Eine historische Rede.

Ein historisches Foto…

Vereinzelt scheinen sich deutsche Journalisten mit dem Gedanken abzufinden, dass Donald Trump nicht gleich wieder des Amtes enthoben wird sondern US-Präsident ist und bleibt. Simon Riesche von „FAZ.NET“ berichtet über die Rede des Präsidenten in Saudi-Arabien (1).

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Eine historische Rede?

„Der Islam hasst uns“ – das hatte Donald Trump noch im Wahlkampf gesagt. In Saudi-Arabien schlägt der amerikanische Präsident differenziertere Töne an. Sein Auftritt wird gerade in Amerika aufmerksam verfolgt.

Als Donald Trump im fernen Riad ans Rednerpult tritt, sitzen viele Amerikaner gerade am Frühstückstisch. Der große Auftritt ihres Präsidenten war auch in der Heimat mit Spannung erwartet worden. Was für Töne würde er anschlagen, was für eine außenpolitische Vision formulieren?

„Der Islam hasst uns“, hatte Trump noch im Wahlkampf gesagt und sogar ein pauschales Einreiseverbot für Menschen muslimischen Glaubens gefordert. Nun steht er auf der ersten Station seiner ersten Auslandsreise ausgerechnet im strenggläubigen Saudi-Arabien auf der Bühne, wo der Islam Staatsreligion ist. Vor ihm sitzen mehr als fünfzig muslimische Staatschefs.

„Der Weg zum Frieden beginnt hier, auf diesem uralten Boden, in diesem heiligen Land“, sagt der Präsident. Immer wieder macht er in den etwa 35 Minuten seiner Rede klar, dass es an diesem Tag um die ganz großen Themen gehen soll: Krieg und Frieden – und die Rolle, die Religionen dabei spielen. Es gebe „keinen Kampf zwischen verschiedenen Religionen“, sagt Trump etwa, dafür aber „eine Schlacht zwischen barbarischen Kriminellen, die das menschliche Leben auslöschen wollen“ sowie „anständigen Menschen aller Religionen“, die dieses Leben „beschützen wollen“.

Extremismus „ehrlich entgegentreten“

Zum einen fordert der Präsident die muslimische Welt auf, mehr gegen Terroristen zu tun. Alle Staaten und religiösen Anführer müssten islamistischem Extremismus „ehrlich entgegentreten“ und „gemeinsam gegen das Morden unschuldiger Muslime, gegen die Unterdrückung von Frauen, die Verfolgung von Juden und das Niedermetzeln von Christen“ eintreten.

Viel war im Vorfeld gerätselt worden, ob Trump in der Rede auf seine im Wahlkampf so oft genutzte Formulierung „radikaler islamischer Terrorismus“ zurückgreifen würde. Laut vorab veröffentlichtem Manuskript entschied er sich für die vorsichtigere und differenziertere Variante „islamistischer Extremismus“, offenbar aus Rücksicht auf sein Publikum vor Ort. Als er die Rede dann hält, sagt er schließlich doch einige Male „islamisch“ anstatt „islamistisch“. An einer Stelle ist gar vom „islamistischen und islamischen Terror“ die Rede.

Während einige enttäuschte Trump-Wähler, die auf mehr Konfrontation gehofft hatten, ihren Präsidenten in den sozialen Medien als „Feigling“ bezeichnen, fällt das parteiübergreifende Echo in den Vereinigten Staaten durchaus positiv aus. Man müsse konstatieren, sagt etwa der ehemalige republikanische Senator und Präsidentschaftsbewerber Rick Santorum bei CNN, dass Trump „anscheinend doch auf Ratschläge seiner Berater hört“ – zumindest teilweise.

Wer kämpft gegen wen?

„Die Staaten des Mittleren Ostens können nicht darauf warten, dass die Macht Amerikas diesen Feind für sie zermalmt“, sagt Trump mit Blick auf nötige gemeinsame Anstrengungen gegen Terroraktivitäten. Dieses Übel könne nur überwunden werden, wenn die „Kräfte des Guten vereint und stark sind, und wenn jeder in diesem Raum seinen fairen Teil dazu beiträgt“. Die Frage, wer gegen wen kämpft, beantwortet der Präsident mit klaren Worten: Gut gegen Böse.

