielfalt der Freiwilligen kann sich sehen lassen: Neben Pashto und Dari sprechen die Lufthanseaten auch Russisch, Türkisch, Arabisch, Kurdisch, Tigrinya (wird in Äthiopien und Eritrea gesprochen), Tamalisch und Albanisch. Sich für weniger privilegierte Menschen einzusetzen habe bei der Lufthansa Tradition, sagt Vivian Spohr, Schirmherrin der Hilfsinitiative. „Aus diesem Grund setzt die Help Alliance neben der akuten Flüchtlingshilfe auch auf ein langfristiges und nachhaltiges Engagement zur Integration von jugendlichen Migranten.“

Manche helfen direkt vor Ort

Auf vielen Plattformen, die die Flüchtlingshilfe vor Ort organisieren, finden sich inzwischen Mitteilungen der freiwilligen Helfer, dass kaum noch Kleiderspenden benötigt werden oder nur bestimmte Stücke gesucht werden. Handtücher und Bettwäsche gehören üblicherweise dazu. Aber auch andere Produktspenden der Unternehmen sind in den Flüchtlingsheimen an der richtigen Adresse. Die Henkel-Gruppe versorgt daher mehrere Erstaufnahmeeinrichtungen in Reichweite der Unternehmensstandorte „unbürokratisch und dauerhaft“ mit Waschmitteln, Allzweckreinigern, Shampoos, Duschgel und anderen Pflegemitteln, die dort schnell knapp werden. Über die Plattform „innatura“, „die fabrikneue Sachspenden bedarfsgerecht an gemeinnützige Organisationen vermittelt“, wie es auf der Seite der Gesellschaft heißt, stellt der Hamburger Beiersdorf-Konzern, zu dem neben Nivea beispielsweise auch Hansaplast gehört, ebenfalls Körperpflegeprodukte zur Verfügung.

Wenn viele Tausend Flüchtlinge aus Kriegsgebieten nach einer langen und oft beschwerlichen Flucht in Europa ankommen, hat die medizinische Versorgung oberste Priorität. Der Pharma- und Chemiekonzern Merck engagiert sich vor Ort in Darmstadt und versorgt die Flüchtlingsunterkünfte in der hessischen Stadt mit Medikamenten, organisiert aber auch Sprachkurse für die Flüchtlinge. Zudem stellt das Darmstädter Unternehmen die betriebseigene Sporthalle für Schulen bereit, in deren Sporthallen Flüchtlinge untergebracht sind. „Aufgrund einer EU-Richtlinie für Chemieunternehmen dürfen wir unsere Sporthalle nicht zur Unterbringung von Flüchtlingen anbieten“, sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber FAZ.NET.

Der Sportartikelhersteller Adidas konzentriert sich hingegen auf die Hilfe noch vor Deutschlands Grenzen. So unterstützen die Herzogenauracher Flüchtlingscamps an der türkisch-syrischen Grenze mit vielen Tausend Produkten. Insgesamt seien 2014 mehr als 500.000 Produkte an Menschen in Not gespendet, teilte das Unternehmen mit. Außerdem will das bayrische Unternehmen auf die Weihnachtsfeier verzichten und das Geld stattdessen an die Flüchtlingshilfe spenden.

Noch weiter geht Fresenius. Der Gesundheitskonzern unterstützt die medizinische Vorsorge schon in den Herkunftsländern der Flüchtlinge. Das Unternehmen schickt Medikamente und Ersatzteile für Dialysegeräte nach Syrien und in den Gaza-Streifen. Auch ein Flüchtlingslager im Nordirak unterstützen die Hessen mit medizinischen Hilfsgütern. In Deutschland kümmern sich außerdem die zum Konzern gehörenden Helios-Kliniken um die medizinische Versorgung in Flüchtlingsunterkünften und bieten Räumlichkeiten als Unterkünfte an.

Übernachten im Kraftwerk

Andere Unternehmen bieten Kommunen firmeneigenes Gelände als Unterkunft für die Ankömmlinge an. So erhielt der Landkreis Passau vom Energiekonzern Eon ein leerstehendes Gebäude auf dem Gelände des Ölkraftwerks Pleinting als mietfreie Flüchtlingsunterkunft. Auch in einem leerstehenden Bürogebäude im Kraftwerk Veltheim in Ostwestfalen konnte 500 Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf geboten werden.

Die Deutsche Post hat 100.000 Quadratmeter an Liegenschaften angeboten, die ab Anfang des kommenden Jahres genutzt werden sollen. In Stuttgart bietet schon jetzt eine ehemalige Logistikhalle Platz für 1000 Flüchtlinge, in einem früheren Bürogebäude in Euskirchen sind 250 Flüchtlinge untergebracht. Die Post unterstützt zudem das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeiter in deren Freizeit und stellt ihnen – wie viele andere Dax-Konzerne auch – mehrere bezahlte Arbeitstage pro Jahr dafür zur Verfügung. „Wir hoffen, dass viele Mitarbeiter sich engagieren werden“, sagte eine Post-Sprecherin gegenüber FAZ.NET. „Viele, die über den Tellerand rausschauen, kommen zufriedener zurück.“ Das habe wiederum einen positiven Effekt auf die Teamarbeit.

Andere Dax-Unternehmen schaffen wie Thyssen-Krupp Arbeitsplätze für Flüchtlinge. Die Deutsche Post führt die Liste an mit ihrem Plan rund 1000 Praktikumsplätze anbieten zu wollen. Und auch der Baustoffkonzern Heidelberg Cement will vor Ort einige Praktikumsplätze für Flüchtlinge schaffen.

Wieder andere sind noch nicht so weit. „Wir arbeiten aktuell gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit an einem abgestimmten Programm, um anerkannten Flüchtlingen bei uns den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen“, teilte eine Sprecherin von Continental mit – noch arbeitet hier aber noch kein Flüchtling. RWE wird noch deutlicher: „Wir greifen personell in erster Linie auf interne Ressourcen zurück“, ließ das Unternehmen verlauten. „Die Notwendigkeit in größerem Maße am Arbeitsmarkt aktiv zu werden besteht daher nicht.“

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Time am 6. November 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/was-die-dax-unternehmen-fuer-die-fluechtlinge-tun-13891531.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

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Eine Antwort to “Am Pranger”

  1. Sophist X Says:

    >Dabei können Zuwanderer laut verschiedenen
    >Arbeitsmarktexperten die Wirtschaft auch ankurbeln und wie ein
    >kleines Konjunkturprogramm wirken.

    Mit solchen Prämissen am Rande des magischen Denkens kann ich alles begründen. Dieser Ausgangspunkt ihres Propagandaauftritts ist eine Nullnummer.
    Es geht mehr als offensichtlich darum, Konformität zu demonstrieren und diese von anderen zu fordern.

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