Aus der Hauptstadt (#26)

Idioten

Vera Lengsfeld berichtet auf der „Achse des Guten“ über die peinliche Agitprop-Veranstaltung des Gorki-Theaters, bei der sich die syrische Schauspielerin May Skaf angeblich von Tigern zerreißen lassen wollte (1).

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Die Tiger-Nummer: Gibt es am Gorki-Theater intelligentes Leben?

Am Dienstag Abend sollte das lange angekündigte „kommentierte Fressen“ einer angeblichen Flüchtlingsfrau, in Wahrheit eine Schauspielerin, die seit fünf Jahren in Deutschland lebt und guten Anschluss an die linksintellektuelle Schickeria gefunden hat, stattfinden. Die libyschen Tiger, die zwei Wochen unter Missachtung aller Tierhaltungsregeln, die Zirkusdirektoren bei Androhung drakonischer Strafen einhalten müssen, zur Schau gestellt worden waren, konnten sich auf das Ende ihres Aufenthalts in einer Irrenanstalt freuen. Wenn sie eine Stimme hätten, würden sie das Publikum höchstwahrscheinlich darüber aufklären, dass sie keine libyschen Tiger sind. Mit solchen Details nehmen es die Initiatoren der Schmierenkomödie „Flüchtlinge fressen“ ohnehin nicht genau. Der zentrale Tierfutter-Experte, Philipp Ruch, ließ den Hinweis eines Zuschauers: „In Libyen gibt es keine Tiger, die gibt es nur in Asien“, jedenfalls unbeantwortet.

Es gab am Dienstag einige hundert Schaulustige, vor allem Presse, der Rest linkes Jungvolk. Ein Countdown lief. Filme über ertrinkende und leidende Flüchtlinge wurden gezeigt und wild klingende Texte verlesen, die klar machten, dass die Aktion eine Erpressung der Regierung sein sollte, die Angehörigen von bereits nach Deutschland geflohenen Syrern gefahrlos mit dem Flugzeug nach Deutschland zu holen. Die Masse des Publikums wartete zusehends genervt darauf, dass es endlich losging. Am Ende des Countdowns – man fieberte förmlich der blutigen Fressorgie entgegen, wurde der Tigerkäfig mit einer schwarzen Tafel abgedeckt. Die Zuschauer wurden vor den Theatereingang umgeleitet. Da erhob sich bereits vereinzeltes Murren.

Der Rücktritt vom Gefressen-Werden

Vor dem Theater gab es einen Auftritt der syrisch-libanesischen Schauspielerin, die nun unter vielen Tränen auf Arabisch und mit Übersetzerin erklärte, warum sie sich entgegen der Ankündigung nun doch nicht von den Tigern fressen lassen will; sie wolle dem Publikum die grausigen Bilder ersparen. Die Junglinken hatten längst das Interesse verloren und sich ihren Handys zugewandt. Während die verhinderte Tigermahlzeit vorne schluchzte, wurden die Gespräche immer lauter. Vereinzelt kamen Rufe auf, dass man sein Geld zurückhaben wolle. Als sie zum Schluss barmte, sie habe „versagt“ und übergebe deshalb ihre Rolle als den Tigern zu opfernder Mensch an das Publikum, lehnte Letzteres diese Einladung ab. Niemand meldete sich. Die angeblich vorhandenen Ersatz-Märtyrer hatten es offensichtlich vorgezogen, dieser Frage im nächstgelegenen Stehausschank entgegen zu sehen.

Das Zentrum für politische Holdseligkeit war da, zog es aber vor, nicht mit Redebeiträgen aufzutreten, sondern im Garten des Theaters an Flüchtlinge, deren Verwandte mit dem Flugzeug kommen sollten, zu einer „Diskussion“ zu übergeben. Dabei beklagte einer, dessen Familie wegen der Absage von airberlin nicht nach Deutschland fliegen konnte, dass er nicht zur Hochzeit seiner Tochter nach Syrien fliegen kann. Wie bitte? Hat man als glücklich der Hölle Entkommener wirklich den innigen Wunsch, wieder hinzureisen, um der Hochzeit seiner Tochter beizuwohnen?