Die filmreifen Sätze kommen an in Amerika. „Meisterliche Rede unseres Präsidenten“, twittert der republikanische Abgeordnete Pete King. „Eine historische Rede“, schwärmt der einflussreiche konservative Radiokommentator Wayne Dupree. Statt „Spitzfindigkeiten“ à la Obama habe Trump klare Kante gezeigt, freut sich Fox-News-Anchor Eric Bolling. Der Sänger Vinnie James fühlt sich gar an Ronald Reagans „Tear down this wall“-Rede in Berlin erinnert.

„Wir sind nicht hier, um Sie zu belehren“, fasst Trump in Riad die zweite große Botschaft seiner Rede zusammen. „Wir sind nicht hier, um anderen Menschen vorzuschreiben, wie sie leben, was sie tun, wer sie sein oder wie sie glauben sollen.“ Stattdessen sei man gekommen, um „eine Partnerschaft anzubieten“, basierend auf „gemeinsamen Interessen und Werten“.

Trump umschmeichelt seine Gastgeber

In anderen Worten: Solange man gemeinsam gegen Terroristen kämpfe, werde sich Amerika aus dem Innenleben der jeweiligen Staaten heraushalten – so zumindest interpretieren zahlreiche Kommentatoren Trumps Worte. Und in der Tat: Während dessen Vorgänger Barack Obama und George W. Bush an ähnlicher Stelle immer wieder auch auch die Bedeutung von Demokratie und Menschenrechten betonten, ist bei Trump davon an diesem Tag wenig zu hören. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass seine Rede nicht an die Menschen der muslimischen Welt adressiert ist, sondern an die vor ihm sitzenden Machthaber. Kritik an deren teils repressiven Regimen gibt es, wenn überhaupt, nur indirekt. „Wann immer möglich, werden wir graduelle Reformen unterstützen, jedoch keine plötzlichen Interventionen.“

„Andere Schwerpunkte“ wären gut gewesen, kritisiert deswegen der republikanische Senator Marco Rubio. Die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen in vielen Staaten, vor allem in Saudi-Arabien, hätte Trump seiner Meinung nach stärker hervorheben sollen.

Abdel Fattah al-Sisi, König Salman, Melania und Donald Trump
eröffnen das „Globale Zentrum für den
Kampf gegen extremistische Ideologie“ in Riad

Stattdessen umschmeichelt Trump die Gastgeber des eigens für ihn einberufenen Gipfeltreffens geradezu. Während er den Iran immer wieder scharf kritisiert, lässt er unerwähnt, dass gerade das wahhabitische Saudi-Arabien in der ganzen Welt einen besonders fundamentalistischen Islam unterstützt. Der Präsident hätte durchaus deutlich machen können, dass „Terrorismus nicht einfach so vom Himmel fällt“, findet Elliot Abrams vom einflussreichen „Council on Foreign Relations“.

Wird seine Reise zum politischen Befreiungsschlag?

Bereits vor seiner Rede hatten sich viele Amerikaner über das unkritische Verhalten Trumps gegenüber den Saudis beschwert. Weil er sich vor König Salman verbeugt habe, als dieser ihm eine Medaille umhängte, warfen manche ihrem Präsidenten Scheinheiligkeit vor – schließlich hatte Trump vor einigen Jahren Obama für eine ähnliche Geste noch scharf kritisiert. „Da muss ich kotzen“, kommentiert sogar Trumps langjähriger Berater Roger Stone die Szene der Ordensverleihung auf Twitter. Nachdem Stone wegen angeblicher Wahlkampf-Absprachen mit Russland immer stärker unter Druck geraten war, hatte sich der Präsident zuletzt von seinem einstigen Weggefährten distanziert. Ist Stones ätzende Kritik dafür nun eine Retourkutsche? Vielleicht.

„Es war keine schlechte Rede“, sagt dagegen der Trump-Kritiker und frühere Berater des amerikanischen Außenministeriums, Shahed Amanullah. Allerdings müsse man auch darauf hinweisen, dass der Präsident mit seinen heutigen Worten „dem Rest seiner Agenda völlig widersprochen“ habe.

