Bombenbasteln ist o.k. – Wenn’s Orks tun

familienvater-unter-schwerem

Wenn ein Nazi eine Rohrbombe bastelt, erzittert der Staat in seinen Grundfesten.

Bei einem nazislahmischer Bombenbastler besteht kein Tatverdacht – so eine Superpussy!

Ist das nicht diskriminierend und antinazislahmischer Rassismus?

Denise Peikert berichtete für „FAZ.NET“.

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Prozess gegen Oberurseler

Kein Terrorverdacht mehr gegen Bombenbastler

Gegen den mutmaßlichen Bombenbastler aus Oberursel besteht „kein dringender Tatverdacht“ mehr. Dies teilte die Vorsitzende Richterin im Prozess am Landgericht Frankfurt mit, vor dem sich der Mann verantworten muss.

Der mutmaßliche Bombenbastler und Waffennarr aus Oberursel wird voraussichtlich nicht wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat verurteilt werden können. Die Staatsschutzkammer des Landgerichts Frankfurt erteilte am Dienstag einen entsprechenden rechtlichen Hinweis.

Der 36 Jahre alte Mann könnte demnach nur noch wegen Verstößen gegen waffen- und sprengstoffrechtliche Verstöße sowie wegen Urkundenfälschung verurteilt werden. Vorsitzende Richterin Clementine Englert sagte, nach Würdigung der bisherigen Beweisaufnahme bestehe „kein dringender Tatverdacht“ mehr auf den schwereren Anklagevorwurf. Für Donnerstag kündigte der Verteidiger eine Erklärung seines Mandanten an.

Trotz der veränderten rechtlichen Bewertung durch das Gericht änderte sich vorerst nichts an dem Haftbefehl gegen den Angeklagten. Der Verteidiger stellte keinen Antrag auf Aufhebung, und die Staatsanwaltschaft hält eine Haftstrafe von mehr als zwei Jahren nach wie vor für möglich.

Der Angeklagte hat sich seit Januar vor dem Landgericht zu verantworten. Im Keller seiner Wohnung fand die Polizei eine mit Nägeln und Stahlkugeln gefüllte Rohrbombe mit Zündschnur, außerdem Waffen und Munition. Darüber hinaus wurden Chemikalien sichergestellt, mit denen Sprengstoff hergestellt werden kann. Aufgrund der Funde war das Radrennen „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ im vergangenen Jahr kurzfristig abgesagt worden.

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/kein-terrorverdacht-mehr-gegen-bombenbastler-aus-oberursel-14286904.html

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Terror-Prozess in Frankfurt

Der Mann mit dem Badewannen-Napalm

Wollte Halil D. am 1. Mai 2015 eine Bombe beim Radklassiker zünden? Auch ein Jahr nach Absage des Rennens ist die zentrale Frage im Prozess unbeantwortet. Die wichtigsten Fakten zum Fall.

Halil D., Familienvater aus Oberursel, soll einen Anschlag geplant haben, wegen ihm wurde das Radrennen am 1.Mai 2015 abgesagt. Der 36 Jahre alte Deutschtürke sagt vor dem Landgericht nicht, ob es so war – seit Anfang des Jahres schon starrt er vor sich hin, blinzelt unentwegt und sucht regelmäßig den Blick seiner Schwester im Publikum. Wenn er ihn hat, dann lächelt er und schüttelt den Kopf, als wollte er sagen: „So ein Quatsch.“

Gibt es Beweise dafür, dass Halil D. das Radrennen angreifen wollte?

Keine konkreten. Halil D. hat sich den Erkenntnissen zufolge nie einer Terrororganisation angeschlossen und nie mit Anschlagsplänen im Internet geprahlt. Seine Familie rätselte, das belegt die Telefonüberwachung nach der Festnahme kurz vor dem Radrennen, was an den Vorwürfen dran sein könnte.

Was hatte es mit der Rohrbombe im Keller auf sich?

Es handelte sich um eine mit 239Nägeln und 22Stahlkugeln gefüllte und in einen Jutebeutel gewickelte Rohrbombe. Ein alter Schulkamerad von Halil D. sagt, mit solchen Bomben habe man früher Zigarettenautomaten aufgesprengt. Allerdings seien damals keine Nägel darin gewesen. Nach einem Gutachten des Landeskriminalamts (LKA) war die Bombe zündfähig und hätte im Umkreis von mindestens neun Metern tödlich sein können.

Und was ist mit dem Wasserstoffperoxid?

Halil D. und seine zwischenzeitlich ebenfalls inhaftierte Frau Senay haben drei Literflaschen 19,9-prozentiges Wasserstoffperoxid gekauft. Der Mann gab im Baumarkt einen falschen Namen an und behauptete, einen Teich reinigen zu wollen. Später sagten die Eheleute, sie hätten die Chemikalie zur Schimmelbekämpfung gebraucht. Ein Gutachter bestätigt das: In der Oberurseler Wohnung hat es demnach tatsächlich Schimmel gegeben und der sei auch mit Wasserstoffperoxid behandelt worden. Beim Auszug von SenayD., so der Vermieter, habe er aber keinen Schimmel festgestellt.