Ein kleiner Schritt für airberlin, ein großer für den Restverstand in diesem Land

Inzwischen hatte sich das verhinderte Fressopfer so weit von ihrer tränenreichen Abschiedsvorstellung erholt, dass sie lachend und scherzend mit Intendantin Shermin Langhoff plaudern konnte. Spätestens an dieser Stelle sollte dem Letzten klar geworden sein, dass es gar nicht um die Situation der Flüchtlinge ging, sondern um eine PR-Aktion für die Zugewinn-Gemeinschaft Ruch & Co (mit beschränkter Haftung). Ein bischen mager war die Sache auch deshalb, weil die angekündigte Landung des von airberlin gecharterten Flugzeugs mangels vorherigem Start leider ausfallen musste. Nachdem der Fluggesellschaft klar geworden war, dass sie von den Initiatoren belogen worden ist, weigerte sie sich, den Flug durchzuführen. Ein kleiner Schritt für airberlin, ein großer für den Restverstand in diesem Land.

Zum Schluss bleibt die Frage, was dieses Manifest des Wahnsinns gekostet hat und vor allem, wer das bezahlt hat. Im „Impressum“ tauchten mehrere Organisationen auf: Das Zentrum für politische Schönheit, eine Guerilla Foundation Act.Affect.Change, die Rudolf Augstein-Stiftung und das Gorki-Theater. Aber wer finanziert das als Kooperationspartner das Zentrum für politische Schönheit? Es besteht der Verdacht , dass die medienwirksame versuchte Erpressung des Rechtsstaates zu beträchtlichen Teilen aus Steuermitteln bezahlt wurde. Könnte man diese Mittel nicht unter Umständen in die Förderung wirklicher Flüchtlinge und Hilfsbedürftiger leiten?

Ruch & Co haben eine Stück á la „Des Kaisers neue Kleider“ aufgeführt, aber es war niemand da, der rief: „Der Ruch ist nackt!“. Dabei hätte die Scharade von Anfang an durchschaut werden können. Zu den abendlichen Diskussionen wurden mit einer Ausnahme nur Befürworter eingeladen. Als dann doch ein Gegner auf das Podium gebeten wurde, war das offensichtlich nur, um ihn zu diskreditieren. Herr Ruch stand auf und brüllte in den Saal, dass der Diskutant eine rechtsradikale Mutter hätte.

Wer nicht Herrn Ruchs Meinung ist, hat eine gefährliche Mutter

Das ging selbst dem dezidiert linken Publikum zu weit. Ruch musste sich wieder setzen und sich anhören, dass es so nicht ginge. Zu offensichtlich war, dass, wer so agiert, nicht an Diskussion interessiert ist, sondern am Meinungsmonopol, das mit allen Mitteln aufrechterhalten werden soll. Um von Ruch als rechtsradikal diffamiert zu werden reicht es schon, wenn man sich gegen die Instrumentalisierung des Flüchtlingselends für PR-Zwecke ausspricht. Mit Demokratie hat das nichts zu tun. Da das Millionärssöhnchen Jacob Augstein zur Mit-Finanzierung der Aktionen von Ruch & Co aufgeschwungen hat, trifft der Schwachsinn in dieser Beziehung wenigstens keinen Armen. Eine bessere Verwendung für seinen Erbteil ist ihm offenbar nicht eingefallen. Die Menschheit sieht wohl weiteren segensreichen Vorstellungen dieser Koalition gut versorgter Patienten entgegen.

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Time am 3. Juli 2016

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1) http://www.achgut.com/artikel/ein_ruch_loser_rohrkrepierer

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2 Antworten to “Aus der Hauptstadt (#26)”

  1. Sophist X Says:

    Gibt es nicht irgendwo ein paar Steinbrüche, wo sich dieses überflüssige Gesindel noch einigermaßen sinnvoll einsetzen ließe? Zum Einarbeiten gern auch weicher Kalkstein.
    Ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu rechtsliberal.

  2. backbone Says:

    Im Gegenteil, das klingt richtig gut und es gäbe noch jede Menge
    Ideen, wo man diese Leute „sinnvoll“ einsetzen könnte, damit sie einmal in ihrem Leben produktiv sein können.

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