Einig sind sich die meisten politischen Beobachter in den Vereinigten Staaten an diesem Sonntag in einem Fazit: Trumps Auftritt in Riad ist trotz aller internationaler Implikationen vor allem ein Signal in die Heimat. Wird sein Trip gar zum politischen Befreiungsschlag? Das werden erst die nächsten Tagen und Stationen seiner Reise zeigen.

Endlich mal ein Staatsmann

Fest steht: Während in Washington weiter über die skandalösen Enthüllungen der letzten Tage in Bezug auf Trumps mögliche Moskau-Connection diskutiert wird, kann sich der Präsident im Ausland endlich einmal als Staatsmann präsentieren, der versichert, die Interessen seines Landes im Blick zu haben. Dass er während seines Auftritts in Saudi-Arabien immer wieder auf von ihm geschaffene Jobs zuhause und andere innenpolitische Erfolgsgeschichten verweist, kommt wenig überraschend.

„Gott schütze die Vereinigten Staaten von Amerika“ – gerade diese Schlussworte in Riad zeigen, welches Publikum der Präsident und sein Redenschreiber Stephen Miller bei der Konzeption des Auftritts vor Augen gehabt haben dürften: Amerikaner am Frühstückstisch.

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Time am 22. Mai 2017

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/us-reaktionen-auf-rede-von-donald-trump-in-saudi-arabien-15027159.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

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12 Antworten to “Eine historische Rede.”

  1. Barbarus ex Says:

    Ist Steven Bannon nicht mehr dabei?

  2. Time Says:

    Nee, der ist raus:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Bannon

  3. Jakobiner Says:

    Impressionen von Trumps Erdogantreffen und seiner ersten Auslandsreise

    Trumps erste Auslandsreise, vor allem in den Nahen und Mittleren Osten, zudem zu den Staaten der drei heilgsten Stätten Saudiarabien, Israel und dem Vatikan, gingen einige Entschlüsse und Treffen vorraus. Schon länger das Treffen mit Netanjahu, dann das Treffen mit Palästinenserpräsident Abbas, dann dem Bombardement eines syrischer Flughafens wegen angeblichen Giftgaseinsatz seitens Assads, dann die Verkündung einer neuen Strategie, um den Islamischen Staat „auszulöschen“und nun die Bombadierung von Assadtruppen in Syrien, was von Russland scharf kritisiert wurde.

    Kurz bevor Trump seine erste Auslandsreise antritt, trifft er noch Erdogan im Weißen Haus, der Demonstranten auf US-Boden mittels seiner Sicherheitsleute angreifen und verprügeln lässt, was von Trump nicht, aber von den Medien, den US-Republikanern und den US-Demokraten einhellig kritisiert wird. Scheinbar gefällt Trump der Umgang Erdogans mit der Opposition, die er auch gerne mal so ausüben würde.

    Die USA wollen nun dem syrischen PKK-Ableger, der YPG schwere Waffen liefern. Derbe Töne Erdogans gegenüber Trump-USA, dass sie ala Nazideutschland Terroristen unterstützen würden ,vermisst man aber. Erdogan tritt da leise, denn sollte er Trump ala Merkel oder Deutschland beschimpfen, wären seine Tage wohl gezählt. Zeigt, was für eine machtbewusste, aber feige Sau zugleich er ist.

    Die Szenen erinnern mich an den Schahbesuch in Deutschland 1968, als die Jubelperser und Savakleute mit Holzlatten auf die Studenten eindroschen. Nur wurden sie dabei tatkräftig von der deutschen Polizei und Politik gedeckt, anders als in den USA nun. Bis eben auf Trump, der dazu schweigt.

    Aber interessant: Trump sagt beim Erdoganbesuch nichts zu dem Konflikt zwischen EU/Deutschland, ja selbst der NATO und der Türkei, Bleibt völlig ausgespart. Beide Seiten machen gutes Gesicht über offensichtliche Differenzen oder meint der Trump wirklich, dass sie ihn nicht interessieren könnten? Das wäre Ignoranz im Quadrat oder Problemverdrängung. Bin mal gespannt, was Trump dann beim NATO-Gipfel von sich gibt als commander- in-chief des vermeintlichen „Westens“und seiner „Wertegemeinschaft“und der Anti-IS-/ Terrorismuskoalition.

