Aus der Hauptstadt (#31)

dhl

In verschiedenen Bezirken im Berliner Stadtteil Wedding kommt es immer wieder zu Angriffen auf Polizisten aber z.B. auch auf Paketzusteller. DHL hat jetzt Konsequenzen gezogen, wie Marcus Böttcher vom „Berliner Kurier“ berichtete (1).

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SOS Paketdienst

DHL Express stoppt Zustellung in Gewalt-Kiezen

Kampfzone Wedding. Dass es in den Kiezen rund um die Panke hoch her geht, ist stadtweit bekannt. Prinzenallee, Soldiner Straße, Osloer Straße gelten als Orte, in denen Anwohner und Touristen die Augen offenhalten müssen.

Pro Straße gibt es mehrere tausend Straftaten pro Jahr. Wer hier wohnt, lebt mit dem Stress. DHL Express zieht nun Konsequenzen aus der Gesetzlosigkeit, will seinen Zustellern den täglichen Horror, in dem Prügel, Drohungen und Erpressungen Alltag sind, nicht mehr zumuten. DHL Express stoppt die Zulieferung in Gewaltkiezen. Der DHL-Paketdienst liefert aber weiter aus.

59,2 Milliarden Euro. So viel Umsatz machte die Deutsche Post DHL Group im vergangenen Geschäftsjahr. Einen großen Beitrag dazu liefern die Männer und Frauen, die Tag für Tag in ihren großen gelben Autos Dutzende Pakete zustellen.

Bestimmte Kieze werden angeblich nicht mehr angefahren.

Im Wedding ist ihre Arbeit jedoch lebensgefährlich geworden. Ein Zusteller, der anonym bleiben will, berichtet von ständigen Attacken. Und seiner Angst. „Ich fahre alleine. Mir ist es nicht nur einmal passiert, dass ich in der Prinzenallee halte und kurz darauf drei Personen um mich herum stehen, mir ein Messer entgegen. Ich musste noch nicht zugestellte Pakete herausrücken.“

Wegen Szenen wie diesen verweigerte „DHL Express“ nach KURIER-Informationen die Zustellung einzelner Sendungen in mindestens drei Berliner Kiezen, bestimmte Postleitzahlenbereiche werden angeblich nicht mehr angefahren. Alle sollen sich im Wedding befinden.

Offiziell hält sich das Unternehmen bedeckt, verweist auf betriebliche und sicherheitsrelevante Details, die nicht preisgegeben werden dürfen. Das Statement von Pressesprecherin Anke Blenn jedoch lässt aufhorchen: „Es wurde – auch in Abstimmung mit den jeweiligen Versendern – entschieden, in wenigen Einzelfällen bestimmte Express-Sendungen nicht persönlich auszuliefern.

Im Vordergrund steht hierbei die Sicherheit der Kuriere und der uns übergebenen Sendungen.“ Was in der Stellungnahme verharmlosend klingt, ist im Kiez rund um die Prinzenallee seit Tagen Dauerthema.

Kunde Mark R. etwa, der auf eine SIM-Karte der Telekom wartete, erhielt statt des Päckchens einen DHL-Schein – er müsse die Lieferung im DHL Express-Depot in der Forckenbeckstraße abholen. Die liegt in Wilmersdorf, mehr als 15 Kilometer und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln eine dreiviertel Stunde entfernt. Der Zusteller hätte das Päckchen auch beim Nachbarn abgegeben können.

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Time am 24. November 2016

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1) http://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez—stadt/sos-paketdienst-dhl-express-stoppt–zustellung-in-gewalt-kiezen-25150218

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Eine Antwort to “Aus der Hauptstadt (#31)”

  1. Barbarus ex Says:

    Cool. Werfen die jetzt Pakete und Sendungen da rein wie in ein Gatter?
    In Krisengebieten ist das halt nun mal so.

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