Ein großer Counterjihadi

luther

In der „Welt“ berichtet Matthias Kamann über eine Auseinandersetzung zwischen EKD und Wissenschaftlern zum Thema Luther. Ein heutzutage besonders wichtiger Aspekt des Reformators wird nicht genannt: Er war Counterjihadi!

Lesen Sie zunächst den Artikel von Herrn Kamann (1) und sodann eine Zitatesammlung von Aussprüchen Luthers über den Nazislahm, die der ehemalige MoT-Kommentator Loewe 2013 zusammengestellt hat (2).

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„Grummelige Meckerstimmung“

Martin Luther macht die EKD ratlos –
und streitlustig

Die Kirche wirft ihren Theologen vor, über das Reformationsjubiläum nur zu meckern, aber nichts beizutragen. Die Angegriffenen kontern: Der EKD gehe es fast nur um Politik. Nicht aber um Religion.

Martin Luther hat gern gestritten. „Ich bin dazu geboren, dass ich mit Rotten und Teufeln muss kriegen“, sagte er. Genauso angriffslustig waren seine Widersacher. Insofern passt es, dass jetzt im Luther-Jahr auch bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) heftig gezankt wird. Aber inhaltlich geht es in diesem Clinch darum, dass die Feiern zum 500. Reformationsjubiläum gerade nicht zu Luther passen.

Denn im Jubeljahr ist bislang kaum zu erkennen, worum es Luther eigentlich ging und was daraus für die Gegenwart folgt. Renommierte Theologen haben der EKD mehrfach vorgeworfen, hierüber nichts Substanzielles zu sagen.

Die EKD schlägt zurück: Die Theologen würden nur meckern, aber nichts Konstruktives beitragen. Das meint der fürs Grundsätzliche zuständige Vizepräsident des EKD-Kirchenamts, Thies Gundlach. In der Zeitschrift „Zeitzeichen“ beklagt Gundlach, bei vielen Theologen gebe es eine „grummelige Meckerstimmung“ und „Ignoranz“ gegenüber dem Jubiläum.

Viele hätten sich „aus der konstruktiven Diskussion um das Jubiläum abgemeldet, weil sie bei der Kritik an Details stehen geblieben sind“. Unter den Professoren herrsche „ein kontinuierlicher Ton der Missbilligung, der die Gestaltung des Jubiläums durch Kirchen und Gesellschaft als Verrat an historischer Exaktheit und theologischer Verantwortung erkennen zu müssen meint“.

Gundlach, der anders als viele Kirchenleute die Polemik nicht scheut, legt sich mit angesehenen Wissenschaftlern an. Mit Friedrich Wilhelm Graf und Ulrich Körtner, mit Thomas Kaufmann und Dorothea Wendebourg. Sie und andere ließen die Kirchenleitungen „bei einer gegenwartsbezogenen Interpretation des Jubiläums allein“.

Die Angegriffenen wehren sich. Graf sagte der „Welt“, Gundlach gehe bei seiner Schelte „auf keines der Argumente, die von Theologen kritisch vorgetragen wurden, in der Sache ein“. Und Kaufmann, einer der weltweit produktivsten Reformationshistoriker, listet in einer Mail an Gundlach einige der wichtigsten Kritikpunkte der Theologen auf.

„Schlampiger Schnellschuss“

In dem Schreiben, das der „Welt“ vorliegt, nennt Kaufmann als kirchliche Fehler unter anderem „die Installation der Botschafterin“ – gemeint ist Margot Käßmann – sowie die EKD-Schrift „Rechtfertigung und Freiheit“, in der die Kirche 2014 versuchte, Luthers Gnadenlehre auf die Gegenwart zu beziehen. Als „schlampigen Schnellschuss“ bezeichnet Kaufmann diesen viel kritisierten Text.

Weiter beklagt Kaufmann, die EKD habe die akademischen Theologen bei der Jubiläumsvorbereitung in einem „praktisch handlungsunfähigen“ wissenschaftlichen Beirat „düpieren und kaltstellen“ wollen. Und was Gundlachs Kritik am Beharren der Theologen auf historischer Exaktheit betrifft, so kontert Kaufmann: „Offenbar ist es Ihnen noch immer nicht vorstellbar, dass man sich zu einem Phänomen wie der Reformation im Horizont gegenwartsverantworteter Theologie nicht anders als differenziert äußern kann und muss.“

Das verweist auf den Kern des Konflikts: Die Kirche will im Luther-Jahr Begeisterung für den reformatorischen Glauben wecken, doch ihre verkündeten Botschaften – oft politischer Natur und erfüllt vom Vertrauen in einen alles verzeihenden Gott – haben nach dem Urteil der Theologen wenig mit Luthers Ansichten zu tun.