    Trumps grosse Auslandsreise und sein erster Stopp, während das Pentagon noch vor einem möglichen Krieg mit Nordkorea warnt: 100 Milliarden $- Rüstungsgeschäft mit Saudiarabien mit der Option auf 350 Milliarden $ Waffengeschäfte in zehn Jahren, zudem mehrere zivile Hundertmilliardengeschäfte, die Softbank und Saudiarabien gründen einen Hundertmilliardenfonds und Ivanka Trump kriegt auch noch Spenden für ihre Stiftung zur Unterstzützung von Frauen, weswegen Melania kein Kopftuch aufziehen muss und ihr der Saudichef als Frau sogar die Hand gibt–heißt: Aufwertung Saudiarabiens in der Region, in Syrien, im Yemen und gegenüber dem Iran. Trump hält, was er für die USA verspricht: Ein fetter Deal, wenngleich er am selben Tag verkündet, dass seine Regierung die Armenunterstützung in den USA radikal kürzen würde. Gut für die Jobs in den USA, laut Trump , und es werde auch mehr Sicherheit für die Region geben. Dass sich Saudiarabien hierbei vielleicht übernimmt, einen regionalen imperial overstretch vollbringt, der die Stabilität der Region, die eigene Stabilität angesichts gesunkener Erdöleinnahmen gefährdet, sowie einen Rüstungswettlauf in der Region auslösen könnte, wird erst gar nicht thematisiert.Die Saudis schmeissen das Geld in vollen Händen heraus und die USA sind zufrieden. Es hat etwas von einer apokalyptischen Endzeitatmosphäre, wenn Saudiarabien derart Hunderte von Milliarden raushaut und Trump von einem gnostischen Kampf zwischen „Gut und Böse“in seiner Grundsatzrede spricht und dabei vor allem den Regionalkampf zwischen der sunnitischen Antiterrorkoalition unter der Führung Saudiarabiens, jenem pansunnitischem Militärblock, der wohl keine sunnitische NATO werden wird mit dem schiitischen Islamisteniran zu meinen scheint.

    Gleichzeitig wird im Iran Rouhanni in den Präsidentschaftswahlen sehr deutlich gewählt. Kündigung des Irandeals seitens Trumps oblgeich der Iran andere, entgegengesetzte Signale aussendet?Das scheint eher das Signal, dass die USA Saudiarabien und die sunnitischen Staaten jetzt kräftig hochrüsten, wobei da nicht nur der Iran Kritik bezüglich eines Rüstungswettlaufes im Nahen Osten übte, sondern auch Israel, das in der Aufrüstung Saudiarabiens, das es als „feindlichen Staat“bezeichnete, welches Israel nicht anerkannt habe, die regionale Balance in Gefahr sieht, nachdem Obama-USA den Israelis „nur“ 36 Milliarden $ an neuen Waffensystzemen verkaufte. Aber vielleicht kann Trump ja da „helfen“. Eine Aussöhnung zwischen dem Iran mit Israel und Saudiarabien scheint da vorerst nicht das Ziel, sondern erst einmal Konfrontation–vielleicht in der Hoffnung Iran so in die Enge zu treiben, dass dieser gefügig wird oder gar ein regime-change kommt.

    Trump hat sich nicht zu den iranischen Wahlsieg der iranischen moderaten Ajatollahs geäußert. Ganz im Gegenteil hat er Iran in seiner Rede als ersten Unruhestifter in der Region, Förderer des Terrorismus, Verursacher des Syrien- und Jemenkriegs benannt und Saudiarabien, die Türkei sowie sunnitisch islamistischen Staaten als Unschuldslämmer an den Kriegen in der Region dargestellt, sondern nur auf Extremisten hingewiesen, die diese Regierungen aus ihren Moscheen, Ländern und der Region heraustreiben sollten, wobei er aber gar nicht so sehr den Islamischen Staat, Al Kaida oder andere sunnitische Islamisten ins Zentrum stellte, sondern vor allen den schiitischen Islamismus des Iran und der Hisbollah.

