Frische Jihad-Rekruten

Nachschub

Auf der „Achse des Guten“ betonte Gunnar Heinsohn die Notwendigkeit einer effektiven Grenzsicherung (1).

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Krieg, aber wie?

Was sind die Lehren aus den momentan laufenden islamischen Kriegen? Am meisten Erfahrung sammeln Ost und West in Afghanistan. Als es 1950 in den internationalen Bevölkerungsstatistiken auftaucht, leben dort 0,65 Millionen wehrfähige Männer im Alter von 20-29 Jahren. Als 1978 der Warschauer Pakt – das zweitmächtigste Militärbündnis der Menschheitsgeschichte – das Land mit 15 Millionen Einwohnern in den Kommunismus überführen will, verfügt es schon über eine Million Jünglinge. Als die Sowjets 1989 abziehen, ist das Land am Hindukusch gerade mal auf 0,96 Millionen Wehrfähige herunter. Obwohl der elfjährige Krieg 1,5 Millionen Tote bringt, sorgen stetige Geburtenzahlen zwischen 7 und 8 dafür, dass die Rekrutierungspotentiale immer weiter wachsen. Die Invasoren verlieren zwar „nur“ 13.000 Mann, aber diese Männer gehören zu kostspielig ausgebildeten Eliteeinheiten. Sie sind zumeist einzige Söhne ihrer Mütter, die mitten im Krieg vor den Augen der Welt und in Sichtweite des Kreml ihre Kinder beweinen.

Als 2001 die ISAF-Einheiten ihren Krieg in Afghanistan beginnen, tritt mit der NATO und weiteren Verbündeten der stärkste Militärapparat aller Zeiten an. Und doch wird es kein Spaziergang; denn Afghanistan kann in diesem Jahr auf 1,65 Millionen Mann zurückgreifen. Als 2015 – nach 700 Milliarden Dollar allein für die USA – die NATO ihren Abzug einleitet, kann das sunnitische Land sogar 2,65 Millionen Mann ins Feld stellen. Das reicht für westliche bezahlte Polizei- und Armeeeinheiten eben so wie für die Taliban, das Kalifat und den Zug der Wirtschaftsflüchtlinge nach Europa. Zugleich ist die Gesamtbevölkerung seit 1950 von 8 auf 32 Millionen hochgeschnellt. Für 2025 werden 40 Millionen Einwohner mit 4,25 Millionen Mann zwischen 20 und 29 Jahren erwartet.

Wer klein ist, aber ungebrochen Verluste absorbieren kann, ist für mächtige Länder, die nur einzige Söhne oder gar einzige Kinder in Todesgefahr schicken können, ein großer Gegner. Das lernen Ost und West unter Einsatz von in Afghanistan oder Israel im Gazastreifen, dessen Mütter selbst ihre afghanischen Schwestern noch in den Schatten stellen.

Wer nur Gesamtbevölkerungen vergleicht, um sich seiner Unverwundbarkeit zu versichern, vergisst, dass selbst üppigste Rentnerscharen wenig ausrichten gegen dritte und vierte Brüder, die mit dem Rücken zu Wand stehen. Wenn Vergreiser-Nationen demographisch hochgerüstete Gegner vor Ort niederwerfen wollen, werden sie scheitern oder in Kriegsverbrecher-Prozessen landen. Besser bewährt sich die Sicherung der eigenen Grenzen. Hochentwickelte Aufspür- und Befestigungssysteme erlauben auch kleinen Einheiten eine effektive und obendrein bezahlbare Abwehr. Auch dazu ist von Israel zu lernen. Entscheidend ist das Stoppen des Nachschubs für das Milieu, in dem die Töter indoktriniert werden. Wie fruchtbar dieser Nährboden ist, zeigt sich gerade daran, dass er sogar vor dem Islamismus Fliehende in frische Rekruten für seine Anliegen verwandelt. Die dritte Variante ist eine Kombination aus Verweigerung von Heimatschutz und Unfähigkeit zur Intervention. Momentan favorisiert Berlin die letzte Option, aber es gäbe Alternativen.

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Time am 22. November 2015

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1) http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/krieg_aber_wie

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