Luthers Ansichten wirken heute sehr fremd

Aber weil diese Ansichten für heutige Menschen sehr fremd wirken, tun sich auch die Theologen schwer, den echten Luther für die Jetztzeit stark zu machen. Vielmehr schreiben sie brillant übers 16. Jahrhundert oder die heutige Kirchenkrise, kriegen aber ein Luthertum des 21. Jahrhunderts kaum hin.

Indes fragt sich, ob die EKD daran interessiert wäre. Das zeigt sich bei Gundlach. Der möchte von den Theologen wissen „welche konstruktive Bedeutung“ die Reformation „für das heutige Selbstverständnis nicht nur der Kirchen, sondern auch der Demokratie, der Menschenwürde, der Partizipation und so weiter hat“.

Meint Gundlach bei „und so weiter“ den Glauben? Jedenfalls scheint er weniger an Gemeindeglieder als vielmehr an Akteure der Politik zu denken. Deutlich wird das, wenn Gundlach zu beweisen versucht, dass es in der Gesellschaft ein großes, aber von den Theologen nicht befriedigtes Interesse an der Reformation gebe. Gundlachs Liste der Gewährsleute für seine These reicht „vom Deutschen Bundestag bis zur Kulturstaatssekretärin, von Freunden des Rotary Clubs bis zur Deutschen Bahn“.

Zu viel Politik, zu wenig Theologie

Darüber wundert sich die angegriffene Dorothea Wendebourg: „Gundlachs wichtigster Maßstab für die Bedeutung des Reformationsjubiläums scheint das Interesse von Politikern und außerkirchlicher Zivilgesellschaft zu sein“, sagte sie der „Welt“. Zwar sei es „gut und schön“, dass Politiker Erwartungen mit dem Jubiläum verbinden und der Staat es unterstützt. „Aber die Kirche kann sich doch dieses Interesse nicht einfach zu eigen machen, sondern muss ihre spezifischen, religiös-theologischen Gründe haben, das Gedächtnis der Reformation zu feiern.“

Doch hierbei biete die Kirche wenig. „Erstaunlicherweise kommt das Wort ‚Gott‘ in Gundlachs vielen Sätzen zugunsten des Jubiläums nicht vor“, sagt Wendebourg. Dabei sei es der Reformation um „das Verhältnis des Menschen zu Gott“ gegangen, und dazu hätten die Reformatoren „tatsächlich fundamental Neues“ gesagt. Aber eben immer in Bezug auf Gott, der auch in der Gegenwart hervorzuheben sei.

Statt davon zu sprechen, konzentriere sich die Kirche „in einer eigenartigen Neufassung des Bündnisses von Thron und Altar – heute Parlament und Altar – auf das, was an der Reformation für den Staat, die Menschenwürde oder die Demokratie wichtig sein könne“. Wendebourg: „Dann muss sie sich nicht wundern, wenn Theologen theologische Defizite beklagen und darauf hinweisen, dass Luther etwas anderes im Sinn hatte als das, was die kirchlichen Oberen nun vor allem herausstellen.“

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Dazu Leser Hauke H.:

Der Artikel macht vor allen Dingen eines deutlich: Die protestantischen Eliten befassen sich immer wieder gerne mit sich selbst. Kirchengelehrte gegen Kirchenführung. Der Glaube scheint keine Rolle zu spielen. Als protestantische Kirche würde ich mir in erster Linie Gedanken darüber machen, wie es angehen kann, dass in Hamburg-Horn eine Kirche zur Moschee wird. Von den zahlreichen geplanten Schließungen von Gotteshäusern mal abgesehen.

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Schon Martin Luther hat Mohammed durchschaut

Luther sieht Araber „als die wilden, rohen Leute“, und da Mohamed Araber ist, teilt er auch deren Charaktereigenschaften: „fleischliche Lust, Raub und Mord“ (vgl. Ehmann Seite 153).