    In seiner Grundsatzrede betonte er, dass er keinen Krieg ziwschen den Weltreligionen und Weltzivilisationen wolle, sondern es ein Kampf zwischen gut und böse sei, zwischen Extremisten und anständigen Menschen–eine Achse des Bösen entlang des Islamischen Staats, den er aber gar nicht größer erwähnte, sondern vor allem der sunnitischen Islamisten wie Saudiarabien, Katar, Türkei gegen den schiitischen Islamisteniran.Weclher Zukunft er noch dem Atomdeal gibt, blieb dabei unbeantwortet und auch auf den Sieg der Reformer im Iran ging er nicht ein.

    Dabei sind doch Saudiarabien, der NATO-Partner Türkei und Katar die ausgewiesensten Unterstützer so aller Islamisten der Gegend von Ahrar Al Sham, Junus Al Sham, Jayesh el-Fatah, Jaesh el Islam, Muslimbrüdermilizen, Salafistenmilizen, etc. und anfangs sogar des IS und dann kann man folgendes lesen:

    „Das Herrscherhaus von Saudi-Arabien hatte zuvor jede Verantwortung der arabischen Staaten für die Verbreitung des Terrorismus bestritten. Iran sei die „Speerspitze“ des Terrorismus, sagte König Salman in Riad. Der Islam sei eine „Religion der Toleranz und des friedlichen Zusammenlebens“, betonte der König. Das iranische Regime, die schiitischen Houthi-Milizen im Jemen, die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS), Al Qaida und andere benutzen diese Religion als Vorwand für ihre kriminellen Machenschaften.
    In Saudi-Arabien ist eine puritanische Interpretation des sunnitischen Islams Staatsreligion. Mörder werden mit dem Schwert enthauptet. Frauen müssen sich in der Öffentlichkeit verhüllen. Das schiitische Iran ist der Erzrivale des saudischen Königreichs. In Syrien und im Jemen unterstützen beide Staaten unterschiedliche Bürgerkriegsparteien.“

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/trump-rede-in-riad-vertreibt-die-terroristen-aus-euren-laendern-15026690.html

    Man könnte noch argumentieren, dass Trump den Teufel mit Beelzebub austreiben woille, aber Trump scheint ja den Wahhabismus des saudischen Herrscherhauses zu akzeptieren und gut zu finden wie all seine Vorgänger seit Roosevelt. Hauptsache Öl und Waffengeschäfte. Die Einmischung in andere Staaten und Menschnerechte oder in Sachen Demokratie stand ohnehin nicht auf der Liste. Trump erklärte, er sei nicht gekommen, damit er anderen Staaten sage, wie sie leben sollten.

    Vor allem betonte er, dass es an den muslimischen Staaten selbst liege den Islamismus und Extremismus zu bekämpfen und nicht an den USA, dass diese sie zwar mit Waffenlieferungen unterstützen würde, aber keinen Interventionismus vollführen wollten, bestenfalls „graduelle Reformen“unterstützen wollten.Dies wird inhaltlich etwas konterkariert mit seinem expliziten Aufruf, dass das iranische Volk seine gemäße Regierung erhalten solle, was einem regime-change nahekommt. Inweiweit dieser ohne US-Unterstützung überhauptmöglich ist, sei es über die CIA, Wirtschaftssanktionen oder Militärintervention, bleibt aber die Frage, aber vielleicht erfährt man da ja bei seinem Israelbesuch als nächstem Stopp Näheres, bei dem er ja einen Deal zwischen Israelis und Palästinennsern quasi im Vorbeigehen erreichen will.Bisher erfuhr man dazu in Israel nur soviel, dass Trump betonte, dass der „Iran niemals Atomwaffen erlangen darf“.

