Der passende Dreh

Michael Hanfeld von „FAZ.NET“ geht das Geplärre der Grünen in Bezug auf die Machtergreifung Erdogans ziemlich auf die Nerven (1).

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Schuld sind immer die anderen

Präsident Erdogan hat in Deutschland eine kleine, aber sichtbare und laute Schar von Unterstützern. Das macht die Grünen ratlos. Doch sie haben eine Erklärung, mit der sie die Medienkanäle verstopfen.

Das Ergebnis des Referendums in der Türkei war nicht anders zu erwarten. Oder hielt es tatsächlich jemand für möglich, dass sich Recep Tayyip Erdogan beim Griff nach der Macht von den Neinsagern, die er noch nicht ins Gefängnis geworfen hatte, würde stören lassen.

Erstaunlich viele Wahlberechtigte brachten allen Pressionen zum Trotz den Mut auf, ihm die Alleinherrschaft zu verwehren. Im Westen der Türkei lehnten bis zu siebzig Prozent der Wähler die Verfassungsänderung ab, welche der repräsentativen Demokratie, der Gewaltenteilung und dem Rechtsstaat endgültig ein Ende bereitet. Das Ergebnis der in Deutschland lebenden türkischstämmigen Wähler freilich sorgt für Verwirrung – in der Politik und in den Medien.

Es muss doch einen Schuldigen geben

Sechzig Prozent für Erdogan – wie kann das sein? Dafür muss es doch einen Schuldigen geben. Die Grünen – von Claudia Roth über Cem Özdemir bis zu Özcan Mutlu – hatten sogleich einen passenden Dreh: Es liege zu einem guten Teil an vermeintlich mangelhafter Integrationspolitik, dass in Deutschland lebende Türken für Erdogan stimmten. Diese Art von „Schuld-Verschiebung“ ist geschickt: Verantwortlich für Erdogans Erfolg sind so nämlich viele, ja irgendwie alle – die anderen politischen Parteien und die Regierung zumal –, nur nicht die Grünen und auch nicht diejenigen selbst, die ihr Kreuzchen für Erdogan gemacht haben.

Dass Erdogans Fans ihr Idol voller Überzeugung ermächtigen, sein autokratisches Vorgehen gegen Andersdenkende und seine überschäumende Rhetorik der Hetze goutieren, scheinen sich die Grünen nicht vorstellen zu können. Dabei sollte zur „Willkommenskultur“ doch vielleicht auch gehören, dass man die Vorzüge der hiesigen Gesellschaftsordnung offensiv herausstellt. Es dürfte schwerfallen, ein Land zu finden, in dem Vielfalt und Toleranz ausgeprägt sind wie hier. Gleichwohl hat das Klopfen der Grünen an die Brust der anderen umgehend gewirkt und die Medien beschäftigt. Das führte im Radio des Hessischen Rundfunks zum Beispiel so weit, dass der Moderator die hessische Landtagsabgeordnete Mürvet Öztürk, die im Herbst 2015 die Fraktion der Grünen aus Protest gegen die Flüchtlingspolitik der Landesregierung verlassen hatte, so lange mit der Frage nach der vermeintlichen Verantwortung der hiesigen Gesellschaft für die Zustimmung für Erdogan löcherte, bis auch sie beidrehte und in den Chor ihrer einstigen Parteifreunde einstimmte. Gemeinsam mit dem SPD-Abgeordneten Turgut Yüksel hatte sie in Hessen eine Nein-Kampagne zu dem Verfassungsreferendum ins Leben gerufen.

Gerade einmal 450.000 Menschen haben hierzulande Erdogans Staatsumbauplan zugestimmt, das sind dreizehn Prozent der hier lebenden 3,5 Millionen Menschen, die aus der Türkei stammen. „Deshalb von gescheiterter Integration ,der Türken‘ zu sprechen wird der Realität nicht gerecht“, sagte der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz. Und: „Die Tatsache, dass fünfzig Prozent der Deutschtürken nicht an der Abstimmung teilgenommen haben, spricht jedenfalls nicht dafür, dass sie sich hauptsächlich an der Türkei orientieren.“ Die Zahlen hatte auch die Grüne Claudia Roth im Interview mit der „Welt“ parat. Ihrer und der Interpretation ihrer Parteikollegen, die sich seit Sonntag auf allen Kanälen findet, tut das allerdings keinen Abbruch. Wohl dem, der den richtigen „Spin“ hat.

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Time am 19. April 2017

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/wer-ist-fuer-das-wahlergebnis-in-der-tuerkei-verantwortlich-14977051.html

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4 Antworten to “Der passende Dreh”

  1. dentix07 Says:

    Die Grünen halt!
    Die Grünen sind sowas wie ein Kondensat aus Rot (was auch nichts anderes ist als rotlackierter Faschismus [n. Kurt Schumacher]), Grün (Farbe des Propheten), Grün („Öko“ u. Esoterik) und Lila (Gender-, Feminismus)!
    Wie soll da was anderes herauskommen als:
    Die Anderen sind schuld!