Grobheit ist das Wesen Mohameds: „der grobe Gesel“ ist einer der „wilden, rohen Leute… Denn er ist ein Araber“, ja überhaupt ein „unsauberer, grober, unzüchtiger und fleischlicher Mensch“, ein „verzveifelter, böser, vihischer, sewischer Mensch“ (vgl. Ehmann Seite 159).

„Mahmet… ist ein Abgöttischer, ein Mörder, Frawenschender, Reuber und aller Laster vol gewest“ (vgl. Ehmann Seite 153).

Durch diese Ausrichtung auf „Sieg, Glück, Gewalt und Ehre der Welt… durch Gottes Zorn“ bedient der Koran die Instinkte des vorintellektuellen Proletariats, des „gemeine[n] man“ (vgl. Ehmann Seite 117).

Die Inkarnation begreift Mohamed nicht, „er ist zu grob dazu“. Aufgrund der Brutalität der Person und Biographie Mohameds kann dieser gar keinen Zugang zu Gott haben und kann daher auch kein Religionsstifter sein: „Denn wie nu offt gesagt, hat jn der heilige Geist so gröblich lassen liegen, das ein jeglicher sein falsch Geticht leichtlich erkennen möchte“ (vgl. Ehmann Seite 158).

Luther spricht vom „Teufel und seinem Apostel Mahmet“. Mohamed ist „ein Mensch, ja ein Teufel, und ein Erstgebornes Kind des Satans“; ein Diener des Teufels: „Mahmet, oder viel mehr sein Meister der Teuffel“.

Der Teufel hat somit Mohamed instrumentalisiert, denn allen „Unflat, so der Teufel durch andere Ketzer hin und wider gestrewet, den hat er durch Mahmet auff einen Hauffen heraus gespeiet“ (vgl. Ehmann Seite 163).

Der Koran als Werk Mohameds ist für Luther damit ein Versuch des Teufels, die Welt zu betrügen: „Hie zu braucht er nu eines Menschen, ja eines Teuffels, mit Namen Mahmet, der ein abgöttischer Mensch und arm, doch hohmütig und bertunbt in der schwartzen Kunst“.

Muslime mit ihren koranischen Vorschriften, die von Gott weg führen, sind für Christen die größte Strafe auf Erden: „das der Türcke [gemeint ist der Moslem] gewislich sey der letzte und ergeste Zorn des Teuffels widder Christum, damit er dem Fass den boden ausstosset, und seinen Grym gantz ausschüttet widder Christus Reich, Dazu auch die grbsseste Straffe Gottes auff Erden uber die Undanckbarn und gotlosen Verechter und Verfolger Christi und seines Worts und on Zweiffel der Vorlauf der hellen und ewiger Straffe“ (vgl. Ehmann Seite 312).

Luthers Ratschlag: Lest den Koran – aber als Abschreckung!

„Wolten Christo zu ehren, den Christen zu gut, den Turcken zu schaden, dem Teuffel zu verdries, dis buch lassen frey gehen und nicht hindern“, so Luthers Brief an den Rat zu Basel vom 27. Oktober 1542. „Mich hat das bewogen, das man dem Mahmet oder Turcken nichts Verdrieslicheres thun, noch mehr Schaden zu fugen kann (mehr denn mit allen Waffen), denn das man yhren Alcoran bey den Christen an den Tag bringe, darinnen sie sehen mugen, wie gar ein verflucht, schendlich, verzweivelt Buch es sey, voller Lugen, Fabeln und aller Grewel, welche die Turcken bergen und schmucken und zu Warzeichen ungern sehen, das man den Alcoran ynn andere Sprache verdolmetscht. Denn sie fulen wol, das yhnen grossen Abfal bringet bey allen vernunfftigen Hertzen“ (vgl. Ehmann Seite 423).

– Johannes Ehmann, Luther, Türken und Islam: Eine Untersuchung zum Türken- und Islambild Martin Luthers (1515-1546/Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte)

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Time am 3. März 2017

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1) https://www.welt.de/politik/deutschland/article162541249/Martin-Luther-macht-die-EKD-ratlos-und-streitlustig.html
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/04/19/luther-und-der-nazislahm/

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