    Das will ja gerade der Atomdeal Obamas zumindestens für die nächsten 10 Jahre erreichen, den Trump ja aufkündigen will.Für die Gegner Rouhannis um Ajatollah Raisi und die Republikanischen Garden, Bassidschis und Ahmadinedjahanhänger im Iran sind all dies gewollte Argumente gegen diesen: Rouhanni ist zu soft, zu sehr auf Appeasement mit den USA, öffne sich dem dekadenten Westen, verkaufe den Iran und sein Öl aus, werde so enden wie Ghaddafi, der auch bei Massenvernichtungswaffen nachgab und sich öffnete, deswegen müsse man eher dem nordkoreanischen Beispiel der Abschottung und der eigenen Massenvernichtungswaffenaufrüstung folgen. Momenatn haben diese Kräfte bei den Präsidentschaftswahlen eine klare Absage erhalten, aber Trumps Aufrüstungspolitik könnte sie wieder mittelfristig erstarken lassen zu dem Punkt, bei dem auch Irans eigentlicher Führer Khameini umdenkt und sie gewähren lässt.

  4. Jakobiner Says:

    Bestenfalls könnte man das noch so sehen: Lass sich die Islamisten gegenseitig zerfleischen und liefern wir ihnen die Waffen dazu. Aber so meint dies Trump eben nicht!

  5. Jakobiner Says:

    Die einzig zentrale Stelle für mich:

    „Zum einen fordert der Präsident die muslimische Welt auf, mehr gegen Terroristen zu tun. Alle Staaten und religiösen Anführer müssten islamistischem Extremismus „ehrlich entgegentreten“ und „gemeinsam gegen das Morden unschuldiger Muslime, gegen die Unterdrückung von Frauen, die Verfolgung von Juden und das Niedermetzeln von Christen“ eintreten.“

    Na, dann viel Spaß mit den wahhabistischen Saudis, die ja bekanntlich genannten Gruppen in ihrem Land so tolerant sind und islamistische, vor allem salafistische Mordbrennermilizen allerortens auf- und ausrüsten, um genannte Gruppen massenhaft zu ermorden. Das geht noch besser mit Trumps Waffenlieferungen.

  6. Jakobiner Says:

    Na, dann viel Spaß mit den wahhabistischen Saudis, die ja bekanntlich genannten Gruppen in ihrem Land so tolerant sind und islamistische, vor allem salafistische Mordbrennermilizen allerortens auf- und ausrüsten, um genannte Gruppen massenhaft zu ermorden. Das geht noch besser mit Trumps Waffenlieferungen.Kein Wunder, dass Israel der gedanke eines hochgerüsteten Saudiarabiens samt sunnitischer Verbündeter, die momentan gegen den schiitischen Islamisteniran hochgerüstet werden, sich auch mal gegen sie richten könnte.

  7. Jakobiner Says:

    Kein Wunder, dass Israel der Gedanke eines hochgerüsteten Saudiarabiens samt sunnitischer Verbündeter hochkommt, die momentan gegen den schiitischen Islamisteniran hochgerüstet werden, dass diese sich auch mal gegen sie richten könnte. Während des Kalten Kriegs war die atheistisch-kommunistische Sowjetunion der Feind und die USA unterstützten mit Israel und Saudiarabien die afghanischen Mudjahhedin samt Osama Bin Ladens Al Kaida. Heute ist der gemeinsame Feind der USA, Israels und Saudiarabiens der Iran. Aber sollte der wegfallen, dann hätte man ein hochgerüstetes Saudiarabien nebst sunnitischen Islamisten in der gesamten Region, die sich dann vielleicht gegen Israel wenden, insofern Saudiarabien nicht noch zugunsten der USA sich verwendet oder aber sich als Eroberer aller heiligen Stätten und Begründer eines sunnitischen Großreichs in der Tradition Mohammeds sieht.

  8. Jakobiner Says:

    Wobei die Zukunft Saudiarabiens auch nicht als so ausgemacht gilt. Dem jetzigen alten Thronfolger Salmann, dessen Ableben absehbar ist, steht ein Kronprinz zur Seite, der nach übereinstimmenden BND- und CIA-Berichten als ungeduldig, spontanistisch, draufgängerisch und als potentielles Sicherheitsrisiko der wahhabistischen Monarchie beschrieben wird, zudem er sehr viel Macht als Verteidigungsminister und Leiter des Wirtschaftsrats akkumuliert habe und sich von der traditionellen saudischen Scheckdiplomatie zugunsten eines militärischen Expansionismus verabschiedet habe. Nachfolgekämpfe gegen ihn könnten das Königreich paralysieren, wie auch eine Nachfolge seitens seiner Person als ebenso kritisch angesehen wird. Dieses Saudiarabien wäre dann mittels Trumps 350 Mrd. $-Waffenprogramm hochgerüstet, wer auch immer dann die Waffen kontrolliert und dann auch einsetzt.