    Sowohl rotlackiert, als auch im „natürlichen“ Braun waren es entweder die Kapitalisten/die Bürgerlichen/Konterrevolutionäre, oder die Juden die an allem schuld waren.
    Beim „religiösen“ Grün haben wir es täglich vor Augen das nie, niemals Muslime an irgendwas schuld sind.
    Beim „Öko“-/Esoterik-Grün ist es die Gesellschaft, die (Gewinn-) Gier, die Technik, die Wissenschaft, ….!
    Und bei Lila sind es ausschließlich (!) Männer – vorzugsweise weiß, (alt) und hetereosexuell – die an allem schuld sind!

    Eigentlich müsste das eine andere Partei mal als Wahlkampfplakat bringen (so wie die Grünen es gerade mit der FDP gemacht haben):
    Die 2 Grundsätze der Grünen:
    1. Ihr (anderen) seid schuld!
    2. Verbieten!

    Schade das wir nicht in GB sind! Da wüßte ich schon ein Plakat.

    Ein grün angemalter Dalek der „Verbieten!“ plärrt (Sprechblase), statt „Eliminieren!“
    (Äh! „Eliminieren“ würde auch passen, wie mir gerade auffällt!)

  2. Jakobiner Says:

    Die Grünen sind nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Jetzt sich nach der jahrelangen Idealisierung des Islamofaschistschen Erdogans und seiner AKP sowie der Muslimbrüder und der Forderung nach einer Unbegrenztheit des Flüchtlingszustrom (offene Grenzen samt Willkommenskultur) noch für den Doppelpass, gegen ein Islamgesetz, für ein Wahlrecht für Erdotürken und EU-Ausländer einzusetzen, zeigt diese Quartalsirrheit dieser Partei, die bei allem Kampf gegen rechts gerade die Rechte stärkt und vernünftige Linke wie Srahg Wagenknecht, die immerhein einen Integrationsplan forderte ins AfDeck stellt und Torten ins Gesicht wirft oder wie Chris mich als Quasimörder bezeichnet.Passend dazu nun die neusten Äußerungen der Grünen zu Erdogans Wahlsieg wie in diesem Artikel richtig dargestellt. Zeit, dass diese Partei aus dem Bundestag fliegt, da sie wie bei der Wiedervereinigung bezüglich Flüchtlingspolitik und Islamismus solch realitätsferne Ansichten vertreten, die nur noch abstrakten ideologischen Prinzipienreitereien folgen.Die Grünen sind jetzt bei 6% und ich hoffe, dass sie völlig rausfliegen. Und unser Chefgrüner Leo Burx bleibt sich trotz seines Erweckungserlebnisses mit seinen Erdotürken treu und lässt weiter die Erdotürken Fantomas und Cenki auf seinem Blog frisch und frei Hetze verbereiten, während er deutsche islamkritiker wie mich und den Berghaus zensiert und endgültig ausgeschlossen hat.

  3. Time Says:

    Hallo!

    Als Kind fand ich mal eine sehr große, völlig schwarze Wespe zwischen den Weintrauben. Sie war mir sehr unheimlich, aber ich wollte sie genau untersuchen. Ich spießte sie mit einer Stecknadel auf.

    Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sie nicht sofort sterben sondern sich scheinbar ewig lange an der Nadel um und um drehen würde. Das war schrecklich.

    Ich habe später immer wieder an sie gedacht.

    Die Mohammedanisten erinnern mich an sie, besonders die „Momos“.

    (Und ebenso die Lakaien der Orks vom Schlage Bulli Brux).

    Sie drehen sich verzweifelt um sich selbst bzw. den Mohammedanismus, aber sie können sich einfach nicht befreien.

    WIR müssen die Nadel rausziehen.

    Wir müssen sie rausziehen, indem wir den Mohammedanismus ächten, und zwar TOTAL.

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    Time

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    https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/12/13/die-nadel-rausziehen/

  4. Jakobiner Says:

    Dass Brux nichts gelernt hat, sieht man auch daran, dass er die Gülenbewegung ernsthaft als Alternative zu Erdogans AKP propagiert. Dabei ist Gülen ebenso ein Islamist, der seine Bildungseinrichtungen zu Ideologieschmieden ausbaut, um islamistische Eliten heranzuzuüchten, die Staat und Gesellschaft infiltireren und unterwandern sollen und nicht mittels einer Massenpartei,sondern durch einen Marsch durch die Institutionen (Jean Ziegler:“subversive Integration“) eine islamistische Diktatur errichten wollen. Selbes Ziel, nur andere Methode. Brux jedoch durchblickt dies nicht, hat wieder denselben Optimismus wie früher gegenüber Erdogan und der AKP. Ebenso findet er die Muslimbrüder auf dem Wege eine islamische CDU zu werden–trotz aller Erfahrungen. Und die Hamas hält er zwar für eine problematische Organisation, aber eben für den alleinig legitimen Vertrer der Palästinenser (nie ein Wort über die säkulare PLO). Von wegen steile Lernkurve und Counterjihadi.Meiner Anischt nach sollte man Erdogan die Gülenisten im Tauschgeschäft für türkische säkulare Demokraten, die dieser in Geißelhaft hält ausliefern. Wenn ein Islamist den anderen bekämpft, so soll uns das recht sein. Das wäre so, als wenn man Hitler die SA-Röhmler im Austausch von den Juden , Oppositionellen und Demokraten der Weimarer Republik, ausgeliefert hätte, um letztere aus den KZs zu befreien.

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