Hatte Halil D. konkrete Kenntnisse, wie man Bomben baut?

Er hatte zumindest alles Nötige da, um den Sprengstoff TATP herzustellen: Aceton und die als Katalysator brauchbare Batteriesäure. Zudem hat Halil D. Chemie studiert. Für den Korpus der Bombe lagen nach Aussagen eines LKA-Beamten Bretter bereit, eine Glühbirne zum Bau eines Zünders und mehrere Rollen Klebeband, um eine Bombe fest zu umwickeln. Außerdem wurden in seiner Wohnung 37handgeschriebene Karteikarten mit Anleitungen zum Bombenbau gefunden.

Was stand in den Anleitungen?

D.hatte sich notiert, was er für eine „Haushaltsbombe“ braucht („tiefer Kochtopf, eine Prise Rattengift, vier Messbecher Waschpulver, kräftiger Spritzer Fliesenreiniger“), wie man eine „rutschige Straßensperre“ anlegt und was für „Badewannen-Napalm“ nötig ist. Er hat sich aber auf den Karteikarten auch notiert, dass Pfefferminze bei Erkältung hilft, und Schlüsselblumen gut sind gegen Verstopfung. Auf einer der Karten steht: „Merke: Der Mensch besteht aus 10 hoch 128Atomen.“

Hat er denn schon angefangen, daraus etwas zu bauen?

Nein. Aber das hätte nach Ansicht der Ermittler nur wenige Stunden gedauert. HalilD. sagt allerdings, die Gegenstände seien „altes Zeug“, übrig aus seinem Chemiestudium oder nötig zum Autoschrauben. Und tatsächlich gab es das Klebeband seinerzeit im Discounter im Angebot, und die Bretter sollten nachweislich in einem Regal verbaut werden.

Fuhr Halil D. die Radrennstrecke im Taunus ab?

Ja, die Ermittler beobachteten das dreimal. Einmal war D. mit seiner Familie unterwegs, zweimal raste er allein über die Straßen und hielt auf einem Waldparkplatz – allerdings jeweils nur sehr kurz. Seine Erklärung, er habe seinen Wagen für eine TÜV-Untersuchung warm gefahren, ist widerlegt: Der Termin war schon vor den Fahrten in den Wald.

Was hat die Polizei sonst noch gefunden?

24000 Euro Bargeld, das womöglich aus dem Autoteilehandel stammt, den Halil D. nebenher betrieb. Der Angeklagte sah sich außerdem Videos des „Islamischen Staats“ an und Predigten des Salafisten Pierre Vogel.

Welche Kontakte hatte Halil D. in die hiesige Islamisten-Szene?

Er und Senay D. ließen sich laut Heiratsurkunde von Abdellatif Rouali trauen, einem führendem Kopf der inzwischen verbotenen Organisation „Dawa FFM“. Über sein Studium hatte D. Verbindungen zu Adnan V., der 2011 wegen Unterstützung von Al Qaida verurteilt worden ist. Auch mit dem „Pressesprecher“ der Sauerlandgruppe hatte D. zu tun. Als die beiden 2008 in eine Verkehrskontrolle gerieten, soll D. gesagt haben, für ihn gelte nur die Scharia. Der Deutschtürke legt seinen Glauben sehr radikal aus. So gab er nach den Worten seiner Schwester seinen Plan auf, Arzt zu werden, weil er dann Ungläubige hätte behandeln müssen. Wenn Freunde aus dem Salafisten-Umfeld bei Familie D. zu Besuch waren, hielten sich Frauen und Männer Zeugen zufolge in zwei unterschiedlichen Räumen auf. Als sein kleiner Sohn Halil D. im Gefängnis besuchen kam, verbot er ihm, mit der linken Hand zu spielen: Die sei des Teufels.

Was weiß man sonst noch über Halil D.?

Weil er nicht selbst über sich spricht, gibt es nur Aussagen aus zweiter Hand. So soll der Oberurseler sehr auf seine Ernährung geachtet haben und nur Spielzeug ohne Plastik für seine Kinder gekauft haben. Der Freund seiner Schwester nannte ihn einen „Hobby-Bomber“, D. habe schon im Kindesalter Bomben aus der Zigarettenasche des Vaters bauen wollen. Im Prozess wird D. von einem psychiatrischem Gutachter beobachtet. Der Angeklagte soll im Gefängnis Verhaltensweisen gezeigt haben, die nicht alle mit seinem radikalen Glauben erklärbar sind.

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/terror-prozess-in-frankfurt-der-mann-mit-dem-badewannen-napalm-14205564.html

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Time am 16. Juni 2016

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