  9. Jakobiner Says:

    „Die Frage, wer gegen wen kämpft, beantwortet der Präsident mit klaren Worten: Gut gegen Böse.“ Kurz: USA-Israel-Saudiarabien versus Rußland-Assad-Iran.

  10. Time Says:

    Gut gegen Böse = Ideologie des Lebens gegen Ideologie des Todes

  11. Sophist X Says:

    Die angemessene Rede hätte so gelautet:

    Liebe Anwesende! Sie sind verhaftet wegen Unterstützung des globalen Terrorismus‘ und Beihilfe zum Völkermord. Bitte steigen Sie in die draußen wartenden LKW. Ihr Besitz wird eingezogen.

    Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit! Gott schütze Amerika!

  12. Jakobiner Says:

    Zu empfehlen: Roger Letsch:

    Wir wissen doch, wer uns jagt

    Wieder ein Anschlag, wieder Tote und Verletzte, wieder betroffene Politiker und eine Netzgemeinde, die sich beim Kondolieren gegenseitig überbietet. Ich bin es leid. Sowohl die Anschläge, die Toten, die Verletzten, die betroffenen Politiker und auch die kondolierende Netzgemeinde. Ich bin nicht mehr „je suis“, denn ich bin längst nicht mehr erschüttert. Erschütternd ist nur die Erkenntnis, dass die Skeptiker es wieder nicht geschafft haben, mit ihrer pessimistischen Einschätzung des Zustandes unserer Welt widerlegt zu werden. USA, Deutschland, Frankreich, Belgien, Großbritannien…es passiert in der Nähe oder weiter weg oder um die Ecke. Wir zählen die Toten, pflegen die Verletzten, singen unsere Hymnen und tun so, als würde sich nichts für uns ändern. Wir kennen die Ursachen, reden aber nicht darüber und finden alle mögliche Ersatzprojektionsflächen, um nur nicht an die bittere Wahrheit heran zu müssen: Es ist nicht soziale Ungerechtigkeit, es ist nicht die Armut, es ist nicht Diskriminierung. Es hat ganz einfach etwas mit dem Islam zu tun.

    Diesmal 22/60, 22 Tote und 60 Verletzte, aber wir glauben, das würde nichts mit uns machen. Wir wollen einfach so weitermachen, weil man uns gesagt hat, dass dies die Terroristen am meisten ärgern würde. Wie machen eigentlich die Menschen „so weiter“, die jetzt tot oder verletzt sind? Und „nichts ändern“? Wir haben uns längst geändert, und wie! Wir wurden geändert, ausgetauscht. Auch wenn wir das abstreiten. Wir reagieren wie Wild, das sich an die Jagd gewöhnt hat. Wie werden schreckhaft und neigen zu Überreaktionen und sind doch längst emotional gleichgültig geworden. Wir schauen nach möglichen Fluchtwegen und bei Veranstaltungen tragen Frauen auf Rat der Polizei flache Schuhe, um im Notfall schneller rennen zu können. Wir sind auf Flucht programmiert und wir kennen den Wolf, der uns jagt. Doch wir sorgen uns zu sehr darum, nicht als islamophob zu gelten oder Rassist genannt zu werden, als es für unseren Selbsterhaltungstrieb gut und gesund wäre. Wir könnten schneller laufen oder uns einfach umdrehen und dem Wolf die Hörner zeigen, doch das tun wir nicht. Wir rufen trotzig „jetzt erst recht“ und versprechen hoch und heilig, nichts anders zu machen und laufen dann wie die Lemminge weiter bis zum nächsten Abgrund. Wir werden gleichgültig und wagen es gerade noch, unsere Trauer und Angst hinter einem Hashtag zu verstecken um dann zu beobachten, wie er bei Twitter zum Trend wird. Terrorzeiten sind auch immer Zeiten der Zahlen. Statements, Einschaltquote, Klicks, Trends, Opfer, Täter. 22/60
    Schafft endlich Platz in Euren Köpfen!

    Auf jeden islamistischen Terroranschlag folgen dieselben Übungen von muslimischen Verbänden und Einflüsterern, die nichts unversucht lassen, die Tat als Missbrauch ihrer sonst friedlichen Religion hinzustellen und den Islam als das eigentliche Opfer zu sehen. Damit muss endlich Schluss sein. Ich behaupte, es kann keine Integration des Islam in die westliche Welt geben. Der Islam gehört auch nicht zu Deutschland, Herr Wulff. Der Islam hat ab sofort Hausarrest, weil er sich als destruktiv, rückschrittlich und nicht reformierbar erwiesen hat. Er kann diesen Hausarrest in den Moscheen verbringen oder bei den Gläubigen zu Hause – aber wer vor die Tür oder den Eingang seiner Moschee auf die Straße tritt, muss den Islam dort lassen. Es ist kein Platz für ihn auf unseren Straßen, in unseren Theatern, Stadien und Cafés, dort wollen wir Menschen begegnen, nicht Muslimen. Deshalb müssen die Dschellaba, der Tschador oder das Kopftuch ab sofort zuhause bleiben, beim Islam, der dort wohnt. Hier draußen bei uns heißen wir Menschen willkommen, nicht ihre Religionen.

    An alle Appeaser da draußen, die glauben, so etwas könne man doch nicht fordern, sage ich: Doch, das können wir! Und wir haben es schon einmal getan, als wir uns von den moralisch überkommenen Einflüsterungen der Kirchen emanzipiert haben und sie aus dem Staatswesen verbannten. Diese Kirchen nutzen übrigens gerade die Gelegenheit, um sich im schwarzen Schatten des Islam wieder mehr und mehr in die Politik zu schleichen. Zurück in die Häuser und Kirchen auch mit euch, husch husch! Denkt nicht mal dran!

    Und an alle Menschen, die wir ab morgen hoffentlich als Rheinländer, Türken, Schwaben oder Tunesier bei uns begrüßen können, statt sie stets als gekränkte, beleidigte und zornige Muslime ertragen zu müssen: Ihr müsst eure Religion nicht reformieren, wenn ihr das nicht hinbekommt. Aber unsere Geduld mit eurer Religion ist am Ende und wir sind nicht mehr bereit, sie zu ertragen, denn sie vergreift sich in der Öffentlichkeit zu oft an andersdenkenden Menschen und der Politik und stellt dort Forderungen, die uns auf Dauer zu euren Sklaven machen würden. Das können wir in unserem Land, in dem Religion und Staat voneinander getrennt sein müssen, nicht dulden. Löst eure Islamverbände auf, die sämtlich fremdgesteuert sind und nicht zum Wohl der Menschen arbeiten und deren Einflüsterungen euch nur von uns trennen sollen. Löst euch aus eurer Opferrolle, denn ihr seid auch Täter. Hört auf, den Westen für jedes Unrecht verantwortlich zu machen, das euch geschieht oder von dem ihr glaubt, es sei euch einst geschehen. Für das gegenseitige Aufrechnen der Geschichte würden wir zu lange brauchen und die Rechnung ginge auch nicht unbedingt gut für euch aus, glaubt mir. Deshalb unser Angebot: Geschenkt! Uns interessiert die Gegenwart und in der wird die Mehrzahl eurer Glaubensbrüder schließlich immer noch von jenen getötet, die sich wie ihr auf den Islam berufen. Also hört auf zu jammern! Und hört endlich auf, von der großen allumfassenden Umma zu träumen und schafft stattdessen Platz in Euren Köpfen für Individualität. Seid Menschen, keine Borg! Denkt selbst. Am besten, nachdem ihr Haus oder Moschee verlassen habt.

    „Viele strenggläubige Menschen reden so, als wäre es die Aufgabe der Skeptiker, überkommene Dogmen zu widerlegen, und nicht die der Dogmatiker, sie zu beweisen. Das ist natürlich ein Fehler.“ Bertrand Russell

    http://www.achgut.com/artikel/wir_wissen_doch_wer_uns_jagt

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